Rockfield Open Air, Mainz 19.8.2017

Ein kleines, feines Open Air – abseits des Mainstreams der „großen“ Festivals – fand am Wochenende vom 18. bis 20. August in Mainz statt. Okay, zelten war nicht dabei, aber dafür, daß es für den Besucher absolut kostenlos war, konnte man sehr gut auch von weiter anreisen und vor Ort eine Unterkunft suchen. Alle anderen Besucher kamen ja aus dem Umkreis.

Natürlich konnte man auch Merchandise von der Veranstaltung erwerben: Trinkbecher waren mit einem Euro Pfand belegt und durften auch gerne mitgenommen werden, es gab T-Shirts und Bändchen, Aufkleber und und und… natürlich habe ich am Ende auch ein Bändchen erworben. Kleine Festivals gerade in der Umgebung UND dann auch noch mit Bands, die vielleicht nur lokal bekannt sind, sollte man unterstützen.

Ich schnappte mir also eine Freundin (ein Mötley Crüe – Fan), und wir liefen am Samstag gegen 16 Uhr in der Reduit auf. Wir waren so zeitig, daß wir sogar einen der wenigen freien Parkplätze ergatterten – eine andere Parkmöglichkeit sollte wohl am Bahnhof gewesen sein (allerdings mußte eine andere aus unserer Gruppe regelmäßig den Parkschein nachlösen). Wer sich also auskennt, oder die Öffis nutzte, war klar im Vorteil.

Zu den Bands, die am Freitag gespielt haben und vor 16 Uhr am Samstag auftraten, kann ich also nichts sagen. Interessant, laut einigen Besuchern soll aber Bobby Sixkillers and the Renegades gewesen sein, da sie bekannte Metal Covers zum Besten gaben. Aber, wie gesagt, aus eigener Erfahrung kann ich dazu nichts sagen.

Ijon war die erste Band, die mit ihrem Indie-Rock die noch auf dem Gelände verteilten Gäste begeisterten. Wow, was da eine Power in der Stimme des Sängers war! Mit einer Cola und einem Bier okkupierten meine Freundin und ich dann einen Tisch unter dem Pavillon – wahres Gold wert, als es später am Abend einen kurzen Regenguß gab, und genossen die Mucke.

Nach einer dreiviertel Stunde räumten sie die Bühne und für das „dunkle Publikum“ traten Love‘s Labour‘s Lost auf. Ein wenig zu früh für lichtscheue Gothics (Sonne macht ja bekanntlich albern), aber doch gut vertreten zu der Uhrzeit. Es gab also richtig tollen düsteren Gothic-Rock und zum ersten Mal mit ihrem neuen Bandmitglied. Eine Violinistin wird die Musik noch interessanter gestalten. Und ich muß sagen, nicht nur die anwesenden Goths waren von der Musik begeistert, sondern auch die „Stinos“ und die „Rockers“ applaudierten über die Darbietung von Frontmann Thomas und seinen Jungs.

Andy‘s Sister waren dann die nächsten und brachten mit ihrem Pop-Punk Stimmung. Inzwischen füllte sich die Reduit immer mehr, man merkte, daß die Besucher von ihrem üblichen Wochenend-Aktivitäten doch neugierig auf das Gelände strömten. Auch die Futterstände wurden stärker besucht, die Schlange an der Wurstbude wuchs. Ich entschied mich für ein frisch zubereitetes Thai-Curry. Sehr lecker.

Wieder nach einer Umbaupause waren plötzlich Schulmädchen an den Mikros. Äh… ja, es waren die Schulmädchen von der Band Alice D. Frauen-Satire-Punk nennt sich ihre Mucke und ich mußte herzhaft lachen, wie die Damen mittleren Alters herrlich alles durch den Kakao zogen. Meine Freundin war so begeistert, daß sie eine CD erwerben wollte… leider gab es von den Damen (mit Quotenmann an den Drums) nur vor laaaanger Zeit mal ein Demo-TAPE.

Die nächste Band war dann Dayout, die zünftigen Punkrock darboten. Punkrock ist seit den Hosen nicht mehr ganz so meines, aber diese Band fetzte ordentlich.

Schließlich kam die favorisierte Band meiner Freundin auf die Bühne: Saints Of Los Angeles. Sie sind die einzige und beste Mötley Crüe Tribute Band und rockt stilgetreu über die Bühne. Kostüme alleine sind hier schon ein Hingucker und die Extragadgets für die Fans einfach der Knaller. Mädels erhielten einen „Backstagepaß“ und tanzten auf der Bühne und Dollars wurden verteilt. Das macht Laune.

Ich war gespannt auf Blackwater Horizon, eine Southern Rock Band. Ich hatte ja schon eine CD zum Rezensieren erhalten und mich überzeugte der Live Auftritt. Selbst die Fotos waren eine Herausforderung, denn die Band hat soviel Energie, daß sie laufend in Bewegung waren. Keine Sekunde Langeweile auf und vor der Bühne.

Nun stärkten wir uns noch einmal, eine Bratwurst mit hausgemachten Kartoffelecken und ein Maffe wanderten schnell in unsere Mägen. Wirklich leckeres zu einem sehr günstigen Preis und qualitativ hochwertig. Schade nur, daß uns inzwischen so kalt war, daß wir nach einem kurzen Besuch am Merchandise Stand und einer Unterhaltung mit den noch dort sitzenden Bandmitgliedern, unser Weg nach Hause führte.

Über die beiden letzten Bands des Abends und der Veranstaltung am Sonntag kann ich also nichts berichten. Aber das Festival war super-professionell aufgezogen. Die Umbaupausen waren sehr kurz und alles lief pünktlich über die Bühne. So wünscht man es sich als Zuschauer (und vermutlich war der Veranstalter damit auch zufrieden). Die anwesenden Gäste waren glücklich und hatten sichtlich gute Laune. Die Auswahl der Bands war super, für jeden Geschmack war etwas dabei – und für mich absolut kein Fehlgriff, bei dem man dachte, „Och ja, die Band XY hätte jetzt nicht dabei sein müssen“. Nein, alle hatten ihren Charme und fanden das passende Publikum. Die Verpflegung war klasse – ich kann nicht meckern – und die Preise sehr familienfreundlich. Selbst an die Kleinsten wurde gedacht, MickeyMäuse für die Ohren und eine riesige Hüpfburg. Innen gab es auch einen Tischkicker, wenn die Teenies sich langweilten.

