Gewinnspiel „NORD“ – Die Bekanntgabe des Gewinners

So, ihr Lieben. Bei unserem letzten Gewinnspiel verlosten wir mit Hilfe von cmm und der Band NORD die neue CD „Play Restart“. Der glückliche Gewinner durfte sich nach der Beantwortung meiner Frage darauf freuen.

Es war nicht ganz so einfach, denn Mihael und Vedran hatten eine lange Liste an Bands genannt, die sie derzeit selber auf ihrer Playlist hatten.

Und so gab es für die Beantwortung der Frage: Welche Band hören Mihael und Vedran von NORD beide? auch zwei Lösungen: Faith No More und Tool. Deshalb sind alle Einsendungen mit diesen Lösungen in den Topf gehüpft.

Und der Zufallsgenerator hat dann einen Gewinner herausgezogen, der sich über diese tolle CD freuen darf. Bei allen anderen bedanken wir uns für die Teilnahme, nicht traurig sein… das nächste Gewinnspiel mit zwei neuen CDs einer anderen Band steht schon in den Pötten. Wir freuen uns, wenn dann wieder zahlreiche Leser daran teilnehmen wollen.

So, nun lange Rede, hier kommt der Gewinner zu NORD „Play Restart“:

 

Ganz herzlich gratulieren wir Franky T. aus Berlin!

Wir wünschen dir sehr viel Spaß mit der CD!

 

cmm werden dir dann direkt die Scheibe zusenden, auch dir habe ich gerade eine Mail geschickt.

 

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Neue CD von Silver Dust: „The Age Of Decadence“

Am 23.6.17 erscheint die neue CD der schweizer Band Silver DustThe Age Of Decadence“ über das Label fastball music.

Besonders interessant ist, daß diese CD Songs in französischer und englischer Sprache enthält. Und das mit einem reizvollen Akzent. Ich persönlich kenne ja nur das Französische, das in Frankreich und Belgien gesprochen wird (und bei Letzterem mit einem Mix zum Holländischen bzw. Flämischen) und fand jetzt die „schweizer“ Einfärbung in die Sprache sehr charmant.

Die Band ist optisch im Steampunk zu Hause, macht aber durchaus ansprechenden, rockigen Metal, teilweise mit klassischen Instrumenten (Piano) oder elektronischen Elementen kombiniert. Im Song „The Age Of Decadence“ kommt sogar ein wenig das Urlaubsfeeling arabischer Länder dazu, eine Sängerin unterstützt alla Ofra Haza den Song.

Doch zu Beginn kommt mit „Welcome“ gleich ein französischer Song. Gleich einem Zirkusdirektor lädt Lord Campbell den Hörer in die Vorstellung der falschen Träume und Illusionen. Er singt, er habe den Glauben verloren und trägt nur noch den Haß in sich. Hier ist alles anders: Die Würde ist zerstört, weil die ganze Welt glaubt, jeder habe eine herausragende Rolle bei dem großen Ganzen. Es gibt hier Wesen, die Tiere, mit großem Herzen, die fast kindisch und faul versagen. Die Grand Dame Natur, die sanft, schön und fast nackt existiert. Und wir machen die Luft kaputt… und alles geht weiter. Doch er will kein Teil davon sein, will dem entfliehen…

My Heart Is My Savior“ ist ein Song gegen Religion, denn die eigene Rettung ist das eigene Herz. Wenn sie das Gift verspritzt und Blut verspritzt, bleibt das Herz das eigene Heil. (Im dazugehörigen Videoclip spielt die Band wunderbar mit dem Szenario, das auch im Dracula Film von F. F. Coppola herrscht – obwohl im Clip nicht ein einziger Vampir vorkommt…)

Der französische Song „Mort D‘Aimer“ berichtet von einem Tod aus Liebe. Im Walzertakt mit Piano wird die Geschichte erzählt: Mélissa und Georges haben sich ihre Liebe gestanden, ihre Gelübde ausgetauscht. Doch Melissa ist eine süße, geliebte Verdammte, die Engel weinen wegen ihrem surrealen Schicksal. Melissa stirbt, die Knochen ihres Fleisches beraubt; der verdammte Ring hat gewonnen… und Lord Campbell zeigt hier seine unglaubliche Variationsbreite seiner Stimme.

Im letzten Song „Forgive Me“ bittet er um Vergebung, weil sein Ende naht. Er wünscht sich, er hätte noch ein wenig mehr Zeit und ist traurig, aber nicht alleine. Eine wunderbare Acoustic-Nummer mit einer sensationellen Gesangsstimme. Das Lied sollte eigentlich getragen oder traurig sein (was man sich halt so kurz vorm Tod vorstellt), ist aber erstaunlich Lebensbejahend. Selbst die operesken Teile einer Sängerin haben etwas Leichtes und Schönes.

Ein ungewöhnliches Album mit verschiedenen Facetten, vereint aber durch die traumhafte Stimme Lord Campbell‘s.

 

Anspieltips: „My Heart Is My Savior“ und „The Age Of Decadence

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Lord Campbell – Vocal, Guitar, Keyboards, Programming
Tiny Pistol – Guitar, Backing Vocal
Kurghan – Bass
Mr. Killjoy – Drums

Carlyn Monnin – Classical Soprano Voice (Forgive Me)
David Grillon – Guitar Solo (Now We Request)

Neue CD von Pantaleon: „Virus“

Am 16.6.2017 kommt die Debüt – Scheibe der Progressive-Metaller Pantaleon Virus“ über das Label SAOL / H‘Art.

