Neue CD von Bloody Dead And Sexy: „Crucifixion Please!“

Am 26.5.2017 erschien von den deutschen Bloody Dead And SexyCrucifixion Please!“ über das Label Alice In…

Musikalisch bewegt sich die Band im Gothic/Punk/Death-Rock. Also richtig ordentlich oldschool. Mit jaulender Gitarre und klagendem Gesang schwingt man sich richtig depressiv ein und sinniert über die guten alten Gothzeiten, in denen man noch über weltbewegende Themen mit einem Glas Wein im dunklen Raum sinnierte und nicht den neuesten Katalog von XY wälzte, um sich das stylishste Outfit für das nächste Festival auszusuchen.

Sick 6 Minutes“ ist so ein klagender Gesang, der sich mental über die Ohren ins Kleinhirn schraubt und sich festhängt. Fast psychodelisch kratzt er sich ins Gehirn und man hat nur noch den Wunsch, es der Bitch so richtig zu zeigen. Wer dann noch behauptet, die Sonne mache albern, der hat das Thema „Gothic“ irgendwie falsch verstanden.

The Rose Red Bloody Stage“ hat schon fast etwas Bluesartiges. Gleichzeitig tanzt vor dem Inneren Auge Salma Hayek mit ihrer Python auf dem Tisch von George Clooney, während draußen der Türsteher sämtliche Pussy-Varianten im Titty Twister anpreist… Yeah, ein so richtiger böser Song, sinnlich und gemein. Und ich schau mich gerade um, ob sich schon ein Reißzahnträger geoutet hat.

Hey Ho Armageddon“ kurzer knapper Text, überraschend mit einer kleinen deutschsprachigen Einlage neben dem lasziven Gestöhne einer Frau. Dieser Song ist eher ein Kunstwerk und sehr interessant, wie aussagekräftig so ein paar Zeilen Text sein können.

Als letzten Song hab ich mir „Candy Box“ herausgepickt, hier gefällt mir besonders die Musik. Das Leben ist eine Schachtel voller Süßigkeiten, wenn man richtig auswählt. Es gibt auch Mißgriffe, aber dann erwischt man wieder eine Leckerei. Absolut treffend.

Fazit: Diese Band legt mehr wert auf musikalische Klangbilder, baut über 17 Tracks Kunstwerke, bei denen das Kopfkino getrost angeworfen werden kann. So kann der Geist auch einfach mal entspannen und vor sich hindämmern, ohne daß er über weltpolitische Themen, die Liebe oder das Leben im Allgemeinen grübeln muß. Sehr tanzbarer Sound für die Clubs die eine wirkliche Gothic-Retro-Nacht anbieten wollen. Psychodelischer Death-Rock Guide, das trifft es im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Anspieltips: „Candy Box“ und „One By One

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:

Gesang – Rosa Iahn
Gitarre – Matias 13
Bass – Tim Schande
Schlagzeug – Björn Henningson

Debüt EP von Scherbentanz: „Reflektion“

Am 17.5.17 erschien von der Regensburger Band Scherbentanz das Debüt „Reflektion“ über das Label Spinnup.

Auf 5 Tracks präsentieren sie NDH Sound verknüpft mit gothischen Themen. Wobei Scherbentanz hier verzichten einen weiterer Rammstein-Klon zu sein und etwas eigenes schaffen. Durchaus hart im Klang, aber ohne Einsatz übermäßig elektronischer Untermalung. Das einzig „typisch“ verbindende ist die getragen – pathetische Stimme des Sängers Dominik mit dem rollenden „R“. (Was aber, da die Band aus Regensburg stammt eher „normal“ ist und auch dem Dialekt bedingt gezollt werden kann.)

