Debüt CD von Sharzall: „Black Sun“

Am 16.6.2017 erschien das Debütalbum der slowakischen Gothic-Schocker Sharzall Black Sun“ über das Label NRT-Records.

Auf 11 Tracks werden sämtliche Register in Sachen Vielfalt gezogen: Gothic Metal, Dark Rock, Post Punk – einen Mix, den die Band selbst als „The Sisters Of Mercy“ meets „Deathstars“ bezeichnen. (Vorab erschien am 17.5.17 die EP „Serenades from Perdition“ deren Tracks „Way To Die“, „Crisis“ und „Love Is On The Ground“ auch auf dem Album enthalten sind)

Das Intro „Prologue“ fängt ruhig, und Instrumental an. Dieses Klangmotiv der sphärischen Töne ist auch in „Crisis“ – der vierten Nummer – wieder zu finden, bevor Geigen und schließlich Gitarren einsetzen. Hier kommt ein christlicher Bezug zu dem Chaos in der Welt auf, alles scheint ein Spiel zu sein. Einfach nur, weil die Würfel blöd fielen, betrog man Christus wegen Gold um sein Leben.

Way To Die“ erzählt von Rony Rage‘s Weg, wie er das Sterben lernt. Bisher war sein Weg von Kämpfen gesäumt und doch sicher. Wenn sich das ändert und er über Krieg und den Geschmack seines Blutes den Tod kennenlernt, dann werden auch alle anderen lernen, wie das Sterben ist.

Auch sind die anderen Songs sehr auf Krieg, Militär, Kämpfe und ansatzweise dem christlichen Glauben ausgelegt. „Love Is On The Ground“ ist scheinbar ein fröhlicher heller Song über die Liebe, doch der Schein trügt. Rony singt hier, daß unter dem Haß die Erde aufsprang und in der Tiefe dieses Risses doch tatsächlich die Liebe versteckt sei.

Gespannt war ich auf den Song „Black Sun“ – bei einer militärisch anmutenden Truppe Gothic Rocker könnte man gegebenenfalls auch einen falschen Schluß ziehen. Neben dem nationalsozialistischem Motiv der schwarzen Sonne gibt es nämlich auch weitere Bedeutungen, unter anderem wenn Stare mit ihrem Schwarm zur Zeit des Sonnenuntergangs diesen Verdunkeln (was bei Vogelkundlern und Fotografen gleichermaßen ein beliebtes Motiv ist) und: Eine Sonnenfinsternis. Ein Mysterium, das Ende und Neuanfang bedeutet und doch so bedrohlich wirkt. Hier spielt der Song mit dem zweiten Motiv, doch man soll sich vor den „Ratten mit den Schwertern“ hüten, damit sie nicht die Macht ergreifen.

Die Texte handeln generell vom Tod, aber auch vom Leben und Lebenserfahrung, Parallelen zu vergangenen und derzeitigen Ereignissen sind zu erkennen. Melodien sind ohrwurmverdächtig und selbst der blechern-verzerrte Klang der Gesangsstimme Rony Rage‘s bietet einen interessanten Hörgenuß. Das einzige klitzekleine Manko ist die Kürze des Albums: nur 36 Minuten und man hat es angehört. Dafür gibt es aber die Replayfunktion.

 

Anspieltip: „Crisis“ und „Black Sun“

 

Eure Luna ^v^

 

Line Up:
NYGA – Bass
SHINY – Keyboards
LIVITICUS – Gitarre
RONY RAGE – Gesang
D. – Schlagzeug

Neue CD von M. W. Wild: „The Third Decade“

Am 28.4.2017 erscheint die neue CD von M. W. WildThe Third Decade“ über das Label Echozone.

Hierbei handelt es sich um sein erstes Solo Album, bisher hatte er mit seiner 1988 gegründeten Band „The Cascades“ mit vier Alben bekannt gemacht. Elf Jahre nach seinem Ausstieg bei den „The Cascades“ und zahlreichen Solo-Auftritten liefert er nun ein Gothic-Rock-Album, das sich nicht dem Mainstream anbiedern will.

Er greift dabei auf musikalische Elemente zurück, die schon „Sisters Of Mercy“ oder „The 69 Eyes“ zu ihren typischen Sounds machten. Aber auch stimmlich kann M.W. Wild gut mit Andrew Eldrige oder Jyrki mithalten.

The Third Decade“ – der albumbenennende Titeltrack – ist rockig gemixt mit dezentem Pop. Das Piano gefällt mir sehr gut und paßt in das Ensemble an Instrumenten. Ja, es hat durchaus Ähnlichkeit mit älteren Stücken der Finnen von 69 Eyes in einem frischen, moderneren Sound. Von den Lyrics her frage ich mich, ob es die Kampfansage eines Ü30 jährigen ist, der ein kleines bißchen „Fifty Shades Of Grey“ inspiriert aus dem alten Leben ausbrechen möchte.

Als nächsten habe ich mit „Marionettes“ ausgesucht. Hier stellt er die große Frage nach den Marionetten, die nur tanzen und agieren, weil der Meister sie lenkt. Im wahren Leben blind, taub und dumm. Mir ist aufgefallen, daß M.W. wirklich Texte vertont hat, die treffender die Situationen in dieser Welt nicht beschreiben könnten. Wir alle sind Marionetten und werden von Fäden gezogen.