Die Band will den Metal bewegen und Komplexität, Weite und die Eleganz großer Epen mit der Eingängigkeit und der Härte geradlinig vereinen. Dabei werden die Songs auf der CD durch Patrick Sühl (von Gun Barrel) im Studio abgerundet, Live und alle weiteren Bandaktivitäten werden dann von Till Sauer als fester Sänger der Band übernommen. Nun können die düsteren apokalyptischen Songs auch atmosphärisch Live in Szene gesetzt werden.

Thematisch befassen sich die englischsprachigen Songs mit einer dystopischen Welt, in der niemand niemanden traut und jeder mit sich selber beschäftigt ist und um das Überleben kämpft.

virus“ leitet das Thema ein, melodisch ruhig und fast hypnotisch wird die Musik als Kontrast zu den Schlagwörtern des Songs eingesetzt. Panik! Panik! Und dann die Auswirkung auf die Menschen. Dazwischen dann Ansagen, daß der Virus sich ausbreitet und nicht aufgehalten werden kann… Von der Zusammenstellung erinnert mich der Song sehr an „Keeper of the 7 Keys“ von Helloween – epische Parts gewechselt mit ruhigeren und aggressiveren. Auch mit über 10 Minuten Spieldauer kommt es annähernd hin. Ein Song, der eine ganze Geschichte erzählt und den Geist entführt.

wake up“ soll die Schlafschafe wecken. Gleich Neo sollen sie die Augen öffnen und die Wahrheit erkennen. Die Geschichte, die sie glauben zu kennen, ist erlogen und manipuliert. Wenn du nicht aufwachen willst, dann bleibst du in einem von ihnen bestimmten Leben. Blicke also durch ihre Verkleidung!

the condemned“ ist die Klage, eines Mannes, der unschuldig ist. Er ist ein Bauernopfer einer tat, die er gesehen, aber nicht begangen hat. Man hat ihn genommen, anstatt den wahren Schuldigen zu suchen und nun muß er damit zurechtkommen.

march of the titans“ fängt schon episch an. Nightwish meets Pantaleon. Und die Botschaft ist einfach: Entkommt man dem Gefängnis, in das man gezwungen wurde, so werden sie einen fürchten. Wie Titanen wandern die ehemals Gefangenen über das Land und starten die Revolution. Durch nichts aufzuhalten…

Thematisch der traurigste Song ist für mich „the only one“, in dem es um einen Verlassenen geht. Das ganze Leben scheint ruiniert, von Alkohol und Kippen bestimmt, während man über die Vergangenheit grübelt. Und die Zeit heilt nicht die Wunden, schreitet nur erbarmungslos weiter, während immer nur der einzige Satz „you were the only one“ im Kopf kreist. Aber auch Lächeln nutzt nichts. Am nächsten Morgen findet er die Worte, die er niederschrieb, in seinem Herzen und schreibt den Song, der nie gehört werden wird von der / dem einen…

Diese CD überrascht immer wieder mit scheinbar altbekanntem, das dann doch anders als erwartet umgesetzt wird. So kann man nicht eine einheitliche, langweilige Schiene erkennen, bzw. einen Stil, tausendfach kopiert, auf den man die Band festnageln könnte – und das ist phantastisch! So ist die Vielseitigkeit kein Mittel, möglichst viele Geschmäcker anzusprechen, sondern eine eigene Ausdrucksweise. Auch wechselt die Spielzeit der Songs, sture dreieinhalb Minuten sind nie der Fall. Wenn jetzt mit dem neuen Sänger diese Mucke auch live so umgesetzt wird, wird es ein tolles Event. Und Pantaleon breiten sich wie ein Virus über Deutschland aus…

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Patrick Sühl – Vocals
(Till Sauer – Vocals)
Sebastian Heuckmann – Bass
Xaver Schiffels – Guitar
Kevin Kott – Drums

Konzert Buried By Resistance, Wantarea, Corbian im Elfer Club, 10.06.2017

Da leider kaum Werbung zu finden war von der Veranstaltung und sich auch im Nachhinein nicht mehr für mich nachvollziehbar ist, wie genau die Konzertplanung vorgesehen war, muss ich als erstes gleich ein wenig meckern. Überall wird man mit Werbung für Events vollgeknallt, aber gerade regionale Geschichten (die auch für Newcomer unglaublich wichtig sind), werden ausgespart. Und dann – wenn sie irgendwo veröffentlicht werden – zu früh wieder gelöscht.

Klar, man könnte sagen, was bringt  es, wenn man liest, dass gerade gestern ein Auftritt gewesen war… aber man hätte zumindest davon gelesen. Und, Bands: veröffentlicht auch euren Anteil, wenigstens auf FB sollte man mehr finden, als die Clubs oder Presse sonst berichten. Die meisten Konzertbanner erwähnen eure „Mitkollegen“ ja leider auch nicht mehr und die Zeiten (z.B. Einlass und der Beginn der Veranstaltung – nicht bloß EUREN Auftritts) fehlen leider auch öfters.

Naja, jedenfalls kann ich von dem Konzert erst ab Wantarea berichten, da die erste Band vor 20 h aufgetreten sein muß – und ich erst ab halb acht vor Ort war. Also, sorry, wenn ihr von Buried By Resistance hiermit nicht weiter erwähnt werdet.

Wantarea legten jedoch gleich zu Beginn richtig los. Laut, lauter, am lautesten rockten die 5 Darmstädter pünktlich die Bühne. Technisch gesehen, beherrschten sie ihre Instrumente, nur leider war es bei der dargebotenen Lautstärke etwas unglücklich, daß der Sänger vollkommen unterging. Er versank zwischen den Gitarren und Bass und das fand ich sehr schade, denn wenn man etwas von ihm hörte, hatte es durchaus seinen Reiz.