Der erste Track „Scherbentanz“ beschäftigt sich mit der Vergangenheit und ihren Auswirkungen. Wir (Gothics) halten an dem Alten fest, tanzen lieber auf den Scherben, als alles abzureißen und neu aufzubauen. Risse werden gestopft und geflickt – ein Song, der gegen die Wegwerfmentalität der Gesellschaft angeht. Das ist ein Thema, das mir sehr behagt, denn gerade die moderne Welt kittet nichts mehr und frönt nur noch dem Konsum, der uns früher oder später zerreißen wird. Oder haut es uns irgendwann die geflickten Brocken um die Ohren?

Die List“ zeigt die falsche Fassade. Hinter einem wohlgefälligen Äußeren verbirgt sich das Hässliche und Böse der Göttin. Man sollte nie davon ausgehen, dass der Mensch, der sich wunderbar gibt und optisch toll aussieht auch wirklich bei näherem Kennenlernen auch ein wertvoller Mensch ist. Besonders nicht, wenn es diese Person sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, selbst ihre Illusion zu glauben.

Wie sich das moderne Leben auf den Menschen auswirken kann, wird in „Ausgebrannt“ besungen. Immer am Kämpfen, immer das Ziel und das Soll erfüllen, erschöpfen und fressen die Seele auf. Wenn man selbst seine leeren Flecken im Termin-Kalender mit Aktivitäten vollstopft, zerbricht man. Die Erkenntnis, dass man nur ein Leben hat und zurückschalten sollte, kommt zu spät.

Eine kleine, feine EP mit interessanten Einsichten. Dabei mit ansprechenden Texten, die absolut nicht kryptisch verschlüsselt abgefasst sind, aber durchaus einen pathetischen Vortrag darstellen. Die Melodien haben ein großes Mittanzpotential, eignen sich aber zugleich als Background Musik an einem netten Clubabend. Auch ist der Einsatz von elektronisch verzerrten Klängen vorhanden, aber nicht übermäßig oder übertrieben. Als Anspieltipp hätte ich hier „Kinder der Erde“ – das Zusammenspiel von hartem Metal mit dem zarten, ruhigen Piano ist sehr gelungen.

Eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Dominik Franciosi – Vocals
Florian Stangl – Guitar
Virgil Fenzl – Keyboards, Synthesizer
Jürgen Schäfer – Drums
Dirk Wendler – Bass

 

Scherbentanz live:
2.12.17 Osterhofen, zum Haber

Bestellbar bei Amazon!

Interview mit Pantaleon (plus Gewinnspiel)

Ich durfte jetzt Pantaleon zu einem Interview bitten. Die Band stellte sich gerne meinen Fragen und hat am Ende auch eine an euch. Wenn ihr diese richtig bis zum 24.7.17 beantwortet, dann könnt ihr eine der beiden CDs „Virus“, die mir von cmm zur Verfügung gestellt wurden, gewinnen! Weiteres dazu am Ende des Interviews!

 

Hallo ihr von Pantaleon. Stellt euch doch bitte mal vor und sagt, wer für was in der Band zuständig ist.

Till: Hallo! Wir sind zu viert: Kevin an den Drums, Sebastian spielt Bass und ist für das Songwriting verantwortlich, Xaver kümmert sich um alles gitarristische und ich bin als Sänger dieses Jahr dazugestoßen.

Erzählt doch ein wenig zu der Bandgeschichte… wie habt ihr euch kennengelernt?

Kevin: Sebastian habe ich über eine Coverband kennengelernt, in der wir mit unserem ehemaligen Sänger Patrick zusammen spielten. Zusammen haben wir dann Pantaleon gegründet und Xaver über eine Anzeige gefunden. Als Patrick Anfang diesen Jahres unsere Band verließ haben wir uns an Till erinnert, den wir aus anderen Bands von gemeinsamen Gigs kannten.

Ich hab zufällig in einem Heiligen Kalender gesehen, daß Pantaleon ein Kind von Eustorgius und Eukuba ist und seinen Gedenktag am 27.7. hat. Er holte ein totes Kind ins Leben zurück und ließ sich dann zum Arzt ausbilden. Wußtet ihr das und habt den Namen bewußt gewählt?

