Exotische Götterwelten – Teil 14

„Cthulhu and R'lyeh“ von BenduKiwi - authorupload. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Cthulhu_and_R%27lyeh.jpg#/media/File:Cthulhu_and_R%27lyeh.jpg
Cthulhu – Figur von H.P. Lovecraft

Nun neigt sich diese Serie dem Ende. Eigentlich fehlt ja noch ein Kontinent mit seinen Göttern, aber meines Wissens gibt es in der Antarktis keine Menschen, die irgendwelchen Gottheiten folgten. Gibt man bei Google „Antarktis und Götter“ ein, stößt man auf Cthulhu und H.P. Lovecraft.

 

Ich gebe hier meine Bildungslücke zu und bestätige, dass ich Lovecraft noch nie gelesen habe und daher nur mit Halbwissen glänzen kann. Das Necronomicon, welches in dem Buch erwähnt wird, ist mir auch in soweit ein Begriff, dass sich die Fraktionen unter den Hexen streiten, ob es fiktiv oder echt ist, ob es eventuell auch echt ist und nur unter dem Deckmantel, es sei fiktiv, gehandelt wird.

 

Genaues weiß man nicht, aber ich denke, das ist hier auch nicht das Problem. Jeder darf und sollte glauben, was er möchte. Sei es eben wie in der Welt des Cthulhu ist, dass außerirdische Götter heimlich in unterirdischen Höhlen auf der Erde versteckt ruhen und alle nur auf das Erwachen warten, oder ob man sich aus allen bisher erwähnten Götterwelten seine eigenen persönlichen Schutzgötter ziehen möchte.

 

Es gibt sogar „Religionen“ die bewusst erdacht wurden, um so andere Religionen und Götter in Frage zu stellen. Das ist dort zum Beispiel der Fall, wenn Länder oder Staaten nur noch bestimmte Glaubensrichtungen und Pantheons akzeptieren woll(t)en und man „nichts anderes“ mehr glauben soll.

 

Wenn man dann ein Atheist ist, und selbst nicht glauben kann, dass es „imaginäre“ Freunde gibt und erzählt bekommt, dass die ganze Erde, das Weltall und alles drumherum nur aus einer Laune eines Gottes oder mehrerer Götter erschaffen wurde, der dann noch einen fiesen Widersacher hat, den die Menschen bekämpfen sollen, um jenen Gottheiten zu gefallen, dann hat jener Atheist dann das Problem, dass er das nicht so ganz ernst nehmen kann. (Ist das wirklich EIN Satz? Puuuuhh…)

 

Dann braucht es keinen Schriftsteller, der sich dann mit seinen Büchern in ferne Fantasiewelten träumt und träumen lässt. Nein, es gibt dann auch Menschen, dann ihre eigene Religion, ihre eigenen Götterwelten zusammenzimmern. Und bevor „ich an den Fingerschnipp eines Gottes glaube, der erst in seiner Güte eine Welt erschaffen hat und sie dann nach und nach von den Menschen demontieren lässt und dann die „Sünder“ zu strafen, dann glaube ich… an das fliegende Spaghettimonster oder an Intelligent Falling oder das Unintelligent Design“.

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Das Unsichtbare rosafarbene Einhorn in seiner häufigsten Darstellungsform

 

Was hier wie Spaßreligionen klingt, sind aber keine Humptatäterä Veranstaltungen, sondern Religionskritiker (oder Religionsparodien). Hier werden bewusst Götter „erfunden“, die dann eben parodieren, was andere als wirklich und wahrhaftig gegeben sehen. Heutzutage sind das eben die großen Weltreligionen, die dann satirisch bearbeitet werden. (Die untergegangenen Götterwelten sind meines Wissens davon nicht betroffen, zumindest habe ich noch nicht gehört, dass man Walhall oder die ägyptischen Götter auch auf diese Art kritisiert. Entweder sind die heutigen Anhänger dieser Glaubensrichtungen nicht fundamentalistisch genug oder es sind zu wenige, um interessant zu sein 😉 )

 

Im Herzen bin ich ja eine Pastafari (also eine Anhängerin des fliegenden Spaghettimonsters), und so kann ich sagen, dass es hier zum Beispiel keine Gebote gibt, sondern die „8 am liebsten wäre mir’s“. Aber, ich kann mir vorstellen, daß es anderen Religionskritikern ebenso geht und sie, wie z.B. Det Missionerande Kopimistsamfundet (=eine Gemeinschaft, die daran glaubt, dass das Kopieren von Informationen heilig sein sollte), ihre eigenen Regeln aufstellen. Die Gemeinschaft „RELIGION“ (= Religion für Ewiges Leben, Innerfamiliären Geschlechtsverkehr, Irgendwas mit göttlicher Offenbarung und Nächstenliebe ) stellt die Regel auf, das eben jeder glauben darf, was er oder sie will, welche Gebräuche er oder sie pflegen will und welche Gebote ihm / ihr heilig sind.

 

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Darwin-Fisch und Fliegendes Spaghettimonster als Anstecker auf einer Jacke

Ich muss nur noch anfügen, dass es hier einen Gegenpapst gibt, der alle vier Jahre durch das Spiel „Reise nach Jerusalem“ ausgelost wird.

 

Es gibt sogar den Jediismus, der in dem Vereinigtem Königreich als Glaubensrichtung angegeben wird, eigentlich ironisch auf die Frage der Religionszugehörigkeit, aber seit 2001 sogar offiziell in den Listen. Hmmm… mein Held Darth Vader hat also keine Religionsanhänger *zwinker* …

 

Googelt doch mal, was ihr noch für interessante Religionen und Glaubensmodelle finden könnt, mein Sohn favorisiert übrigens die „Church Of Bacon“ (was gut zu mir Pastafari passt, so gibt es Freitags zur Nudelmesse den Speck schön kross…), für andere ist Fußball ihre Religion, Gott und Existenz schlechthin… aber woran ihr glaubt, tut es mit ganzem Herzen. Und es ist egal, wie ihr euren Gott nennt, solange ihr akzeptiert, daß es für jemanden anderen eine andere (oder keine) Gottheit gibt.

 

Ich wünsche euch eine schöne Woche, noch 31 Tage und dieses Jahr ist wieder herum…

 

Eure Luna ^v^

Australische Götterwelt – Teil 13

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Die sechs wichtigsten Māori-Götter, symbolisiert durch Holzstifte: Tūmatauenga, Tāwhirimātea, Tāne, Tangaroa, Rongo, and Haumia (von links nach rechts)

Hier ist es mir zu kalt. Gestern gab es schon Schneebilder und ich war irgendwo froh, daß es bei uns im Taunus nur geregnet hat. Nein, ich bin ein Sommerpflänzchen und hätte es gerne kuschelig. Naja, im Moment scheint wenigstens die Sonne und Grillpostings auf dem Fratzebuch heitern mich ein bisserl auf. Aber wir müssen noch ziemlich exakt einen Monat durchhalten, bevor die Wintersonnwende kommt und dann die Tage wieder länger werden.

 

Da paßt es doch ganz gut, daß ich heute mit euch nach Australien hüpfe. Immerhin haben die im Moment Sommer. In Australien gibt es viele Göttermythen, alleine aus dem Grund, daß es ein sehr großes Land ist. Es gibt die australischen Ureinwohner, die Aboriginis und die Maoris, die auf Neuseeland angesiedelt sind, in Polynesien die Samoaner. Melanesier, Papua und Mikronesier und Tasmanier sind auch in den pazifischen australisch-ozeanischen Regionen zu Hause (von denen ich aber hier in der Kürze nicht schreiben werde).
So glauben die Aborigines an eine „Traumzeit“. Das ist ein Zeitraum, der weit vorher gewesen ist und die Geister der Ahnen auf der Erde wandelten und die Geschöpfe entstanden. Irgendwann kehrten sie aber in ihre Wohnungen unter der Erde zurück. Die „Dreamtime“ ist die Quelle allen Lebens auf der Erde.

