Debütalbum von The Edge of Reason: „Broken but not torn“

The Edge of Reason veröffentlichten am 03.07.2017 ihr Debutalbum „Broken But Not Torn“. 2012 brachten sie schon die EP „How can I drop this mask“ heraus. 2013 folgte die Single „Prison of Terror“. Die Band kürzt sich selbst mit „TEOR„ ab. Die aus Regensburg stammende Formation überzeugt in ganzer Linie mit ihrem vorgelegten Werk. Die Musik kann als  dynamisch und energiegeladen bezeichnet werden. Auf dem Longplayer finden sich viele Themen: Liebe, Feindschaft, Alkoholsucht, Voodoo, und auch Rivalität. Es sind Höhen und Tiefen des Lebens.
Mit dem Opener „Unstopable“ legen TEOR fullminant  los. Sie starten durch. „Unstopable“ könnte auch als Motto des Albums gelten. Die Songs kennen kein Punkt und kein Komma, als dass sie jemand stoppen könnte.
Der Kampfeswille ist in allen 11 Tracks  zu spüren: „Broken But Not Torn“ (deutsch: Gebrochen, aber nicht zerrissen). TEOR wissen, was sie wollen. In „Rubber Strap“ kommt der Titel des Albums als Textbestandteil vor. In „These Pills“ geht es um eine Alkoholsucht und dem Willen, diese zu besiegen und um die Frage, ob ein Fehler wieder gut gemacht werden kann. „Loved a Liar“ ist eine Abrechnung einer Liebschaft mit einer Lügnerin. Das Motto lautet: „No third chance!“ In „Wanna give you wings“ ist ,wings als Metapher einzustufen, um die Probleme des Lebens zu lösen und Dinge zu vergessen. Quasi über den Dingen zu stehen ist der ersehnte Wille. 

In „Broken but not torn“ kommt es vor allem auf die Texte an. Die Drums peitschen die Songs nach vorne. Beim Gesang gibt es einen stetigen Wechsel Klargesang und Sreaming. Der Cleangesang dominiert dabei allerdings.

Der Longplayer ist um weiten besser als die bisher veröffentlichte Single und die EP, die auf der Homepage der Band zum Freedownload bereitstehen. Ich würde den Stil als melodischen Metal mit Rockelementen bezeichnen. Das ist Musik, die begeistert und zur intensiven Betrachtung mit den Texten animiert. Mich hat das Album innerlich bewegt.

Tracklist:

01 Unstopable

02 Is she worth it

03 Rubber Strap

04 Dog eat dog

05 Loved a liar

06 These Pills

07 Wanna give you wings

08 Still alive

09 Perpetuum mobile

10 Voodoo

11 Save me

 

Ro Seven – Vocals

Alexander Gorst – Guitar

Billy Oldboy – Guitar

Niko van Laak – Drums

Dani Schöneberg – Bass

Debüt – CD von Heterochrome: „Melancholia“

Am 4.7.17 erschien von der iranischen Band Heterochrome Melancholia“ im Eigenvetrieb. Der Download ist unter anderem über Amazon, iTunes und Bandcamp erhältlich.

Für etwa 30 Minuten entführt Heterochrome mit ihrem Female Fronted – Progressive Metal in eine Welt der Sühne und Buße in englischer Sprache und bedient sich dabei den westlichen / christlichen Motiven der Bibel. Für mich ist das etwas sehr Neues, denn aus dem Iran bzw. aus Teheran hatte ich noch keine Metal – Band auf dem Sender. Grund genug, diese CD euch einmal vorzustellen.

Cage“ ist der erste Track. Gefangen in seinem alternden Körper, verloren in den Träumen und den Verstand entgleitend, beginnt die Geschichte der Songs. Phantasievoll und melodisch schmeicheln sich die Töne in die Ohren.

Hang“ ist ein Duett. Prima umgesetzt ist die klare Stimme der Sängerin mit dem Growl des Sängers. Man spürt die Zerrissenheit, aber auch Gewißheit, daß sich in dieser bestimmten Nacht alles ändern wird. Sobald sie durch die Türe geht, wird alles anders sein. Der Teufel klingt einerseits bedrohlich, andererseits sehr verführerisch und verlockend.

Regret“ bedient sich ein wenig dem Motiv aus „One“ von Metallica, allerdings in einer Variante und längst nicht so hart. Das Instrumentalstück bringt aber dennoch genug Power mit, wenn es sich mit den ruhigeren, träumerischen Parts abwechselt.

Purgatory“ beschreibt die Reinigung der Seele im Fegefeuer. Klein und unwichtig im Weltengefüge und doch so einmalig und wichtig für das Weiterkommen in der jenseitigen Welt.