Kevin: Die Heiligengeschichte kannten wir nicht, aber dass es einen Sankt Pantaleon gibt/gab, war uns klar. Die Herkunft des Namens ist allerdings eine andere: Das Pantaleon ist ein Vorgänger des Klaviers aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Seinen Namen hat es wiederum von seinem Erfinder Pantaleon Hebenstreit.

Glaubt ihr denn, daß die Menschheit wie ein Virus auf die Erde wirkt? Und haben wir uns überlebt?

Sebastian: Den Text von „Virus“ und den weiteren Teilen „Slaves To Ourselves“ und „Recovery“ habe ich schon so gemeint. Die Metapher ist ja auch nicht allzu neu oder weit hergeholt.

Xaver: Wir hören doch jede Woche von neuen Forschungen, wie wir den Planeten systematisch zu Grunde richten. Nur kriegen wir in unserer Komfortzone in Mitteleuropa kaum die Auswirkungen mit. Die Frage ist nicht, ob wir uns überleben, sondern ob die Erde uns überleben kann.

Gibt es denn ein Thema in der Welt, das euch so richtig beschäftigt? Sei es etwas schlimmes – oder schönes…

Sebastian: Das klingt hier jetzt alles direkt so dramatisch und misanthropisch, aber wenn es wirklich darum geht, was einen bewegt, muss man ja nur die Zeitung oder auch nur die Augen aufmachen. Wir ruinieren den Rest der Welt seit Jahrzehnten und wundern uns jetzt, dass die Menschen aus Afrika auch etwas von unserem Wohlstand abhaben wollen.

Nachdem ihr ja recht dystopisch in eurer Musik seid… seid ihr das auch bei euren Hobbies? Irgendwelche Vorlieben bei Filmen / Büchern / Musik anderer Bands? Oder sucht ihr da das „Heile-Welt-Kontrastprogramm“? Wenn ja, was sind da eure Favoriten?

Till: Die Musik, die wir machen, spiegelt auch durchaus unsere Hörgewohnheiten wieder. Da finden sich viele Prog- und Melodic-Metal-Bands. Thematisch lassen die sich dann allerdings weniger festlegen.

Xaver: Ich bin gerade bei den Büchern eher bei den Klassikern der Literatur zu Hause, ansonsten höre ich Brahms genauso wie zum Beispiel Pain of Salvation.

Kevin: Ich denke, dass man inzwischen Videospiele auch in die medialen Vorlieben einreihen sollte. Da bin ich persönlich bei LoL dabei.

Sebastian: Bei Filmen kann ich mich selten gut festlegen, weil ich wirklich viel schaue. Ich würde aber sagen, dass da wenig Popcornkino dabei ist. Gerade skandinavische Filme reizen mich von der Atmosphäre her sehr.

Und wie inspiriert euch das Anhören der Musik anderer Bands? Greift ihr eine Melodie / oder ein Textfragment auf und denkt: „Nun, das könnte man auch so interpretieren?“

Bild von der offiziellen Website pantaleon-band.de

Sebastian: Das eher weniger, aber natürlich hört man und spielt man die Stile anderer Bands und das beeinflusst einen dann unterbewusst. Ich gehe allerdings nicht hin und sage ‚Ach diese Stelle von XY, das kann ich aber besser‘.

Habt ihr denn schon mal eine Lieblingsmelodie in einem Song verarbeitet? Wenn ja, welche?

Sebastian: Eigentlich nicht. Es ergeben sich aber manchmal unbewusste Zufälle. Bei „Virus“ gibt es einen kurze Stelle, die an das Scherzo aus Beethovens 9. Symphonie erinnert, da musste ich aber erst drauf hingewiesen werden, beabsichtigt war das nicht.

Über was könnt ihr euch denn so richtig vor Lachen wegschmeißen? Gibt es eine Anekdote in der Produktion der CD, die ihr hier teilen wollt?