Auch „Writing On The Wall“ beschäftigt sich mit dem System der Ausbeute. Religion und Geld, die beiden großen Übel werden den Krieg heraufbeschwören. Und nur die Zeichen an den Mauern hätten uns warnen können. Dazu kommt eine Melodie, die fast das Unheil mitträgt. Düster, melancholisch und unausweichlich, bis das System bricht und Frieden kommen kann.

(c) by Holger Meyer, Bild von der offiziellen HP von M.W. Wild

Den letzten Track, den ich vorstellen möchte, ist „Dark All Over“. Hier wird M.W. sehr konkret. Der Terror ist in Europa angekommen und trotz der fröhlich anmutenden Musik ist der Text der düsterste auf der ganzen CD. Er benennt Orte und eine bestimmte Person, die das Reich stürzen wird. Wenn andere Bands die Musik mit Lyrics über Liebe und Gefühls-Verwirrung zu einem ja, fast Einheitsbrei, füllen, greift er kritische Themen an, um seine Meinung dazu zu sagen und fast prophetisch die Zukunft zu sehen. M.W. möchte darauf aufmerksam machen, daß etwas verdammt besch*** …eiden in der Welt läuft.

Es ist eine sehr nachdenklich machende CD, „handwerklich“ überzeugt sie mit guter Musik, eingängigen und tanzbaren Melodien und sehr anspruchsvollen Texten.

Anspieltips: „Spring Again“ und „Danubia

eure Luna ^v^

Neue CD von Descendants of Cain: „Conversations With Mirrors“

DoC - Conversations With Mirrors
DoC – Conversations With Mirrors

Am 21.4.2017 erscheint von Descendants Of Cain das neue Album „Conversations With Mirrors“ über das Label Echozone.

Die Songs auf dem Album werden als „nicht schubladisierbar“ angekündigt, die aber vertraute Elemente enthalten. D M Kruger, das Mastermind hinter d.o.c greift dabei auf Wurzeln in den 90ern zurück, als er sich über die Jahre von den Genrefesseln über die Jahre befreite und gemeinsam mit seiner düster-melancholischen Stimme zu einem Sound entwickelte.

Nun, da war ich sehr gespannt, was ich da anzuhören bekommen habe. Für das Auge ist das Booklet auf jeden Fall etwas. Es enthält nämlich keine Lyrics oder andere Texte, sondern für jeden Song ein eigenes Artwork, das ein künstlerisches Gesamtbild erzeugt.

Der erste Song „Shapes In The Mist“ beginnt als Klangteppich mit einem eingesprochenen Text, der dann zu Gesang wechselt. Von einer langsamen, schleppenden Melodie, die wie dichter Nebel über das Land kriegt, drückt sich mit der Zeit ein hypnotischer Takt dazu.

These Hands“ ist ebenso ruhig und melancholisch, wie der erste Song und wirkt doch vollkommen anders. Hier malt die Musik tatsächlich den Hintergrund zu D M‘s Stimme, die mich sehr an Sisters Of Mercy erinnert.

Lost In The Woods“ ist der erste Song, in dem eine Gitarre eingesetzt wird. Schwungvoll und dynamisch marschieren wir durch die Wälder. Ich mag den Song, der einen Streifen am Horizont zeigt und nicht endlos düster ist.

Shallow“ erinnert mich im ersten Moment an einen Roadmovie Titeltrack. Eine einsame, heiße Wüstenlandschaft, durch die sich ein einsamer Wagen kämpft, in dem die Helden sitzen. Und doch ist eine Düsternis in dem Song zu spüren, die sonst nicht weiter greifbar scheint.

Interessanterweise könnte der nächste Track „Let Go“ direkt als Titelsong zu Mission Impossible oder einem (wie ich später merke) Kung-Fu Film verwendet werden. Elemente in der Melodie rufen bei mir diese Assoziationen hervor.

Alles in Allem ein sehr lebendiges Album. Verbindend ist die melancholische Note und die sehr abwechslungsreiche Stimme D M‘s. Mal klar, mal getragen, mal sehr hohl und mysteriös. Und immer wieder Parts, die aus anderen Songs gemopst und sehr eigenwillig und liebevoll angepaßt und eingesetzt wurden. Ein Album zum Träumen und auch zum Tanzen.

Ich würde mir aber wünschen, daß man trotz das Anspruchs, etwas anderes zu schaffen und mit Artworks und Musik alleine zu stehen z.B. auf der Website/FB Seite der Band die Lyrics noch einsehen kann, denn ich lese auch gerne nach, was ich höre.

Anspieltip: „A Thousand Years“ und „Defiance“

eure Luna ^v^

Line Up:
D M Kruger – Vocals, Guitars, Drums, Keyboards
Dan Philips – Guitars, Bass
James Gambold – Drums

Konzert von DüsterLust und Love’s Labour’s Lost im Caveau Mainz

DüsterLust

Am Sonntag Abend verschlug es mich in das abgelegene Mainz. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt (sic!) kam ich dann auch endlich ans Ziel, das sehr versteckt gelegene Caveau. (Hier mal die Bitte an die Crew vom Caveau: Schildert eure Location doch mal bitte richtig aus, es war wirklich sehr schwer zu finden!)

In einer gemütlichen Keller-Gruft mit Sofa und Bar begannen dann die Mannen mit ihrer Frontfrau Regina von DüsterLust mit ihrer Musik. Engagierte Texte gepaart mit opernhaftem Gesang und wütendem Gegrowle des Drummers, dazu Gitarre und Bass. Die Show nicht übermäßig wild, aber sehr passend und publikumsnah.