Als Fazit kann ich also nur wiederholen, daß man lokale Veranstaltungen mit lokalen Bands durchaus besuchen kann und so auch das eine oder andere „Neue“ entdecken kann. Ich freue mich, wenn es 2018 auch wieder ein Rockfield Open Air in der Reduit geben wird.

 

Eure Luna ^v^

 

EventTipp: Decoded Feedback, ROOT4 & Guest im Nachtleben in Frankfurt am 07.09.2017

Die Electronic Transformers Tour geht in die nächste Runde und präsentiert euch am 07.09.2017 im Nachtleben in Frankfurt am Main wieder einige Größen aus dem elektronischen Bereich der Schwarzen Szene: 

Decoded Feedback (Gothic Industrial)
ROOT4 (Future Pop)
JESUS COMPLEX (Gothic Electro/Industrial/EBM)
X-O-Planet (Dark Electro)

Decoded Feedback, die ihre aggressive Mischung aus dunklen Melodien und harten Basslinien verbinden, trifft auf ROOT4, die effektiv ihre elektronischen Instrumente in Szene setzen. Zusammen mit Jesus Complex, welche es sehr gut verstehen, Härte, Dunkelheit, Eindringlichkeit, Wut und Rachsucht in ihrer Musik zu verbinden und X-O-Planet, die sich den sphärischen Synthies verschrieben haben, könnte dieser Abend zu einer großartigen Party mutieren.

Electronic Transformers Tour 2017 – am 07.09.2017 im Nachtleben Frankfurt/Main

Erlebe diese einzigartige Kombination des Dark Electro auf der Bühne und feiere mit Ihnen diesen großartigen Abend.

Sichere Dir jetzt Dein Ticket für einen unvergesslichen Abend!

  • Hauptact: Decoded Feedback + ROOT4
  • Wann: 07.09.2017
  • Beginn: 19:00 Uhr
  • Einlass: 18:00 Uhr
  • Wo: Nachtleben Frankfurt/Main, Konstablerwache/Kurt-Schumacher-Str. 45

Als Hotspot der Frankfurter Szene verfügt das Nachtleben in Frankfurt am Main über eine ganz besondere Atmosphäre und bietet zusammen mit den kulinarischen Angeboten einen perfekten Rahmen für die Electronic Transformers Tour. 

Eure BlackRose

Amphi Festival 2017

Dieses Jahr durfte ich das Amphi Festival am Kölner Tanzbrunnen besuchen. Zum Vergleich zu den Vorjahren kann ich nicht viel sagen, da es mein erster Besuch war. Das sollte aber kein KO-Kriterium sein, ich habe schon im Vorfeld einiges im Netz verfolgt und auch von den Fans bemängelte Änderungen daher mitbekommen.

Natürlich müssen die Sicherheitsbestimmungen erhöht werden, nicht nur einmal wurden ja solche Feste von unangenehmen Zeitgenossen gestört und bevor etwas passiert, gehört das dazu. Es hat nichts mit diktatorischen Zügen zu tun, aber auch der Veranstalter möchte den Menschen ein tolles Erlebnis bieten. Und ich muß sagen, er hat es getan und die Security auf und um das Amphi war unaufdringlich und gab einem ein sicheres Gefühl. Vielen Dank gleich hier an Veranstalter und sein Team.

Wir sind also entspannt zu dem Tanzbrunnen „angereist“, erhielten unsere Bändchen und spazierten erst einmal entspannt über das Gelände. Halb 11 war es schon gut gefüllt und im Hintergrund waren die letzten Soundchecks der Main Stage zu vernehmen. So konnten wir zu erst einmal das wichtigste erledigen und die Festival-Shirts besorgen. Man möchte ja eine Erinnerung behalten :).

Auch Programmheft und einen „Amphi-Button“ nahmen wir mit und weiter ging es, einen heißen Kaffee suchen. Zwischen zahlreichen, verführerisch duftenden Freßbuden war das Gewünschte schnell ausgemacht und mit dem heißen Gebräu in der Hand ging es erst einmal direkt auf die Fläche des Tanzbrunnens um die Aussicht zu genießen und die erste Band zu begutachten.

Empathy Test kannte ich bislang nicht, aber sie ließen sich auch nicht durch den plötzlichen Regenguß davon abhalten, die Massen aufzuheizen. Dicht gedrängt fanden sie noch Platz unter den Schirmen vor der Bühne und feierten trotz allem weiter. Kurze Zeit später (inzwischen wieder eitel Sonnenschein) stürmten die Herren der Eisfabrik die Mainstage und boten ihre Songs dar. Wow, im Eisbärkostüm bei der inzwischen doch etwas wärmeren Wetterlage über die Bühne zu tanzen: Chapeau!

Schlag fünf vor eins begann in der Theater Stage Holygramm, während auf der Main Stage Chrom das Zepter übernahmen. Ich muß mir meine Chrom CD mal wieder rauskramen, durchaus mein Geschmack. Am Orbit Stage ging es ab kurz vor zwei los mit Box & The Twins, in der Theater Stage Fabrikc während ich gespannt auf Tanzwut auf der Mainstage wartete. Und sie rockten los! Volles Programm mit Dudelsack und Ohrwürmern. Dazu viel für das Auge, Nebelmaschinen begannen ab dem Zeitpunkt auf der Main zu glühen!