Kevin: Während der Drumrecordings haben Sebastian und ich es geschafft, uns aus dem Studio auszusperren. Es war November, mitten in der Nacht und wir beide waren nur im T-Shirt. Wir sind dann ca. 45 Minuten bis nach Hause gelaufen, um am nächsten Morgen vom Hausmeister wieder reingelassen zu werden. Das war für den Moment etwas blöd, aber insgesamt doch sehr absurd und lustig.

Welche Frage wolltet ihr denn schon immer mal gestellt bekommen – und was ist die Antwort darauf?

Xaver: Schwer zu sagen, es gibt aber eine Frage, die wir oft gehört haben und endlich beantworten können: „Wann kommt euer Album endlich raus?“

Ach ja, dank euch und dem Label darf ich zwei CDs von euch verlosen… wollt ihr unseren Lesern eine Frage stellen, die sie beantworten sollen, um jeweils eine davon zu ergattern?

Kevin: Wie wäre denn Folgendes: In welcher deutschen Stadt ist der Namensgeber des „Pantaleon“ verstorben? Kleiner Tipp: Der Name der Stadt taucht in unserem Video von „Wake Up“ irgendwo in den ersten zwei Minuten im Bild auf.

So, abschließend wüßte ich gerne, wie es in der Zukunft mit euch aussieht: Kann man euch in Deutschland live erleben?

Till: Zunächst spielen wir am 28.7. auf den Metal Days in Slowenien und damit das erste Mal außerhalb von Deutschland. Ansonsten ist momentan Einiges in Planung, am 28.10.2017 spielen wir allerdings mit Edenbridge in Siegburg.

Vielen dank für das Interview!

 

Nun zu dem versprochenen Gewinnspiel: Um eine der beiden CDs „Virus“ von Pantaleon zu gewinnen, beantworte die Frage der Jungs an euch aus dem Interview. Sende eine Email (mit dem Betreff: Gewinnspiel PANTALEON) und der richtigen Lösung an mich (luna@dark-exit.net). Das sollte bis zum 24.7.17 23.59 Uhr geschehen. Alle richtigen Lösungen wandern in einen Lostopf, aus dem ich dann die beiden Gewinner ziehen werde.

Datenschutzhinweise
Lieber Leser, selbstverständlich steht der Schutz Deiner Daten bei uns an erster Stelle. Deine personenbezogenen Daten werden ausschließlich zur Durchführung des Gewinnspieles verwendet, an keinen Dritten weitergeben und im Anschluss sicher gelöscht. Wenn Du keinen Gewinn erhalten möchtest, benötigen wir keinerlei personenbezogene Daten von Dir. Sofern Du unter den glücklichen Gewinnern bist und keine postalische Anschrift bei der Einsendung angegeben hast, werden wir Dich einmalig über deine E-Mail-Adresse mit der höflichen Bitte um Hergabe einer Anschrift bitten.

eure Luna ^v^

Neue CD von Dust In Mind: „Oblivion“

Am 7.4.2017 erschien das Album der französischen Band Dust In MindOblivion“ über das Label DarkTunes.

In einer surrealen Welt verknüpfen sich aktuelle Themen der Wirklichkeit mit Phantasie. Aufgebaut wird das als Zirkus alla American Horrorstory und einer verdrehten Märchenkulisse. Dazu Female-Fronted-Metalmusik, die durchaus mit Größen wie Nightwish, After Forever und Within Temptation mithalten kann.

Der erste Track der zehn Schätzchen „Get Out“ greift das Thema Lügen und den Glauben daran auf. Hinter den schönen Geschichten und wohlklingenden Worten sitzt ein Dämon. Wenn es gelingt, ihn zu belügen, dann ist er in seinem „eigenen Spiel“ besiegt.

Der Song „Lullaby“ geht gegen Pädophilie. Jen berichtet in sehr eindrücklichen Worten, wie die Seele eines Kindes zerstört wird, wenn niemand das Kind sieht und hört in seiner Not. Diese Kerle haben kein Gewissen und Jen findet klare Worte: Es geschieht nicht mit Fremden, sondern mit den eigenen Verwandten. Wie kann so jemand bei der eigenen Frau liegen und schlafen, wenn er vor den eigenen anvertrauten Kindern so ein krankes Zeug abzieht.