Die Songs von der aktuellen CD „Düster Lust“ live gespielt, erzeugten ein angenehmes Kribbeln auf der Haut, wenngleich auch die Texte gesellschaftskritisch und nicht immer romantisch verklärend sind.

Ein wenig geschockt schauten die Besucher, als Regina wunderbar eine Passage ihres Songs „Bloodmoon“ vorträllerte und den Refrain mit den Fans einstudierte. Was? Wir sollen so einen Gesang hinlegen? Als die Band dann mit dem Song begann, waren alle Bedenken verflogen und begeistert sagen die Fans mit. Selbst das Micro plötzlich vor den eigenen Lippen hielt niemanden ab, seinen Part von sich zu geben.

Love’s Labour’s Lost

Auch Philips gegrowlte Variante des Gesangs von Regina war dabei. Es machte einfach Spaß, die Band zu unterstützen und selbst seinen Beitrag zu leisten. Ach ja, das Styling ist auch zu erwähnen: Regina trug ein Kleid, das ein wenig postapokalyptisch gemixt mit Steampunk daher kam, die Jungs waren ebenfalls im dezenten Mad-Max-Style auf der Bühne. Großartig!

Die gut 45 Minuten der Band waren gefühlt sehr schnell vorbei und mit einem kleinen Text bedankte sich Regina und kündigte Love’s Labour’s Lost an, die nach der kleinen Umbaupause die Bühne enterten.

Nun wechselte der Musikstil von Female Fronted Metal zu melancholisch düsterem Gothic Rock.

Thomas‘ Stimme schmolz einem die Texte geradezu in die Ohren und man spürte auch hier die gute Laune der Band. Traurige Mucke und trotzdem ein Lächeln zu hören? Ja, schaut und hört es euch an, wenn ihr das nächste Mal ein Konzert der beiden Bands besuchen könnt.

Besonders habe ich mich gefreut, als sie auch „Good Morning Midnight“ auf ihrer Setlist hatten und den Song performten. Einer meiner liebsten Songs, der auf der aktuellen CD vertreten ist. Es gab am Ende sogar eine kleine Zugabe, die begeistert aufgenommen wurde. Viel zu schnell war der Abend auch hier zu Ende, aber beide Bands nahmen sich danach die Zeit für einen netten Smalltalk mit den Fans.

Die einzigen Kritikpunkte sind nur, daß es viel mehr Gäste hätten sein dürfen – Sonntagabend ist vielleicht nicht der beste Slot für ein Konzert, aber hey, hier hat es sich gelohnt, sich aufzuraffen! Und, daß leider das Licht für Foto-Aufnahmen nicht optimal war. Ich hoffe aber, daß ihr meine Bilder in der Gallery interessant findet, gerade von Thomas kamen bei dem Licht interessante Effekte zustande.

Mein Fazit: Hier wurden mal wieder echte Perlen der Musik präsentiert und ich würde mich freuen, bald wieder ein Konzert der Bands erleben zu dürfen. Nicht nur die angesagten – inzwischen in jedem Line-up der Festivals zu findenden – Bands haben es verdient, daß man ihre Konzerte besucht. Manchmal findet sich eben eine wahre Perle im Staub der „Großen“.

 

Eure Luna ^v^

 

Weitere Konzerttermine:

DüsterLust

APR 30 Bang in den Mai 2017 So 19:00 · OpenStage Rodgau

MAI 6 DüsterLust und Krisengebiet im Rattenloch Sa 20:00 · Rattenloch-Herdorf

MRZ 31 DüsterNight at JUZ Erlenbach Fr 20:00 · Jugendzentrum Erlenbach

Love’s Labour’s Lost

JUN 24 The 3rd Triple L-Festival Sa 19:30 · Jugendkulturcafé e.V. Troisdorf

 

Line-Ups

DüsterLust

Regina Beatrix Rumpel– Lyric Soprano

Philip Seibert– Drums, Keys, Growling

Michél Greul – Guitar, Screaming

Heiko Seibert– Guitar, Bass

Love’s Labour’s Lost

O.M.A. – Bass, Backing Vocals

Robert Kuhn – Drums

Thomas Thendri – Vocals, Keyboards

Torch – Guitar

Debütalbum von Dark Side Eons: „Eclipse“

Vor kurzem landete auch das neue Projekt von Leszek ʻMorphʼ Trzaska auf meinem Tisch, das sich Dark Side Eons nennt und schon im Jahre 2012 in Polen gegründet wurde. Jedoch wurde die mir vorliegende CD „Eclipse“ erst am 28. Oktober 2016 via darkTunes veröffentlicht. Leszek ist jedoch schon seit der Jahrtausendwende im Musikgeschäft, widmete sich aber vorher vielen Metal- und Hard-Rock-Projekten, bei denen er als Sänger und Bassist tätig war. Nun aber wagte er sich mit der im Jahre 2014 dazugekommenen Kate ’Moonskinʼ Trzaka mit Dark Side Eons in die elektronische Szene. ʻMorphʼ ist für den Gesang, die Gitarre  und die Komposition zuständig und ’Moonskinʼ kümmert sich um den Synthesizer und das Programming. In 2014 begannen außerdem ihre ersten Live-Auftritte.