Doch das „Paradise“ ist sehr trügerisch. Die Vergangenheit verfolgt einen, überall herrscht Finsternis. Soll man glauben, was man zu sehen bekommt? Ist das die Wahrheit? Und die CD hat noch kein Ende…

Alles in Allem ein schönes Erstlingswerk, das fortgesetzt werden sollte. Wohin reist die Seele weiter, was begegnet ihr auf ihrem Weg? Wer reinhören möchte, der sei auf Bandcamp eingeladen, dort könnt ihr die Künstler auch mit eurem Kauf unterstützen. Die Stimme der Sängerin ist wirklich sehr angenehm und auch der Growl & Klargesang ihres Duettpartners kann sich durchaus hören lassen.

 

Eure Luna ^v^

 

Line-Up Heterochrome:
Mohammadreza & Mida

Neue CD von Eisbrecher: „Sturmfahrt“

Am 18.8.17 erscheint das neue Eisbrecher Album „Sturmfahrt“ als CD, Do-LP und limitierte „Sturmfahrt“-Box inkl. Bonus-Live-DVD „Eisbrecher auf der Loreley 2016“ sowie Expeditionsbrille und Metallpin-Doppeldorn, Poster und Sturmfahrt-Sticker über das Label Sony Music.

Die Vorabsingle „Was ist hier los?“ kennt man ja schon ein paar Tage, ich finde, es ist ein typischer „Eisbrecher-Song“ geworden, der ausnahmsweise sogar mal ein politisches Thema angreift. Vorzugsweise waren ja bisher partnerschaftliche Themen die große Stärke der Bayern. Also, die zwischen Mann und Frau meine ich. Aber von der Machart des Videos denkt man hier also weniger an Mann und Frau, sondern eher Trump und Putin. Oder Deutschland und die EU… oder oder oder. Aber selbst wenn man Weltpolitik wegwischt, die Nummer macht Spaß und auch live am Amphi rockten die Fans dazu ab.

Besser“ verliert etwas an dem NDH-typischen, es ist eher eine rockige Nummer, dieses Mal mit einer kuscheligen Version des Klassikers „Miststück“. War er IHR noch in dem Song ausgeliefert und kam bis zur letzten Note nicht von dem Weib los, fleht er hier gleichsam, daß SIE die Fesseln kappt, bevor es ihn zerstört. Ein Weichei, denkt ihr? Nein, eine zerbrechliche Seele trotz harter, rauher Schale. Mir gefällt der Song sehr gut, hängen doch viele harte Kerle in einer Beziehung, die sie zerstört, ohne komplett auszurasten und (verbal) um sich zu schlagen.

Der Albumtitelgebende Track „Sturmfahrt“ begleitet eine Reise in ungewisses Gewässer. Beginnt man sein Leben, so weiß man nur, daß es los geht, aber nicht, wohin der Weg führt, welche Gefahren lauern und ob einem Schönes widerfahren wird. Macht euch auf, legt Volldampf ein und reist los. Eine tolle Botschaft, die Eisbrecher hier knackig gewohnt umsetzen.

Auf „Das Boot“ war ich gespannt. Ich liebe diese Melodie, wenngleich mir der Film verhaßt ist. Sorry. Krieg und Verwüstung und dann mit Klaustrophobie in einem Uboot gefangen (und ich war in Laboe im Uboot U 995 drin!), das ist nichts für mich. Hier ist die Melodie sehr gut umgesetzt und auch die Lyrics klingen hoffnungsvoller, als der Film ausstrahlte. Global gesehen ist es eine Bitte, daß wir ALLE etwas tun müssen, denn wir haben nur diese eine Erde, können ihr (noch) nicht entfliehen und müssen mit unserem Leben und der Umwelt auskommen, damit wir uns nicht selbst vernichten. Ich wußte immer, daß gerade die NDH‘ler tiefgründiger sind, als man allgemeinhin glaubt und hier ist der Beweis.

Automat“ erinnert mich an einen Terminator oder Data aus Star Trek. Eine scheinbar seelenlose Maschine soll der perfekte Partner sein? … Passend programmiert funktioniert es vielleicht, wenn man Berechenbarkeit wünscht, aber macht es auch glücklich? Soll ein Mensch denn nur funktionieren? Verschwörungstheoretiker denken das: nicht meckern, nicht maulen, nur den Wunsch des anderen (wer auch immer das ist) folgen und dienen. Ein trauriger Spiegel der Menschheit, der hier von Eisbrecher vor gehalten wird.