Mobbing ist das Thema von „I‘m Different“. Nur weil man anders ist, ist es kein Grund gemobbt zu werden. Jeder möchte einzigartig sein und als Individuum wahrgenommen werden, aber wenn man es macht, passt es dem Mainstream nicht. Jeder dumme Spruch kratzt an der Seele und macht einen kaputt, bis man aufgibt und sich dem Normalen anpasst, nur um dem Hass nicht mehr begegnen zu müssen.

Das Thema „Oblivion“ (Vergessenheit) ist dagegen wieder auf vieles anzuwenden. Sie kommt ohne Vorwarnung, ohne Ankündigung. Sind wir vergessen, wenn wir tot sind? Sind unsere Taten mit dem Lebensende vergessen? Oder vergisst man den Hass, der einem entgegensprüht, eines Tages? Man weiß irgendwann nur noch, dass man vergessen hat, aber nicht mehr was…

Psychische Krankheiten und die medikamentöse Therapie wird in dem Song „Anesthesia“ aufgegriffen. Eindrücklich beschreibt Jen hier die tröstende Wirkung des sicheren Nests in einer Klinik und die willkommene Ruhigstellung durch Medizin. Doch auch das Gift, das lähmt und einen fürchten lehrt. Es wird zum Erzfeind, ohne die Abhängigkeit ist das Leben nicht mehr zu schaffen, denn es hält einen gefangen.

Ein Album, das nachdenklich macht und tiefer in die Seele der Menschen blickt, als man vermuten möchte. So zeigt sich immer die Fratze hinter den bunten lustigen Bildern und wird von Dust In Mind enthüllt. Im wahrsten Sinne des Wortes wird der Staub in manchem Denken nicht nur aufgewirbelt sondern fortgeblasen.

Anspieltipps: „Mrs. Epilepsy“ und „Coward

eure Luna ^v^

 

Line-Up:

Jen – Vocals
Dam – Vocals, Guitar
Xav – Bass
Jack – Guitar
Jackou – Drums

Bestellbar bei Amazon!

Debüt CD von XtortYa: „XtortYa“

Am 31.3.2017 erschien das erste Album der Australier XtortYa XtortYa“ über das Label Bleeding Nose Records / Soulfood.

Eine für mich vollkommen schräge Mischung präsentiert sich hier auf dem Album: Metal-Rap. Rap – eine Musikrichtung die sich mir eher weniger erschließt, da wenig Emotionen in den Lyrics über die Stimme transportiert werden, man arbeitet bei Rap eher mit den Texten, statt Melodien – ist hier kombiniert mit harten Gitarren. Wer also typischen Lulli-Rap über ach so böse Gangstas und ihre getunten Proll Autos und dabei wackelnde (twerkende) Hintern knapp bekleideter Frauen in einem Videoclip erwartet… der wird glücklicher Weise enttäuscht werden.

Nein, hier klingen die Sounds wie Korn, Limp Bizkit und Bullet For My Valentine. Hart. Zungenfertig sind Ian und Darren ebenfalls wie Eminem (und da kam ich auch kaum hinterher, damals, als ich noch jung war… aber ich mochte ihn).

Insgesamt also eine Mischung, die durchaus interessant ist. „Can‘t Take This“ ist ein eher ruhiger Song, der sich aber rasch steigert. Hier rückt die Melodie eher in den Hintergrund, bietet aber doch genug Kraft, um den Zuhörer im Takt hüpfen und die Haare schütteln zu lassen. Man sieht das Publikum förmlich vor dem geistigen Auge als Einheit springen. Doch auch interessante Elemente (Klargesang neben dem Rap, Ansagen wie durch ein Megaphon plus der Kinderchor) würzen den Song.

