Debüt CD von Seven Spires: „Solveig“

Am 4.8.2017 erscheint das Debüt der amerikanischen Seven SpiresSolveig“ über das Label SAOL / cmm.

Seven Spires bewegen sich zwischen Melodic Death Metal und Melancholic Power Metal, Frontfrau Adrienne Cowans facettenreicher Gesang malt mal klassisch opernhaft und mal mit Extreme Vocal Techniken die düstere Geschichte Solveigs in einer neo-viktorianischen Unterwelt, die fast einem Reich der Toten und doch unsterblichen Wesen gleicht. Fern der Sonne, und doch düster schön und einzigartig. Die bizarre Kälte saugt man ein und wird ein Teil dieser Welt, die sich hier musikalisch ausbreitet. Glaubt man erst, man sei nur ein Betrachter dieses Panoptikums, stellt man sehr schnell fest, doch ein festes Mitglied zu sein, das sich nach dem Düsteren sehnt und doch das Licht schmerzlich vermißt.

Dabei bemerkt man den Hintergrund der Vier – sie studierten an dem Berklee College of Music – und hört manchmal eindeutig, manchmal versteckt auch verschiedene Filmthemes heraus. Gleich beim ersten Track „The Siren“ schimmert „Harry Potter“ durch und das so geschickt, daß ich tatsächlich dreimal zurück geskippt habe, um mich dessen zu versichern.

War das „Intro“ eher ruhig und träumerisch, knallt „Encounter“ richtig rein. Schwungvoll erinnert mich die Nummer Nightwish – „Imaginaerium“. Eine verführerische Seele treibt den Schmerz unter die Haut und lockt und verführt, das Reich zu betreten. Oder ist Solveig (und damit der Zuhörer) schon längst in einer Welt gefangen, die grausam schön ist?

Der kristallklare Gesang Adrienne‘s wandelt sich zu rotzig kratzig im nächsten Song „The Cabaret Of Dreams“. Dabei vermittelt sie die Botschaft des Songs: Betrachte die bizarre Welt vor dir, sei erstaunt und fürchte dich nicht. Befreie dich von deiner geistigen Gesundheit und hole dir mehr von dieser Welt, wenn du zurückkehrst. Und du wirst zurückkehren…

In „Choices“ kommt ein wenig das „Terminator-Theme“ durch, bevor es sehr rasch an Tempo zulegt. Wieder verführt Adrienne, und fordert, hinter die Matrix zu blicken. Das Leben, das Solveig lebt, ist kein Leben. Aber folgt sie weiter dem vorgezeichneten Weg, so werden ihre tiefsten Sehnsüchte erfüllt werden. Sie muß nur ins Dunkle gehen, um ihr Ziel zu erreichen.

Closure“ schließt mit allem ab, was bisher im Leben passiert ist. Nun kann Solveig nichts mehr aus der Vergangenheit heimsuchen, ohne Vergangenheit bleibt keine Hoffnung in die Zukunft. Aber kann man seinem Schicksal wirklich entfliehen, wenn man vergangene Kapitel abschließt?

Ich suche ja immer die Vampirthemen in den Songs… in „100 Days“ trifft Solveig auf einen Mann, der seit 100 Tagen alleine ist. Gefangen in der Dunkelheit, sie ist ruhig, aber er ist einsam. Doch er gibt nicht auf, seine Liebste zu finden, was sich in „Stay“ fortsetzt. Sie bittet ihn zu bleiben, denn die Alpträume werden in der Sonne verbrannt werden. Sie werden nur schmerzen, wenn er dagegen kämpft.

Stimmlich verändert growlt sich Adrienne durch „The Paradox“, das wie ein Alptraum auf den Zuhörer sinkt. Grausam teilt sie mit, daß es kein „Leben danach“ gibt, alles eine fiese Lüge ist. Dieses Märchen als Hoffnung für die Sterbenden gibt es nicht. Es gibt nur die bittere Finsternis.

Depths“ zeigt wieder eine Variation eines Filmthemes. Erkennt ihr es? Ich fühle mich wie in einem Spiegel gefangen. Klirrend kalt und doch gleichzeitig auch wie unter Wasser, weit entfernt von der Oberfläche, die das strahlende Sonnenlicht sieht.

Wie Solveigs Geschichte weitergeht, müßt ihr allerdings selbst erkunden. Ich verrate nicht, ob es ein Happy oder Sad End gibt. Oder ob das Happy eigentlich ein Sad End ist. Auf jeden Fall hat mich Solveigs Reise sehr berührt und nicht nur die angedeuteten Filmthemes haben eine Geschichte erzählt. Ich finde es großartig, daß die Band so ausgefeilt arbeitet und sich ein Konzept für ihre Musik überlegt hat, die gleich einem Film oder Buch den Zuhörer auf eine Reise mitnimmt. Wagt es, und lernt Solveigs Reise in die Unterwelt durch Seven Spires kennen.

 

eure Luna ^v^

 

Seven Spires Line-Up:
Adrienne Cowan – Vocals
Jack Kosto – Guitars
Peter de Reyna – Bass
Chris Dovas – Drums

 

Konzert: Dark Easter Metal Meeting 2017 in München

Am 15. und 16.04.2017 fand im Backstage München das Dark Easter Metal Meeting statt. Was soll ich sagen… Easter how it is supposed to be!

Die Konzerte spielten sich Samstag auf zwei, Sonntag sogar auf drei verschiedenen Bühnen ab: Halle, Club und Werk. 25 Bands, 3 Bühnen und Metal all day long. Was will man an Ostern mehr?!

Und das Backstage hielt sein Versprechen: keine Überschneidungen der Bands auf den Hauptbühnen. Wer wollte und ein bisschen plante, konnte wirklich gut jeden seiner Favoriten sehen. 

Die Crew des Backstage war wie immer absolut freundlich und hilfsbereit. Und auch die Versorgung mit Getränken und Essen war top. Kleiner Tipp von mir: das Pulled Pork Sandwich. Das müsst ihr unbedingt probieren!

Nun aber zum eigentlichen Thema: der Musik.

Folgende Bands gaben sich beim Dark Easter Metal Meeting 2017 die Ehre:

15.04.2017

  • Memoriam
  • Deserted Fear
  • Imperium Dekadenz
  • Ravencult
  • Sarkom
  • Outre
  • Giglamesh
  • Avslut

16.04.2017

  • Mayhem
  • Marduk
  • Asphyx
  • Ahab
  • Batushka
  • Helrunar
  • Pillorian
  • Harakiri for the Sky
  • Mourning Beloveth
  • Fäulnis
  • Décembre Noir
  • Revel in Flesh
  • Caronte
  • Ellende
  • Asphagor
  • Hailstone
  • Valborg

Ihr seht, es war so einiges geboten. Zuviel, um alles ausführlich in diesen Bericht zu packen. Darum erzähle ich euch hier von meinen ganz persönlichen Highlights des Dark Easter Metal Meeting 2017. Aber eines kann ich euch jetzt schon sagen: nehmt euch die Zeit und hört in alle 25 Bands des Dark Easter Metal Meetings mal rein. Gut waren sie alle und wirklich durchweg zu empfehlen!