Sie bezeichnen ihre Komposition als im Elektro Industrial bzw. Elektro Wave zuhause, wo ich ihnen nur beipflichten kann. Auf ihrem Erstlingswerk „Eclipse“ befinden sich 12 kraftvolle Songs, die zahlreiche Einflüsse aus Minimal, Dark Wave, Gothic Rock und Post Punk aufweisen. Ich wage mich da zwar in ein für mich etwas unbekannten Sektor.  Jedoch möchte auch ich mal über den Tellerrand hinausschauen und neue Eindrücke kennenlernen.

Es beginnt mit „Darklight“, das sich thematisch um die Flucht aus einem düsteren Leben dreht. Als Auftakt ist es ein recht schneller Track, welches jedoch auch langsame Parts aufweist. Es reiht sich nun „Ghosts“ ein, welches den Wunsch nach Freiheit eindrucksvoll mit gefühlvoller Gesang und schrillen Schreien umsetzt. Die Mischung aus Gitarren und Neuzeit-Electro gibt eine wunderbare Kombination ab. Nun folgt „Infinity Equals Zero“ mit elektronischem Schlagzeug und teils verzerrter Stimme und Tonlangen von Sänger ʻMorphʼ. Es bewegt sich für mich am Rande im Rock-Bereich. Wie der Titel schon sagt, hat das Leben mal ein Ende und wir sind dafür verantwortlich, was wir daraus machen.

Für mehr Infos -> Bild anklicken!

„Machine“ hingegen lässt die Gefühle in unseren Herzen vermissen. Es überzeugt wieder mit elektronischem Drums und teils klarer teils verzerrter Stimme. Nach dieser Nummer folgt mit „Dimensions“ ein gefühlvoller Track mit sanften und dunklen Tönen sowie eingängigem Electro. Der Protagonist vermisst hier die Liebe von seiner Angebeteten. Aber auch hier ist wieder das verzerrte Geschrei zu finden und es dröhnt gewaltig. Das Titelstück „Eclipse“ macht mit dem Fehlen des Lichts auf sich aufmerksam. Für mich ein Highlight es Albums und überaus tanzbar. 


„Liars“
 prangert die Lügen in unserer Gesellschaft an. Mahnend und vielschichtig zugleich ist es das derbste Stück der CD. Es folgt der „Lighthammer“ mit düsterer Grundstimmung, epischen Gitarren und starken Drums. Irgendwie finde ich das Thema Thor mit seinem Mjölnir darin wieder. Zumindest ist mir das sofort in den Sinn gekommen. „The End of Days“ ist zwar die Stimmung zwar wieder etwas freundlicher, aber thematisch stelle ich mir da ein ein Sektenführer vor, der seine Anhänger eindringlich vor dem Ende der Welt warnt.

„Time“ kommt dagegen sehr techno-trance-lastig daher und befasst sich wieder mit der uns verbliebenen Lebenszeit. „The Other Side“ wartet mit einem Loblied auf die Dunkelheit auf und möchte euch für sie begeistern. Die gefühlvolle Melodie und die eingängige Elektronik macht es zum perfekten Werbesong!. Als letztes reiht sich nun „Walk (The Abyss)“ ins Album ein. Es lässt mich gleich dahinträumen, denn für mich kommt es einer Ballade sehr nahe und auch ein Highlight für mich. Es stellt für mich den letzten Gang des Lebens dar bzw. was mich dann erwartet. Wunderbarer Abschluss eines doch einzigartigen Albums.

Fazit für mich ist, dass es sich für mich wirklich gelohnt hat, meinen eigenen Tellerrand zu verlassen. Morphs Gesang passt zu den Tracks sehr eindrucksvoll und er weiß sie sehr gut einzusetzen. Hört in dieses klasse Album unbedingt mal rein. In diesem Sinne wünsche ich euch noch einen musikreichen Abend.

Auf bald
Eure Blackrose

Debütalbum von Nachtsucher – „Komm mit mir“

Nachtucher - Komm mit mir - CD Cover

Nachtsucher – Komm mit mir – CD Cover

Ab dem 28.10.2016 ist sie erhältlich – die Debüt CD der Hannoveraner Gruppe Nachtsucher. „Komm mit mir“ heißt sie und so sind auch die Titel der Tracks. Der Sänger Christian Fink nimmt uns an die Hand und nimmt uns mit auf eine Reise in seine Seele und sein Herz.

So plüschig kitschig, wie ich es jetzt vielleicht beschreibe, ist es aber nicht in seinem Seelenleben. Handfeste, solide rockige Musik untermalt die deutschen Texte, die zum Träumen und Nachdenken einladen. Und Christian hat eine Stimme, die einem Gänsehaut auf den Rücken zaubert – kratzig kraftvoll, verrucht und sündig. Ich bin eine Stimmfetischistin und diese Stimme überzeugt mich!

Dazu eine Mischung aus NDH, Gothic, Rock und Metal ergeben einen sehr runden Sound, der nicht zu hart oder zu weichgespült ist. Großes Hitpotential und doch absolut kein Mainstream. Die Melodien sind eingängig, sehr tanzbar und können auch in einer ruhigen Minute zu Hause auf dem Sofa genossen werden. In dem Fall sollte man den Texten lauschen und über sie nachdenken.

Meiner Meinung nach sind das viele Weisheiten über das Leben und alles, was dazwischen kommen kann und kommt. Denn alles, was einem im Dunkeln des Lebens widerfährt, hat einen Sinn und führt am Ende doch ins Licht. Man muss nur den Mut haben, weiter zu gehen und gegebenenfalls die Hand seines „Engels“ zu ergreifen. So wird aus jeder verzweifelten Lage die Kraft erwachsen, die einen aus dem Tief katapultieren kann.