Zwischendurch lockerte Sänger Michael die Stimmung auf, in dem er die veganen Kekse auf dem Thresen der Bar anbot (joa… vegan, aber lecker 😉 und mit den Zuschauern scherzte. Dynamischer Metal, das trifft es aufs Wort.

Doch ich bereue es nicht, daß ich diese Band kennenlernen durfte und hoffe, unter besseren Voraussetzungen noch einmal einen Gig erleben zu dürfen.

Nach einer kurzen Umbaupause kam dann Corbian auf die Bühne, die gleich Partystimmung verbreiteten. Hier wurde das Publikum zum Spielpartner und es machte begeistert mit. Jedes Mal, wenn Julian ins Publikum sprang, machten alle seine Faxen mit. Da wurde getanzt, gepogt und gefeiert.

Und letzteres tat Julian häufiger. Ich bin ein wenig mit der Kamera geflüchtet, doch alles blieb friedlich und harmlos. Auch der Sänger Nils ging auf Tuchfühlung mit dem Publikum und schaffte so eine Basis, die vor Energie nur so sprühte. Es bot sich in der Location des Elfer auch geradezu an, da ist kein breiter Graben vor der Bühne, der die Fans und Band voneinander trennt.

Nils shoutete, growlte und screamte sich durch die Songs. So wurde zu der geplanten Setlist am Ende noch lautstark eine weitere Zugabe gefordert – die auch gewährt wurde. Doch irgendwann ist alles vorbei und die Band verabschiedete sich.

Alles in Allem war es ein gelungenes Event, gut besucht (ein wenig mehr Merch der Bands im Elfer hätte sicher auch gut getan) und nach dem Abbau kam es mit allen Bands noch zu interessanten Gesprächen, bevor die nächste Veranstaltung an dem Abend im Elfer stattfand.

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up Corbian
Gitarre: Pascal Lorenz
Gitarre & Vocals: Julian Sajak
Drums: Alexander Papadopoulos
Bass: Aron Pusic
Vocals: Nils Fehrmann

Line-up Wantarea
Michael – Vocals,
Marc – Gitarre,
Kai – Gitarre,
Yannick – Bass,
Flo – Drums

Line-up Buried By Resistance
Pavla – Vocals
Dave – Guitar
Max – Guitar & Backing Vocals
Julius – Drums
Julian – Bass

 

WGT 2017 in Leipzig

Wave Gotik Treffen in Leipzig: Schwarz, schwärzer, am schwärzesten

IMG 3776 -1 - Flickr - Peter.SamowZum Wave Gotik Treffen (WGT) an Pfingsten wird Leipzig für einige Tage zur Gothic-Hauptstadt – und ich bin irgendwo mittendrin. Die Stadt füllt sich mit schwarzen Gestalten aller Stilrichtungen. Aufwändige viktorianische Kleider, fantasievolle Steampunk-Outfits, Lack und Leder, Metal-Shirts, Kutten aus dem Mittelalter, klassische Waver und viele andere Schattierungen von Schwarz treffen beim WGT aufeinander.

Der Mittelpunkt des WGT befindet sich etwas außerhalb des Stadtzentrums: Es ist der agra-Treffenpark an der Haltestelle Leinenstraße. In der gefüllten Straßenbahn fühle ich mich nicht sehr wohl, doch zum Glück zeichnet sich die schwarze Szene immerhin durch große Friedfertigkeit aus: Gedrängel und Geschubse musste ich noch von keinem Gothic erleben. Am Eingang des agra-Treffenparks findet eine Taschenkontrolle statt – erst dann kann ich das große Gelände betreten. Auf den Weg zur Konzerthalle präsentiert so mancher Gothic gern sein aufwändiges Wave-, Mittelalter- oder Steampunk- Gewand. In der schwarzen Szene ist dieser Gang deshalb (mit mehr oder weniger wohlwollendem Spott) auch als Schaulaufen bekannt. Auch ich komme an vielen Fotografen vorbei, die sich unter das schwarze Volk mischen und den einen oder anderen Grufti um ein Bild bitten.

In der agra-Halle treten meist die großen Headliner des WGT auf. Den harten Klängen der Band Eisbrecher konnte ich in der Vergangenheit ebenso lauschen wie der atmosphärischen Elektronikmusik von Deine Lakaien. Gothic, Metal, Steampunk, Grufti oder Cyber-Gothic – auch hier kommen für die Musik alle gemeinsam zusammen.

2013 WGT 190 FjoergynIm Heidnischen Dorf schwankt die Laune zwischen Heiterkeit und Besinnlichkeit – je nachdem, wer gerade auf der Bühne steht. In den letzten Jahren konnte ich mit Rabenschrei feiern und mit Annwn träumen. Mittelalterliche Bands stehen hier im Vordergrund, umgeben von Buden und Ständen, die nicht nur Speisen und Getränke anbieten, sondern auch Kleidung, Schmuck und Krimskrams. Das heidnische Dorf ist oft auch ohne WGT-Bändchen für Besucher geöffnet, die dann lediglich für dieses Gelände Eintritt bezahlen. Zwischen den authentischen Gewändern, an denen selbst das Knopfloch in die korrekte Epoche passt, und Gothic herrscht keine offene Konkurrenz. Auch ohne Mittelalter-Outfit kam ich im heidnischen Dorf bis jetzt noch jedes Mal auf meine Kosten. In der Moritzbastei gab es zum WGT 2017 auch wieder einen Mittelaltermarkt.