15.04.2017 – Tag 1 des Dark Easter Metal Meeting 2017

Die erste Band, die ich erleben durfte, war AVSLUT. Die Band, gegründet erst 2016, war für mich die gelungene Eröffnung dieses dunklen Osterwochenendes. Wer dachte, eine erst so kurz bestehende Band würde bei einem Event wie dem Dark Easter Metal Meeting untergehen, wurde von Avslut definitiv eines besseren belehrt!

Dark Easter Metal Meeting 2017 Avslut
Avslut – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Avslut rockten die Club-Stage! Rasende Riffs, harte Drums und Vocs, die mehr als nur überzeugten. Hier ging nicht nur das Publikum ab. Auch einige Crew-Mitglieder des Backstage konnte man abrocken sehen. Avslut, das ist – wie der Vocalist  so schön sagte – swedish fu….. darkness! Und yeah, er hatte damit sowas von Recht!

Weiter ging es in der Halle mit IMPERIUM DEKADENZ. Die deutsche Black Metal-Band hatte vom ersten Akkord an eine wahnsinnige Verbindung zum Publikum. Die Leute gingen ab, als gäbe es kein Morgen. Überall sah man Headbanger und auch der Vocalist machte dabei kräftig mit. 

Dark Easter Metal Meeting 2017 Imperium Dekadenz
Imperium Dekadenz – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Das Growling, perfekt. Die Instrumental-Parts, meisterhaft. Gitarren, hart und melodisch zugleich, hämmernde Drums und eine Bühnenpräsenz, der man sich einfach nicht entziehen konnte. 

Für die nächste Band, ging es zurück in den Club. Hier gab sich die Münchner Band GILGAMESH die Ehre. Die Jungs präsentierten blackened Death Metal vom feinsten. Ein langer Schrei zu Beginn und schon ging es los. Dunkel, hart und voller Power. 

Gilgamesh Dark Easter Metal Meeting 2017
Gilgamesh – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

 

 

Die gruselig geschminkte Band befeuerte das Publikum mit rasendem Sound, der teils fast schon hektisch wirkte. Aber seine Wirkung dennoch oder vielleicht auch gerade deshalb nicht verfehlte. Die Haare flogen zu jaulenden Gitarrensound, der von Growls und Screams begleitet wurde. 

Wer jetzt an eine Pause dachte… weit gefehlt. Nun war wieder Halle angesagt. Dort auf der Stage: DESERTED FEAR

 

Die Band begeisterte nicht nur mit gutem Death Metal, sondern auch mit einer tollen Connection zum Publikum, bei der auch eine kurze Anekdote über die feste Handbremse am Bus nicht fehlte.

Deserted Fear Dark Easter Metal Meeting 2017
Deserted Fear – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Zurück in den Club. Hier erwartete mich die Überraschung des Abends: OUTRE. Die polnische Band erschien mit gruseligem Make-Up und einem dämonisch anmutendem Intro. Creepyness pur.

Eingehüllt in massig Bühnennebel legten Outre los. Vocals, die teils wie zwei verschiedene Stimmen wirkten. Dunkles growling, hohes Screaming. Dazu brillante Gitarrensoli und Drums, die wie donnernde Säulen durch die Stücke trugen.

Outre Dark Easter Metal Meeting 2017
Outre – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Zwischen den einzelnen Songs gab es immer wieder dämonische wirkende Laute zu hören. Die Atmosphäre aus Nebel, rotem Licht und der Musik von Outre: creepy, düster und fast schon beängstigend. Kurz gesagt: eine Show der Spitzenklasse, bei der sogar der Lichttechniker nicht stillhalten konnte.

Outre, Musik kraftvoll, mitreißend und fast schon hypnotisch. Eine Band mit einem Charisma, das man nicht in Worte fassen kann.

Weiter geht es in der Halle mit RAVENCULT, ihres Zeichens Vertreter des Black Metal und Trash Metal. Hämmernder Sound mit gekonnten Screams und satten Gitarrenriffs. 

Der schnelle Metal von Ravencult kam an und nahm das Publikum für sich ein. Schnell, packend und einfach gut.

Im Club bereiteten sich mittlerweile SARKOM auf ihren Auftritt vor. Noch bevor der erste Ton erklang, war das Publikum schon voll dabei. Kein Wunder, Sarkom waren schon beeindruckende Erscheinungen, mit ihren gruselig geschminkten Gesichtern und den langen Spikes an den Armen.

Dark Easter Metal Meeting Sarkom
Sarkom – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Die Bühnenpräsenz von Sarkom war überwältigend. Ebenso wie Bass und Drums, die den Boden regelrecht zum vibrieren brachten. Das Publikum war fasziniert und ging vom ersten Sound an voll ab zu genialen Gitarren-Parts, perfekten Vocals und einer durchgehenden Connection mit dem Publikum. Sarkom sind definitiv ein Must see for everyone.

So ging ein grossartiger Samstag zu Ende. Vollgepackt mit Metal, klasse Bands und einer Atmosphäre, wie sie ihresgleichen sucht. Doch das Dark Easter Metal Meeting war noch nicht vorbei. Schon am nächsten Tag ging es weiter.

16.04.2017 – Tag 2 des Dark Easter Metal Meeting 2017

Der zweite Tag des Dark Easter Metal Meetings 2017 begann, wie der erste Tag aufgehört hatte: voller Power!

Im Club rockten ASPHAGOR die Bühne. Die Black Metaler aus Österreich begingen auf dem Dark Easter Metal Meeting 2017 auch gleich ihre 10-jährige Jubiläumsshow. Und wie sie das taten!

Asphagor Dark Easter Metal Meeting 2017
Ashpagor – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Der Beginn mit Donnerschlag und endsgenialem Scream des Vocalist lies ahnen, was noch alles folgen mochte. Der Mix aus melodischen Gitarrenparts mit harten Riffs konnte sich definitiv sehen lassen. Ebenso die Vocals mit der Kombination aus dunklen Growls und kreischenden Screams. Ein Können, welches dem Vocalist sogar ein Bier aus Fan-Hand bescherte. 

Asphagor, das ist Black Metal, wie er sein soll. Die Band ist mit einer Leidenschaft zu Gange, wie man sie nur selten sieht. Und dieser besondere Funke sprang auch auf das Publikum über. 