Verlassen handelt davon, dass eine Liebe zerbricht. Es geht nicht mehr so weiter und die einzige Lösung ist das Ende, um dem gefühlskalten Leben zu entkommen. In Dir bietet Nachtsucher an, das innere Licht zu erkennen. Wenn ER in ihrem Herzen ist, dann wird SIE auch in seinem sein. Such nach mir fordert auf, nach sich selbst und jemanden, der da ist, wenn man am einsamsten im Leben ist, zu suchen. Es ist immer ein Engel da, auch wenn er nicht zu sehen ist, der aber zuhört und Trost spendet. Komm mit mir könnte die Fortsetzung sein, denn hat man seinen helfenden Engel gefunden, sollte man neu beginnen und Wünsche werden wahr. So geht die Reise weiter (ich lass es euch selbst entdecken) bis zu Helden. Hier berührt alleine schon die Musik die Seele. Und der Text… wenn die Welt leidet, dann haltet zusammen, werdet Helden und geht ins Licht.

Wer jetzt aber glaubt, die Mucke wäre dramatisch melancholisch depressiv – der irrt! Die Musik ist durchweg positiv und unterstreicht so das innere Licht im Gesang. Das ist jetzt ein Widerspruch? Möglich… in der Nacht ist alles still und laut und leise… komm einfach mit, denn es wird alles sein, wie du es willst!

 

bandfoto

 

Mir gefällt die CD sehr gut und ich empfehle sie hiermit weiter. Und ein kleines Geheimnis werde ich hier auch schon lüften… Christian hat mir verraten, dass es bald ein Hörbuch (digital runter zu laden) zu der Geschichte der Nachtsucher und ihren Songs geben wird. Da bin ich gespannt, ob ich die Message in den Songs richtig verstanden habe 🙂

 

Anspieltipp: „Helden“ und „Komm mit mir“.

 

Hier könnt ihr die CD vorbestellen: Amazon

 

Wer die Jungs Live erleben möchte:

 

28.10.2016 Club From Hell, Erfurt

29.10.2016 Crucible Rockfest, Meidericher Parkhaus, Duisburg

03.12.2016 Underground, Wuppertal

17.12.2016 Headcrash, Hamburg

22.12.2016 Cafe Sputnik, Münster

13.01.2017 Subkultur, Hannover

28.01.2017 Helvete Club, Oberhausen

04.03.2017 Club from Hell, Erfurt (Support Ost-Front)

25.03.2017 Underground, Wuppertal (Benefiz u.a. mit Intent:Outtake)

21.04.2017 Roxy, Flensburg

29.04.2017 Balver Höhle

26.05.2017 Gothic Meets Rock, Kierspe

 

 

Nachtsucher sind:

Christian – Gesang

Björn – Gitarre

Stefan – Drums

Holger – Bass

Rezension by Luna ^v^

Szene-Check Fürstentanz in Bad Homburg

Flyer des Fürstentanz
Flyer des Fürstentanz

Gestern konnte ich endlich auch mal den Fürstentanz in Bad Homburg besuchen. Von Freunden wurde mir schon viel positives berichtet und so war ich sehr neugierig, wie es werden würde. Fürstentanz klingt so edel, dass ich erwartet habe, eine ballähnliche Veranstaltung zu besuchen und plante meinen Reifrock nebst Ballkleid ein. Doch das habe ich dann doch nicht gemacht und ging in einer schlichteren Klamotte auf die Piste.

Wir kamen gegen halb zwölf dort an und ergatterten einen der wenigen Parkplätze am Historischen Fürstenbahnhof. Die Parkplatzsituation ist mit der Baustelle davor nicht wirklich schön. Das ist aber nicht das Problem, denn Parkplätze sind in der Stadt meistens (egal ob Abendlocation oder Einkaufszentrum) schlecht gelöst. Und vermutlich wird es sich bessern, wenn die Baustelle nicht mehr besteht.

Neben dem Fürstenbahnhof ist ein Schickimicki-Tanzschuppen, aus dem HipHop-Musik kam… doch der störte das Schwarzvolk nicht und ich habe auch keine „verirrten“ Gäste gesehen, die mal „gucken“ kamen.

Der Fürstenbahnhof selber ist ein beeindruckend schönes Gebäude, hohe Decken und recht altertümlich gestaltet. Auch die Aufteilung der Floors ist gut gelöst. Die große Treppe führt zur Garderobe, an der man seinen Mantel lassen konnte (für Raucher ein wenig unpraktisch, jedes Mal für eine Kippe draußen nach oben stiefeln und seine Jacke holen, aber es gibt auch im Innenbereich eine Möglichkeit zu Rauchen und ansonsten muss man ja auch nicht dieser Lust frönen).

Floor Fürstensalon
Floor Fürstensalon

An beiden Theken bekommt man eine große Auswahl an Getränken, zu äußerst moderaten Preisen und die Bedienungen arbeiten wirklich sehr zügig und freundlich. Auch die Lautstärke der Musik von den Floors ist trotz Integration der Theken nicht so laut, dass man seine Bestellung brüllen müsste oder das Personal mehrfach nachfragen müsste, was die Gäste wünschen. Einziges Manko für mich war an dem Abend: es gab keinen Kaffee.

Doch auch ohne Kaffee wurde mir nach und nach wärmer. Die Floors waren sehr gut besucht und niemals war die Tanzfläche leer. Die DJs machten wirklich sehr gute Arbeit und spielten sehr tanzbare Musik nach dem Geschmack der Gäste. Die Stimmung war großartig.