Tiefgründigkeit und Toleranz sind zwei Wörter, die mit Gothic eng verknüpft sind. Aus diesem Grund dürfen natürlich auch kulturelle Veranstaltungen nicht fehlen. Nicht jede davon hat eine offensichtliche Verbindung zu Gothic: Zum Beispiel öffnen sich auch die Oper, die Passage-Kinos, die Peterskirche, das Ägyptische Museum, die Leipziger Kunst-Galerie und das Deutsche Buch- und Schriftmuseum für Besucher des WGT.

In der Innenstadt von Leipzig und in der Umgebung des zentralen Straßenrings tummeln sich auch in den späten Abendstunden noch schwarze Gestalten. Das Dark Flower spielt häufig Gothic, Electro und Metal, während in der Moritzbastei der Schwerpunkt oft eher auf Metal liegt.

Im Verlauf des Gothic-Treffens vollzieht sich in mir jedes Mal eine Wandlung: Am Donnerstag kann ich es kaum erwarten, mich ins schwarze Abenteuer zu stürzen. Am Freitag sehe ich allmählich ein, dass ich auch dieses Jahr nur ein Drittel der Veranstaltungen besuchen kann, die ich mir ausgesucht habe. Zum Schluss bin ich jedoch vollauf zufrieden und freue mich schon auf das nächste Jahr.

Auf bald
Eure BlackRose

Interview mit NORD & Gewinnspiel

Vor einiger Zeit durfte ich schon mal etwas zu der neuen CD der kroatischen Band NORD schreiben. Gleichzeitig wurde mir die Möglichkeit gegeben, den Jungs ein paar Fragen zu stellen. Hier nun das kleine Interview mit Vedran und Mihael von NORD (aus dem englischen übertragen).

Achtung! Am Ende gibt es noch eine Gewinnspielfrage, denn cmm stellen die CD „Play Restart“ der Band NORD zur Verfügung, die ich hier verlosen darf. Alles weitere dazu am Ende des Interviews!

Hallo NORD, würdet ihr euch selbst bitte mal unseren deutschen Lesern vorstellen: Wer macht was in der Band?
Vedran: Hallo deutsche Leser. Im Moment ist unser Line-up so: Mihael Prosen – Lead Vocals und Bass, Tino Margan – Schlagzeug, Ivan Jović – Gitarre, Vedran Vucković – Gitarre und wir haben ein paar Gäste und Ex-Bandmitglieder beim Album: Boja Brncic am Piano, Dorian Bogut – Gitarre, Marko Sedlak – Live-Gitarrist und das ist es mehr oder weniger im Moment alles.

Mihael: Und wir spielen so eine Art „Alternative Rock“, manchmal mehr Prog, manchmal mehr Metal, manchmal sehr atmosphärisch und melodisch.

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Mihael: Ich kenne Vedran (und Marko) mein halbes Leben lang durch die Menge an Bands, in denen wir gespielt haben. Tino haben wir via YouTube gefunden (stellt euch das mal vor!!! 😀 ) und Ivan kam erst kürzlich in das Bild. Wir trafen in einer seiner Shows, als er mit einer anderen Band spielte und wir fragten ihn, ob er Interesse habe, mit uns zu spielen. Und er hatte. Glücklicherweise 🙂 .

Vedran: Wir haben uns alle beobachtet, wie wir in den verschiedenen Bands gespielt haben und als die Zeit verging, kreuzten sich unsere Pfade und hier sind wir also.

Wieviel von der Persönlichkeit steckt in jedem von euch in eurer Musik? Könnt ihr uns Beispiele dafür geben?

Mihael: Eine Menge. Schmutziger Rock und Blues ist Vedrans Anteil, Metal kommt von Tin the Machine und die atmosphärischen Melodien und der depressive Grunge kommt von unserem immer fröhlichen und sonnenscheinigem Mihael 😉 .

Vedran: Gut, in jedem Instrument, von den heavy Drums gespielt von „Tino The Metalboy“ bis zu den Grunge Vocals gesungen von „Mihael Alice In Chains“, weiter zu den schmutzigen und punkrockigen Gitarren mit einem Hauch von Melodie und Harmonie gespielt von „Vedran No More“, so ja, du erkennst immer einen anderen Ansatz in jedem Song in jedem Instrument.

Woher zieht ihr eure Inspirationen für eure Songs?

Vedran: Aus der Luft, es passiert einfach.

Mihael: Hier gibt es keine Luftverschmutzung, eine Menge Sauerstoff. Das ist gut für das Hirn. Es ist eine Kombination aller Einflüsse, die unsere Leben bunt machen und eine Kombination der Energien in uns Vieren. Und eine Menge Sauerstoff 🙂 .

Gibt der Titel eures ersten Albums „Play Restart“ einen kleinen Hinweis darauf, daß ihr als „Veteranen“ in anderen Bands einen „Restart“ mit NORD macht?

Mihael: Nein. Nun, nicht alles davon. Es ist mehr auf die Liebe bezogen. Aber auch auf den Job und die Band. Es war eine sehr interessante Periode für mich. Wechsel, alles um mich herum. Aber es kann auch in jeden neuen Anfang transformiert werden, denke ich…

Habt einige Live – Shows für Deutschland geplant? Und wenn ja, wann und wo können wir euch live sehen?

Vedran: Gerade sind wir dabei, Shows durch unsere deutsche Agentur zu buchen, sobald es Termine gibt, senden wir euch gerne die Informationen.