Als besonderes Highlight fand sich auch der frühere Sänger von Asphagor auf der Stage ein und unterstützte die Band bei einigen Songs. Der Gig der Österreicher war kraftvoll, berauschend und einfach genial.

ASPHYX machten sich nun im Werk bereit. Die vier Jungs aus den Niederlanden begeisterten mit feinstem Death Metal das Publikum. Dort gab es kein halten mehr. Die Haare flogen, die Mano Cornutas wurden gereckt und die Songs mit Applaus quittiert.

Asphyx Dark Easter Metal Meeting 2017
Asphyx – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Asphyx präsentierten instrumentales Können, abgerundet durch einen Vocalist, der seinen Job mehr als nur beherrscht.

Es folgte in der Halle: Black Metal von PILLORIAN. Die Band lieferte eine gute Show mit super Bühnenpräsenz. Auch Instrumental und Gesang konnten sich sehen lassen. Schade war nur, dass die Vocs anfangs teils gar nicht zu hören waren. Gitarren und Bass waren einfach zu laut. 

Marduk Dark Easter Metal Meeting 2017
Marduk – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Weiter ging es im Werk. Mit Spannung wurden hier MARDUK erwartet. Schon während des Intros sah man überall wo man hinblickte Mano Cornutas. Die Musiker wurden beim Betreten der Stage von Marduk-Rufen und jubelnden Pfiffen begrüßt.

Marduk, das ist Black Metal aus Schweden. Muss man dazu noch mehr sagen? Bereits beim zweiten Song bildete sich der erste Moshpit, begleitet von rasenden Gitarren und treibenden Drums. Schneller, aber dennoch teils wunderbar melodischer Sound. Marduk, eines der vielen Highlights des Dark Easter Sunday.

Zurück im Club erwarteten mich CARONTE. Die italienische Band präsentierte Shamanic Doom. Darunter konnte ich mir, bevor ich Caronte hörte, so gar nichts vorstellen. Ihr Sound: Satt und sehr basslastig. Das Besondere: der Cleargesang des Vocalist. Wie auch die Instrumental-Parts sehr gekonnt. Alles in allem überzeugten Caronte auf ganzer Linie mit ihrem ungewohnten, aber doch fesselnden Sound.

Caronte Dark Easter Metal Meeting 2017
Caronte – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: Andreas „Elwood“ Brauner

Nun war es soweit: Die Zeit von MAYHEM. Wie viele auf diese Band gewartet hatten, war sofort an der Menge der Leute im Werk zu erkennen. Bereits einige Zeit vor Beginn des Mayhem-Gigs war das Werk rappelvoll. Nach einer kurzen Durchsage, beim Fotografieren bitte kein Blitzlicht zu verwenden, ging es dann auch los.

Mayhem Dark Easter Metal Meeting 2017
Mayhem – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Das Werk wurde dunkel, Kirchenglocken schlugen und Nebel waberte über die Stage. Mayhem betrat die Bühne. Gehüllt in schwarze, zerrissene Kutten wirkten Attila, Necrobutcher, Hellhammer, Teloch und Ghul wie unheilvolle Mönche auf düsterer Mission. 

Die Black Metal Kombo aus Oslo bot jedoch nicht nur ein atmosphärisch starkes Bild, sondern auch ebenso starken Sound. Professionell, fesselnd und faszinierend. Und das Publikum? War voll dabei! Headbanging, Moshpit, Mano Cornutas, das volle Programm! Kein Wunder, bei Mayhems Hammer-Show! 

Da gab es nicht nur die 5 Band-Member, besten Black-Metal und Gänsehaut-Feeling, sondern auch Kerzen und einen Totenschädel, den Attila über die Bühne trug. Mayhem, das ist  Metal in Perfektion. Vom vollkommenen growling bis hin zu den jaulenden Gitarren, deren Sound einen an das Heulen verlorener Seelen denken lässt.

Nach dem großartigen Auftritt von Mayhem, folgte auch schon das nächste Highlight in der Halle: BATUSHKA mit ihrem ersten Auftritt ever in München.

Batushka Dark Easter Metal Meeting 2017
Batushka – Dark Easter Metal Meeting 2017 – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Die Neugier auf diese Band war groß, so dass bereits einige Zeit vor Beginn die Halle aus allen Nähten platze und die Leute nur noch schwungweise und schließlich gar nicht mehr eingelassen wurden.

Als die Show begann, war schon das Bühnenbild ein Wow für sich. Kerzenhalter, eine Art kleiner Altar mit Heiligenbildnis und mittendrin: Batushka in ihren brokatgeschmückten Kutten und verhüllten Gesichtern. 

Die Show begann mit der Segnung des Publikums, gefolgt von Weihrauchschwaden. Die Musik: melodisch. Der Gesang: sakral, wie ein Priester in der Kirche. Es war wirklich beeindruckend. Man konnte gar nicht anders, als hinzusehen.

Chorale Gesänge, melodische Passagen, Screamo, harte Riffs und donnernde Drums. Dazwischen teils Klänge, wie ein geisterhaftes Wispern. Dazu eine Show, die deutlich zeigte, dass es sich um eine russisch-orthodoxe Messe handeln sollte. Eine Kombination, die so fesselnd war, dass man alles um sich herum vergaß. Und zwischendurch klingelten immer wieder die 4er-Handglocken, wie bei der Segnung in der Kirche.

Batushka, für mich definitiv eines der Highlights des Wochenendes!

Das Dark Easter Metal Meeting 2017 war ein voller Erfolg und ein Wochenende, an das jeder Besucher noch lange zurückdenken wird. 

Vielen Dank an das Backstage und MRW Concert Promotion & Booking für dieses hammergeile Osterwochenende. Und natürlich auch ein großes Dankeschön an die Bands, die uns Besuchern eine so helltastic Zeit geschenkt haben.

Dark Easter Metal Meeting, nächstes Jahr definitiv wieder!!!

Eure BlackRose

Photograf: Andreas „Elwood“ Brauner

(Galerie folgt in Kürze)

Konzert Gorgoroth mit Supports Melechesh Incite und Earth Rot im Backstage München

Endlich war es soweit, der Tag von Gorgoroth war gekommen. Genauer gesagt, der 16.03.2017. An diesem Tag verwandelten Gorgoroth das Backstage München in einen höllischen Sumpf aus düsterstem Black Metal.

Gorgoroth
© Backstage München

Nach Stau und einem kleinen S-Bahn-Chaos hatte ich es endlich geschafft, im Backstage anzukommen. Im Gegensatz zu meinem Fotografen, der noch irgendwo im Nirgendwo im Stau stand. Daher kann ich euch zu diesem Beitrag leider keine Fotos präsentieren. Ein riesengroßes Sorry von mir deshalb!