Foto: © Holger Fichtner

Dazu paßt dann thematisch die Cover-Version „Eisbär“, der sich auch Eisbrecher auf diesem Album angenommen haben. Handelt das Lied doch von einem Wunsch, keine Gefühle zu empfinden, damit das Leid ein Ende hat. Die Umsetzung der Melodie ist interessant, aber ich muß gestehen, daß ich letztens bessere Varianten bei anderen Bands gehört habe. Das Cover ist zu nah an dem Original, um zu dem „Team Eisbrecher“ zu passen, außer Alex‘ prägnanter Stimme ist sonst wenig „Eisbrecher“ vorhanden. Das ist aber auch das einzige kleine Manko an dem tollen Album.

Sirenengeheul und Gitarren – so startet „Krieger“. Alex ruft seine Kampfgenossen zusammen, um gegen das System zu kämpfen. Und er motiviert auch diejenigen, die sich bisher immer „kleingemacht haben“, wenn man aus dem Nest geschubst wird, muß man kämpfen, damit Träume wahr werden können. Ein Aufschrei ist dringend notwendig, damit der Wahnsinn ein Ende hat. Die Nummer ist sehr ohrwurmig und tanzbar.

Wo Geht Der Teufel Hin“ beleuchtet eine andere Seite des „Bösen“. Eine zerrissene Persönlichkeit, der ein Herz hat und nicht mehr dem System dienen möchte, ihm aber auch nicht zu entfliehen vermag. Ganz ehrlich: diesen Luzifer möchte man nur noch drücken und knuddeln. Und liebe Männer, diese Nummer erklärt euch, warum der gute Kumpel einer Frau kaum ihr Lover wird, sondern meist das Arschloch gewinnt. Eine sehr poppige Nummer, vielleicht schon am Mainstream kratzend und daher mutig für „Eisbrecher“.

Alles in allem Eisbrecher, wie man sie gewohnt ist und liebt. Teilweise brechen sie aber auch mit alten Konventionen und stürzen sich mutig in andere Instrumentierungen und Melodien. Ein bißchen wehmütig gucke ich darauf, wie ich Eisbrecher als knallharte NDH‘ler kennengelernt habe, verstehe aber auch, daß man sich weiter entwickelt. Sonst wäre es ja auch langweilig. Und Langeweile – das kann man Eisbrecher getrost absprechen. Langweilig sind sie nicht.

Anspieltip: „Das Boot“ und „Wo Geht Der Teufel Hin

 

Eure Luna ^v^

 

Tourtermine: EISBRECHER @ STURMFAHRT 2017 
Special Guest: UNZUCHT
29. 09. 2017 Oberhausen (D) / Turbinenhalle 1
30. 09. 2017 Hamburg (D) / Mehr! Theater
01. 10. 2017 Wiesbaden (D) / Schlachthof
02. 10. 2017 Stuttgart (D) / Liederhalle – Hegelsaal
03. 10. 2017 München (D) / Zenith
05. 10. 2017 Wien (A) / Gasometer
06. 10. 2017 Dresden (D) / Alter Schlachthof
07. 10. 2017 Leipzig (D) / Haus Auensee
08. 10. 2017 Berlin (D) / Columbiahalle
10. 10. 2017 Saarbrücken (D) / Garage
11. 10. 2017 Zürich (CH) / X-tra Limmathaus
13. 10. 2017 Eindhoven (NL) / De Effenaar
14. 10. 2017 Paris (F) / Le Trabendo

Eisbrecher Line-Up:

Alex Wesselsky (Vocals)
Noel Pix (Guitar, Producer)
Jürgen Plangger (Guitar)
Rupert Keplinger (Bass)
Achim Färber (Drums)

Neues Album von Mechanical Moth: „Neverything“

Bereits seit 2002 ist die mystische Band Mechanical Moth musikalisch aktiv. In kurzer Zeit spielten sich die Darmstädter Jungs, angeführt von Texter und Songschreiber Tandrin, in die Herzen der Fans. Schon bald wurden sie ein gefragter Act in der deutschen Dark / Electro-Szene.

Bisher sind neben einigen Samplerbeiträgen und diversen Remixen fünf Studioalben entstanden, auf denen Tandrin mit verschiedenen Gesangspartnerinnen seine musikalisch düster angehauchten Songs vorträgt. Auf ihrem aktuellen Album „Neverything“ (offensichtlich ein Wortspiel aus never und everything) beschäftigt sich die Band mit der Vergänglichkeit des eigenen Seins. Mit dabei ist seit 2011 die Frontfrau Sophie.