Halb parallel liefen dann in den beiden anderen Stages Torul und Frozen Plasma sowie Aeon Sable und Henric De La Cour, als die Jungs von Lord Of The Lost ihr Unwesen auf der Main Stage trieben. Immer wieder eine Augenweide, wenn Chris und seine Mannen in voller Maskerade die Menge anheizen. Und Gared Dirge… selbst als regenbogenfarbiger Glitzerguy machte er eine verdammt gute Figur am Theremin. Wie immer fragte ich mich, was für ein Instrument dieser Mann nicht spielen kann. Ich mußte nur grinsen, bei „Dry The Rain“ haben sich wirklich die Wolken verzogen – haben sie etwa vorher Backstage damit den Regenguß vorhin vertrieben? Man weiß es nicht, man munkelt nur…

Nun ging es mit großen Schritten allmählich auf die Headliner des Abends zu, ein Toilettenbesuch (wirklich sehr sauber, aber die Schlange davor… sehr lang!) und was zu futtern wäre nett. Ich konnte mich auch an den Ständen umsehen und den einen oder anderen Schnapper an Klamotte ergattern. Wirklich sehr schön, wie man im Hintergrund Musik hören konnte (Diary Of Dreams), immer mal wieder einen Blick gen Bühne werfen und dabei sehr leckeres Essen vertilgen konnte. Die Auswahl bei letzterem war absolut groß. Für jeden was dabei – süß, vegetarisch, Fleisch und Fisch. Und zu den Preisen kann ich mich nicht negativ äußern, es war absolut angemessen. Niemand wurde mit einer Currywurst für 10 Euro über den Tisch gezogen, der riesen Döner lag mit 7 Euro, das Lachsbrötchen (gegrillt über der Flamme und wirklich MÄCHTIG) in dem selben Preis-Segment und waren wirklich lecker. Selbst die Getränke entsprachen denen in der Gastronomie – und man konnte jederzeit seine Pfandflasche am Getränkespender gratis mit Wasser auffüllen. Wenn man die Pfandmünze nicht abgab, war die Flasche auch am nächsten Tag nutzbar und erlaubt, auf das Gelände zu tragen.

Überhaupt waren die Taschenkontrollen nicht so streng, wie man im Vorfeld befürchtete. Rucksack ging (da man ja morgens meist noch keinen Merch drin hatte, war auch aufmachen, reingucken lassen, kein Problem) mit auf das Gelände und auch abgetastet wurde meines Erlebens keiner. Die Security handelte stets korrekt und wenn man eine Frage hatte, waren sie mega freundlich und klärten gerne die Lage. Daumen hoch!

Während also nun langsam alle Acts parallel die drei Bühnen betraten – Diary Of Dreams vs. Kite vs. Esben & The Witch und im zweiten „Paket“ dann Fields Of The Nephilim vs. Nachtmahr vs. Diorama, füllte ich also meinen Flüssigkeitsvorrat auf, denn ich wollte an dem Abend Die Krupps erleben, die zeitgleich dann mit Clan Of Xymox (Orbit Stage) und VNV Nation (auf der Main) in der Theater Stage spielen würden.

Und wow, es hat sich gelohnt. Die Krupps rockten die Bühne, hämmerten auf Eisenrohren zu genialen Lichteffekten und versetzten das Publikum so in Ekstase, daß mir netterweise ein Ordner mal zur Hilfe kommen mußte. Immer wieder tanzte eine „Dame“ so wild, daß sie mich anrempelte und uneinsichtig weitermachte. Zwei Meter entfernt hampelte sie weiter, ließ mich aber in Ruhe und ich konnte weiter die Show betrachten.

Ich gebe zu, ein wenig geschockt war ich, als nach der Zugabe der Krupps-Frontman seine Eisenrohre von dem Gestell hebelte und mit einem mords Kraftaufwand dann in den Fotograben schmiß. Was sind die anwesenden Fotografen gehüpft! Alle fünf Rohre landeten auf dem Parkett, bevor er dann mit einem riesen Satz in das Publikum stage-divte. Mit offenem Mund tippte ich meinen Nebenmann an und erkundigte mich, ob das bei der Band so üblich sei und erhielt die Antwort: „Ja, wenn er mit dem Konzert zufrieden war!“ Also, der Gig ein voller Erfolg!!!

Die Aftershow-Party habe ich nur angerissen, da einerseits es ziemlich voll wurde, der Boden schon ein wenig klebrig und der Rückweg zu meiner Schlafgelegenheit ein wenig weiter war. Es war wirklich ein toller erster Tag auf dem Amphi.

(Von den nächtlichen Aktivitäten der Kids, die ihre BMX irgendwas Meisterschaft bis morgens um fünf neben unserem Wohnwagen feiern mußten, nebst dem unfähigen Taxler, der seine Diebstahl-Alarm-Anlage nicht in den Griff bekam und uns mit gefühlten 3 Stunden Dauergehupe beim Schlafen störte, will ich jetzt gar nicht erst reden und mit dem Jammern anfangen.)

Am nächsten Morgen in die frische Klamotte geworfen und mit ordentlich Make-Up den Schlafmangel kaschiert, lief ich als erstes zum gestrigen Kaffeestand auf und verpaßte mir eine ordentliche Koffeindröhnung. Vielen Dank übrigens an den Einlaß, der mir zu meinem papiernen Presse/VIP Bändchen noch ein original Amphi-Stoffbändchen überließ, das ich mir als Erinnerung an meine Pinnwand heften kann.

Nach kurzem Lagecheck an den Ständen ging es dann auch gleich los mit der ersten Band an der Mainstage Massive Ego. Dieses Mal füllte sich das Areal bedeutend schneller als noch am gestrigen Tag. Die Menge war heiß auf Musik! Das bedeutend kühlere Wetter am zweiten Tag trieb die Menschen zu mehr Tanzaktivität.