„Blood Stains Europe“, die Gorgoroth 25th Anniversary Tour 2017

Im Backstage angekommen staunte ich nicht schlecht. Die Halle war voll! Kein Wunder bei Gorgoroth als Hauptakt. „Blood Stains Europe“, Gorgoroth 25th Anniversary Tour. Die 25 Jahre Gorgoroth bemerkte man auch im Publikum. Dieses war vom Alter her gesehen bunt gemischt von Jung bis Jung geblieben. 

Gorgoroth war mir schon vor dem Konzert definitiv ein Begriff, doch hatte ich es bisher nicht geschafft, die Truppe live zu sehen. Und auch auf die drei Support-Bands war ich sehr gespannt. Diese waren Earth Rot, Incite und Melechesh.

Earth Rot

Die australische Band lieferte astreinen Black- und Death-Metal. Und überzeugte mit ihrer Ausstrahlung ebenso wie mit ihrer Musik, auch wenn der Sound nicht immer zu 100 % perfekt erschien. Dennoch meines Erachtens eine Band, von der man definitiv noch hören wird.

Incite

Die Trash-Metaller aus Phoenix, USA enterten mit voller Power die Stage. Kompromisslos, rastlos und einfach Incite. Genau so kann man ihren Auftritt beschreiben. Incite machten Lust auf mehr und das, obwohl sie anfangs als Trash Metal-Band irgendwie so gar nicht zu den anderen Bands mit ihrem Black- und Death-Metal zu passen schienen. Doch diese Bedenken verpufften bereits mit dem ersten Song. Die Stimmung stieg gewaltig und sogar einen Moshpit konnte ich erkennen.

Melechesh

Ihr Stil: Mesopotamian Black-Metal. Oder anders ausgedrückt, ein Gemisch aus Black- und Death-Metal mit orientalischen Einflüssen. Charismatisch, mitreißend und schon lange kein Geheimtip mehr, brachten Melechesh volle Power bis zum Saitenriss. Hiervon hört man gerne mehr.

Alle drei Support-Bands waren mit Feuer und Hingabe dabei und man merkte ihnen den Spaß am Auftritt an. Am Merch-Stand waren die Jungs publikumsnah, unterhielten sich gerne mit den Besuchern und bestätigten so den positiven Eindruck, den sie bereits auf der Bühne machten.

Und dann, endlich…

Gorgoroth

Das Licht ging aus, die Stage wurde in blutrotes Licht getaucht und dort standen sie. Gorgoroth. Düster und creepy wie eh und je mit ihren unheilvoll bemalten Gesichtern, den Killernieten und einer Aura, so kalt wie der Tod. So gruselig der Anblick von Gorgoroth auch war, man konnte sich ihnen nicht entziehen. Denn spätestens als ihre Musik erklang, war man gefesselt vom düsteren Charisma der Band und ihrem unheilvoll-dunklem Black Metal.

Der gutturale Gesang von Hoest, der oftmals zu einem Screaming anwuchs, nahm einen gefangen und mit auf eine Reise in die düstere Welt von Gorgoroth. Es war schwer, den Blick vom Geschehen auf der Bühne abzuwenden. Und wie mir ging es auch allen anderen. Fasziniert schaute das Publikum hoch auf die Bühne und ging dabei mit, als gäbe es kein Morgen. Bis in die hintersten Reihen sah man Haare beim headbanging fliegen. Und jedem Song folgten am Ende unzählige Mano Cornutas, die man im Anbetracht, welche Band hier  auf der Bühne stand, auch gut als Teufelsgruß betiteln kann. Man merkte gut, der Kult-Status von Gorgoroth kommt nicht von ungefähr. Hell yeah, they are great!

Lediglich das Ende kam – zumindest für mich – überraschend schnell. Eben noch fast hypnotisiert von Gorgoroth, war es auf einmal auch schon vorbei. Viel zu schnell und unerwartet. Aber das ist vielleicht auch einfach nur meine ganz persönliche Meinung. Das Publikum rief noch nach Zugabe, wurde jedoch leider nicht erhört.

Und so endete ein Abend voll von helltastic Black-Metal, großartigen Support-Bands und headbangin’ Stimmung.

Eure BlackRose

Konzert-Info: Arch Enemy am 05.04.2017 in München

Arch Enemy
ARCH ENEMY – Photo © Backstage Presse

 

Arch Enemy – das ist Melodic Death Metal der Spitzenklasse. Mit einer Power die ihresgleichen sucht, bringen Arch Enemy das Publikum zum rasen. Sie sorgen für headbanging, Moshpits und massenweise Metalheads im seeligen Death Metal-Rausch.

Alissa White-Gluz, eine Meisterin des Growlings. Dazu Michael Amott und Jeff Loomis, die mit Gitarrenduellen und -Solis par excellence für Feuer sorgen. Vocal-Power, Doppelgitarrenläufe, Drums und Bass – für ihr instrumental- und Vocal-Können sind Arch Enemy weit bekannt. Ebenso wie für ihre schier unermessliche Melodienvielfalt und den ihnen so eigenen harten wie rasanten Sound.

Wie spektakulär Ihre Live-Shows sind, stellen Sie nun wieder unter Beweis. 

Arch Enemy – As The Stages Burn Tour 2017 – am 05.04.2017 in München

2016 haben Arch Enemy beim Wacken Open Air Festival ihre bisher größte Show abgeliefert. Nun sind sie wieder auf Tour und bringen am 05.04.2017 München zum Kochen. Erlebt den gutturalen Gesang von Alissa White-Gluz, mörderische Gitarren-Soli und eine Stimmung, die ihr so schnell nicht vergessen werdet. Arch Enemy am 05.04.2017 in München. Ein Termin, den ihr euch definitiv merken solltet.

Mit dabei: Lacuna Coil und The Haunted 

Save the Date! Ein Abend voll geilem Metal, Power und Headbanging wartet auf euch. Das solltet ihr keinesfalls verpassen! Ihr habt noch kein Ticket? Dann nichts wie ran! Tickets gibt es hier

  • Hauptact: Arch Enemy
  • Mit dabei: Lacuna Coil, The Haunted
  • Wann: 05.04.2017
  • Beginn: 19:30:00 Uhr
  • Wo: Backstage München, Reitknechtstr. 6

Eine bessere Location als das Backstage, hätten sich Arch Enemy nicht aussuchen können. Schließlich ist das Backstage eine feste Größe, wenn es um das Münchner Nachtleben geht. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wie auch mit dem Auto gut erreichbar, ist das Backstage einer der Treffpunkte, wenn man in München das besondere sucht.