Dabei treffen dunkle Electronica Beats auf mystische Gitarrenklänge. Deutsche Texte, inhaltlich mit Tiefgang, die im stimmlichen Wechsel harmonisch wirken. Mit „Neverything“ gelingt dem charmanten Duo eine Aneinanderreihung von dreizehn Songs mit der Bezeichnung: dunkle Extraklasse! Erschienen ist die CD bereits am 26.05.2017 beim Label Scanner (Broken Silence).

Der Opener „Arise“ schafft einen ersten Einblick in die Welt der Band, ohne dabei zu viel zu verraten. Wummernde (Techno-) Beats untermauern den Titel. Im zweiten Song „Schwarzes Pack“ nimmt man die schwarze Szene und ihre „Besonderheiten“ auf die Schippe, um diese dann wieder gekonnt abzusetzen.

Anschließend folgt „Tumbling Leaves“ mit melancholischen Einflüssen. Diese befinden sich natürlich mehr oder weniger auf der ganzen Platte, das lässt sich in diesem Genre wohl kaum vermeiden. Mit „Abendrot“ beschreibt der Sänger mit seiner markanten Stimme drohende Gefühlskälte, nachdem der Tag vergangen ist.

In „Nothing Prevails“ könnte man den Eindruck gewinnen, dass hier etwas „poppiger“ arrangiert wurde. Der Song könnte durchaus als reiner Rock durchgehen. Mechanical Moth können ihre Musik also auch ohne Electro vortragen, oder zumindest mit sehr viel weniger davon. Hinter „Herzbeben“ könnte man Herzschmerz vermuten, in Teilen trifft das auch zu. Der Song beschreibt das was bleibt, wenn die Liebe geht.

„House of Glass“ plätschert mit gewohnt düsterer Stimmung etwas vor sich hin. In dem Lied „Tanz der 1000 Schnüre“ geht es im wahrsten Sinne des Wortes um Puppen und Marionetten. Es dürfte der mit Abstand ausgefeilteste Inhalt auf dem Album sein. Mahnend und warnend heben Mechanical Moth die Gleichschaltung der Gesellschaft hervor und schrecken nicht davor zurück unangenehme Wahrheiten offensiv auszusprechen.

Bei „Runaway“ möchte man offensichtlich einfach nur weg, das Ziel bleibt jedoch offen. In „Gefallene Engel singen nicht“ werden ganz klar die Härten des Lebens angesprochen, und das man sie gefälligst anzunehmen hat. Der Song „Dein Spiel“ durchleuchtet das Thema Freundschaften. Irgendwann fliegt halt jedes falsche Spiel auf.

Mit „Flug unter den Sternen“ wird es noch einmal sentimental, entweder man ist zusammen oder eben alleine. Das Outro schließt dann mit „Suicide Note“. Hier bleiben keine Fragen offen – das geht direkt in die schwarze Seele!

Mein Fazit: Electro ist ein Bestandteil von Mechanical Moth, allerdings besteht die Band aus ganz vielen Bestandteilen. Somit könnten sie eigentlich aus dem Vollen schöpfen. Nicht immer nutzt die Band ihre volle Bandbreite. Auf diesem Album geht es düster, aber nicht verbittert zu. Gerade die markante Stimme des Sängers trägt zu einem eindrucksvollen Auftritt bei.

Wer Dark Wave mit Electro und Hard Rock/Metal Passagen liebt, wird hier fündig. Für eingefleischte Fans dürfte dieses Album sowieso Pflicht sein. Alle anderen sollten vor dem Kauf kurz rein hören – ansonsten bleibt das Album vielleicht hinter den eigenen Erwartungen zurück!

Auf bald
Eure BlackRose

Line-Up:
Gesang, Texte, Grafik, Instrumente: Tandrin
Gesang, Texte : Sophie

Bestellbar bei Amazon!

Debüt CD von XtortYa: „XtortYa“

Am 31.3.2017 erschien das erste Album der Australier XtortYa XtortYa“ über das Label Bleeding Nose Records / Soulfood.

Eine für mich vollkommen schräge Mischung präsentiert sich hier auf dem Album: Metal-Rap. Rap – eine Musikrichtung die sich mir eher weniger erschließt, da wenig Emotionen in den Lyrics über die Stimme transportiert werden, man arbeitet bei Rap eher mit den Texten, statt Melodien – ist hier kombiniert mit harten Gitarren. Wer also typischen Lulli-Rap über ach so böse Gangstas und ihre getunten Proll Autos und dabei wackelnde (twerkende) Hintern knapp bekleideter Frauen in einem Videoclip erwartet… der wird glücklicher Weise enttäuscht werden.