Während M.I.N.E. ihre Songs zum Besten gab, lief mir die Truppe von RRoyce über den Weg und Casi unterhielt sich kurz mit mir. Dabei erfuhr ich, daß sie am 26. Januar 2018 auch wieder mit Eisfabrik in Frankfurt auftreten werden. Natürlich werde ich es mir nicht nehmen lassen, dort dann aufzulaufen. Für ein weiteres Gespräch war die Lautstärke nicht geeignet, ich denke, die Sache mit der Whatsapp-Gruppe sollten wir in Angriff nehmen *smile* …

In der Theaterstage begann ab 12.55 Uhr das Programm mit Lucifer‘s Aid, denen dann Near Earth Orbit folgten und in der Orbit Stage dann We Are Temporary zeitgleich zu meinen Favoriten Stahlmann, die auf der Main rockten. Diese spielten einen Teil der neuen CD „Bastard“, die ja erst im Juni frisch auf die Ladentische gekommen war. Eine Wahnsinns-Stimmung! Frank Herzig freute sich zudem sehr über das Geburtstagsständchen der Fans.

Und gleich folgte auf der Main das nächste Highlight: Das Ich hatten eine interessante Konstruktion aufgebaut, ich hatte fast den Eindruck, die Musiker stehen auf Sagways, während sie ihre Instrumente bedienten. Doch es waren eher zwei krakenartige Arme, die den Effekt hervorriefen. Während dann The Other sowie Merciful Nuns in der Theater Stage und Rummelsnuff und Orange Sector und Winterkälte auf der Orbit waren, genoß ich auf der Main Hocico (nun weiß ich auch, wie das ausgesprochen wird Ho-Zi-Zo, wie Mark Benecke charmant ankündigte).

Den nächsten Regenguß überstanden aber alle, ein Meer von Schirmen spannte sich vor der Main Stage, während gefühlte Sintfluten herabstürzten. Dabei behauptete doch die lokale Wetterapp, daß es erst Mitte der Woche wieder regnen sollte… aber es gehört wohl dazu, daß man bei einem Festival pudelnaß wird – solange man nicht in Matsche versinkt, ist doch alles im Grünen Bereich…

Während Combichrist verschaffte ich mir dann einen letzten Rundgang über die Stände, inspizierte noch einmal die Waren und betrachtete die wunderbar gestylten Anwesenden. Dann auch den einen oder anderen Freund, der über den Weg lief und die letzten Neuigkeiten und Klatsch mit mir austauschte. So erfuhr ich, daß die Orbit Stage gut verkehrstechnisch angebunden sei und auch sonst interessant seien, wenn man eine kleine Stadtrundfahrt genießen wolle. Erfreulich, wenn man diese Zeit dann gut nutzen kann, immerhin mußte sie dank des wirklich tiefen Wasserstandes weiter weg andocken. Ich habe auch von niemanden sonst Klagen gehört, daß es unpassend wäre. Allerdings könne man die leere Halle vielleicht das nächste Mal nutzen, erzählten mir einige.

In der Theaterstage machten sich Ordo Rosarius Equilibrio und Letzte Instanz bereit, Legend spielte auf der Orbit Stage und ich bestaunte Apoptygma Berzerk. Wunderbare Songs u.a. Cathy‘s Song und Major Tom brachten die letzten Tanzmuffel dazu, ihre Köpfe zu bewegen und zu tanzen. Wobei ich aber anmerken muß, daß mir „She she she she shine on…“ doch ein bißchen fehlte, für mich halt der Klassiker von Apop, den ich immer noch rauf und runter hören kann. Trotz allem, genial.

Die Entscheidung für mich, welchen Abschluß Act ich erleben wollte, war schon laaaaange im Vorfeld gefallen, es war und mußte Eisbrecher sein. Die neue CD „Sturmfahrt„, die im August erscheinen wird, ist schon genau mein Geschmack und so hoffte ich, daß sie einige Stücke davon dem Publikum vorab bieten würde. „Was ist hier los?“ war dann auch der Kracher, den die Fans mitsingen durften. Nach einem „Extra für die Fans, die jetzt das Handy herausholen sollten“-Posing der Truppe, was viel Gelächter hervorrief, feierten selbst Mark Benecke und die Krupps die Band.

Viel zu schnell mußten sie Enden, die Anwohner mögen anscheinend ab 22 h keine gute Musik mehr. Zeitgleich endeten damit dann auch die anderen Hauptacts The Daniel Myer Project und Kirlian Camera und die Zuschauer suchten den Ausgang… oder die Theater Stage mit der letzten After Show Party des Festivals.

Insgesamt eine wunderbare, harmonische Veranstaltung, endlich normale Leute (ja, auch ich hab die sympathische Gothic-Oma mit Rollator gesehen, yeah, so cool wie sie möchte ich auch bleiben!), viele Gespräche mit Gleichgesinnten und eventuell viele neue Freundschaften, auch über das Amphi hinaus. Die Stimmung war phantastisch und ich freue mich schon auf das nächste Amphi, das vom 28. bis 29.7. 2018 wieder am Tanzbrunnen stattfinden wird. Vielen Dank an das Veranstaltungsteam, daß ich für Dark-Exit.net daran teilnehmen durfte!

 

Eure Luna ^v^

 

Festival-Info: M’era Luna 2017 in Hildesheim

Das M’era Luna ist jedes Jahr wieder Treffpunkt für die schwarze Szene aus ganz Europa, um ein friedliches und entspanntes Wochenende mit alten und neuen Freunden zu verbringen.

Neben den immer hochkarätigen Headlinern gehören die besondere Atmosphäre, die kurzen Wege, der Mittelaltersmarkt oder auch die extravagante Modeschau zu den Hauptanziehungspunkten für Besucher aus aller Welt. Um die 40 nationale und internationale Bands, ein umfangreiches Rahmenprogramm, Diskonächte mit Szene-DJs oder zahlreiche Verkaufsstände ziehen alljährlich 25.000 extravagant gekleidete Fans aus aller Welt an.