Erlebt Arch Enemy live in Action und genießt mit mir eine freakin’ headbanging Night of Metal.

Eure BlackRose

Neue CD von Assimilation: „The Laws of Power“ + Verlosung

Am 17.3.2017 erscheint die neue Scheibe via SAOL der kanadischen Deathmetaller Assimilation, betitelt mit „The Laws of Power“.

Angekündigt als ein Schlag in die Fresse der Leute, die den glattgebügelten Sound heutiger Death Metal Combos bevorzugen anstatt das von Legenden entwickelte Erbe zu würdigen, knüppeln sie wild und ursprünglich den Gegenschlag. Death Metal in Reinform? Ja, das gibt es.

So bieten die 10 regulären Tracks der CD plus die 4 Bonustracks in der 2015er Version genug Material, die Boxen glühen zu lassen. Ja, meine Nachbarn hören auch Assimilation! Die gegrowlten Texte der Songs kann man natürlich im Booklet nachlesen, also ruhig LAUT aufdrehen.

So richtig schmusig ist verständlicherweise keiner der Songs, aber das legen die Lyrics auch nicht nahe. Schmerz, Pein und Tod nähert man sich brutal thematisch, bekommt dunkle Götter und ein mieses Karma enthüllt.

The Laws Of Power beginnt… ruhig, akustisch um dann richtig zu verwirren und auf die Ohren zu knüppeln. Und gleichzeitig bringen es Assimilation kurz und knackig auf den Punkt: Im Krieg kann nicht jeder gerettet werden, wenn man sich nicht selbst vorbereitet. Die Gesetze der Macht sind eindeutig, nur wer für sich selber sorgt, überlebt. Und das Ende dieses Songs wird euch überraschen.

eine davon könnt ihr GEWINNEN!

Karmic Future ist ein bösartiger Song. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass den gewisse Leute in den falschen Hals bekommen werden und dem Zuhörer ein krankes Bewusstsein unterstellen werden. Betrachtet man es aber so, dass das Leben nun mal zwangsläufig für jeden endet, sollte man sein Handeln WÄHREND dem Leben überdenken und sehen, auf wen man spuckt. Sonst rächt sich womöglich das Karma…

Apotheosis ist auf der CD zweimal vertreten. Die 2015er Version ist erstaunlich melodisch zwischen den brutalen Gitarren und Bass-Sounds. Die Lyrics zeigen einen brutalen Gott, der mit Schmerz regiert und sich huldigen lässt. Inspiriert zu diesem Song wurde Jesse durch Videospiele – God of War. Gütige Götter? Das war vielleicht einmal. Seine Götter sind brutal, fies und wollen verehrt werden.

Meine Anspieltipps sind: Apotheosis und S.L.D. – ein Instrumentalstück

 

Assimilation sind:

Jesse Jardine – Guitar and Vox/ Bad stand up comedy

Shiloh Anderson – Bass/ vibrations / Garlique

Stephen Shaw – Hitting stuff/ Being Our Dad

Matthew Chanway – Lead Guitar / Teen Heart-throb

 

 

So, und nun zu dem angekündigten Gewinnspiel: Ich habe diese CD von cmm GmbH freundlicherweise zweimal erhalten und deshalb verlose ich ein Exemplar an euch! Keine Gewinnspielfrage, aber ich möchte gerne eine eMail erhalten (luna@dark-exit.net; Betreff: Assimilation-Verlosung) in der steht, warum gerade DU diese CD gewinnen möchtest. Die Nachricht (keine Beleidigung und kein Hate!), die mich am meisten dazu bewegt, die CD rauszurücken, gewinnt. Alle eintreffenden Mails bis zum 16.3.2017 23.59 Uhr können teilnehmen und finden den Weg in den Lostopf. Schreib deine Adresse dazu, an die ich die CD verschicken kann (eMail – Addy alleine reicht also nicht!!!), keine Sorge, ich werde sie nicht speichern, weitergeben oder sonstigen Unfug damit treiben. Natürlich gebe ich den Gewinner hier bekannt (inklusive deinem Text, mit dem du gewonnen hast) und schreibe dich persönlich an.

Datenschutzhinweise
Liebe Leser, selbstverständlich steht der Schutz Deiner Daten bei uns an erster Stelle. Deine personenbezogenen Daten werden ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspieles verwendet, an keinen Dritten weitergeben und im Anschluss sicher gelöscht. Wenn Du keinen Gewinn erhalten möchtest, benötigen wir keinerlei personenbezogene Daten von Dir. Sofern Du unter den glücklichen Gewinnern bist und keine postalische Anschrift bei der Einsendung angegeben hast, werden wir Dich einmalig über Ihre E-Mail-Adresse mit der höflichen Bitte um Hergabe einer Anschrift bitten.

Also, viel Glück!

Eure Luna ^v^

Konzert-Info: Children of Bodom am 21.03.2017 in München

Children of Bodom
Children of Bodom – Photo: © PGM

 

Children of Bodom – sie sind seit 20 Jahren die Metal-Superstars Finnlands. Ihre Musik ist einzigartig und ihre Konzerte legendär. Im März kommt die Hate Crew nach München. Mit einer ganz besonderen Setlist an Klassikern ihrer letzten 20 Jahre im Gepäck. Ein Termin, den ihr definitiv nicht verpassen solltet!

Children of Bodom – 20 Years Down ’n Dirty Tour 2017 – am 21.03.2017 in München

Children of Bodom bewegen sich zwischen vielen Genres des Metal und sind so in keine Stil-Schublade zu stecken. Zu einzigartig ist die für sie typische Mischung aus Melodic Death Metal, Black Metal und Trash Metal.

Keyboard und Leadgitarre duellieren sich und preschen in schnellen Läufen, die Drums donnern treibend dazu und der Gesang ist guttural und fesselnd zugleich.

Heavy, kompromisslos und hart, das ist ihre Musik. Ihre Live-Shows gleichen einer phantastischen Trash-Party, die so voller Energie steckt, dass sie einfach jeden mitreißt. Eine Band, die man einfach live erleben muss!

Mit dabei on Tour: Forever Still (Alternative Metal) sowie ONI (Prog Metal).

Wer Children of Bodom, Forever Still & ONI live erleben möchte, findet hier noch Tickets für ihr Konzert in der Münchner Theaterfabrik. Ein Must See der Extraklasse! Wer dorthin nicht kommt, ist selber schuld!