 

Eine der Traumzeitgeschichten reicht sehr weit zurück. Sie erzählt von den Weisen, die in ihre besonderen Kristalle hineingehen konnten und so Bilder der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen. Einige der Bilder erfüllten die Alten mit Furcht, denn sie sahen eine Zeit, in der die schwarzen Menschen immer blasser und blasser wurden, bis sie wie die Gesichter von Toten waren. Die Aborigines verbinden die weiße Haut mit dem Tod, da wir alle zu weißen Skeletten werden.

 

Verständlich also, daß sie bei Ankunft der Europäer diese als Geister der toten Menschen sahen und sie willkommen hießen. Das „Traumzeit-Gesetz“ verlangte, daß die Lebenden Zeremonien abhielten, und den Geistern helfen müssen, den Weg in den Himmel zu finden, in dem diese lebten.
Der Tod spielt in den Überlieferungen eine große Rolle. Er ist unabdinglich, da ohne ihn das Leben unkontrolliert wuchern würde. Dabei wird die Frau als Lebensspenderin gesehen und der Mann als das Leben nehmend. Die Männer sind daher bei den Totenriten wichtig, sie verbinden ihre Energien mit der Welt der Toten und des Ungeborenen. Erst wenn die Frau mit dem männlichen in Kontakt tritt, wird das ungeborene substantiell und lebendig. Bei einer Geburt darf der Mann nicht anwesend sein und das Kind wird erst bei der „Mannwerdung“ der Geborgenheit der Mutter entrissen.
Die Schöpfung selber, so erzählen die Mythen, war so, daß aus der Erde das Wasser austrat. Aus diesem nahmen die Geister dann das Feuer und aus dem aufsteigenden Rauch entstand die Luft. So werden auch hier die vier Elemente verwendet und dabei dem Mann (Feuer und Luft) und der Frau (Erde und Wasser) zugeordnet.

„Bathurst Island men“ von National Archives of Australia. Copied from en.wikipedia; description page is/was here.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bathurst_Island_men.jpg#/media/File:Bathurst_Island_men.jpg
Aborigines von der Bathurst-Insel

 

Über Gnowee, die Göttin der Sonne, erzählt man sich, daß sie zu der Zeit lebte, als es auf der Erde noch finster war. Als sie Yamswurzeln sammeln ging, verschwand ihr Sohn. Um ihn zu suchen, stieg sie mit einer gigantischen Fackel, fand ihn aber nicht. Dafür geht sie noch heute über den Himmel und sucht nach ihm.

 

Und die Karraur (ein Aborigines-Stamm) erzählt die Geschichte von Yhi, die den Mond gebar, damit die Menschen sich im Dunklen sich nicht fürchten müssen und den Mann erschuf. Damit dieser dann nicht alleine blieb, schuf sie aus einem Blumenstiel die Frau als Gefährtin. (Vielleicht ein Hinweis, daß man seiner Frau ab und an mal Blumen schenken sollte? 😉 )

 

Interessant ist, daß über den Berg Uluru (= schattiger Platz oder freiliegender Felsen), der Ayers Rock, eine Sage existiert. Wenn man einen Stein oder Sand von dort entwendet, so bekommt man einen Fluch angehängt. Die Ranger des Nationalparkes bekommen heute noch Päckchen mit Steinen zugesandt, mit der Bitte, die Steine zurückzulegen, damit das Unglück der Personen aufhört. Eine mögliche Erklärung dazu gibt es auch: Die Schlangenmänner (ein Volk am Fuße des Ayers Rock) trennte sich, um verschiedene Jagdgründe zu besuchen. Die in den Bergen jagenden wurden dann von giftigen Schlangenmännern angegriffen und getötet. Und diese Überreste sind die Steine, die nichtsahnende Touristen dann mitnehmen…

„Uluru Australia(1)“ von Thomas Schoch - own work at http://www.retas.de/thomas/travel/australia2005/index.html. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Uluru_Australia(1).jpg#/media/File:Uluru_Australia(1).jpg
Beim Sonnenuntergang zeigt sich der Uluṟu („Ayers Rock“) hellrot

 

Bei den Maori sind da nicht so die Gottheiten, die angebetet werden. Ihre Ideen über die Entstehung des Universums und die Herkunft der Götter und Menschen erklären sich über die Naturphänomene. Sie vergleichen die Evolution des Universums mit einem Baum, dessen Wurzelwerk, Stamm, Astwerk und Zweigen oder mit der Entwicklung eines Babies im Mutterleib.

 

Rangi und Papa (Vater Himmel und Mutter Erde) sind Gottheiten, deren Vereinigung alle Götter und Lebewesen hervorbrachte. Himmel und Erde selbst waren es also, die alles andere erschufen. So erzählen die Ahnenlieder der Maori die Geschichten und schaffen die Verbindungen von ihnen bis zu ihren Göttern.

 

So, eben fängt es hier an zu schneien und das bei schönem Sonnenschein. Genießt es noch ein wenig, die Tage wird es weiterhin später hell und früher dunkel…

 

Eure Luna ^v^

Indianische Götterwelt – Teil 10

Pizi Gal von den Hunkpapa Lakota, 85x52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl
Pizi Gal von den Hunkpapa Lakota, 85×52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl

Happy Halloween. Gestern war die Nacht der Geister und Dämonen. Wie ihr wißt, eine wichtige Nacht für uns Hexen, da man dieser Nacht nachsagt, daß die Schleier zwischen den Welten sehr durchlässig und dünn sein sollen. Die Hexen ehren auch ihre Vorfahren und Ahnen in dieser Nacht, nehmen Abschied von der Sonne, denn der „Winter“ beginnt, das Jahr ist herum.

 

Also eigentlich feiern wir da NICHT einen „dummen amerikanischen Schickschnack“, wie uns gewisse Medien einreden wollen. Würden wir das machen, sollten wir dann nicht eher die amerikanischen Ureinwohner, von Kolumbus als „Indianer“ bezeichnet, als Vorbild für Halloween haben?

 

Denn diese sind dann ja wohl amerikanischer, als alle „Zugereisten“ und Einwanderer insgesamt. Seit Karl Mays „Winnetou“ wissen wir auch, daß diese ihren Gott Manitu nennen. Dabei ist aber „Manitu“ nicht bei allen Stämmen ein „Gott“ und generell eigentlich auch kein bewußtes Wesen.

 

Auch unterscheiden sich die Nordamerikanischen Gottheiten von denen Südamerikas. Manitu ist also ein Begriff, der für die algonkinsprachigen Indianer „allumfassendes Geheimnis“ oder „große Kraft“ bedeutet. Manitu ist in allen Wesen, Dingen und Erscheinungen enthalten und sogar in Tätigkeiten.

Hanmaton Yalatkit "Joseph" Nes Peres, 85x52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl
Hanmaton Yalatkit „Joseph“ Nes Peres, 85×52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl

Manitu ist die Gesamtheit aller heiligen Kräfte und sorgt so als Ursache für die Bewegung aller irdischen Erscheinungsformen. So kann eine Wolke oder ein Stein als Manitu bezeichnet werden, weil der Spirit in dem Moment die Form angenommen hat oder in ihr wohnt. Also bezeichnet Manitu weder eine „bewußtlose Macht“ noch eine persönliche Gottheit.

 

Erst durch Missionare wurde Manitu (bei den Cree und Anishinabe besonders) der christlichen Gottesvorstellung gleichgesetzt, sie gaben dem Begriff diese neue Bedeutung und verbreiteten die vom ursprünglichen Konzept Vorstellung im englisch- und französischsprachigen Raum.
Der Begriff „Manitu“ ist übrigens in den verschiedenen Sprachen der Stämme ähnlich im Klang und in der Besetzung. Die Cheyenne, zum Beispiel, nennen die Kraft „Maheo“ und bei den Shawnee gibt es eine weibliche Schöpfergottheit, die sie „Unsere Großmutter“ nennen (=Kohkumthena). Diese Gottheit kommuniziert durch Geister mit den Menschen (durch die Medizinmänner) , die „Manito“ bzw. in der Mehrzahl „Manitowak“ genannt werden.