 

Das komplette Line-Up 2017 sieht wie folgt aus:

Korn | And One | ASP | Blutengel | Subway To Sally | Schandmaul | Project Pitchfork | White Lies | Mono Inc. | Covenant | The Crüxshadows | De/Vision | Mesh | DAF | KMFDM | Front Line Assembly | Leæther Strip | Megaherz | Solar Fake | Feuerschwanz | Ashbury Heights | Haujobb | Faderhead | Darkhaus | Tyske Ludder | Unzucht | Ost+Front | Versengold | NamNamBulu | Eden Weint Im Grab | Absurd Minds | .com/kill | She Past Away | Ambassador21 | Schwarzer Engel | The Arch | Leichtmatrose | Johnny Deathshadow | Dear Strange

Tickets: 99,- € inkl. VVK-Gebühr und 5,- € Müllpfand

Links: www.meraluna.de

Foto: Presse / FKP Scorpio

WGT 2017 in Leipzig

Wave Gotik Treffen in Leipzig: Schwarz, schwärzer, am schwärzesten

IMG 3776 -1 - Flickr - Peter.SamowZum Wave Gotik Treffen (WGT) an Pfingsten wird Leipzig für einige Tage zur Gothic-Hauptstadt – und ich bin irgendwo mittendrin. Die Stadt füllt sich mit schwarzen Gestalten aller Stilrichtungen. Aufwändige viktorianische Kleider, fantasievolle Steampunk-Outfits, Lack und Leder, Metal-Shirts, Kutten aus dem Mittelalter, klassische Waver und viele andere Schattierungen von Schwarz treffen beim WGT aufeinander.

Der Mittelpunkt des WGT befindet sich etwas außerhalb des Stadtzentrums: Es ist der agra-Treffenpark an der Haltestelle Leinenstraße. In der gefüllten Straßenbahn fühle ich mich nicht sehr wohl, doch zum Glück zeichnet sich die schwarze Szene immerhin durch große Friedfertigkeit aus: Gedrängel und Geschubse musste ich noch von keinem Gothic erleben. Am Eingang des agra-Treffenparks findet eine Taschenkontrolle statt – erst dann kann ich das große Gelände betreten. Auf den Weg zur Konzerthalle präsentiert so mancher Gothic gern sein aufwändiges Wave-, Mittelalter- oder Steampunk- Gewand. In der schwarzen Szene ist dieser Gang deshalb (mit mehr oder weniger wohlwollendem Spott) auch als Schaulaufen bekannt. Auch ich komme an vielen Fotografen vorbei, die sich unter das schwarze Volk mischen und den einen oder anderen Grufti um ein Bild bitten.

In der agra-Halle treten meist die großen Headliner des WGT auf. Den harten Klängen der Band Eisbrecher konnte ich in der Vergangenheit ebenso lauschen wie der atmosphärischen Elektronikmusik von Deine Lakaien. Gothic, Metal, Steampunk, Grufti oder Cyber-Gothic – auch hier kommen für die Musik alle gemeinsam zusammen.

2013 WGT 190 FjoergynIm Heidnischen Dorf schwankt die Laune zwischen Heiterkeit und Besinnlichkeit – je nachdem, wer gerade auf der Bühne steht. In den letzten Jahren konnte ich mit Rabenschrei feiern und mit Annwn träumen. Mittelalterliche Bands stehen hier im Vordergrund, umgeben von Buden und Ständen, die nicht nur Speisen und Getränke anbieten, sondern auch Kleidung, Schmuck und Krimskrams. Das heidnische Dorf ist oft auch ohne WGT-Bändchen für Besucher geöffnet, die dann lediglich für dieses Gelände Eintritt bezahlen. Zwischen den authentischen Gewändern, an denen selbst das Knopfloch in die korrekte Epoche passt, und Gothic herrscht keine offene Konkurrenz. Auch ohne Mittelalter-Outfit kam ich im heidnischen Dorf bis jetzt noch jedes Mal auf meine Kosten. In der Moritzbastei gab es zum WGT 2017 auch wieder einen Mittelaltermarkt.

Tiefgründigkeit und Toleranz sind zwei Wörter, die mit Gothic eng verknüpft sind. Aus diesem Grund dürfen natürlich auch kulturelle Veranstaltungen nicht fehlen. Nicht jede davon hat eine offensichtliche Verbindung zu Gothic: Zum Beispiel öffnen sich auch die Oper, die Passage-Kinos, die Peterskirche, das Ägyptische Museum, die Leipziger Kunst-Galerie und das Deutsche Buch- und Schriftmuseum für Besucher des WGT.

In der Innenstadt von Leipzig und in der Umgebung des zentralen Straßenrings tummeln sich auch in den späten Abendstunden noch schwarze Gestalten. Das Dark Flower spielt häufig Gothic, Electro und Metal, während in der Moritzbastei der Schwerpunkt oft eher auf Metal liegt.

Im Verlauf des Gothic-Treffens vollzieht sich in mir jedes Mal eine Wandlung: Am Donnerstag kann ich es kaum erwarten, mich ins schwarze Abenteuer zu stürzen. Am Freitag sehe ich allmählich ein, dass ich auch dieses Jahr nur ein Drittel der Veranstaltungen besuchen kann, die ich mir ausgesucht habe. Zum Schluss bin ich jedoch vollauf zufrieden und freue mich schon auf das nächste Jahr.

Auf bald
Eure BlackRose

Die Welt der Gothic Mode

Gothic Mode entwickelte sich seit den 1980 Jahren aus einer historischen Entwicklung verbunden mit der Musikwelt und die extravagante, dunkle, aber auch sehnsuchtsvolle Art der Kleidung beschreibt ihre Träger. Mal Viktorianisch mal Cyber oder auch Steampunk – die Welt der Gothic Mode so vielfältig wie ihre Fans.

Gothic Mode und Gothic Accessoires

Diese Mode ist eine extravagante, opulente aber auch bezahlbare Mode für Jedermann. Viele Modeinteressenten erschaffen so ihre eigenen Modelle mit Hingabe und Leidenschaft zur schwarzen Szene. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt mit ausgefallenen Accessoires und Schuhen wird jedes Outfit nochmals aufgewertet.

Dark Fashion sind u. a. Blusen, Hosen, Röcke, Korsetts und Kleider in u. a. Lack und Leder für die Damenwelt und für Männer der dunklen Szene können es Shirts, Hemden, Hosen und Jacken & Mäntel sein.

Was aber wäre Gothic Mode ohne die passenden Accessoires? Sie erst machen diese Mode perfekt. Wen du auch du Szenegänger bist, wirst du schnell feststellen, dass es tolle Angebote gibt.