My Say“ startet sphärisch alla Jean Michel Jarre. Ernsthaft. Doch Drums und Gitarren setzen bald ein und führen die Klänge metallisch fort. Hier kommt dann auch noch eine kräftige Portion Dubstep zu dem Gesang/Rap.

Crazy“ ist fast eine klassische Nummer – hier höre ich eine Geige/Violine neben den Gitarren – und daher etwas ruhiger. Könnte man schon fast „Ballade“ nennen, trotz der härteren Parts. Obwohl es komplett anders ist, hatte ich das Video von Guns‘N‘Roses zu November Rain vor Augen.

Daß sie sehr sanft werden können, beweisen sie mit dem – ja, schon fast Akustik – Song „For You“. Hier schmilzt die Stimme des Sängers sanft in den Ohren… und wer könnte da widerstehen?

Mein Fazit: Ich war skeptisch: Metal und Rap? Verträgt sich das? Und nach dem Anhören kann ich sagen: Ja. Hier wird nicht stumpf in einer Tonlage der Text (bei den „Stino“ Rappern ja vorzugsweise über Nutten, Koks und „geile getunte Karren“) heruntergerattert, sondern mit kleinen Parts des Klargesangs verknüpft bilden sich dynamische Duette, die von einer ebenso interessanten Melodie untermalt werden. Gerade die unterschiedlichen Einflüsse machen die 13 Tracks lebendig und lassen den Zuhörer nach mehr hungern. Für ein Live-Konzert verspreche ich mir da sehr viele Möglichkeiten, diese Songs lassen sich auf Scheibe zu Hause ebenso genießen, wie in einem schwitzenden Mosh Pit bei einem Gig. Und die Lyrics drehen sich vollkommen um andere Themen, als oben genannte Rap-Song-Thematiken.

 

Anspieltips: „For You“ und „Bullet Holes And Broken Bones

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Ian – Vocals
Darren – Guitar, Vocals
Simon – Drums
Aaron – Bass
DJ B-Rad – Samples/Scream

Debüt CD von Firesphere: „Requiem“

Am 2.6.2017 erschien das Album der amerikanischen Konzeptband Firesphere: „Requiem“ über das Label darkSIGN-RECORDS.

Diese Band ist ungewöhnlich, denn es ist eine Konzeptband – hier wurden die Mitglieder mit einer bestimmten Vergangenheit „rekrutiert“, die sich auch in den Musiktracks und der Live-Show widerspiegelt. Damit folgt man dem Konzept der japanischen Visual-Key-Bands, in denen Musik mit einer Background-Geschichte (bzw. dem CosPlay) verschmilzt und verknüpft. Musikalisch bewegt sich Firesphere im Industrial-Rock-Metal Bereich mit Einflüssen von Techno und soundtrackartigen Elementen. Allerdings sehr im balladesken Bereich und nicht knüppelhart.

Mit „Requiem“ wird das Album eingeleitet – es beginnt sphärisch, als verschmelzen christliche Mönchsgesänge mit japanischer Folkloremusik, und ein „Ooooooommmmmm“ zieht sich durch den Track. Quasi eine Vorstellung der Figuren „Priest“ und „Rosemary Butterfly“, die beiden Sänger der Band.

Silent Darkness“ klingt dagegen schon fast wie ein Schubs in Richtung indianische Musik, getragen von einer klaren Gesangsstimme Mme Butterfly‘s. Sehnsüchtig, verträumt und doch spürt man die Hitze der Wüste. Sie singt von einer tiefen Liebe, die sie empfindet, aber laut ihrer Biographie noch keinem Wesen schenken durfte – bevor sie Priest begegnete und sie sich als gegenseitigem Part ihrer Seelen erkannten…

Mit dem Song „In The Silence“ antwortet ihr Priest. In der Stille wird sie ihn hören, in der Dunkelheit ihn sehen. Und sie werden Seite an Seite für immer zusammen bleiben. Kitschig? Nein, das wünscht sich doch jeder, daß jemand da ist, der ein „Für Immer“ noch als das ansieht, was es bedeutet. Es ist somit auch eine Botschaft, an die Wegwerfgesellschaft, die bei kleinen Fehlern gleich nach einem besseren Ersatz sucht.