 

Im Pantheon der Hopi befinden sich zirka 30 bis 40 verschiedene Gottheiten. So war Sotuqnangu der Gott des Himmels und der höchste Gott, der die Erde erschuf. Denn er erschuf eine Jungfrau, die er später in die Erde umwandelte. Er hatte die Macht über den Himmel, die Blitze und die Wolken. Mui-Ingwa war der Gott des Keimens und Wachsens aller Pflanzen und auch bei allen Lebewesen auf der Erde.

 

"Red Cloud" Oglala Lakota, 85x52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl
„Red Cloud“ Oglala Lakota, 85×52 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl

Tawa, den Sonnengott, riefen die Hopi an, bevor sie in den Krieg zogen, er hatte die die Aufgabe, Leben zu schenken und Neugeborene wurden ihm acht Tage nach ihrer Geburt präsentiert. Kokyang Wuuti ist die „Spinnenfrau“. Sie spielte bei der Schöpfung der Erde eine wichtige Rolle, erschuf die Menschen, die keine Hopi sind und gilt auch als Mutter der Zwillinge. Die Zwillinge heißen Po-okan-hoya und Palo-ngao-hoya und sind die Kriegsgötter der Hopi. Sie gelten als hilfreich, aber auch als durchtrieben, denn die verzapfen gerne Streiche.
Masau ist der Gott der Erde und des Todes, seine Zuständigkeit ist die Fruchtbarkeit des Mannes und der Tiere und das Feuer.

 

Huru-Ing Wuuti ist die Mutter des Universums. Sie ist die Göttin der harten Gegenstände, wie Edelsteine, Muscheln, Korallen und Türkise und verantwortlich für den Reichtum. Sie ist tagsüber häßlich und nachts eine Schönheit.

"Sitting Bull" Hunkpapa Lakota, 55x45 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl.
„Sitting Bull“ Hunkpapa Lakota, 55×45 cm, 1990 gemalt von Hermann Haindl.

Generell hatte aber jeder Indianer seinen Schutzgeist, der ihn begleitete. Er fand ihn bei einer Visionssuche, er zog sich ohne Nahrung an einen einsamen Ort zurück und hoffte darauf, seinem Totem im Traum zu begegnen. Das Totem konnte dann ein Adler, Wolf oder auch ein Gegenstand sein, wenn er ihn im richtigen Moment sah. Hatte er ihn gefunden, stand er ihm bei der Jagd, dem Kampf und auch für die Gesundheit und das Ansehen im Stamm bei. Und er erfuhr durch seinen Schutzgeist, welche Dinge ihm Glück brachten und er trug sie in seinem persönlichen Medizinbeutel immer bei sich.

 

Jetzt wünsche ich euch noch ein schönes Samhain, ehrt eure Ahnen, findet euer Totemtier und stellt euch doch mal einen Medizinbeutel zusammen (ok… dem einen oder anderen ist heute eine externe Festplatte oder die FB – Pinnwand als „Medizinbeutel“ ausreichend, auf dieser haben sie ihr Leben gesammelt 🙂 )!

 

eure Luna ^v^

 

 

Inuit Götterwelt – Teil 9

„PaQi 2“ von Palaya Qiatsuq (Cape Dorset, Nunavut Territory, Canada) - photo taken by Ansgar Walk. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:PaQi_2.jpg#/media/File:PaQi_2.jpg
Pallaya Qiatsuq: Angakkuq, Schamane (Serpentin, Karibugeweih, Federn; Cape Dorset, 1999)

Mir ist kalt und ach, ja…. in zwei Monaten ist Weihnachten. Dann ist Winter und das Jahr ist vorbei. Ein Jahr voller Hochs und Tiefs und doch geht es immer wieder weiter. Hmmm… Nee, das persönliche Resümee wird jetzt nicht kommen, ich hab ja noch ein bißchen Zeit, bevor das Jahr herum ist und ich feststelle, ob meine Ziele erreicht sind oder nicht. (Okay, das Hexenjahr endet nächste Woche an Samhain, aber ich will mir noch ein bißchen mehr Zeit gönnen. Gemogelt? Jupp.)

 

Aber nachdem mir kalt ist und der Winter naht, dachte ich mir, gucken wir heute mal bei den Eskimos bzw. Inuit auf deren Götterwelt und Mythen. Kalt ist es bei denen ja und lange dunkle Winternächte sind da auch nicht gerade selten.

 

Die religiösen Vorstellungen der Inuit beruhen auf einer Art Animismus, das bedeutet, alle Kraft der Natur und alle Gegenstände haben eine Seele. Die eigene menschliche Seele ist unsterblich und lebt nach dem Tod weiter, im Himmel, unter dem Meer oder über den Wolken. Sie kann durch andere Menschen oder durch Tiere wandern.

 

So wurden dann auch Tiere oder Phänomene Geistern zugeordnet, die den Menschen nützten oder schadeten. Auch das Leben der Inuit war also von Tabus beeinflusst, um möglichst Schaden abzuwenden. Sie brauchten einen Vermittler, einen Schamanen (in der Sprache der Inuit Angakkuq), der fähig war, mit der Geisterwelt in Kontakt zu treten.

 

Die Inuit beschworen dann über ihre Schamanen zum Beispiel die Göttin Sedna, die über die Tiefe der Meere herrschte. Denn wenn Sedna erzürnt war, konnten die Inuit nicht fischen und fingen nichts. In vielen Erzählungen unternimmt der Angakkuq alles, um Sedna zu besänftigen und erst wenn ihm das glückt, gibt sie die unter ihrer Herrschaft lebenden Meerestiere zur Jagd durch den Menschen frei.

 

Auch der Mond ist bei den Inuit sehr zentral und wichtig. Natürlich ist er in der langen Winternacht der Arktis präsent und manche Angakkuit (Schamanen, Mehrzahl) unternahmen Flüge dort hin. Der Mondmann hatte besondere Kräfte, er verkörpert in dem Glauben das Prinzip des männlichen. Der Mond ist in der Lage, einer unfruchtbaren Frau zu einem Kind zu verhelfen und wacht auch über die Einhaltung der Tabus.

 

Aber außer der Natur an sich glauben die Inuit nach Aussagen ihrer Ältesten nicht an ein übergeordnetes höchstes Wesen, das eine oberste Gottheit sein könnte. Nein, die Natur und ihre Eigenarten sind „Gott“ genug.

Amarok, der Wolfsgeist
Amarok, der Wolfsgeist

 

In ihren Mythen wandern die Seelen der Menschen oft in Tiere und übernehmen dann den Part des Mannes. Immer wieder berichten die Legenden von Liebespartnerschaften, bei denen männliche Tiere dann menschliche Gestalt annahmen. Generell nahm das Geschlechtsleben bei den Inuit eine große Rolle ein, so waren die Schilderungen und Beschreibungen der Genitalien sehr freimütig und realistisch. Frauentausch, Promiskuität und Polygamie sind dort geläufig.

 

Die Mythen glänzen auch dadurch, daß Waisenkinder, die mißbraucht oder auf andere Art und Weise vom Schicksal betroffen wurde, das Mitgefühl besonders zu Teil wurde. Der Jäger war ebenso ein Held in den Legenden. Ihn zeichneten Kraft, Schlauheit und Unternehmensgeist aus. Er hat auch Ängste, doch er überwindet sie mit Hilfe seiner Klugheit, List und auch mit Magie. Und natürlich zeichnet er sich durch eine sehr hohe Potenz aus. Themen der Geschichten waren auch extremes Hungern und Kannibalismus als letzten Ausweg. Aber egal welches Thema war, es durfte eines nie fehlen: das unterhaltsame Element.