Gothic Mode für Ladys und edle Herren

Das Angebot an Bekleidung ist individuell und für jeden Geschmack ist etwas dabei. Kleider, die ihren eigenen besonderen Flair verbreiten, Damenhaft und doch etwas verrucht. Ein Modell ist besonders schick, das Material ist Baumwolle und an der Taille ist es mit zwei Lagen gefertigt. Der Saum ist vorn etwas kürzer und nach hinten länger. Ein anderes Modell wieder ist ein kurz geschnittenes Trägerkleid aus Samt mit einem breiten Spitzensaum.

Wenn Du Dich für ein Modell entschieden hast, dann solltest Du auch das passende Gothic Accessoires dazu auswählen. Schmuck, Taschen und Stiefel sind immer passend zur schwarzen Garderobe. Besonders der Gothic Schmuck ist edel und aus verschiedenen Materialien. Ketten, Ringe aus Edelstahl, Zinn und Silber runden dann das Erscheinungsbild ab.

Aber auch für den edlen Herr lässt sich in der Welt des Dark Fashion so einiges finden wie Mäntel, Herrenröcke, Hemden und Westen finden. Kombiniert mit den passenden Gothic Accessoires wie Zylinder, Gehstock, Barett oder Krawatte. Auch hier gibt es keine Grenzen.

Sucht euch ruhig richtig durch die Shops, bis ihr das passende Outfit findet.

Auf bald
Eure BlackRose

FestivalUpdate: Amphi Festival 2017

XIII. AMPHI FESTIVAL 2017
22. & 23.07.2017 – KÖLN | TANZBRUNNEN

Wenn am 22. & 23. Juli 2017 erneut über 12.000 Anhänger der Gothic-Szene aus der ganzen Welt zum Kölner Tanzbrunnen strömen, öffnet das Amphi Festival zum mittlerweile 13. Mal seine Tore. Nach der gefeierten Rückkehr zur gewohnten Spielstätte im vergangenen Sommer und der Auszeichnung mit dem silbernen Stern für die 10jährige Zusammenarbeit mit dem Tanzbrunnen, schlägt das Amphi Festival 2017 inhaltlich eine Brücke zwischen Traditionsbewusstsein und modernem Zeitgeist.

Insgesamt erwarten das Festivalpublikum 42 Bands auf drei Bühnen. Darunter mit EISBRECHER und VNV NATION wieder zwei bärenstarke Headliner, bei denen sowohl die Anhänger der elektronischen Kost als auch die Fans deftiger Stromgitarren auf ihre Kosten kommen. Dies gilt ohne Einschränkung auch für das weitere Programm, welches unter anderem mit den britischen Goth-Rockern FIELDS OF THE NEPHILIM eine wahre Szene-Institution nach Köln bringt. Top-Acts wie APOPTYGMA BERZERK, COMBICHRIST, HOCICO, DIARY OF DREAMS, LORD OF THE LOST und die EBM- / Industrial-Rock-Pioniere DIE KRUPPS künden von dem stärksten Line-Up, mit dem das Amphi Festival bisher aufzuwarten vermochte.

Gleichzeitig richten die Veranstalter den Blick nach vorn. Über ein Drittel des aktuellen Programms besteht aus Künstlern, die 2017 erstmalig auf dem Amphi zu erleben sind. Darunter die schwedischen Synthipop-Shootingstars KITE, epischer Elektronikrock aus Island mit LEGEND, die britischen Postrocker ESBEN & THE WITCH und die Kölner Dreampop-Formation BOX & THE TWINS, welche am Samstagnachmittag die Bühne der MS RheinEnergie eröffnen. Wie im Vorjahr wird das Flaggschiff der KD-Flotte zum schwimmenden Spielort des Amphi Festivals und ergänzt mit umfangreichem Live-Programm (Indoor), eigenem gastronomischen Angebot und dem Sonnendeck als pittoreskem Chill-Out-Bereich die Phalanx aus Tanzbrunnen Open-Air-Bühne und Theater am Tanzbrunnen.

Natürlich dürfen für ein gelungenes Amphi Festival der Beachclub „km 689“ und die Met-Lounge auf dem Brunnen nicht fehlen. Außerdem dürfen sich Szenefans wieder auf eine ausgedehnte Händlermeile, Autogrammstunden mit den Stars und After-Show-Partys freuen.

Für alle, die sich bereits am Freitag, den 21.07., auf das kunterschwarze Treiben einstimmen wollen, ist ebenfalls gesorgt. Ab 20:00 Uhr bricht die MS RheinEnergie für Besucher mit Premium-Ticket erneut zum Eröffnungsevent „Call The Ship To Port“ auf. Die stimmungsvolle Ausflugsfahrt entlang des Rheins wartet an Bord exklusiv mit der belgischen EBM-Institution FRONT 242, NEUROTICFISH und SCHEUBER auf. Rückkehr ist ca. 00:30 Uhr. Der Vorverkauf für die Veranstaltung ist bereits weit fortgeschritten. Aktuell sind für die Teilnahme am Eröffnungsevent nur noch knapp 100 Premiumtickets verfügbar. Premiumtickets gibt es exklusiv unter www.amphi-shop.de.

Etwas später, um 22:00 Uhr, beginnt im Theater am Tanzbrunnen die offizielle Amphi Festival Pre-Party mit den DJs RONAN HARRIS (VNV NATION), CHRIS HARMS (LORD OF THE LOST), CHRIS L. (AGONOIZE) und MSTH. Tickets hierfür sind unter anderem unter www.amphi-shop.de, bei www.eventim.de und an allen bekannten CTS/EVENTIM Vorverkaufsstellen erhältlich.

Kostenlos hingegen ist das von Fans organisierte dunkelromantische Picknick „Jardin de Belle Époque“. Das Treffen beginnt bereits ca. 16:00 Uhr im Kölner Friedenspark. Die Teilnehmer werden um Einhaltung des Dresscode gebeten: Dark-Romantic, Goth, Barock, Steampunk, Uniform etc…

Weitere Infos rund um das Amphi Festival gibt es wie immer unter www.amphi-festival.de oder www.facebook.com/amphifestival.