Mihael: Seit 20 Jahren planen wir Shows in Deutschland, es wäre cool, wenn es endlich klappt. 🙂 Im Herbst und Winter, da sind wir ziemlich sicher, daß es soweit sein wird. Wir werden es mitteilen.

Als ich nach euch recherchiert habe, fiel mir auf, daß eure Website schwer zu finden und ausbaufähig ist. Werdet ihr noch mehr Content hinzufügen? Auch speziell für eure deutschsprachigen Fans?

Mihael: Es wird gemacht. Wir passen uns gerade der Idee an, daß es nicht nur alles über das Musik spielen und schaffen geht, sondern um alles andere. Dinge, in denen wir nicht so gut sind 🙁 , Marketing, PR, Werbung, Verstärkung und Tonnen anderer Sachen, die wir nicht so gerne haben.

Welche Künstler bewundert ihr denn selbst? Wer steht momentan auf eurer Playlist?

Mihael: Soundgarden, Massive Attack, Mastodon, Fever Ray, Tame Impala, Faith No More, Deftones, Tool, Bjork, Alice in Chains, Michael Jackson.

Vedran: The Cure, Beth Hart and Joe Bonamassa, Oasis, Inxs, GNR, David Bowie, Faith no More, Tool, Pink Floyd, Metallica, Led Zeppelin, Queen, Bijelo Dugme

Gibt es denn auch kroatisch-sprachige Songs von euch? Und wenn ja, könnte es das auf einer neuen CD mal verwirklicht werden?

Vedran: Ich glaube nicht, denn ich denke, diese Art der Musik würde auf Kroatisch nicht gut klingen und nur ca. 12 Millionen Menschen die Bedeutung dann verstehen. Wir möchten aber, daß die ganze Welt uns verstehen kann.

Mihael: Es klingt einfach nicht gut, besonders bei Hard Rock und Metal Songs. So wahrscheinlich nicht. Aber sag niemals nie.

Gibt es denn etwas, daß ihr schon immer gefragt werden wolltet? Und was wäre die Antwort darauf?

Vedran: Was benutzt ihr für eure Haare, es sieht phantastisch aus! – Nichts, ich bin von Natur aus damit gesegnet.

Mihael: Ich kann nun an nichts anderes mehr denken, ich bin nicht so wie Vedran mit gutem Haar gesegnet 🙂 . Ich würde das fragen.

Ein paar weitere Worte für eure deutschen Fans, besonders für alle „neuen“ Fans und unsere Leser?

Mihael: Gebt Frieden eine Chance und NORD 😉 .

Vedran: Hört gute Musik und wir sehen uns bald. Habt einen schönen Tag!

Vielen dank für das Interview. Ich wünsche euch das Beste. Habt eine gute Zeit!

Mihael & Vedran: Euch auch, danke für die Zeit! 😉

 

So, nun kommen wir zu dem Gewinnspiel: cmm stellt uns eine CD zur Verfügung, die du gewinnen kannst. Beantworte dazu meine Frage: Eine Band wird von Mihael und Vedran genannt, daß sie auf der jeweiligen Playlist steht. Welche Band (ist hier also doppelt genannt) hören beide aktuell gerne an?

Sende eine Email (mit dem Betreff: Gewinnspiel NORD) mit der richtigen Lösung an mich (luna@dark-exit.net). Das sollte bis zum 20.6.2017 23.59 Uhr geschehen. Alle richtigen Lösungen wandern in einen Lostopf, aus dem ich dann den Gewinner ziehen werde.

Datenschutzhinweise
Lieber Leser, selbstverständlich steht der Schutz Deiner Daten bei uns an erster Stelle. Deine personenbezogenen Daten werden ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspieles verwendet, an keinen Dritten weitergeben und im Anschluss sicher gelöscht. Wenn Du keinen Gewinn erhalten möchtest, benötigen wir keinerlei personenbezogene Daten von Dir. Sofern Du unter den glücklichen Gewinnern bist und keine postalische Anschrift bei der Einsendung angegeben hast, werden wir Dich einmalig über deine E-Mail-Adresse mit der höflichen Bitte um Hergabe einer Anschrift bitten. Du bekommst dann deinen Gewinn direkt von cmm zugesandt.

 

eure Luna ^v^

Neue CD von Blue Metal Rose: „Love And Fear“

Am 1.6.2017 erschien die digitale CD „Love And Fear“ von dem Duo Blue Metal Rose bei dem Label Phénix Noir Recordings. Die Limited CD Edition gibt es seit dem 5.5.2017.

Auf elf Tracks (plus einem Bonus) beleuchten die beiden in Englisch und Deutsch (eine wunderbare Nummer, die von einem Piano getragen wird) verschiedene Aspekte des Lebens. Alles, was Liebe und Furcht betrifft wird analysiert und besungen. Dabei beschränken sie sich auch nicht nur auf das Genre „Metal“ (der ist eher nebensächlich), sondern gekonnt fließen auch poppige und elektronische Elemente ein. Der Gesang ist teilweise opernhaft, ohne daß Alice in das übertriebene Gequietsche abdriftet. Die Songs bekommen dadurch eine interessante Note und wirken edel. Ich würde den Stil als melancholisch-elektronischen Symphonic-Pop mit leichtem Metaleinfluß beschreiben.

Doch Alice kann auch anders. Sie beherrscht ebenso gut einen fast rotzigen, wütenden Ton, der nicht nur ihre Enttäuschung über die Entfremdung eines Freundes zeigt, sondern ihn auch gleichermaßen anstumpen möchte, sein verdammtes Leben wieder in den Griff zu bekommen. Und Alice möchte ebenfalls weiterziehen und ihn am liebsten ad Acta legen, und hat sich von dem Typen gelöst. „Russisch Roulette“ hat mich in seiner Art sehr an Rosenstolz erinnert und bezaubert mich schon eine ganze Weile.