Im Kaiserzimmer war die Tanzfläche kleiner und DJ Dead Stefan (vom Nachtleben in Frankfurt dem einen oder anderen sicher ein bekanntes Gesicht) spielte eine gute Auswahl an den „gothischen“ Klassikern des Deathrock, Gothrock, Postpunk, Batcave und Minimal.

Im größeren Fürstensalon füllte DJ Marc Urban (macht auch das Nightcrawling im Schlachthof Wiesbaden) mit DJ Ziggy die Tanzfläche mit Dark Wave, Future Pop, Electro, EBM und der Musik aus den 80ern (zum Glück KEINE NDW).

Ich weiß nicht, ob es eine Möglichkeit gibt, die Playlists des Abends einzusehen, wenn ihr jetzt auch Lust bekommen habt und überlegt, ob die DJs euren Erwartungen entsprechen könnten. Lieber Marc, Ziggy und Stefan… wenn es das gibt, dann postet doch gerne den Link. Ich persönlich finde es sehr toll, wenn ich unbekanntes gut anzuhörendes noch einmal nachvollziehbar aufgelistet bekomme. Es gibt ja soviel Musik, die einem gefällt und man grade nicht weiß, zu was man getanzt hat.

Neben dem DJ Pult
Neben dem DJ Pult

Vom Licht her war die Lightshow sehr schön, ziemlich dunkel auf den Floors, aber nicht finster. Sitzgelegenheiten um die Tanzfläche waren auch vorhanden, auch im Außenbereich saß man auf Biergarnituren regengeschützt unter Schirmen. Und auch die Toiletten waren sehr spät am Abend sauber und man musste nur aufpassen, dass einen die Bässe nicht von der Schüssel hauen.

Fazit des Abends: Es war eine herrliche Party, ich habe wahnsinnig viele nette, bekannte Leute getroffen und auch tolle Gespräche geführt. Auch waren die Leute schön zurecht gemacht, man hielt sich an den schwarzen „Dresscode“ und so fügten sich alle zu einem recht bunten Gemisch zusammen. Aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet sind die Gäste aufgelaufen und ich muss sagen: Es hat sich wirklich gelohnt, erst gegen halb vier verließen wir so allmählich die Location. Dieses Event werde ich also bald wieder besuchen!

So, nun trink ich meinen Kaffee, werde wach und genieße den Rest des Sonntags.

Gruftige Grüße,

eure Luna ^v^

Event-Info: M’era Luna Festival 2017

M’era Luna Festival bestätigt erste Künstler für 2017

Das M’era Luna Festival, welches zu diesem Zeitpunkt den letzten Festivaltag für 2016 bestreitet, überraschte seine Besucher bereits mit der ersten Bandwelle für das M’era Luna 2017. Somit legt das M’era Luna, welches bereits zum vierten Jahr in Folge ausverkauft melden konnte, den Grundstein für ein abwechslungsreiches Programm. Fans aus allen Genres zwischen Mittelalter-Rock und -Folk, Elektro bis hin zu erdigem Darkrock kommen bereits mit den ersten neun Bands die Speerspitze der deutschen schwarzen Musiklandschaft präsentiert, was einmal mehr typisch für die Ausrichtung und den musikalischen Anspruch des M‘era Luna Festivals ist.

An der Spitze steht niemand geringeres als der deutsche Gothrock-Übervater ASP, der mit einer neuen Show in 2017 einmal mehr begeistern wird. Auch Subway To Sally sind ein Garant für gelungene Festivalshows, ebenso wie die Mittelalter-Folk-Instanzen Schandmaul und die Darkpop-Spitzenreiter Mono Inc.. Elektro-Vordenker Faderhead bietet den Jüngern von tanzbaren Aggrobeats eine Spielwiese, Feuerschwanz frönen dem frivolen Mittelalter-Chanson, wohingegen Darkhaus, Versengold und Unzucht mit erdigem Folk- und Darkrock auftrumpfen.

Weiterhin kündigt M’era Luna-Veranstalter FKP Scorpio den Verkauf der heiß begehrten 666er-Tickets an, die, limitiert auf nur 666 Stück, am Montag den 15. August ab 18 Uhr für 79,-€ inkl. Müllpfand in den Verkauf gehen. Ist das Kontingent ausverkauft, gehen Frühbuchertickets für 89,-€ inkl. Müllpfand in den Verkauf.

Alle bisher bestätigten Bands:
ASP | Subway To Sally | Schandmaul | Mono Inc. | Faderhead | Feuerschwanz | Darkhaus | Versengold | Unzucht

Tickets sind online über meraluna.de und eventim.de oder telefonisch unter 0180 6-853 653 (0,20€/Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,60€/Anruf) zu bestellen.
Besucher, die in einem Wohnmobil, Wohnwagen oder ähnlichem Gefährt anreisen, benötigen zur Zufahrt zum eigens reservierten WoMo-Parkplatz eine WoMo-Reservierung. Diese gibt es ausschließlich online über die Festivalseite und beim telefonischen Kartenservice und sie kostet 10,- € pro Fahrzeug.

Event-Update: Amphi Festival 2017

XIII. AMPHI FESTIVAL 2017
22. & 23.07.2017 – KÖLN | TANZBRUNNEN

FIELDS OF THE NEPHILIM, DIE KRUPPS + WEITERE BANDS BESTÄTIGT!