Nein, hier klingen die Sounds wie Korn, Limp Bizkit und Bullet For My Valentine. Hart. Zungenfertig sind Ian und Darren ebenfalls wie Eminem (und da kam ich auch kaum hinterher, damals, als ich noch jung war… aber ich mochte ihn).

Insgesamt also eine Mischung, die durchaus interessant ist. „Can‘t Take This“ ist ein eher ruhiger Song, der sich aber rasch steigert. Hier rückt die Melodie eher in den Hintergrund, bietet aber doch genug Kraft, um den Zuhörer im Takt hüpfen und die Haare schütteln zu lassen. Man sieht das Publikum förmlich vor dem geistigen Auge als Einheit springen. Doch auch interessante Elemente (Klargesang neben dem Rap, Ansagen wie durch ein Megaphon plus der Kinderchor) würzen den Song.

My Say“ startet sphärisch alla Jean Michel Jarre. Ernsthaft. Doch Drums und Gitarren setzen bald ein und führen die Klänge metallisch fort. Hier kommt dann auch noch eine kräftige Portion Dubstep zu dem Gesang/Rap.

Crazy“ ist fast eine klassische Nummer – hier höre ich eine Geige/Violine neben den Gitarren – und daher etwas ruhiger. Könnte man schon fast „Ballade“ nennen, trotz der härteren Parts. Obwohl es komplett anders ist, hatte ich das Video von Guns‘N‘Roses zu November Rain vor Augen.

Daß sie sehr sanft werden können, beweisen sie mit dem – ja, schon fast Akustik – Song „For You“. Hier schmilzt die Stimme des Sängers sanft in den Ohren… und wer könnte da widerstehen?

Mein Fazit: Ich war skeptisch: Metal und Rap? Verträgt sich das? Und nach dem Anhören kann ich sagen: Ja. Hier wird nicht stumpf in einer Tonlage der Text (bei den „Stino“ Rappern ja vorzugsweise über Nutten, Koks und „geile getunte Karren“) heruntergerattert, sondern mit kleinen Parts des Klargesangs verknüpft bilden sich dynamische Duette, die von einer ebenso interessanten Melodie untermalt werden. Gerade die unterschiedlichen Einflüsse machen die 13 Tracks lebendig und lassen den Zuhörer nach mehr hungern. Für ein Live-Konzert verspreche ich mir da sehr viele Möglichkeiten, diese Songs lassen sich auf Scheibe zu Hause ebenso genießen, wie in einem schwitzenden Mosh Pit bei einem Gig. Und die Lyrics drehen sich vollkommen um andere Themen, als oben genannte Rap-Song-Thematiken.

 

Anspieltips: „For You“ und „Bullet Holes And Broken Bones

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Ian – Vocals
Darren – Guitar, Vocals
Simon – Drums
Aaron – Bass
DJ B-Rad – Samples/Scream

Debüt CD von Firesphere: „Requiem“

Am 2.6.2017 erschien das Album der amerikanischen Konzeptband Firesphere: „Requiem“ über das Label darkSIGN-RECORDS.

Diese Band ist ungewöhnlich, denn es ist eine Konzeptband – hier wurden die Mitglieder mit einer bestimmten Vergangenheit „rekrutiert“, die sich auch in den Musiktracks und der Live-Show widerspiegelt. Damit folgt man dem Konzept der japanischen Visual-Key-Bands, in denen Musik mit einer Background-Geschichte (bzw. dem CosPlay) verschmilzt und verknüpft. Musikalisch bewegt sich Firesphere im Industrial-Rock-Metal Bereich mit Einflüssen von Techno und soundtrackartigen Elementen. Allerdings sehr im balladesken Bereich und nicht knüppelhart.

Mit „Requiem“ wird das Album eingeleitet – es beginnt sphärisch, als verschmelzen christliche Mönchsgesänge mit japanischer Folkloremusik, und ein „Ooooooommmmmm“ zieht sich durch den Track. Quasi eine Vorstellung der Figuren „Priest“ und „Rosemary Butterfly“, die beiden Sänger der Band.

Silent Darkness“ klingt dagegen schon fast wie ein Schubs in Richtung indianische Musik, getragen von einer klaren Gesangsstimme Mme Butterfly‘s. Sehnsüchtig, verträumt und doch spürt man die Hitze der Wüste. Sie singt von einer tiefen Liebe, die sie empfindet, aber laut ihrer Biographie noch keinem Wesen schenken durfte – bevor sie Priest begegnete und sie sich als gegenseitigem Part ihrer Seelen erkannten…

Mit dem Song „In The Silence“ antwortet ihr Priest. In der Stille wird sie ihn hören, in der Dunkelheit ihn sehen. Und sie werden Seite an Seite für immer zusammen bleiben. Kitschig? Nein, das wünscht sich doch jeder, daß jemand da ist, der ein „Für Immer“ noch als das ansieht, was es bedeutet. Es ist somit auch eine Botschaft, an die Wegwerfgesellschaft, die bei kleinen Fehlern gleich nach einem besseren Ersatz sucht.