Ich merke gerade, ich springe ein wenig, aber das liegt eben daran, daß ich „Russisch Roulette“ schon recht lange auf meiner Playlist im Auto habe und immer wieder gerne anhöre.

Die CD beginnt mit „Cage Of Love – Part II“. Hier ist es sehr elektronisch und Alice beschreibt die „Ist-Situation“, ein Körper und ein Geist voller Liebe, Lust und Lügen und Verlust. Und das bringt sie dazu, ihn fortzuschicken. Lüge und Verlust sind stärker und erschütterten die Liebe. Mit einem finsteren Growl jagt sie ihn zur Hölle.

Strange Life“ ist geprägt von den Fragen und Selbstzweifeln, die einen überfallen können. Wenn ich etwas bestimmtes tue, wird es jemanden geben, der mich notfalls aus der Situation heraus holen kann? Oder muß ich es alleine richtig machen und dafür meine Hemmungen überwinden? Und da ist es egal, ob ich einen Berg bezwingen muß, oder „nur“ ohne Schuhe in den Pool springen möchte. Das Leben ist für jeden seltsam, man will mehr.

Mirror Twin“ ist für mich ein Lied über die Frage: Wer ist diese Person im Spiegel? Die Person, die wir sind, oder die, die wir sein möchten? Ist es eine Fassade, die wir allen vorspielen, indem wir anderen gegenüber behaupten, es ist alles okay mit uns… nur um Fragen auszuweichen? Innerlich wollen wir ausbrechen, unsere falsche Haut abstreifen und nicht mehr der Person im Spiegel entsprechen.

Der Song „Hope“ hat mich sehr berührt. Er startet sehr traurig und man gleitet emotional mit seinen Gedanken in eine depressive Stimmung. Doch die Hoffnung ist alles, was in der dunklen Nacht bleibt, was einen antreibt und auch wieder herauslösen kann. Ist denn alles unseren Leben nur von der Hoffnung geprägt? Hoffnung auf Liebe, Freundschaft und Zuneigung? Ich möchte hoffen, daß es da doch irgendwann mehr gibt und was „Echtes“ zurückbleibt.

Von Song zu Song läuft man weiter. Von Liebe und Lust, zu Träumen, die verwehen; über eine Frage, wie man sich entscheiden soll, bis zu einer schmerzhaften Liebe eines Paares, das nur aus trivialen Gründen beisammen ist, damit beide nicht alleine sind und die narzisstischen Gefühle bedient werden. Die Reise der Emotionen geht zu der Station Hoffnung, um dann Liebe und Furcht zu analysieren. „Fear And Pain“ dreht nun alles wieder um, ist nun alles, was bisher von Hoffnung angetrieben worden war, in Wirklichkeit allein durch den Schmerz entstanden? Oder ist der Schmerz alles, was man spüren kann, wenn sonst nichts mehr greift?

Und damit geht dann auch die Hoffnung flöten und man treibt im endlosen Meer der Hoffnungslosigkeit „Sea Of Hopeless Thoughts“. Doch ich will euch den Rest der CD selbst entdecken lassen und verrate euch nicht, wie diese Reise enden wird. Lest selbst aus den Lyrics heraus, was euch emotional berührt und stellt es in Frage.

Anspieltip: „Russisch Roulette“ und „Hope

eure Luna ^v^

Line-Up Blue Metal Rose:
Alice Schmidt – Gesang
Patrick Nevian – Piano, Programing, Mixing, Recording

Neue CD von Daveysuicide: „Made From Fire“

Schon am 24.3.2017 erschien das dritte Album der kalifornischen Band Daveysuicide Made From Fire“ über das Label Trisol Music Group.

Musikalisch sind die vier dem Alternative Metal zuzuordnen, wie man ihn ähnlich von Static-X, Marilyn Manson und Ministry kennt. Also richtig krachige Metalsongs gepaart mit elektronischen Teilen alla Rammstein (allerdings ohne das NDH), die aber auch die verschiedenen Stimmungen transportieren können. Dabei klingt Daveys Stimme sogar der von Marilyn ähnlich, trägt aber einen Zacken mehr Aggressivität in sich. Ein bißchen schärfer im Tonfall.

Er singt, screamt und RAPPT sich durch und ja, es klingt gut. Bei Rap-Parts bin ich ja immer kritisch, da das für mich keine richtige Musik ist – Rap transportiert seine Emotionen nicht durch die Stimmlage, sondern über die Texte, und da kommen bei mir Stimmfetischistin keine Feelings zu auf. Hier wird aber die Melodie der Gitarren passend unterlegt und man vermißt den Gesang nicht wirklich.

Im ersten Song „Rise Above“ nach dem Intro beschäftigen sie sich mit einem Kampf gegen das System. Gegen eine Liebschaft oder was auch immer ihr daraus herauslesen mögt. Auf jeden Fall will Davey einen Gegner bezwingen, der ihm wie ein Teufel entgegentritt. Es ist ein Preis zu zahlen und er rät, man soll besser nicht in ein Feuer springen, wenn man hofft, daß man nicht zu brennen anfängt. Ein Kampf wird immer Spuren hinterlassen.