Original Amphi Festival Wochenendtickets sowie die letzten 100 Premiumtickets für „Call The Ship To Port“ sind exklusiv im Amphi Shop unter www.amphi-shop.de erhältlich! Weiterhin sind Festivaltickets bei allen CTS/EVENTIM Vorverkaufsstellen, bei www.eventim.de, www.oeticket.com, www.ticketcorner.ch, www.eventim.nl sowie als PRINT@HOME erhältlich.

Neue CD von Eli van Pike: Herzschlag

Am 24.3.2017 erschien die EP „Herzschlag“ als musikalischer Vorgeschmack zu dem neuen Album „Welcome To My Dark Side“ der Deutsch-Amerikanischen Band Eli Van Pike bei dem Label darkSIGN Records. Diese wird am 14.4.2017 erscheinen.

Auf ihr sind das Original des Songs plus 4 Remixe – die extended Version, narcotic Elements Version, Oren Amram SynthesizeMe RMX und der VUDUVOX Remix.

Eli van Pike wurde 2016 von Thorsten Eligehausen, Marc Vanderberg und Kenneth Pike gegründet und gehört musikalisch in den Bereich Industrial und Metal. Dabei wird der Sänger Thorsten von der Sängerin Annie Meier unterstützt und zaubern so einen kraftvollen Romantic-Song.

Nun ist dieser NDH Mix nichts neues und vom Textkonstrukt klingen Eli van Pike auch ein wenig nach Rammstein, aber hier ist es ein wenig gefälliger und weniger „böse“. Vielleicht liegt es auch an der zarten Stimme Annie‘s, die den Sänger sanft umschmeichelt. Diese Kombination nimmt dem sehr besitzergreifendem Text die Härte und macht daraus ein stimmiges Liebeslied.

Gut, die extended Version ist nun ein paar Sekunden länger als das Original und ich kann nicht wirklich einen Unterschied heraushören. Die Oren Amram Version beginnt rockig, schwenkt dann aber in einen tanzbaren Pop um. Hier kann man locker seine alten Kenntnisse zum Discofox oder Hustle auspacken. (Ihr merkt, ich hab so einige klassische Tanzkurse hinter mir)

Für EBMler ist die nächste Version, der VUDUVOX Remix. Der Sänger wird dabei noch mit einem entfernten Hall unterlegt und das gibt dem ganzen etwas, das uns aus dem Weltall geschickt worden sein. Ich hatte dabei so ein bißchen Peter Schillings Major Tom im Kopf.

Der letzte RMX ist die Narcotic Elements Version. Hier wird noch eine Schippe Electronic mehr draufgelegt. Narcotic paßt absolut, man schießt sich hier in das mentale Nirwana, schwebt in anderen Sphären. Trotzdem ist die Gitarre dabei und der Genremix bleibt erhalten.

Mir gefällt am besten der Oren Amram RMX, auch wenn ich immer wieder begeistert bin, wenn es eine Band schafft, nicht stur in einer Schiene zu bleiben und sich auch mal in anderen Bereichen austobt. Vielleicht gibt es ja auch mal eine Rockabilly Version oder einen netten Country Remix?

Eure Luna ^v^
Line Up:

Thorsten ELIgehausen (Germany)
Marc VANderberg (Germany)
Ken PIKE (United States)

Fasching, Gothic und Helau…

La Katherina – sehr empfehlenswertes Make-Up, 1,5 Stunden und eine ruhige Hand, aber kaum verwischt am Ende

Gestern Nacht sind mir im Schlachthof Wiesbaden zwei Dinge aufgefallen (naja, eigentlich drei, aber ich denke, daß es gestern dort eine geile Party war, massig Leute mit guter Laune und ich viele Freunde getroffen habe, brauche ich nicht extra erwähnen. Es war wieder ein toller Abend!).

Nein, das meinte ich nicht. Denn das erste war, daß es keine explizite Faschingsveranstaltung für Gothics, Metaller und Mittelalterfreaks gibt. Ich weiß, viele von euch denken jetzt auch „Woooooos? Nee, so einen Affentanz mache ICH bestimmt nicht mit!“ Aber laßt es euch doch mal durch den Kopf gehen.

Wir sitzen doch gar nicht klischeemäßig einsam in unseren Kellern und sinnieren bei einem trockenen Merlot über die Widrigkeiten des Lebens und amüsieren uns ausschließlich nachts auf Friedhöfen. Nein, wir lachen genauso über Witze (ok, vielleicht ein dezent anderer Humor als bei Stinos) und mischen uns in Politik und das Leben ein. Eben wie alle anderen auch.

Selbst das „Verkleiden“ mögen wir ja, denn Mittelaltermärkte besuchen wir gewandet und wenn wir abends ausgehen, dann tut das doch auch seltenst einer von uns in seiner Alltagsrobe. Da gibt es dann auch mehr oder weniger das große Ausgehoutfit. Und bevor ihr mich verhaut… ja, ich weiß, daß wir das nicht als „Verkleidung“ sehen. Eher das, was wir im Alltag mimikrimäßig anlegen.

Zudem ist ja die Karnevalsszeit auch für die, die den Naturreligionen anhängen eine wichtige Zeit, wird doch traditionell der Winter aus dem Land vertrieben. Wir haben also einen Grund, da mit zu feiern, und das ohne schlechtes Gewissen.

Also, das eine haben wir jetzt abgehakt. Das zweite, das mir gestern aufgefallen ist, war, daß es supergeile Coversongs gibt. Und damit meine ich nicht nur die Cover und Remixe innerhalb unserer Szene, die mal mehr oder weniger gelungen sind und eben dann gefallen oder nicht. Nein.