 

So ist hier noch eine kleine Geschichte über den riesigen Wolf Amarok. Er jagt und frißt jeden, der töricht genug ist, alleine nachts auf die Jagd zu gehen und jagt selber – anders als echte Wölfe – nicht im Rudel, sondern immer alleine. Entstanden seien die Wölfe, als es eine Welt gab, die nur von einem Mann und einer Frau bewohnt war. Die beiden lebten ohne Tiere und die Frau bat deswegen den Gott Kaila darum, die Erde zu bevölkern. Dieser Gott des Himmels schickte sie nun aus, sie sollte ein Loch in das Packeis graben und fischen. Das tat die Frau und holte nun alle Tiere, eines nach dem anderen aus dem Loch. Das Karibu war das letzte.

 

Kaila sagte der Frau, daß es das schönste sei, das er machen könne und es ihr als Geschenk überlasse. Es sollte ihr Volk ernähren. Die Söhne der Frau jagten dann dessen Nachkommen und aßen das Fleisch und aus den Fellen stellten sie Zelte und Kleider her. Die Söhne wählten immer die schönsten und fettesten Karibus aus, bis eines Tages nur noch die Schwachen und Kranken übrig waren. Diese wollten die Inuits aber nicht und so beschwerte sich die Frau bei Kaila. Kaila schickte sie wieder auf das Packeis und so holte die Frau den Wolf aus dem Wasser. Amarok, der Geist des Wolfes, schickte ihn, damit er die Schwachen und Kranken Karibus fresse, um das Karibu bei guter Gesundheit zu halten.

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Caribou_from_Wagon_Trails.jpg#/media/File:Caribou_from_Wagon_Trails.jpg
Barrenground-Karibu

 

Ich wünsche euch nun eine gute Woche, wenn ihr die Welt der Geister und Mysterien erleben wollt, dann stimmt euch ein, Samhain naht. Füttert die Geister gut mit süßen Speisen und Leckereien, damit sie euch wohlgesonnen bleiben!

 

Eure Luna ^v^

Hawaiianische Götterwelt – Teil 8

„Kuka'ilimoku“ von Lebrac - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
Kukaʻilimoku oder Kū, Federskulptur des hawaiischen Kriegsgottes, 18. Jahrhundert

Heute will ich euch mal die Götterwelt der Hawaiianer vorstellen. Die Geschichten dieser Inselbewohner beruhen auf mündliche Erzählungen und Überlieferungen, da die Hawaiianer keine eigene Schrift entwickelt haben. Sie stimmen aber in vielen Punkten denen der polynesischen Völker über ein.

Zentrale Götter waren die „vier großen Götter“, Lono, Kū, Kāne und Kanaloa, und die galten als vor der Welt erschaffen und sind ewig. Lono war der Fruchtbarkeitsgott und auch für die Musik zuständig. Zugeordnet wird er dem Osten und er stieg auf einem Regenbogen zur Erde hinab. Er heiratete Laka, die Göttin der Schönheit und des Tanzes, und ihm zu Ehren wurde jedes Jahr das Makahiki Fest gefeiert.

Ku, der Kriegsgott, war der Ehemann der Göttin Hina, dem Prototypen der Göttin. Sie entspricht in allen Eigenschaften einer Frau. Sie beide vereinigen Gegensätze und ihm zu Ehren wurden Menschenopfer dargebracht. Ihm gehörte der Westen.

Kane, der Schöpfer von Himmel und Erde, galt als guter Gott und wird dem Norden zugeordnet. Aus seiner kleinen Muschelschale wurde ein großes Schiff, wenn es auf das Wasser gesetzt wurde. Und er wurde mit der Sonne identifiziert, was ja sehr wichtig für den Pflanzenanbau war.

Als letzter Gott bleibt hier noch Kanaloa, der der Gott des Meeres war und dem Süden zugeordnet wurde.

Es gab noch zwei interessante Göttinnen, Pele, die Tochter von Haumea, war die Göttin des Feuers und der Vulkane und Kapo, ihre Schwester, war eine gefürchtete Hexe, deren mörderische Vagina Männer fing.

Hawaii ist überhaupt voll von mythischen Geschichten und Legenden. Wie in anderen Kulturen erzählen sie von Leidenschaft, Betrug, Liebe, Geburt und Tod und Loyalität. In ihnen spielen nicht nur Götter eine Rolle, sondern auch Geister und Kobolde. Alleine die Götter sind eine Menge, es sollen an die 4000 (andere Quellen berichten, es wären sogar 400.000 Götter) sein. Die Bevölkerung Hawaiis erzählte die gesamte Schöpfung ihrer Welt durch die Geschichten ihrer Götter.

„Hula0081110“ von © CC BY-SA Thomas Tunsch / Hula0081110.jpg (Wikimedia Commons). Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
Tänzer mit ʻuliʻuli beim Hula kahiko, Merrie Monarch Festival 2003

Jeder Tag im Leben war einem anderen Gott geweiht und das Leben der Menschen wurde durch sogenannte „Kapus“ geregelt. Das waren die Ge- und Verbote, an die sich jeder zu halten hatte. Das Auftreten von Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oder Flutwellen kam durch Verletzung der Kapus und wurde zur Vermeidung solcher mit dem Tod bestraft.

Erschaffen wurde die Welt nach diesen Mythen, sie wurde von der weiblichen Nacht Po geboren. Ihr Sohn Kumulipo vereinigte sich mit seiner Schwester Poele und aus dieser Vereinigung entstanden alle Lebewesen. Aus dem Schleim wurden Fische, Landtiere und Vögel geschaffen.

Die Hawaiianer selber entstanden aus einer Liebesbeziehung der Erdenmutter Papahanaumokumu und dem Himmelvater und ihrem Bruder Wakea. Zudem haben beide die hawaiianischen Inseln, die Taro-Pflanze und eben Haloa, den ersten Menschen, hervorgebracht.

Daher stehen drei Begriffe für die damalige Spiritualität der Hawaiianer. Mit Ohana bezeichnen sie den Glauben an eine große Familie, Aloha ist die Zuneigung zu ihren Mitmenschen und Kokua ist die Hilfsbereitschaft, die jederzeit in Anspruch genommen werden kann.

Vermutlich werdet ihr in dem Zusammenhang auch über den Begriff „Mana“ stolpern. Mana ist ganz einfach Macht, egal ob spirituell oder weltlich. Aber in der Kultur dort kann ein Mensch mit großen Fähigkeiten, Kraft und Selbstvertrauen viel Mana und damit große sprituelle Energie besitzen.

Jeder Mensch, Pflanze, Tier oder sogar Steine besitzen ihr eigenes Mana, also ein spirituell-energetisches Kraftpotential, daß von weltlichen und göttlichen Komponenten gespeist wird. Da spielen dann auch wieder die Kapus mit hinein, denn Mana ist die verselbständigende Kraft, und Kapu sie die entsprechende Vorkehrungsmaßnahme.

Kualoa Tal auf Oʻahu: Drehort zahlreicher Fernsehproduktionen, wie beispielsweise Godzilla und Lost

In einem Mythos „Maui fängt die Sonne ein“ (neu erzählt von Manfred Chobot) geht es um den Halbgott Maui, der die faule Sonne einfangen wollte, weil die immer nur ein paar Stunden am Himmel erschien. Denn diese Zeit war für Mauis Mutter Hina zu kurz, um ihre frischgewaschenen Tücher zu trocknen. Also ging er zu dem Krater des Vulkans Haleakala und versteckte sich dort. Als die Sonne dann über dem Krater erschien und ihre Strahlen spinnenbeinengleich über den Krater streckte, fing Maui jeden einzelnen Strahl mit einem Seil und band ihn an einem Baum fest. Gefangen mußte die Sonne ihm dann versprechen, länger am Himmel zu stehen, damit genug Zeit für die Mutter zum Trocknen der nassen Tücher blieb.

So, und nun denke ich, gehe ich auch mal zu einem Krater und fange die Sonne, es ist echt kalt geworden 😉 .