  • Hauptact: Children of Bodom
  • Support: Forever Still und ONI
  • Wann: 21.03.2017
  • Beginn: 20:00 Uhr
  • Wo: Theaterfabrik München, Friedenstr. 10

Die Theaterfabrik auf dem Münchner Optimolgelände ist mit eine der beliebtesten Locations für Nachtschwärmer. Im Münchner Osten gelegen ist die Theaterfabrik vor allem mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch mit dem Auto gut erreichbar.

Kommt in die Theaterfabrik und erlebt mit mir Children of Bodom und ihre Support-Bands live! Ich freue mich auf euch!

Eure BlackRose

Neue CD von Human Debris: „Life/Off/Formation“

Human Debris -Life/Off/Formation

Rezension

 

HD 01

Erschien am 18.11.2016

Label: Eigenproduktion

Am Samstag fischte ich die neue CD (plus DVD) von Human Debris aus meinem Briefkasten. Also, ab in den Läppi und die knapp 52 Minuten (inklusive des Bonustracks) angehört. 

WOW. Was ein Brett. Ich kann mir sehr gut vorstellen: meine Tochter (18) mag diese Mucke auch. Kein Uzz Uzz Uzz, sondern schöner, satter Metalsound schallt mir entgegen. Und diese CD muss man laut hören. Schmusig oder kuschelig ist kein Track, also nichts, was man bei einem romantischen Date anhören würde. Eher zum gemeinsamen aggressiven Haare schütteln. 

Auf englisch growlt sich Elena Cor Tauri über 10 Tracks in die Ohren. Was eine Stimme für eine Frau! Ich kenne ja auch Arch Enemy und die Leistung der Frontfrau dort, aber hier steht die Dame von Human Debris dem Gesang mit ihrem Melodic Death Metal in nichts nach. Musikalisch kombiniert die Band Melodic Death Metal mit klassischem Heavy Metal und folkischen Einflüssen.

Auf der beiliegenden DVD kann man die Aufnahmen zu Life/Off/Formation beobachten, eine sympathische Truppe, die augenscheinlich viel Spaß dabei hatte. Man stellt sich das als Nicht-Musiker immer nur vor, wie die Bands ins Studio gehen und dann Stück für Stück ihre Songs aufnehmen, sie durch einen PC mixen und dann auf Silberlinge pressen lassen.

Was aber für eine Kleinarbeit notwendig ist (Aufbau und Stimmen der Drums z.B.) und dann die Entspannung beim gemeinsamen Kochen und Spielen, entgeht den meisten vermutlich. Übrigens dachte ich persönlich immer, dass das Aufnahmeset ähnlich einem Konzert ist, sprich, alle Mitglieder gleichzeitig im Studio sind und dann gemeinsam jammen. Nur eben dann jede Spur der Aufnahme mit dem entsprechenden Instrument extra belegt wird. Wie es Human Debris gemacht haben, das verrate ich nicht. Schaut es euch an und der Truppe über die Schulter.

 

Pic von Jan Vervaeke / offizielle Website von Human Debris - Gallery
Pic von Jan Vervaeke / offizielle Website von Human Debris – Gallery

 

Dazu erfährt man dann auch, wie sich Human Debris gefunden und gegründet haben. Verrate ich hier aber auch nicht. Selbst ansehen!

Worum geht es in den Songs? Anatoxin, der Einsteiger auf der CD, soll reinigen. Im Gegensatz zu den Anderen erkennt die Sängerin, dass bei ihr kein echter Stillstand ist. Sie ist weg, schon lange fort. Und doch gefangen in einem Fluss, der stillsteht. Life Off Formation gibt vor: Balle deine Fäuste und beiß‘ die Zähne zusammen und resette dein Leben. Du hast keine Zeit, wenn es passiert, wie der ominöse Stern, der in der Nacht erscheint. Er wird dich erinnern, selbst wenn du zu müde zum Schlafen bist.

Das scheint der rote Faden zu sein, denn thematisch geht auch der nächste Song Love Is Not Enough darauf ein. Selbst geliebt zu werden und zu lieben, holt einen nicht aus dieser Düsternis.

Rotation handelt zum Beispiel davon, dass man täglich kämpft, das Leben ein apokalyptisches Rennen ist, alles unvollständig und ignorant. Man muss den Kreis durchbrechen, um anzuhalten und damit man seine Seele endlich frei fliegen lassen kann. Doch ein ewiger Zeiger malt einen grauen Horizont und hinterlässt keinen Hinweis, wer oder was man ist.

HD 2Und Shattered Head zeigt den inneren Krieg sehr äußerlich. Bomben, Panzer und Kugel zerstören alles und jeden. Keine Gnade.

Am Ende gibt es aber eine Lösung: Zeit? Nutze sie! Entwickle! Und lache bei ausgelatschten Fakten. Schlag ein Lächeln in jede Narbe, umarme dein Leben mit einer nahen Vergangenheit… Umarme und scheine!

Anspieltip: Ocean Park und Til Death Do Us Part

 

Human Debris sind:

Alexander Göttsche – Bass

Sebastian Jensen – Gitarre, additional Vocals, Backings

Elena Cor Tauri – Vocals

Ken Jentzen – Drums, additional Vocals, Backings

Sebastian Lund – Gitarre

 

Live Termin:

14.1.2017 Grüner Jäger, Hamburg

eure Luna ^v^

Konzertreview: Opeth in Wuppertal

Darauf hatte ich mich so richtig gefreut: Die Opeth-Jubiläumstour zum 25. Bestehen der Band. Was für eine Leistung, was für ein Konzert! Zu diesem feierlichen Anlass spielen die Schweden nicht etwa in gewöhnlichen Hallen, sondern in ausgewählten Locations. Im Falle des nordrhein-westfälischen Wuppertals ist das die Historische Stadthalle, wo die Band am 13.10. Station macht. Ich tippe, normalerweise gehen dort vorwiegend Klassikkonzerte über die Bühne. Das Opeth-Konzert findet in einem opulenten Saal mit Balkonen, Säulen, aufwendigen Stuckarbeiten und goldenen Verzierungen statt. Nicht schlecht!

 

Der Veranstaltungsort bringt einiges mit sich, was für den gemeinen Metalhead etwas befremdlich ist. Erstens: Der Saal ist bestuhlt. Zweitens: Man darf keine Getränke mit rein nehmen. Drittens: Ein Gong, wie man ihn aus dem Theater kennt, teilt den Besuchern mit, dass sie sich auf ihren Plätzen einzufinden haben. Dann werden die Türen geschlossen und das Konzert fängt sehr pünktlich an. Alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber na gut. Soll ja was Besonderes werden.