Der Song „Too Many Freaks“ ist jener welcher, in dem ordentlich gerappt wird. Fängt er an wie der Anchor-Mann an der Freakshow, der seine Attraktion mit „kommen Sie näher, ja jetzt noch eine Runde, treten Sie näher“ anpreist und die Gäste einlädt, entpuppt sich die Zirkusshow eigentlich als die harmlose Variante. Die wahren Freaks sind draußen unterwegs, es sind die Leute, die wir im echten Leben treffen.

Torture Me“ scheint oberflächlich ein Song über Folter zu sein. Doch wenn man genau hinhört, ist es eher eine Befreiung. Wer Davey wie Alice gleich durch das Kaninchenloch folgt, wird diese Folter enthüllen, was das Dunkle auslöst. Wir sind zu stumpf, um zu fühlen, das Unrecht zu bekämpfen. Wir sind mehr wert, als wir selbst über uns denken.

Paralyzed“ ist eine Ballade über eine Lügnerin. Man möchte ihr glauben, ist aber paralysiert und starrt auf die Situation, die wie ein Schwarzweiß-Film immer und immer wieder abläuft. Wegrennen und Verstecken nützt nichts, deswegen hat sie das letzte Mal gelogen. Sie hat das letzte Mal die Gelegenheit bekommen zu lügen, denn er fühlt nichts mehr.

Devil‘s Night“ holt die Teufel an die Oberfläche. Wir rechnen mit Dämonen, die über die Straßen tanzen, alle Körper so durch die Luft fliegen, daß man nicht weiß, ob man im Himmel oder der Hölle festsitzt. Doch die Monster sind alle menschlich und sie wohnen nicht unter den Betten…

Insgesamt beschäftigen sich die 14 Tracks der CD mit den inneren und äußeren Dämonen eines Menschen und den Auswirkungen auf das Weltgeschehen. Doch sie sind in den seltensten Fällen übernatürlichen Ursprungs, sondern sitzen in den kleinen Ritzen und Hebeln, die Welt bewegen. Es gibt auch eine gute Nachricht: Bleiben wir stark und ziehen die Kraft aus dem Feuer, dem wir entstammen, werden andere brennen… (Übrigens, eine nette Anspielung auf die Bloodhound Gang Nummer „Fire Water Burn“).

Anspieltip: „Paralyzed“ und „Made Of Fire

eure Luna ^v^

Line-Up Daveysuicide:

Gesang Davey Suicide
Keyboard, Backgroundgesang, Programming Needlz
E-Bass Derek Obscura
Schlagzeug Drayven Davidson
Gitarre Niko Gemini

Neue CD von Figure Of Six: „Welcome To The Freak Show“

Am 26.5.2017 kommt die vierte Scheibe der italienischen Formation Figure Of SixWelcome To The Freak Show“ über das Label Nose Bleeding Records.

Ich habe die mp3-Version erhalten, kann also zur Ausstattung des Digipacks nichts sagen – leider auch nicht, ob die Lyrics beigefügt sind.

Harmlos fängt sie an, die Freak Show. Fröhliche Zirkusmusik und ein charismatischer Sprecher, der einlädt und das Publikum willkommen heißt „Welcome To The Freak Show“. Von harmlosem Vergnügen die skurrilen und grotesken Gestalten zu besichtigen, hüpft der Kastenteufel aus dem Zelt und das Szenario wird zur American Horror Story. Schizophrener Metal Core löst das Zirkusgeklimper ab und eindrücklich übernimmt Alessandro das Ruder. Er growlt sich durch den Song und offenbart das wahre Monster: Die Person im Spiegel. Denn das wahre „Böse“ sieht nicht so aus, es steckt in uns selbst.

Man könnte es schon fast Symphonic Metal Core nennen, was sich im zweiten Track bietet: Mit Chorgesang und einer genreübergreifenden Melodie und Instrumentierung haut der Song einem auf die Ohren. „Man In The Dark“ lauert und beobachtet ohne zu sehen, ohne zu sein.

Edward Mordrake“ beginnt mit einem harmlosen, süßen Kinderreim… um dann gewaltig ins bööööse abzudriften. Alessandro kreischt und growlt abwechselnd einem regelgerecht ins Ohr und unterstreicht den Horror eines Alptraumes alla Freddy Krüger. Merke: Kleine Mädchen, in weißem Kleidchen, nachts am Friedhof mit Baseballschläger… sind nicht friedlich und süß. Der Song ist die wahrgewordene Parallelverschiebung der Matrix.

The Tightrope Walker“ tanzt auf dünnem Drahtseil und balanciert zwischen Scream und wunderbarem Klargesang, um dann gegen das rotzige dröhnende Growlen und interessanten Dubstep Parts zu wechseln. Eine sehr interessante Mischung, die vielleicht erst nach dem zweiten Durchlauf wirkt. Aber dann richtig.

The King And The Servant“: Hier stellt sich die Frage, welche Unterschiedlichkeit bestimmt wessen Schicksal? Der Imperator fordert Huldigung, im Growl, der Klargesang beschreibt die Situation und der Diener screamt.

Ein sicher nicht ganz einfaches Album, das mit den unterschiedlichsten Stilmitteln arbeitet. Stimmlich ist Alessandro auf jeden Fall ein Hinhörer, da er die gesamte Bandbreite nutzen kann und das auch tut. Auch die Melodien sind sehr eingängig, sie krallen sich ins Ohr und verleiten zum Mitsummen. Hier wird auch mit allen Mitteln gearbeitet, Intros beginnen sphärisch, Gitarren kreischen und elektronische Parts fügen sich dem Gemisch ein. Bleiben noch die Lyrics, die man mehrere Male hören sollte. Dabei offenbaren sich dann ungewöhnliche Einsichten, die viel Raum für eigene Interpretationen lassen.