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch,
eure Luna ^v^

Japanische Götterwelt – Teil 7

 

„Shinmei-sha Tokorozawa (imo no kami)“ von tokorokoko - Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Shinmei-sha_Tokorozawa_(imo_no_kami).jpg#/media/File:Shinmei-sha_Tokorozawa_(imo_no_kami).jpg
Shintō-Schrein in Tokorozawa, Japan, wo die Süßkartoffel als Kami verehrt wird.

Ich liebe die Serie „Inu-Yasha“. Nicht nur, weil es ein süßes Anime ist, mit einer tollpatschigen Heldin alla „Sailor Moon“ und einem geheimnisvollen Helden (in dem Fall der Halbdämon Inuyasha), sondern auch, weil die Serie die japanischen Mythen ihrer Götterwelten dort erzählt.

 

Gut, Sailor Moon ist auch mit den Mythen verflochten, die Japaner erzählen anscheinend sehr gerne geschichtliches in ihren Mangas und Animes. In „Hellsing“ wird der zweite Weltkrieg aufgearbeitet und mit mystischen Gestalten verwoben. Also, immer eine „Was-wäre-wenn“ Sache.

 

Vermutlich könnte ein Mangaka oder ein Cos-Player hierzu aber auch noch ein wenig mehr erzählen, denn die beschäftigen sich auch unter anderen Gesichtspunkten mit dieser Thematik.

 

Aber ich will zu den Göttern und Sagen der japanischen Mythologie kommen. In den ältesten Schriften und Chroniken Japans wurden die Geschichten und Legenden festgehalten. Sie berichten von der Entstehung der Welt bis zu den frühen Herrschern. In ihnen wurde besonders viel Wert gelegt, die Abstammungen zwischen den japanischen Göttern (Kami) und den Herrschern (Tenno) zu zeigen. Diese Texte gehören zu den Shinto, der einheimischen Religion Japans.

 

Der Übergang von diesen klassischen Mythen zu den späteren Geschichten ist allerdings fließend. Dort werden die Welten des Übernatürlichen oft von dem japanischen Buddhismus beeinflußt.

 

Es gibt zwei bekannte Chroniken, das Kojiki und das Nihon Shoki, die beide mit der Erschaffung der Welt beginnen. Die Urmaterie teilte sich in Himmel und Erde und dazwischen die drei Himmelsgötter und sieben Göttergenerationen, die jeweils in Paaren auftraten. Die letzte Generation mit ihrem Paar war als Urgötterpaar für die eigentliche Welterschaffung verantwortlich.

 

Izanagi und Izanami sind Geschwister als auch Ehepaar und stehen auf einer schwebenden Himmelsbrücke, von wo sie das Chaos unter sich beobachten. Izanagi rührte dann mit einem Speer im Wasser umher und als er den Speer herauszieht, fallen von ihm salzige Tropfen in das Wasser und schaffen so die Insel Onogoroshima. Das Götterpaar stieg nun auf die Insel herab und errichtete einen „Himmelspfeiler“ und vollzog eine Art Hochzeitsritus.

„Kobayashi Izanami and izanagi“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kobayashi_Izanami_and_izanagi.jpg#/media/File:Kobayashi_Izanami_and_izanagi.jpg
Kobayashi Eitaku, „Izanami und Izanagi“, farbige Tusche auf Seide, ca. 1885

 

Die acht großen Inseln Japans entstehen und eine große Anzahl von Göttern. Die Urmutter Izanami verbrannte sich bei der Geburt des Feuergottes so schwer, daß sie starb und in die Unterwelt kam. In seiner Trauer schlug der Vater Izanagi den Feuergott mit seinem Schwert in Stücke (daraus entstanden neue Götter) und suchte in der Unterwelt Izanami.

 

Er fand sie, verstieß aber gegen ihre Bitte, sie nicht anzusehen und wurde von ihr mit ihren Kreaturen der Unterwelt verjagt. Er verschloß das Tor der Unterwelt mit einem Felsen und trennte so die Welt der Lebenden von den Toten. Das wiederum führte dazu, daß Izanami aus Rache schwor, täglich 1000 Leben zu vernichten und wurde so die Herrscherin der Unterwelt. Izanagi dagegen schwor, täglich 1000 Leben zu schaffen und setzte so den Kreislauf aus Leben und Sterben in Gang.

 

Nach einer rituellen Waschung danach entstehen immer neue Götter, die sich dann auf verschiedene Herrschaftsgebiete verteilen. Manche benehmen sich wie kleine Kinder, sabotieren die Welt und schließlich treibt es eine Gottheit soweit, daß sich die Sonnengöttin in einer Felsenhöhle einschließt und die Sonne dadurch erlischt. Herausgelockt werden kann sie nur durch eine List, denn eine Gottheit tanzt und bringt die anderen zum Lachen, was die eingesperrte Sonnengöttin neugierig macht.

An image of the Japanese Sun goddess Amaterasu emerging from a cave. Moved from en.wikipedia.org.

 

Und so gibt es viele faszinierende Geschichten über die „himmlischen“ und die „irdischen“ Götter. Dabei sind die himmlischen Götter die Aristokratie, die über die irdischen Götter herrscht. Das ist interessant, da ja die Herrscher (Tenno) als manifestierte Gottheiten galten.

 

Schließlich flossen aber auch andere Legenden in die japanische Mythologie ein, so etwa die Buddhistische, die Chinesische und auch viele Märchenmotive.

 

Und damit wären wir dann wieder bei Inuyasha… hier verwob man in die Abenteuer von Kagome und Inuyasha immer mal wieder die Legenden und Gottheiten der japanischen und chinesischen Mythologie, setzt sie in eine Mix aus dem modernen Japan und dem japanischen Mittelalter.

 

Ich wünsche euch einen schönen sonnigen Sonntag, ich werde mich nun um meine ägyptischen Katzengottheiten kümmern müssen, eine pelzt mir hier gerade über meine Tastatur 😉 .

 

Eure Luna ^v^
Fußnote:

 

Heute füge ich mal noch Erklärungen an: Mangas sind die japanischen Comicstrips. In der Regel werden die eingedeutschten Mangas auch von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen. Ungewohnt, aber sehr spannend. Mangakas sind die Zeichner, die sie erstellen. In Japan sind sie hochangesehen und viele möchten den Beruf des Mangaka ergreifen. Dafür, daß man in Deutschland das eher verpönt hat, Comics zu lesen (ist ja keine „große Literatur“), ist das für uns eher ungewohnt. Cos-Player sind die Menschen, die ich ebenfalls als sehr kreative Menschen kennengelernt habe. Diese stellen in kleinen Theaterstücken Szenen aus den Mangas und Animes (= Cartoons) nach. Da es hier kaum Originalkostüme zu erwerben gibt, basteln und schneidern sie in stundenlanger Mühe alles Detailgetreu nach. Und damit sind sie wirklich sehr kreativ, wenn es auch von vielen als „Kinderkram“ belächelt wird.

Indische Götterwelt – Teil 5

„Shesh shaiya Vishnu“ von Anonym – Collection of the Kalabhavan Banares Hindu University.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

Letzte Woche war ich auf einer schönen Messe, die allerlei esoterischen Schnickschnack verkauft hat und auch Vorträge bot. Nun gut, woran man glauben mag, überlasse ich jedem selbst, sei es eine Gottheit, Aliens oder imaginäre Freunde. Ein paar Sachen sind selbst mir zu abgedreht, wenn ich ein Kästchen mit irgendwelchem Sand und scheinbaren Dreckkrümeln für teuer Geld kaufen soll, um schädliche Strahlungen abzuwehren oder schillernde Aufkleber auf mein Handy pappen soll, um den Elektrosmog einzudämmen, dann frage ich mich, ob die Hersteller dieser Artikel das selber glauben oder nur einfach Kohle machen wollen.

 

Nachweislich funktionieren, also mit messbaren Ergebnissen aufwarten, kann keiner. Wie auch, wenn man nicht mal wissen kann WAS gemessen werden muss und auf welche Weise man die Ergebnisse erzielen kann. Aber mein alter Ausbilder (ein gestandener Apotheker, und hey, die sind nicht ohne, was Messmethoden und Ausprobieren diverser Mittelchen so angeht 😉 ) sagte: Wer heilt hat recht.