Track 7 „Release Me“ kommt mir erstaunlich bekannt vor… Musicmaniacs: helft mir mal, woher kennen wir diesen Song? Nichtsdestotrotz, eine schöne Umsetzung eines bekannten Themas!

Der Instrumentale Song „Fate“ wirkt nur über die Musik, während sich über alle anderen Songs eine Geschichte über Liebe und Ewigkeit aufbaut. Es mag sein, daß die Texte auf die Dauer für einen eingeschworenen Metalfreak irritierend wirken können. Aber es ist auch ein wunderbares Album, wenn man gerade frisch verliebt ist, oder davor steht, die Liebe seines Lebens zu finden. Mir geht es jedenfalls so. Einfach träumen, daß der oder die Richtige da draußen irgendwo wartet und gefunden wird und man dann in einer eigenen kleinen Insel der Romantik und Liebe abtauchen kann.

Das ist auch mein Fazit für dieses Album: Vielleicht nicht ideal, wenn man gerade vor einer zerbrochenen Liebe steht und die Welt und den/die Ex verdammt, aber im anderen Fall: passende Musik für vertraute Stunden zu zweit. Und mit den Figuren und deren Geschichten zusammen betrachtet: ein Hoffnungsschimmer für alle, die glauben, daß ihre eigene Liebe vor unüberwindlichen Hindernissen steht.

 

Anspieltips: „Calling Me“ und „Come With Me

 

eure Luna ^v^

 

Anmerkung: Da diese Konzeptbands in Deutschland noch sehr ungewöhnlich sind, habe ich hier die Geschichte der Figuren und hier die Lyrics verknüpft. (Website Content in englischer Sprache)

 

Band Members:
Priest – Vocals
Rosemary Butterfly – Vocals + Keyboards

THE MESSENGERS
Blacksmith – Guitar
Roadblock – Guitar
Tsukime – Keyboards
Asmodeus Stone – Bass
Mason – Drums

Neue CD von TraumeR: „The Great Metal Storm“

Am 30.06.2017 erscheint in Deutschland die Power-Metal CD der brasilianischen Formation TraumeR The Great Metal Storm“ via Fastball Music.

Bisher war das Album nur in den USA und Japan erhältlich, nun wird es mit zwei Bonus Tracks (in Akustik Version) in Europa neu aufgelegt. Die Band legte Wert darauf, daß sich Balladen und Songs mit Wiedererkennungswert zu einem harmonischen Gesamtbild formen.

Nach dem kurzen, atmosphärischen Intro „Phantasia“ schließt sich der Albumtitelgebende Track „The Great Metal Storm“ an und zeigt die Marschrichtung der Band an. Dynamisch, kraftvoll und mit einer sehr eingängigen Melodie.

Pandora“, die sagenhafte Hüterin der Büchse, ist das Thema des Songs. In der griechischen Mythologie wird diese Büchse geöffnet und alles schlechte strömt in die Welt, bevor sie wieder verschlossen werden kann. Alleine die Hoffnung bleibt in der Dose zurück. In dem Song, als eine Frau dargestellt, die persönlichen Wahnsinn bringt, aber auch genug Licht und Wahrheit in sich trägt, um ihn zu beenden.

Close Your Eyes“ ist eine Ballade. Ein trauriger Text, der sicher den einen oder anderen Verlassenen ansprechen wird. Mit einer großen Portion Hoffnung, daß alles wieder gut werden wird und die Träume wahr werden. Wunderbarer Herzschmerz und genau richtig, live die Feuerzeuge zu zücken und hochzuhalten (oder geht das heutzutage mit der Taschenlampenfunktion der Smartphones?).

In „Nights Of Babylon“ wird es fast Metallpoppig, aber sehr sehr tanzbar.

Don‘t You Cry“ ist wieder eine Ballade. Sehr gefühlvoll tröstet sich Guilherme Hirose selbst und die Verlassene mit seinen Worten. Wenn aller Schmerz und die Wunden Vergangenheit sind, bleiben die schönen Erinnerungen. Wäre schön, wenn es im Leben wirklich so wäre und man nicht mehr weinen müßte.