Amphi Festival 2017Liebe Amphi Fans,

kontinuierlich füllen sich weiter die Reihen des aktuellen Amphi Festival Line-Ups. So dürfen wir heute sechs weitere Künstler ankündigen, die euch am 22. & 23. Juli kommenden Jahres im Kölner Tanzbrunnen ordentlich einheizen wollen:

FIELDS OF THE NEPHILIM | DIE KRUPPS
TANZWUT | CLAN OF XYMOX | M.I.N.E | EMPATHY TEST

FIELDS OF THE NEPHILIM – das sind Magie und Mythos, die okkulte Mystik einer Band, die den Gothic Rock seit Mitte der 80er Jahre mit ihren dunklen Visionen prägt und fortwährend inspiriert. Untrennbar verbunden mit der enigmatischen Person Carl Mc Coys, sind die seltenen und wohl bedachten Live-Auftritte der Briten stets mehr als bloße Konzerte. Sie sind Zusammenkunft und spirituelles Erlebnis zugleich – Futter für die Seele!

Seit Jahrhunderten verbindet Köln und Düsseldorf eine liebevoll gehegte Rivalität. Im leidenschaftlichen Wettstreit um die Gunst am Rhein, ist es für unsere Nachbarn stromabwärts Ehrensache ihre Besten zum Amphi Festival zu entsenden: Sängerkrieg mit Metall-Maschinen-Musik made in Düsseldorf – DIE KRUPPS! Oder anders ausgedrückt: Jürgen Engler & Co. zeigen euch, wo 2017 der Stahlhammer hängt – brachial, energetisch, legendär!

Auch der „Teufel“ persönlich gibt sich die Ehre als Frontmann der Mittelalter-Rocker TANZWUT. Tanzen, Singen, Durchdrehen – Spielmannskunst trifft beinhartes Riff mit einem Spritzer Elektronik. So kennen und lieben wir die Berliner. Live immer eine Wucht und das ganze 2017 schon seit 20 Jahren!

Eine weitere sehr geschätzte Institution begrüßen wir mit den Niederländern CLAN OF XYMOX, deren unverkennbarer Dark-Wave-Sound das Publikum ebenfalls schon seit Mitte der 80er in seinen Bann zieht. Gothic nach alter Schule – und die ist ja bekanntlich nicht die schlechteste Schule. Wir freuen uns drauf!

Irgendwann zwischen Moskau, Berlin und Lima entstand bei Jochen Schmalbach, Marcus Meyn und Volker Hinkel der Wunsch, abseits der Band Camouflage, mit der die 3 nun schon seit über 15 Jahren gemeinsam um die Welt reisen, ein neues Projekt zu entwickeln. Unter dem Namen M.I.N.E erwecken sie diesen Wunsch zu klangfertigem Leben mit Elementen aus Elektro-Wave, Gothic, Pop und Punk.

Last but not least hat sich mit EMPATHY TEST noch ein sympathisches junges Elektro-Pop-Duo aus London angekündigt. 2013 gegründet, starten die Briten aktuell ordentlich durch und begeistern mit ihrem modernen Sound auf großer Europa-Tour im Vorprogramm von Mesh.

Das bereits bestätigte Programm sieht somit nun wie folgt aus:

VNV NATION
FIELDS OF THE NEPHILIM
DIARY OF DREAMS | LORD OF THE LOST
DIE KRUPPS | LETZTE INSTANZ | NACHTMAHR
DIORAMA | TANZWUT | FROZEN PLASMA | STAHLMANN | TORUL
CLAN OF XYMOX | MERCIFUL NUNS | WINTERKÄLTE | M.I.N.E | FABRIKC
ÆON SABLE | EISFABRIK | NEAR EARTH ORBIT | EMPATHY TEST

Weitere Festivalinfos findet ihr unter www.amphi-festival.de oder www.facebook.com/amphifestival .

Original Amphi Festival Wochenendtickets sind exklusiv im Amphi Shop unter www.amphi-shop.de erhältlich! Weiterhin sind Tickets bei allen CTS/EVENTIM Vorverkaufsstellen, bei www.eventim.de, www.oeticket.com, www.ticketcorner.ch, www.eventim.nl sowie als PRINT@HOME erhältlich.

Viele Grüße
Euer Amphi Festival Team

XIII. AMPHI FESTIVAL 2017
22. – 23. Juli 2017 DE – Köln | Tanzbrunnen
VNV NATION
FIELDS OF THE NEPHILIM
DIARY OF DREAMS | LORD OF THE LOST | DIE KRUPPS | LETZTE INSTANZ
NACHTMAHR | DIORAMA | TANZWUT | FROZEN PLASMA | STAHLMANN | TORUL
CLAN OF XYMOX | MERCIFUL NUNS | WINTERKÄLTE | M.I.N.E | FABRIKC
ÆON SABLE | EISFABRIK | NEAR EARTH ORBIT | EMPATHY TEST + viele weitere Künstler!
Infos: www.amphi-festival.de oder www.facebook.com/amphifestival
Originaltickets: exklusiv unter www.amphi-shop.de (weltweiter Versand)
Festivaltickets auch bei allen CTS/EVENTIM Vorverkaufsstellen, bei www.eventim.de, www.oeticket.com, www.ticketcorner.ch, www.eventim.nl sowie als PRINT@HOME

Edgar Allan Poe – Grusel vom Feinsten

Edgar Allan Poe daguerreotype cropNachdem ich in meinen beiden letzten Artikeln eine Band, und zwar In Extremo, und einen Künstler, nämlich HR Giger, porträtiert habe, möchte ich mich in diesem Blogeintrag einem Schriftsteller widmen. Im letzten Dezember ist Black Rose in einem Beitrag schon einmal auf Gothic- und Fantasyliteratur eingegangen. Bei dieser Gelegenheit blieb selbstverständlich auch Edgar Allan Poe nicht unerwähnt. Ich bin der Meinung, dieser berühmte Vertreter der amerikanischen Schauerliteratur verdient einen eigenen Blogpost. Schließlich hat er doch nachhaltigen Einfluss auf diverse Autoren ausgeübt und gehört bis heute zu den meistgelesenen Vertretern seines Genres.