Track 7 „Release Me“ kommt mir erstaunlich bekannt vor… Musicmaniacs: helft mir mal, woher kennen wir diesen Song? Nichtsdestotrotz, eine schöne Umsetzung eines bekannten Themas!

Der Instrumentale Song „Fate“ wirkt nur über die Musik, während sich über alle anderen Songs eine Geschichte über Liebe und Ewigkeit aufbaut. Es mag sein, daß die Texte auf die Dauer für einen eingeschworenen Metalfreak irritierend wirken können. Aber es ist auch ein wunderbares Album, wenn man gerade frisch verliebt ist, oder davor steht, die Liebe seines Lebens zu finden. Mir geht es jedenfalls so. Einfach träumen, daß der oder die Richtige da draußen irgendwo wartet und gefunden wird und man dann in einer eigenen kleinen Insel der Romantik und Liebe abtauchen kann.

Das ist auch mein Fazit für dieses Album: Vielleicht nicht ideal, wenn man gerade vor einer zerbrochenen Liebe steht und die Welt und den/die Ex verdammt, aber im anderen Fall: passende Musik für vertraute Stunden zu zweit. Und mit den Figuren und deren Geschichten zusammen betrachtet: ein Hoffnungsschimmer für alle, die glauben, daß ihre eigene Liebe vor unüberwindlichen Hindernissen steht.

 

Anspieltips: „Calling Me“ und „Come With Me

 

eure Luna ^v^

 

Anmerkung: Da diese Konzeptbands in Deutschland noch sehr ungewöhnlich sind, habe ich hier die Geschichte der Figuren und hier die Lyrics verknüpft. (Website Content in englischer Sprache)

 

Band Members:
Priest – Vocals
Rosemary Butterfly – Vocals + Keyboards

THE MESSENGERS
Blacksmith – Guitar
Roadblock – Guitar
Tsukime – Keyboards
Asmodeus Stone – Bass
Mason – Drums

Neue CD von TraumeR: „The Great Metal Storm“

Am 30.06.2017 erscheint in Deutschland die Power-Metal CD der brasilianischen Formation TraumeR The Great Metal Storm“ via Fastball Music.

Bisher war das Album nur in den USA und Japan erhältlich, nun wird es mit zwei Bonus Tracks (in Akustik Version) in Europa neu aufgelegt. Die Band legte Wert darauf, daß sich Balladen und Songs mit Wiedererkennungswert zu einem harmonischen Gesamtbild formen.

Nach dem kurzen, atmosphärischen Intro „Phantasia“ schließt sich der Albumtitelgebende Track „The Great Metal Storm“ an und zeigt die Marschrichtung der Band an. Dynamisch, kraftvoll und mit einer sehr eingängigen Melodie.

Pandora“, die sagenhafte Hüterin der Büchse, ist das Thema des Songs. In der griechischen Mythologie wird diese Büchse geöffnet und alles schlechte strömt in die Welt, bevor sie wieder verschlossen werden kann. Alleine die Hoffnung bleibt in der Dose zurück. In dem Song, als eine Frau dargestellt, die persönlichen Wahnsinn bringt, aber auch genug Licht und Wahrheit in sich trägt, um ihn zu beenden.

Close Your Eyes“ ist eine Ballade. Ein trauriger Text, der sicher den einen oder anderen Verlassenen ansprechen wird. Mit einer großen Portion Hoffnung, daß alles wieder gut werden wird und die Träume wahr werden. Wunderbarer Herzschmerz und genau richtig, live die Feuerzeuge zu zücken und hochzuhalten (oder geht das heutzutage mit der Taschenlampenfunktion der Smartphones?).

In „Nights Of Babylon“ wird es fast Metallpoppig, aber sehr sehr tanzbar.