 

Ich habe mich (und ich lasse mich gerne zu jedem Mist überreden, so lange niemand verletzt wird und es mir auch Spaß macht) vor ein paar Jahren mal breitschlagen lassen, einen Song zu singen. Ein Radiomoderator wollte eine Gothic-Version eines bekannten Wendler Songs (Uuuhh-Uhhhh, jetzt hab ich das böse W-Wort geschrieben!) machen und bat mich um meine Stimme. (Na gut, daß ich unmusikalisch bin, ist eine andere Geschichte, aber er wollte es und wie gesagt… ich mach da jeden Mist mit)

Tja, ich tat es (weiß aber bis heute nicht, ob er außer der Demoversion mal was weiter daran gebastelt hat). So kam mir der Gedanke, daß man doch hier auch mal was machen könnte. Gibt es Musiker, die sich da ran wagen würden? Einfach mal die Karnevalsklassiker vergothen und dann zu spielen? Weihnachts- und Geburtstagslieder im Gothic-Style gibt es doch auch, also warum keine gothischen Schunkelsongs?

 

Dann könnten wir auch eine nette Kappensitzung abhalten (natürlich nicht in Trällerbunt und Humpatäteräää), Büttenreden über unsere Szenegrößen halten und gothisch schunkeln. Statt Kamelle gibt es dann Pechkekse. Und die Kostümierungen… nun, das sei jedem freigestellt, ob er noch eine Schippe auf das normale Outfit legt oder sich in seine Ausgehrobe wirft. Man könnte sich ja auch als Band oder Schauspieler verkleiden.

Und der Narhallamarsch dann im gepflegten Rammstein-Style, das wäre doch was! Showprogramm könnten wir auch liefern, statt einem Funkemariechen haben wir das FunkeMarilynchen, das Feuer spuckt und mit Pois hantiert. Damit es wirklich funkt. Der Elferrat besteht dann aus DJs, Autoren und Tätowierern, die eben auch am Gothischen hängen.

Ich stelle mir das lustig vor (und ja, man dürfte auch schallend lachen, auch wenn es nicht ins Depri-Klischee paßt). Wir hätten unseren Spaß, der nicht ganz so stinolastig ist…

Ich wünsche euch eine gute Karnevalssession, am Mittwoch ist wieder alles „normal“,

gruftige Grüße,

eure Luna.

EP von Sündenrausch – „Schwarz wie Ebenholz“

Im Juni 2016 erblickte die EP „Schwarz wie Ebenholz“ via Crowdfunding das Licht der Welt. Fünf märchenhafte Songs produzierte Chris „the Lord“ Harms mit Sündenrausch, sprich: Kira Sinister (Vocals) und Michael Albers (Guitar, Keys, Programming) in den Chameleon Studios, Hamburg.

Die Band besteht seit 2011 – gründete sich allerdings 2013 neu als ein Songwriter – Duo. Dabei übernimmt Kira mit ihrer kristallklaren Stimme die gesanglichen Parts der deutschsprachigen Songs.

Wer nun glaubt, es handelt sich hier nur um eine kleine Garagenband, der wird genauso wie ich überrascht sein. Die beiden können sehr gut mit den „Großen“ mitspielen (und das haben sie auch, als Support von Megaherz und Heldmaschine) und ihre Zuhörer verzaubern.

Die Musik beziehungsweise die Melodien sind durchweg metallisch angehaucht, ich würde sie alla Nightwish ohne den „Bombast Orchestralen Part“ der Instrumente einsortieren. Vielleicht mache ich das auch, weil es hier Female Fronted Metal ist. Kira verzichtet aber auf diesen „opernhaften“ Sound in der Stimme, der bei den (meisten) Sängerinnen dort inzwischen typisch ist. Die Tracks sind mal härter zum Abtanzen, mal gefühlvoll und langsam romantisch zum Träumen.

Die Texte sind zauberhaft und greifen bekannte Märchenthemen partiell auf. Schneewittchen, Rotkäppchen / die sieben Geißlein, Aschenputtel… und ich vermute, ein bisschen der Zauberer von Oz (Wunderland – vom Titel hatte ich eher Alice erwartet). Nur „Winter“ kann ich nicht eindeutig einsortieren. Vermutlich ist es die „Schneekönigin“ von Hans Christian Andersen. Ist die eine bestimmte Person fort, die zu einem gehört, dann dauert der Winter ewig.

Sündenrausch blicken also dabei auf die „dunkle Seite“ der Märchen. Die Figur aus Schneewittchen (unklar, ob es die Stiefmutter oder Schneewittchen selbst ist) ist nicht süß und nett, oder das Opfer. Sie kämpft gegen ihre schwarze Seele, die aber durch den Prinzen mit dem Herz aus Gold gerettet werden kann. Mit der richtigen Person an der Seite, vermag auch die schwärzeste Seele die Welt aus den Angeln zu heben und zum Guten zu wenden.

Cinderella erwacht um Mitternacht und merkt, dass sie niemals frei war. Doch für einen einzigen Tanz soll es anders sein. In dem Moment möchte sie frei sein. Sie möchte den Fluch brechen, auch wenn es nur eine Nacht sein sollte.

Böser Wolf… hier stellt sich Sündenrausch der Frage, wer der wahre Wolf ist. Im Märchen sagt man ihm nach, er sei hinterhältig und verführt gleichzeitig den Mensch, das Mädchen. Bei den 7 Geißlein benutzt er Kreide, um sich einzuschmeicheln und die Geißlein zu blenden. Sündenrausch stellen fest, dass der Mensch generell wölfische Züge trägt und alle sich gegenseitig betrügen, ausnützen und auffressen. Wer ist also mehr Wolf? Der böse Wolf oder der Mensch?

Ihr merkt, wie sich der berühmte „Rote Faden“ durch die Songs zieht? Was sind die Motivationen und die Gefühle der Märchenfiguren? Daher will ich euch den Rest selbst entdecken lassen. Hört hinein und genießt Musik und Texte.

 

 

Anspieltip wäre „Schwarz wie Ebenholz“, aber alle Songs sind toll und sehr empfehlenswert. Hoffentlich gibt es bald sehr viel mehr von dieser großartigen Band zu hören!

Gruftige Grüße,

eure Luna ^v^