”Nevermore” krächzt der Rabe

Meine ersten Begegnungen mit Geschichten von Edgar Allan Poe hatte ich zu Schulzeiten. Dort nahmen wir “The Tell-Tale Heart” im Englischunterricht durch. Soweit ich mich erinnere, hatte mein älterer Bruder mich aber zuvor schon mit einigen Werken des Autors bekannt gemacht. “Das verräterische Herz”, wie die Übersetzung der Erzählung betitelt ist, hat es sogar zu einer Umsetzung als Simpsons-Episode gebracht; übrigens nicht das einzige Mal, dass Poe bei den Simpsons Verwendung findet – auch “The Raven” bzw. “Der Rabe” wurde diese Ehre zuteil. “The Raven” ist eines der bedeutendsten amerikanischen Gedichte überhaupt. Poe war ein meisterhafter Geschichtenerzähler und Lyriker zugleich.

Ein bewegtes Leben

Geboren wurde Edgar Allan Poe im Jahre 1809 in Boston als Sohn zweier Schauspieler. Er verwaiste sehr jung und wuchs daraufhin in einer Pflegefamilie auf, der er seinen zweiten Namen, Allan, verdankt. Einen Teil seiner Schulzeit verbrachte er in Großbritannien, die meiste Zeit seiner Kindheit und Jugend lebte er jedoch in den Vereinigten Staaten von Amerika. Während seines Studiums geriet er in finanzielle Schwierigkeiten, die in seiner Spiel- und Trinksucht begründet lagen. In seinem Leben war er, zumindest phasenweise, immer wieder dem Alkohol verfallen. Ferner war sein Dasein vom komplizierten Verhältnis zu seinem Ziehvater John Allan geprägt. 1836 heiratete Poe seine erst 13 Jahre alte Cousine, die nach elf gemeinsamen Jahren verstarb. Kurz bevor er eine neue Ehe eingehen konnte, verstarb er selbst 1849 in Baltimore. Die Ursache sorgte für allerlei Spekulationen, konnte aber nie geklärt werden.

Wichtigste Werke

Die ersten Publikationen Edgar Allan Poes waren Gedichtbände. Seine erste Kurzgeschichte, die den Titel “Metzengerstein“ trägt, erschien 1832. Bis heute sind es vor allem seine Erzählungen, für die er bekannt ist. Dabei handelt es sich fast ausnahmslos um Kurzgeschichten – einziger Roman waren “Die Abenteuer des Gordon Pym”, das allerdings auch alles andere als ein dicker Wälzer ist. Mit “The Murders in the Rue Morgue” bzw. “Der Doppelmord in der Rue Morgue” begründete der gute alte Edgar 1832 das Genre der Detektivgeschichte, bei der ein Kriminalfall anhand logischer Schlussfolgerungen gelöst wird. Das macht Poe zum literarischen Pionier, der bis heute zahlreiche Kriminalromane beeinflusst. Was viele seiner Geschichten auszeichnet und so faszinierend macht, ist das Dunkle, Geheimnisvolle, Fantastische, das ihnen innewohnt und sie zu Meisterwerken der Grusel- und Horrorliteratur werden ließ. Thematisch geht es oft um Tod, geistige Krankheit oder die Schrecken des Lebendigbegrabenseins. Neben den bereits erwähnten Novellen gehören “The Fall of the House of Usher“/“Der Untergang des Hauses Usher” und “Ligeia” zu den bedeutendsten Werken Poes. Auch “The Pit and the Pendulum”/“Die Grube und das Pendel” möchte ich an dieser Stelle erwähnen – eine meiner persönlichen Lieblingsgeschichten.

Poe in der Musik

Der große Einfluss des Meisters ist nicht auf die Literatur beschränkt. Neben diversen Verfilmungen finden sich auch in der Musik, von Klassik bis Metal, immer wieder Anlehnungen und Zitate aus Edgar Allan Poes Geschichten und Gedichten. Da wären zum Beispiel die deutschen Gothic-Rocker “The House of Usher”. Die fünfköpfige Band feiert aktuell übrigens ihr 25-jähriges Jubiläum und hat zu diesem Anlass ein Best-of-Programm zusammengestellt, welches sie dieses Jahr live zum Besten geben wird. Aber auch viele andere Musiker bedienten sich bei Poe, etwa Subway to Sally, Theatre of Tragedy und Nightwish. Was kaum jemand weiß: Neben den Erzählungen, die ihm seinen anhaltenden Ruhm bescherten, schrieb Poe zahlreiche Essays zu natur- und literaturwissenschaftlichen Themen. Edgar Allan Poe war ein vielseitiger, kluger Geist, ein Meister des geschriebenen Wortes und der düsteren, fantastischen Erzählkunst.