Ich weiß nicht, warum ich besonders die Balladen und balladesken Songs der CD so mag. Die Texte passen einfach (auch wenn hier eine Symbolik verwendet wird, die sich nicht gleich erschließt). Viele biblische und mythologische Motive verschmelzen so zu einer tollen Einheit, die einen berührt. Irgendwie schaffen sie es, Hoffnung und gute Stimmung zu verbreiten, und das braucht die Welt, finde ich.

 

Anspieltips: „Eleazar“ und „Ride My Way

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Guilherme Hirose – Vocals
Fabio Polato – Guitar
Felipe Santos – Drums
Regis Lima – Bass
Nelson Hamada – Keys

Debüt-CD von Pleasureagony: „Pleasureagony“

Schon am 10. März 17 erschien die CD der Stuttgarter Pleasureagony mit dem Titel „Pleasureagony“ über das Label Fastball Music.

Pleasureagony vereinen zahlreiche Metal- und Stilrichtungen in ihrer Musik. Auch mit der Stimme glänzt Sänger Valentin, denn seine Songs wechseln zwischen rauhen Growls, energischem Shout und der Klargesang ist eher düster und melancholisch.

So startet der erste Track „Aged To Perfection“ mit heulenden Sirenen und später mit rhythmischen Gitarren, bevor eine Melodie einsetzt. Die Lyrics laden ein zum Mitsingen, auch wenn man den Text nicht kennt. Wenn man denkt, man sei zur Perfektion gereift und doch am selben Fehler scheitert und sich für einen vollkommenen Verlierer hält. Doch Hilfe wird kommen…

Ein knurriger Einstieg gefällig? Das bietet „Face The Mask“, und hier zeigt sich auch die geschmeidige Variante des Klargesangs – mit zwischendurch gegröhlten Passagen. Thematisch würde ich sagen, beschäftigt sich der Song mit Drogen und deren Auswirkungen. Wobei alleine schon das Leben selbst eine Droge ist, das beendet werden wird.

Da denkt man, man hat die Ballade auf der CD gefunden… und dann knallt „Clash With Truth And Lies“ doch wieder rein. Zwischen den Parts, an denen Valentin einem Parolen auf die Ohren brüllt, kommt die Gitarre immer wieder melodisch zum Einsatz.

Aber ich hab sie schnell entdeckt: „Prelude“ eine ruhige Akustiknummer, bei der der Sänger einmal absolut unverzerrt und klar singt. Und der Mann hat eine Stimme! Ich habe mich an Jyrki oder Beloved Enemy erinnert gefühlt. Dieser Song hat echt Gänsehautpotential, der auch auf den wilden Growl/Shout/Scream- Mix der anderen Songs verzichtet. Absolut mein Favorit!

Eine „klassische“ Rocknummer verbirgt sich hinter „It‘s My Nature (But I Don‘t Give A…)“. Natürlich mit Scream aufgepeppt. Die kann aber wirklich entspannt in einem Rockschuppen laufen und lädt zum Headbangen ein.

Eine CD, die mit gut 80 Minuten Laufzeit Erstaunliches bietet und in die man mal reinhören sollte. Gerade die ruhigen Nummern gehen ans Herz und zeigen, welche Kraft in der Stimme Valentins liegt.

Ich habe einen kleinen Kritikpunkt an dem Artwork der CD (normalerweise etwas, das für mich eher nebensächlich ist, weil es mir um die Musik geht): Die schwarzweiß Fotos der Lost Places sind richtig schön, allerdings ist die rote Schrift der Lyrics künstlerisch ein wenig verwackelt – und damit ein bißchen schwer zu entziffern.

 

Anspieltips: „Walk Beside Me“ und „Prelude

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Dennis Schäfer – Bass
Andy Bauer – Guitars
Valentin Saitarly – Vocals
Kai Ruthardt – Drums

 

Pleasureagony Live:
Jul 21 Club Zentral Stuttgart, Germany

Gewinnspiel „NORD“ – Die Bekanntgabe des Gewinners

So, ihr Lieben. Bei unserem letzten Gewinnspiel verlosten wir mit Hilfe von cmm und der Band NORD die neue CD „Play Restart“. Der glückliche Gewinner durfte sich nach der Beantwortung meiner Frage darauf freuen.

Es war nicht ganz so einfach, denn Mihael und Vedran hatten eine lange Liste an Bands genannt, die sie derzeit selber auf ihrer Playlist hatten.

Und so gab es für die Beantwortung der Frage: Welche Band hören Mihael und Vedran von NORD beide? auch zwei Lösungen: Faith No More und Tool. Deshalb sind alle Einsendungen mit diesen Lösungen in den Topf gehüpft.