Anspieltip: „The Mirror‘s Cage“ und „Clown

eure Luna ^v^

Line-Up Figure Of Six:
Alessandro „Hell“ Medri (Vocals)
Peter Cadonici (Guitar)
Matteo Troiano (Guitar)
Stefano Capuano (Bass)
Michele Mingozzi (Keyboard)
Antonio Aronne (Drums)

Neue CD von Lichtgestalt: „Tempus Fugit“

Am 26.5.2017 erscheint das neue Album von Lichtgestalt betitelt „Tempus Fugit“ über das Label Pride&Joy Music.

Auf dem Album sind 10 Tracks in deutscher Sprache, die verschiedene Themen aufgreifen. Dabei sind sie schwungvoll und sehr gut tanzbar. Sie kreierten ihre eigene Musikrichtung: Neuen Harten Steam – deutschen Metal mit Elementen des Steam. Das sieht man vermutlich nur auf der Bühne, wenn sie die Lyrics herüber bringen, denn die Songs sind astreiner Rock / Metal. Ich bin ja sehr auf schöne Männerstimmen fixiert und Thomas hat eine ähnliche kratzige Stimme wie Subway To Sally Sänger Eric Fish, die sehr gut die Songs darbietet.

Der Song „Judas“ enthält ein Zitat, das der Bibel entnommen ist und zeigt einerseits, daß Judas stolz auf seinen Verrat, den Lug und Trug ist, und andererseits die Schuld, die er gerne wieder los wäre. Das ruhige Gewissen wäre sein sanftestes Ruhekissen, doch die Vorsehung zwingt ihn dazu, dem bösen Muster zu folgen. Er hat keine Chance, sich dem Ganzen zu entziehen.

Der Track, der dem Album den Namen gab „Tempus Fugit“ (Lateinisch für „Die Zeit flieht“), beschäftigt sich mit dem Verstreichen derselben. Welchen Weg geht der Zuhörer und mit welcher Einstellung wird er ihn beschreiten? Die Zeit selber ist gnadenlos, aber was der Zuhörer daraus macht, ist entscheidend. Und es kommt auf die innere Einstellung an, ob man nur ein Rädchen im Getriebe ist, das funktioniert, oder selbst die Regeln aufstellt.

Blutmond“ ist wieder thematisch DER Song für mich Vampirfetischistin. Er stellt sein weibliches Opfer und stellt sie. Thomas kann sich der Gier und dem Begehren nicht entziehen und muß sein Opfer erst anlocken und verführen… und dann töten.

Doch auch kritische Themen werden von Lichtgestalt angesprochen. In „Messer, Gabel, Schere, Licht“ stellt sich die Frage, wer diese gefährlichen Objekte benutzen sollte. Diese sind – nach einer Geschichte aus dem Struwwelpeter – zwar einfache Werkzeuge, aber in ungeschickten Kinderhänden unkontrollierbare Waffen. Mit dieser „einfachen“ Begründung nimmt man den Kindern diese aus der Hand, wobei man sich fragt, WER ist denn das unmündige Kind in unserer Welt? Wir oder „sie“? Und so brennen erst Bücher, dann Menschen und am Ende Welten, um die Ideen und Visionen einzudämmen. Doch die „geistig kranken“ können sie nicht für immer verschließen, denn sie selbst säen die Brände mit eben diesen Waffen immer wieder selbst und starten einen neuen Kreislauf dieses Wahnsinns.

Lilith“ ist die Mutter aller Hexen und Vampire. Nachdem sie aus dem Paradies als erste Frau Adams verbannt wurde, soll sie der dunklen Seite angehören. In dem Song ist sie zuverlässig – wenn man weiß, daß sie immer lügt, dann weiß man die Wahrheit. Ihre Liebe ist nur ein Wahn und freiwillig schenken ihr ihre Opfer alles: Die Stärke, die Kraft, den Intellekt, die Seele. Ihre Schönheit ist doch nur Fassade und das Triebmittel, um zu bekommen, was sie begehrt.

Treffen sich zwei Planeten. Sagt der eine: „Ich habe mir Homo Sapiens eingefangen.“ Sagt der andere: „Tröste dich, das geht vorbei…“ So könnte man den Song „Virus Mensch“ kurz zusammenfassen. Lichtgestalt hat erkannt, was der Mensch ist: Ein Virus, der unserer Erde nicht gut tut. Am Ende werden wir verschwinden, eine Kinderkrankheit, ein Experiment, das niemand vermissen wird. Ein bitterböser Song, der unseren Weltverbesserern nicht schmecken wird.

Alles zusammen zeichnet die Band ein Bild des Menschen, blickt in die Seele und findet verschiedene Motivationen etwas zu tun. Mal sind es innere Triebe, die den Menschen verlocken, mal sind es äußere Verführungen, dem nachzufolgen, der den größten Gewinn verspricht. Ein Album, das am Ego vieler Menschen kratzen und den Ikonen den Thron entreißen wird. Werden wir daraus etwas machen? Das Leben für alle verbessern oder wird es einfach weiterlaufen, weil wir es sowieso nicht groß ändern können? Wenn der letzte Kampf ausgefochten ist, dann wird das Leben die Fäden neu weben, unser Schicksal wird jedes Mal von uns selbst gewählt…

Anspieltip: „Böse Fee“ und „Bis mein Auge bricht“

eure Luna ^v^

Line-Up Lichtgestalt:
Thomas C. Hertz – Gesang
Der Heizzer – Gitarre
Lippmann – Bass
Brukke – Schlagzeug