 

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Und das wird es dann auch. Im ersten Teil spielen Mikael Åkerfeldt und seine vier Bandkollegen das komplette Album Ghost Reveries. Der Grund dafür ist, dass dieses Album ebenfalls Geburtstag feiert, nämlich den zehnten. Vom ersten Song an ziehen mich Opeth in ihren Bann. Der glasklare Sound und die Lichtshow sind der Hammer. Im Hintergrund laufen Videos, die zur besonderen Stimmung beitragen. In Anlehnung an das Ghost-Reveries-Cover ist die Bühne mit Kerzenständern dekoriert. Von meinem Platz in der neunten Reihe kann ich hervorragend sehen und dabei voll und ganz in die musikalische Welt eintauchen.

 

Meine Highlights der ersten Runde sind die Soli und Improvisationen bei “Atonement”, das darauffolgende “Reverie/Harlequin Forest” und das letzte Stück “Isolation Years”, das Opeth vor dieser Tour noch nie live gespielt haben. Auf Ghost Reveries hat Åkerfeldt noch gegrunzt, was er auf den beiden letzten Alben nicht mehr tut. Das Wechselspiel zwischen klarem Gesang mit wunderschöner Stimme und Growls und der damit verbundene Atmosphärenwechsel in den Songs sind beeindruckend wie immer. Mit dem Versprechen, der zweite Teil werde eine “Happy Techno Party”, werden wir in die Pause geschickt.

 

In Runde Zwei gibt es eine gemischte Setlist mit Songs diverser Opeth-Alben auf die Ohren. Neben drei Stücken der letzten Scheibe namens Pale Communion sowie einem Titel vom Vorgänger Heritage sind auch viele ältere Songs dabei. Da wäre das ruhige “To Rid the Disease” von der Damnation-Platte oder “The Leper Affinity” (sehr geil!), das auf Blackwater Park zu hören ist. Das Set schließt mit “Master’s Apprentices” vom Deliverance-Album. Aber ohne Zugabe kommen Opeth natürlich nicht davon – den tatsächlichen Abschluss bildet “The Lotus Eater” aus dem Album Watershed.

 

Der letzte Song hält dann auch die Leute nicht mehr auf den Sitzen, obwohl alle zuvor brav dasaßen, was Åkerfeldt laut eigener Aussage als ein wenig einschüchternd empfand. Aber man will eben auch nicht den Leuten hinter sich die Sicht nehmen und die Stühle standen ja nun einmal da. Ob sitzend oder stehend – die Leute klatschen frenetisch Beifall und feiern die Helden des Abends ab, wie es sich nach einer derartigen Leistung gehört.

 

Opeth, es war wirklich großartig! Gerne hätte ich noch ein, zwei Stündchen länger zugehört (war ja auch so bequem). Aber da die Jungs recht tourfreudig sind, freue ich mich einfach schon mal auf das nächste Konzert.

 

Stilrichtungen des Metal, Teil 5: Death Metal

Achtung, jetzt wird’s brutal! Im fünften Teil meiner Vorstellungsreihe der wichtigsten Metal-Stilrichtungen geht es um ein Genre, das innerhalb der Metal-Szene einen hohen Stellenwert einnimmt – der Death Metal. Dieser umfasst diverse Subgenres, die sich zwar ähneln und denselben Ursprung haben, sich aber andererseits deutlich voneinander unterscheiden. Death Metal ist weit verbreitet, überaus beliebt und daher omnipräsent, ob auf Festivals, in Konzerthallen oder in Magazinen. Auch ich bin dieser Stilrichtung sehr zugetan. Dabei fasziniert mich die ungeheuere Kraft, die satten Gitarren, das Tempo und der musikalische Anspruch – Death Metal ist nämlich mitunter sehr komplex.

 

Wesentliches Merkmal ist der Gesang in Form von Growls. “To growl” heißt übersetzt “knurren” oder “brummen”. Und so klingt es auch, wenn ein Death-Metal-Sänger loslegt. Ein tiefes Knurren oder auch Grunzen (Grunting) ist fester Bestandteil jeder Band dieses Bereichs. Diese Art Gesang muss man mögen, sonst wird man sich mit Death Metal nicht anfreunden können. Teilweise wechseln sich Growls mit cleanem Gesang ab, in aller Regel aber wird gegrunzt, was das Zeug hält. Meistens von Männern, es gibt aber auch einige Frauen, die beachtliche Growls abliefern. Prominentestes und erfolgreichstes Beispiel hierfür ist die Band Arch Enemy mit ihrer Frontfrau Alissa White-Gluz (davor grunzte mit Angela Gossow ebenfalls eine Frau). Zu den beeindruckendsten Sängern im Death Metal gehören definitiv Chris Barnes von Six Feet Under und George Fisher (Spitzname Corpsegrinder) von Cannibal Corpse. Einige meiner liebsten Bands dieses Genres sind Carcass, Bolt Thrower, Lamb of God (eigentlich keine reine Death-Metal-Band), ältere In Flames und Opeth, die aber nur teilweise und mit ihren aktuellen Alben gar nicht mehr in diese Kategorie gehören.

 

Chuck Schuldiner Ganz allgemein erkennt man Death Metal, außer am prägnanten Gesang, auch an tiefer gestimmten Gitarren und schnellen Drums mit Doublebass und Blastbeats (ultraschnelles Schlagzeugspiel). Die Musik ist hart und dynamisch. Das Tempo wechselt häufig und oft geht es sehr rhythmisch, bei vielen Bands regelrecht groovy zu.  Darüber hinaus unterscheidet sich die Spielart, je nachdem, welchem Subgenre die Band angehört. Der ursprüngliche Stil wird heute als Old School Death Metal bezeichnet. Zu den Pionieren des Stils gehört die sehr technische und spielerisch anspruchsvolle US-Band Death, deren Sänger und Mastermind Chuck Schuldiner (Foto) 2001 tragischerweise an Krebs verstarb. Die Band aus Florida genießt bis heute Kult-Status. Aus Florida stammen übrigens mehrere wichtige Death Metal Bands, etwa Obituary, die letztes Jahr auf einigen Festivals vertreten waren.

 

In den meisten Songtexten von Death-Metal-Bands geht es entweder um die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und politischen Themen oder schlichtweg um Mord und Todschlag. Bei manchen Bands, allen voran Cannibal Corpse, dreht sich alles um übelste Splatterszenarien. Andere hingegen beschäftigen sich  vorwiegend mit Kriegsthematiken. Insgesamt geht es in den Lyrics oft blutig und brutal zu. Das spiegeln auch die Bandnamen und Albumcover wider. Auf Außenstehende und Konservative wirkt das vielleicht befremdlich bis abstoßend. Dabei sind Death-Metal-Anhänger solch friedliche und freundliche Zeitgenossen!