 

Wenn das jemanden hilft, dann soll es mir egal sein, ob es Homöopathie oder ein Schamane war, der am Ende für eine Verbesserung sorgen konnte. Doch vieles wiederum beruht auch auf alten Heilmethoden, hilft und keiner kann erklären, warum und wieso das so ist. Gerade die Asiaten praktizieren das seit Jahrtausenden und so springen wir heute mal in die Indische Mythenwelt.

 

Die indische Mythologie beruht auf dem Hinduismus, aber auch auf den indischen Religionen dem Jainismus oder der indischen Volksreligion. Ab 1200 v. Chr. lassen sich die Epen des Rigveda, des Mahabharata, des Ramayana und des Puranas zurückführen. Man glaubt im Hinduismus an die ewige Wiedergeburt, einem andauernden Kreislauf von Werden und Vergehen. In jeder Wiedergeburt lernt man einen neuen Teil, bis man schließlich in das Nirwana eingeht.

 

In diesen Schriften wird über den Götterhimmel der Inder berichtet. Die alten vedischen Götter Indra, Agni und Varuna wurden durch Shiva, Vishnu und Krishna verdrängt. Sie manifestieren sich durch Avatare in ihren Inkarnationen, um das sogenannte Dharma (= kosmisches Gesetz) zu schützen. Vishnu, einer der beliebtesten Götter, wird sogar in zehn Inkarnationen verehrt, zum Beispiel als die göttlichen Helden Rama und Krishna.

 

In der indischen Mythologie gibt es auch Haupt- und Nebengötter. Die höchsten Götter bilden eine Dreieinigkeit und sind der Schöpfer Brahma, der Erhalter Vishnu und der Zerstörer Shiva. (Wem kommt das hier irgendwie auch bekannt vor? Nur so als Nebenfrage…). Diese Götter waren verheiratet mit der Göttin der Weisheit: Sarasvati, der Göttin des Glücks Lakshmi und der „Schwarzen“ Göttin mit mehreren Namen Kali, Durga oder Parvati.

Vishnu - Kali - Brahma (hinduistische Götter)
Vishnu – Kali – Brahma
(hinduistische Götter)

 

Ganesha, der beliebte elefantenköpfige Gott, ist übrigens der Sohn von Shiva und Parvati.
Alles in der indischen Welt hat seine eigenen Mythologien. Es gibt Wesen, die zentrale Bedeutungen haben, die Reittiere haben ihre eigenen Geschichten und selbst für den Kosmos gibt es eine Mythologie. So spielen der Berg Meru und der Fluss Ganges eine Rolle. Gegenspieler in den Mythen sind die Dämonen (hier Asuras genannt), zum Beispiel Mahishasura.

 

In der Volksreligion werden lokale Traditionen um Götter, Helden und anderen Wesen (die Yakshas und Nagas) und sogar Pferde erwähnt, die rituell und mythologisch eine große Rolle spielen. So können auch unzählige Göttinnen alleine zu einem Dorf gehören und überall vorhanden sein. Vordergründig erzählen die Märchen von Kampf und Abenteuern der Vorzeit, von Göttern, Helden und Dämonen – von unzähligen menschlichen Schicksalen, für Gläubige dagegen vermitteln die verschiedenen Bedeutungsebenen religiöse Weisheit.

 

In den scheinbar der Phantasie entsprungenen Geschichten ist im Kern immer ein historisches Ereignis genannt, das die Geschichte des Landes oder der Vorfahren erzählt und verherrlicht. Früher durch die Eltern und Großeltern weiter getragen, heute durch die Medien Film, TV und sogar Comics. Auch die zeitgenössische Kunst setzt sich immer wieder mit diesen Geschichten auseinander.

 

Dabei werden auch neben der Haartracht, Kleidung, Begleitern, die besonderen Haltungen des Körpers und der Hände dargestellt, die für die Gläubigen eine besondere Bedeutung haben. Genau festgelegt sind diese bis ins Detail in den Puranas.

 

Die Entstehung der Welt war zu Anfang eine ruhende, undifferenzierte Finsternis, aus der eine sich selbst erschaffende Urkraft hervortrat. Diese erzeugte dann das Wasser und aus einem Samen, der ins Wasser fiel, entstand ein goldenes Ei. Aus dem Ei gebar diese Kraft sich selbst als Schöpfergott Brahma. Er wohnte ein Jahr lang nichts tuend in diesem Ei, dann teilte er es durch seine Willenskraft in zwei Hälften, schuf daraus Himmel, Erde und in der Mitte Luft, die acht Weltgegenden, den Ozean und die Menschen. Sie waren zu Anbeginn bereits in die vier Kasten eingeteilt.

 

Der Urmensch hatte 1000 Köpfe und 1000 Beine und hielt die Erde umschlossen. Doch er wurde geopfert, und aus dem Opfer des Urmenschen entstand die Menschenwelt: die Tiere, der Mond, die Sonne aus seinen Augen, die Luft aus seinem Nabel, aus seinem Kopf der Himmel, aus den Füßen die Erde. Durch dieses Opfer konnten die Götter in den Himmel gelangen.

 

So, nun werde ich noch ein wenig mit Mantras und Ayurveda entspannen, damit ich morgen wieder munter und fit in die Woche gehen kann (das gab es nämlich auch auf der Messe, jede Menge Cremes, Tränke und Musik, damit man richtig schön „wellnessen“ kann…), ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

 

Eure Luna ^v^

Römische Götterwelt – Teil 4

Speyer-2009-historisches-museum-147

Letzte Woche haben wir einen Ausflug in die griechische Mythologie gemacht. Jetzt zu sagen, die römische Mythologie wäre ein billiger Abklatsch, ist zu einfach. Sicher, die Römer haben sehr viel importiert und von den Griechen übernommen, aber das ist bei der Geschichte der Römer sicher normal.

 

Die Römer haben ihr Imperium ausgedehnt und erweitert und somit von vielen angestammten Kulturen die Gottheiten kennengelernt und auch übernommen. So gibt es trotzdem auch naturgemäß viele Parallelen in den einzelnen Religionen. Und nein, ich behaupte nicht, dass alles ein und der selbe „Gott“ am Ende ist, der hinter allem steht.

 

Jeder schafft sich seinen eigenen Pantheon, jeder muss selber wissen, woran er / sie glaubt und was wichtig und richtig ist. Deswegen heißt es ja auch „Glauben“ und nicht „Wissen“.

 

Menschen in jeder Zeit mögen Geschichten, das ist heute so und war damals sicher nicht anders. Versetzten „Theaterstücke“ die Menschen damals in eine andere Welt, so wie heute unzählige Soaps und „Doku Soaps“. Deren Wahrheitsgehalt ist mit Sicherheit genauso groß, wie eben damals die Erzählungen und „Überlieferungen“ wie und wann etwas entstanden ist.

 

Nun begann die römische Mythologie als einfache Bauernreligion, die Natur wurde personifiziert und verlangte, dass man sich an genaue Riten hielt. Jede Gottheit hatte ihre eigene Aufgabe und Funktion und wenn man eben diese Riten – zum Beispiel bei einer Opferung – genauestens einhielt, dann mussten sie wohlwollend auf die Menschen wirken.

Machte man einen Fehler (was bei der Fülle der Regeln mit Sicherheit öfters vorkam), dann zog man sich den Zorn der Götter auf sich.

 

Schließlich übernahmen die Römer aber griechische Mythologie, doch ist die griechisch-römische Mythologie nicht nur von Heroen und Göttern bevölkert. Sie kannten auch Geister, Dämonen und Personifikationen. Es waren so viele, dass sie Angst hatten, eine Gottheit zu vergessen oder zu übersehen. Der Einfachheit halber wurden sie dann als „Novensilis“ zusammengefasst, um einfach sicher zu gehen.