Und der Zufallsgenerator hat dann einen Gewinner herausgezogen, der sich über diese tolle CD freuen darf. Bei allen anderen bedanken wir uns für die Teilnahme, nicht traurig sein… das nächste Gewinnspiel mit zwei neuen CDs einer anderen Band steht schon in den Pötten. Wir freuen uns, wenn dann wieder zahlreiche Leser daran teilnehmen wollen.

So, nun lange Rede, hier kommt der Gewinner zu NORD „Play Restart“:

 

Ganz herzlich gratulieren wir Franky T. aus Berlin!

Wir wünschen dir sehr viel Spaß mit der CD!

 

cmm werden dir dann direkt die Scheibe zusenden, auch dir habe ich gerade eine Mail geschickt.

 

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Neue CD von Silver Dust: „The Age Of Decadence“

Am 23.06.2017 erscheint die neue CD der schweizer Band Silver DustThe Age Of Decadence“ über das Label fastball music.

Besonders interessant ist, dass diese CD Songs in französischer und englischer Sprache enthält. Und das mit einem reizvollen Akzent. Ich persönlich kenne ja nur das Französische, das in Frankreich und Belgien gesprochen wird (und bei Letzterem mit einem Mix zum Holländischen bzw. Flämischen) und fand jetzt die „schweizer“ Einfärbung in die Sprache sehr charmant.

Die Band ist optisch im Steampunk zu Hause, macht aber durchaus ansprechenden, rockigen Metal, teilweise mit klassischen Instrumenten (Piano) oder elektronischen Elementen kombiniert. Im Song „The Age Of Decadence“ kommt sogar ein wenig das Urlaubsfeeling arabischer Länder dazu, eine Sängerin unterstützt alla Ofra Haza den Song.

Doch zu Beginn kommt mit „Welcome“ gleich ein französischer Song. Gleich einem Zirkusdirektor lädt Lord Campbell den Hörer in die Vorstellung der falschen Träume und Illusionen. Er singt, er habe den Glauben verloren und trägt nur noch den Hass in sich. Hier ist alles anders: Die Würde ist zerstört, weil die ganze Welt glaubt, jeder habe eine herausragende Rolle bei dem großen Ganzen. Es gibt hier Wesen, die Tiere, mit großem Herzen, die fast kindisch und faul versagen. Die Grand Dame Natur, die sanft, schön und fast nackt existiert. Und wir machen die Luft kaputt… und alles geht weiter. Doch er will kein Teil davon sein, will dem entfliehen…

My Heart Is My Savior“ ist ein Song gegen Religion, denn die eigene Rettung ist das eigene Herz. Wenn sie das Gift verspritzt und Blut verspritzt, bleibt das Herz das eigene Heil. (Im dazugehörigen Videoclip spielt die Band wunderbar mit dem Szenario, das auch im Dracula Film von F. F. Coppola herrscht – obwohl im Clip nicht ein einziger Vampir vorkommt…)

Der französische Song „Mort D‘Aimer“ berichtet von einem Tod aus Liebe. Im Walzertakt mit Piano wird die Geschichte erzählt: Mélissa und Georges haben sich ihre Liebe gestanden, ihre Gelübde ausgetauscht. Doch Melissa ist eine süße, geliebte Verdammte, die Engel weinen wegen ihrem surrealen Schicksal. Melissa stirbt, die Knochen ihres Fleisches beraubt; der verdammte Ring hat gewonnen… und Lord Campbell zeigt hier seine unglaubliche Variationsbreite seiner Stimme.

Im letzten Song „Forgive Me“ bittet er um Vergebung, weil sein Ende naht. Er wünscht sich, er hätte noch ein wenig mehr Zeit und ist traurig, aber nicht alleine. Eine wunderbare Acoustic-Nummer mit einer sensationellen Gesangsstimme. Das Lied sollte eigentlich getragen oder traurig sein (was man sich halt so kurz vorm Tod vorstellt), ist aber erstaunlich Lebensbejahend. Selbst die operesken Teile einer Sängerin haben etwas Leichtes und Schönes.

Ein ungewöhnliches Album mit verschiedenen Facetten, vereint aber durch die traumhafte Stimme Lord Campbell‘s.

 

Anspieltipps: „My Heart Is My Savior“ und „The Age Of Decadence

 

Eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Lord Campbell – Vocal, Guitar, Keyboards, Programming
Tiny Pistol – Guitar, Backing Vocal
Kurghan – Bass
Mr. Killjoy – Drums

Carlyn Monnin – Classical Soprano Voice (Forgive Me)
David Grillon – Guitar Solo (Now We Request)

Bestellbar bei Amazon!