 

Dark Tranquillity Paris 281008 01 Aber nun zurück zur Musik: Wie bereits erwähnt, tritt Death Metal in verschiedenen Formen auf. Besonders populär war und ist Melodic Death Metal, insbesondere solcher aus Schweden. Bands wie At the Gates, Edge of Sanity, In Flames und Dark Tranquillity (Foto rechts) etablierten diese melodienorientierte Stilrichtung. Ganz anders, nämlich deutlich härter, klingt Brutal Death Metal, wie ihn zum Beispiel die New Yorker Band Suffocation spielt. Es gibt also viele kleine und große Kategorisierungen innerhalb des Death Metal. Der größte Unterschied besteht zwischen den melodischen Bands und den schnellen, brutalen.

 

Dann gibt es Gruppen, die einen ganz eigenständigen Stil haben. Wie die Briten von Bolt Thrower (Foto unten), deren Musik betont langsam und heavy ist. Perfekt zum Headbangen! Bolt Thrower erkennt man sofort nach ein paar Takten, auch ohne den Song zu kennen. Andere Bands verbinden Death Metal mit Elementen des Rock ’n’ Roll. Entombed aus Schweden können das besonders gut. Viele der erwähnten Bands sind schon seit den Achtzigern aktiv und immer noch erfolgreich.

 

Bolt Thrower at Party.San Open Air 2012

 

Death Metal erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und ich denke, das wird auch immer so bleiben. Man darf also gespannt sein was da noch so alles kommt – von altbekannten ebenso wie von neuen Genre-Vertretern.

 

Festivals – wer die Wahl hat, hat die Qual

Bald ist es wieder so weit: Sommerzeit ist Festivalzeit. Jedenfalls für Tausende Musikfans, die alljährlich die großen und kleineren Open-Airs bevölkern, um zahlreiche Konzerte zu erleben, gemeinsam zu feiern, sich auszutauschen und einfach eine gute Zeit zu haben. Es soll ja Menschen geben, die nicht gerne auf Festivals gehen. Hm, damit kann ich mich nicht wirklich identifizieren – ich fand das schon immer super. Zumindest, sofern es einigermaßen gut organisiert ist. Mein erstes Festival war 1996 das Dynamo in Holland. Später bin ich einige Jahre nach Wacken gefahren, zuletzt 2005. Danach wurde es mir dort zu ungemütlich, groß und teilweise seltsam, was das Publikum angeht.

Road to Wacken

Mit Wacken ist das wohl so eine Sache. Es ist nunmal das größte Metal-Festival und auch irgendwie Kult. Wahrscheinlich kann ich es auch gar nicht mehr richtig beurteilen, da mein letzter Besuch so lange zurückliegt. Dass es mittlerweile riesig und zum Mainstream geworden ist und eine Art Volksfestcharakter entwickelt hat, ist aber kaum von der Hand zu weisen. Da das Angebot in Deutschland so unglaublich groß ist, fährt kaum noch jemand, den ich kenne, nach Wacken. Als Metalhead hat man reichlich Auswahl und könnte theoretisch den ganzen Sommer auf irgendwelchen Ackern und Flugplätzen feiern.

 

Da ist es manchmal nicht einfach, sich zu entscheiden. Zugegebenermaßen ein Luxusproblem. Wenn ich nicht irre, gibt es in anderen Szenen, zum Beispiel im Gothic-Bereich, nicht ganz so viele Events. Oder doch? Bei der Entscheidung, welches Festival es sein soll, spielt das Line-up bzw. die musikalische Ausrichtung die Hauptrolle; schließlich geht es primär um die Musik. Die Größe und Atmosphäre ist mir persönlich auch immer sehr wichtig. Kleine, intimere Festivals sind mir lieber als die Riesenveranstaltungen. Ein Festival in der Größenordnung von Rock am Ring schreckt mich von vorne herein ab, ganz egal, wie gut sich das Billing liest.

 

Eines meiner Lieblingsfestivals ist das Rock Hard, das immer zu Pfingsten im Gelsenkirchener Amphitheater stattfindet. Perfekt hinsichtlich Größe und Location! Die Musik ist relativ gemischt, wobei ein Schwerpunkt auf Hardrock und Heavy Metal liegt. Allen Freunden des Extrem-Metal, sprich Death, Thrash, Black und Grindcore, lege ich das Party.San in Thüringen ans Herz. Auf diesem kleineren Festival fand ich das Publikum sehr angenehm und die Stimmung war durchweg gut.

 

Bei Mega-Events wie dem Summer Breeze sollte bezüglich der auftretenden Bands fast jeder glücklich werden, egal auf welche Art Metal er steht. Auf vier Bühnen wird so ziemlich alles geboten, von Mittelalterrock bis Black Metal. Dort hat es mir letztes Jahr zwar auch gut gefallen, aber mir ist es dann doch etwas zu groß und anstrengend. Aber das ist eben Geschmacksache.

 

Ob stark durchmischt oder in die eine oder andere Richtung ausgeprägt – auch 2015 gibt es wieder unzählige Festivals in Deutschland und den Nachbarländern. Los geht’s meistens an Pfingsten. Während die Schwarze Szene sich auf dem WGT in Leipzig tummelt, rocken die Liebhaber härterer Klänge im Ruhrpott beim bereits erwähnten Rock Hard Open Air. Natürlich gibt es an dem verlängerten Wochenende noch einige andere, mir jedoch nicht näher bekannte, Optionen.

 

Am darauffolgenden Wochenende findet in Gelsenkirchen das Rock im Revier statt, das für mich zwar wirklich gut klingt, aber riesig zu sein scheint. Für alle, die sich noch nicht entschieden haben oder sich einen ersten Überblick verschaffen wollen, gibt es verschiedene Websites, auf denen sämtliche stattfindenden Festivals aufgeführt sind. Aber seid gewarnt: Die Liste ist lang. Von Mittelalterfesten auf Burgen über diverse Umsonst-und-draußen-Veranstaltungen bis zu Ein- bis Viertagesfestivals jeglicher Musikrichtungen ist wirklich alles dabei.

 

Warum also nicht einmal etwas Anderes ausprobieren? Vielleicht entdeckt man dabei sein neues Lieblingsfestival. Wer übrigens keine Lust hat, im Zelt zu nächtigen, kann sich ein Zimmer in der Nähe des Geländes gönnen. Da wacht man dann ganz entspannt morgens auf, duscht und frühstückt in aller Ruhe und startet frisch in den Tag. Auch wer das Privileg hat, im VIP- bzw. Pressebereich unterzukommen, genießt einen angenehmen, stressfreien Aufenthalt. Wie und wo auch immer, Festivals sind doch eigentlich immer ein besonderes Erlebnis, oder? In diesem Sinne: Jetzt schon einmal viel Vergnügen, wohin es Euch auch verschlägt!