 

Vindobona Hoher Markt-142Im römischen gab es keine feste Rangfolge der Gottheiten, allerdings galten Jupiter und Juno als höchste Gottheiten. Sie bildeten Paare: Jupiter und Juno, Neptun und Minerva, Mars und Venus, Apollo und Diana, Vulcanus und Vesta, Mercurius und Ceres. Interessant, dass auch hier die Zahl 12 eine wichtige Rolle spielt…

 

Ein Mythos, ähnlich der griechischen Mythologie, schufen die Dichter Ovid und Vergil, letzterer hielt die römische Gründungssage ihrer Stadt durch die Brüder Remulus und Romus fest. Die „Aeneis“ ist somit der Nationalepos der Römer.

 

Ihre Kulte übten die Römer teilweise öffentlich aus, mit Priestern und Gesetzen nach Kalendern, bei denen sogar andere Götter „abgeworben“ wurden, um die Gegner politisch wohlgesonnen zu stimmen. Und auch die Herrscher ließen sich teilweise auch gerne als Götter verehren.

 

Der private Kult hinterlässt weniger Einblick und Informationen, da sie kaum an Kalender und offiziellen Teilnahmeverpflichtungen gebunden waren. Doch es gab private Kultschreine und Altäre, an denen die Handlungen durchgeführt wurden. Meist von einem Hausherrn des Familienvorstandes oder einem Priester der öffentlichen Behörde. Letzterer wachte darüber, dass zum Beispiel der Totenkult auch juristisch einwandfrei von Statten ging.

 

Bekannt war auch die Gespensterfurcht der Menschen damals. Man hatte für die Geister der Verstorbenen auch verschiedene Bezeichnungen. So waren lares gute Totengeister, larvae (aufgrund von Vernachlässigung des Kults) böse und manes die neutralen Totengeister. Das ist aber eine nachträgliche Konstruktion, die Bezeichnungen wechseln von Autor zu Autor. Auf römischen Grabsteinen findet sich die geläufige Formel D.M., das heißt: dis manibus ( also: den Seelen der Toten).

 

Zauberei war eine fast alltägliche Praktik in dem Leben der Menschen und nahm teilweise groteske Formen an. Der Übergang von Glauben, Zauberei und Medizin war fließend, auch war die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Glauben durchlässig.

 

House altar, Herculaneum 2005Dabei war dann alles, was durch die „einfachen Leute“ an religiösen Praktiken durchgeführt wurde und im Widerspruch zu den Gelehrten stand, als „Superstitio“ (Aberglaube…) bezeichnet. Unter anderem auch die Christliche Religion war superstitio. Als superstitio galt ein nach altrömischem Denken und Handeln verfehlter Kult.

 

Doch wurde das dann anders, als man um das Jahr 380 n. Chr. das Christentum als Staatsreligion erklärte. Von staatlicher Seite setzte man es aber nicht flächendeckend um, die heidnischen Religionen zu vernichten, da diese 392 verboten wurden. Aber man wandelte heidnische Tempel in christliche um, oder zerstörte sie, durchsuchte Privathaushalte nach heidnischen Büchern, verfolgte einflussreiche Persönlichkeiten als heimliche Heiden und funktionierte heidnische Feste und Bräuche um.

 

So, nun entlasse ich euch in den Sonntag, wünsche euch eine schöne Woche (ja, genießt nach Möglichkeit die letzten Sommertage, Mabon und der Herbst nahen…),

eure Luna ^v^

 

Griechische Götterwelt – Teil 3

Ideal framställning av eleusinska jämte atenska gudomligheter och eleusinska präster, Nordisk familjebokLetzte Woche hatte ich sehr kurz die ägyptische Götterwelt angerissen. Natürlich hatten die Griechen auch ihre eigenen Götter. Die wollen wir heute ein wenig betrachten. Sie sind faszinierend und viele Hexen nutzen die griechische Götterwelt als ihren Pantheon. So kommen zum Beispiel Demeter und Habondias demnächst „zum Einsatz“, denn am 23. September, der Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche feiern wir das 2. Erntefest Mabon. Demeter als Mutter der Natur ist dann eine der Schutzgöttinnen.

 

Doch der Ursprung der griechischen Götter ist nicht ganz eindeutig. Es hat sich auch kein allgemein gültiger Schöpfungsmythos durchsetzen können. So geht man davon aus, dass die Götter und die Welt gleichzeitig entstanden sind, da die Natur personifiziert worden war. Am weitesten verbreitet ist Hesiods Theogonie. Weitere Entstehungsgeschichten unterscheiden sich sehr in den Details.

 

Am Anfang war dort das Chaos, die Welt wird allerdings nicht aus dem Nichts erschaffen, denn es gibt Materie ohne Ordnung und Form. Es bilden sich Gaia (die Erde), der Tartaros (die Unterwelt), Eros (die Liebe), Erebos (die Finsternis) und Nyx (die Nacht).

 

Erebos und Nyx verbinden sich und zeugen Hemera (den Tag) und Aither (die Luft). Und Nyx schafft aus sich selbst weitere Gottheiten, die die Menschen mit der Nacht assoziierten oder von menschlichen Übeln sind. (Nur als kleine Anmerkung… Nyx ist ein Name, der im Zusammenhang mit Gothics recht häufig vorkommt…).

 

Bei Hexen ist dagegen der Name „Gaia“ sehr bekannt. Gaia, die „Mutter Erde“ brachte auch selbst das Meer Pontos, die Berge Ouera und den Himmel Uranos hervor. Diese übernahmen alle der Reihe nach mal die Herrschaft über die Welt, bis dann als letzter Uranos von einem seiner zahlreichen Nachkommen, seinem Sohn Kronos, entmannt und entmachtet wird. Das Zeitalter der Titanen beginnt und diese herrschten so lange, bis Kronos‘ Sohn Zeus die Macht ergriff.

 

Damit begann dann die Herrschaft der Olympischen Götter. Dazu dann später mehr, denn es gibt noch eine andere Schöpfungsgeschichte. Nämlich die der Orphiker.

Dort stand am Anfang Chronos (die Zeit) und von ihm stammen Aither, Erebos und Chaos ab. Chronos schafft ein Ei in Aither und aus diesem schlüpft Phanes, der der Schöpfer aller Dinge ist. Nyx ist seine Tochter und Gemahlin und erhält von ihm die Herrschaft, die sie an ihren Sohn Uranos übergibt. Als schließlich am Ende der Kette Zeus die Macht übernimmt, verschlingt er Phanes und schafft die Welt von neuem.

 

Vermutlich kennt ihr jetzt auch alle die Olympischen Götter, es gibt ja auch viele Serien im TV, die sicher noch in euren Ohren klingeln. Xena und Hercules (bei youtube) haben da ja ganz nach griechischer Manier in jeder Folge die Kleinkriege der olympischen Götter abgehandelt. Ja, man könnte sagen, dass alle Mythen damals das Dallas oder Denver der Griechen war. Die Götter liebten, stritten und vertrugen sich. Die Menschen zwischen drin und auch als Hauptpersonen in dem göttlichen Schachspielen.

 

Altar twelve gods Louvre Ma666Die olympischen Götter waren diejenigen, die auf dem Berg Olymp residierten. Das waren Zeus und seine vier Geschwister und seine sieben Kinder. Zeus, Poseidon, Hera, Demeter, Apollon, Artemis, Athene, Ares, Aphrodite, Hermes, Hephaistos und Hestia. Hera ist zugleich Schwester und Gattin des Zeus. Hades und seine Frau Persephone, die Herrscher der Unterwelt, Hebe, die Mundschenkin, und Eileithyia, die Göttin der Geburt, gehören nicht zu den Olympischen Gottheiten, und Herakles (Herkules) und Dionysos wurden erst später aufgenommen.

 

Die Heldentaten des Herkules sind sicher auch euch bekannt, er musste mehrere Aufgaben lösen, damit er schließlich in den Olymp einziehen durfte. Hades dagegen schürte die Furcht. Schon bei Homer wurde seine finstere Seite eher umschrieben, als genannt. Kein Sterblicher entkam je aus seinem Reich, der Unterwelt, allein Orpheus konnte ihm Eurydike entlocken, indem er sang. Da Hades es nicht schaffte, eine Göttin zu überzeugen, mit ihm über die Unterwelt zu herrschen, entführte er Persephone. Demeter zog aus Rache und Trauer mit ewigem Winter über das Menschenreich und schließlich handelten sie aus, dass Persephone, die in der Unterwelt in einen Apfel gebissen hatte – man darf in der Unterwelt nichts essen, um nicht für immer dort bleiben zu müssen – nur ein halbes Jahr jeweils bleiben muss. Schließlich hatte sie nicht den ganzen Apfel verspeist.

Dürer - Die Entführung auf dem Einhorn - Herzog Anton Ulrich-Museum

Damit schließt sich dann der Kreis zu Demeter, der Erntegöttin. Sie zog den Winter vom Land und ließ alles blühen und grünen und die Menschen bekamen wieder etwas zu essen. Zieht Persephone von ihrer Mutter im Herbst zurück in die Unterwelt, so kommt der Winter…

Ich wünsche euch noch einen schönen Restsommertag,
eure Luna ^v^

Runen für gute Geschäfte und die Liebe

SAMSUNG

Heute Morgen hab ich mich gefragt, wie es wohl weitergehen wird. Das Jahr ist jetzt einen Monat alt und inzwischen haben wir den 1. Februar. (Ja, ich hab das Gefühl es rast. Leute, nur noch 11 Monate und dann ist schon wieder Sylvester!!!)

Und davor ist schon wieder Weihnachtswahnsinn angesagt… Okay, okay, ich beherrsche mich. Erst haben wir jetzt mal Fasching. Karneval. Die närrischen Tage. Man verkleidet sich und säuft bis zum Umfallen, dabei wird das andere Geschlecht gnadenlos angebaggert. Brrrrr…. nicht meine Zeit.

Ich mag es, mich zu verkleiden. Aber diese Schunkelei und „wir sind jetzt fröhlich auf Knopfdruck“ strengt mich sehr an. Ich bin fröhlich. Ich habe gute Laune. Ich kann auch ohne einen Tropfen Alkohol sehr lustig sein und witzig und man sagte mir schon, dass man in meiner Gegenwart Spaß haben würde.

Nun kann ich mich verstecken über Fasching… oder Zähne zusammen beißen und mitmachen. In gewissem Umfang. Also, verkleiden. Eigentlich verkleide ich mich ja nicht, sondern trage meine Ausgehklamotte, die andere dann gerne als Verkleiden ansehen dürfen.

Letztes Jahr im Nina-Hagen-Look, und dieses Jahr höchstwahrscheinlich als Ballkönigin. Ich hab doch so ein wunderschönes Korsett erstanden im Second-Roses-Online-Shop, und dazu ein passendes Ball-Outfit genäht. Hmmmm… ja, darauf freue ich mich schon. Muss nur noch mal herausfinden, was das Orakel dazu meint.IMG_3288

Orakel? Ja, ich denke, ich werde mal die Runensteine benutzen. Die altnordische Mythologie hat eine Menge streitlustiger Götter in petto und Göttervater Odin, der Weiseste unter ihnen, soll neun Tage und Nächte kopfüber an der Weltenesche Yggdrasil gehangen haben. Er wollte so über die Weisheit der Runen mehr erfahren.

Runen stehen für Weisheit, Wohlergehen, Worte und Taten, Götter und magische Kräfte. Sie haben praktische als auch mystische Bedeutung – die altnordischen Völker betrachteten Zauberei als Teil ihres Alltages. wenn es eine bestimmte Kombination gab (=Binderunen), die Glück oder Schutz versprach, dann war es sinnvoll für einen Krieger, sie zu tragen.

Zudem sind Runen auch Schriftzeichen. Das Runenalphabet nennt man nach den ersten Buchstaben „Futhark“ und besteht aus 24 Buchstaben. (Es gibt auch welche mit 16 oder 28 bis 33 Buchstaben). Zum Weissagen wird des öfteren zu dem 24er Futhark eine 25. Rune beigefügt, das „Wyrd“. Dieses ist blank und bedeutet: Schicksal, Karma, Unvorhergesehenes.

Die einzelnen Runen heißen:

Runen

Es gibt auch verschiedene Runenorakel, bei denen die Runen gezogen und ausgelegt werden. Dazu kann es hilfreich sein, wenn man naturnahe Gegenstände aufstellt und eine Kerze anzündet – es muss aber nicht sein. Wenn man die Runen befragt, sollte man aber eine Gegenleistung erbringen, das allermindeste ist aber, ihnen die nötige Aufmerksamkeit widmen.

Eine Form des „Runenwerfens“ ist also, sie aus einem Beutel zu ziehen. Eine andere ist, sie auf den Tisch zu legen, mit der Rückseite nach oben und dann jene herauszugreifen, die für das Orakel verwendet werden sollen. Wenn alle Runen ausgelegt sind in der Anordnung, in der sie gedeutet werden sollen, dann dreht man eine nach der anderen um. Negative Aspekte haben nur mehr Gewicht, wenn die Rune „falschherum“ liegt. Aber es bleibt dir überlassen, ob du das so deuten möchtest (wie bei allen Deutungen, es zählt nur, wie DU es deuten möchtest).

So, bevor du nun die einzelnen Bedeutungen ergoogelst, hier sind ein paar Legemethoden:

Das Drei-Runen-Orakel: Man zieht drei Runen, eine für das „Jetzt“, eine für den „Weg“ und eine für „Zukunft“.

Das Sechs-Runen-Orakel: Man zieht jeweils zwei Runen für jeden oben genannten Punkt.

Das Sieben-Runen-Orakel: Zwei Runen für „Das Problem“, zwei Runen für „Äußere Faktoren“, zwei Runen für „Der beste Weg“ und eine Rune für „Ergebnis“.

Das Kreuzorakel: eine Rune für die Gegenwart in die Mitte, links eine Rune für die „Vergangenheit“, rechts eine für die „Zukunft“, oben eine Rune für die „Unterstützung“ und unten eine für das „Hindernis“.

Eine große ausführliche Legung ist das „Keltische Kreuz“:Keltisches Kreuz

1. Gegenwart → der „Ist-Zustand“
2. Einfluss darauf, eventuelles Hindernis
3. Zukünftige Einflüsse (oder das Unbewusste Denken)
4. Sichere Einflüsse (oder das bewusste Denken)
5. Vergangenheit
6. Zukunft
7. Der Einfluss des Fragenden auf die Umgebung (Dein Inneres)
8. Der Einfluss der Umgebung auf den Fragenden (Dein Umfeld)
9. Hoffnungen und Ängste
10. Ergebnis
Und zuletzt werde ich dir noch die Binderunen und Runenformeln verraten. Ich hatte ja schon eine erwähnt, bei dem Imbolc Ritual. Die Wohlstandsbinderune. Hier werden drei Runen ausgewählt und mit einander „verbunden“, übereinander geschrieben zu einem neuen Zeichen. So wird aus Wynn, Gifu und Is eine Liebesrune. Du kannst sie als Anhänger um den Hals tragen.

Willst du eine Runenformel schreiben, so nimm drei, fünf oder sieben Runen und schreibe sie auf einen Zettel. Wähle dabei die Runen gut aus, denn Is hat zum Beispiel einen festigenden Effekt, friert sie sozusagen ein. Fe verstärkt. Gute Geschäfte zum Beispiel kannst du so ausdrücken: Gifu, Man und Ing. Reichtum kommt mit: Dag, Fe und Odal und für die Liebe: Beorc, Ehwaz, Ger und Fe mit Is. Hat diese Formel ihre Schuldigkeit getan, so verbrenne das Papier am Ende, um den Runenzauber zu bannen.

So, meine Lieben, ihr wisst nun ein wenig Bescheid, probiert es mal aus und ich wünsche euch eine gute Woche, mit viel Liebe und guten Geschäften.

Eure Luna ^v^