Don‘t You Cry“ ist wieder eine Ballade. Sehr gefühlvoll tröstet sich Guilherme Hirose selbst und die Verlassene mit seinen Worten. Wenn aller Schmerz und die Wunden Vergangenheit sind, bleiben die schönen Erinnerungen. Wäre schön, wenn es im Leben wirklich so wäre und man nicht mehr weinen müßte.

Ich weiß nicht, warum ich besonders die Balladen und balladesken Songs der CD so mag. Die Texte passen einfach (auch wenn hier eine Symbolik verwendet wird, die sich nicht gleich erschließt). Viele biblische und mythologische Motive verschmelzen so zu einer tollen Einheit, die einen berührt. Irgendwie schaffen sie es, Hoffnung und gute Stimmung zu verbreiten, und das braucht die Welt, finde ich.

 

Anspieltips: „Eleazar“ und „Ride My Way

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Guilherme Hirose – Vocals
Fabio Polato – Guitar
Felipe Santos – Drums
Regis Lima – Bass
Nelson Hamada – Keys

Debüt-CD von Pleasureagony: „Pleasureagony“

Schon am 10. März 17 erschien die CD der Stuttgarter Pleasureagony mit dem Titel „Pleasureagony“ über das Label Fastball Music.

Pleasureagony vereinen zahlreiche Metal- und Stilrichtungen in ihrer Musik. Auch mit der Stimme glänzt Sänger Valentin, denn seine Songs wechseln zwischen rauhen Growls, energischem Shout und der Klargesang ist eher düster und melancholisch.

So startet der erste Track „Aged To Perfection“ mit heulenden Sirenen und später mit rhythmischen Gitarren, bevor eine Melodie einsetzt. Die Lyrics laden ein zum Mitsingen, auch wenn man den Text nicht kennt. Wenn man denkt, man sei zur Perfektion gereift und doch am selben Fehler scheitert und sich für einen vollkommenen Verlierer hält. Doch Hilfe wird kommen…

Ein knurriger Einstieg gefällig? Das bietet „Face The Mask“, und hier zeigt sich auch die geschmeidige Variante des Klargesangs – mit zwischendurch gegröhlten Passagen. Thematisch würde ich sagen, beschäftigt sich der Song mit Drogen und deren Auswirkungen. Wobei alleine schon das Leben selbst eine Droge ist, das beendet werden wird.

Da denkt man, man hat die Ballade auf der CD gefunden… und dann knallt „Clash With Truth And Lies“ doch wieder rein. Zwischen den Parts, an denen Valentin einem Parolen auf die Ohren brüllt, kommt die Gitarre immer wieder melodisch zum Einsatz.

Aber ich hab sie schnell entdeckt: „Prelude“ eine ruhige Akustiknummer, bei der der Sänger einmal absolut unverzerrt und klar singt. Und der Mann hat eine Stimme! Ich habe mich an Jyrki oder Beloved Enemy erinnert gefühlt. Dieser Song hat echt Gänsehautpotential, der auch auf den wilden Growl/Shout/Scream- Mix der anderen Songs verzichtet. Absolut mein Favorit!

Eine „klassische“ Rocknummer verbirgt sich hinter „It‘s My Nature (But I Don‘t Give A…)“. Natürlich mit Scream aufgepeppt. Die kann aber wirklich entspannt in einem Rockschuppen laufen und lädt zum Headbangen ein.

Eine CD, die mit gut 80 Minuten Laufzeit Erstaunliches bietet und in die man mal reinhören sollte. Gerade die ruhigen Nummern gehen ans Herz und zeigen, welche Kraft in der Stimme Valentins liegt.

Ich habe einen kleinen Kritikpunkt an dem Artwork der CD (normalerweise etwas, das für mich eher nebensächlich ist, weil es mir um die Musik geht): Die schwarzweiß Fotos der Lost Places sind richtig schön, allerdings ist die rote Schrift der Lyrics künstlerisch ein wenig verwackelt – und damit ein bißchen schwer zu entziffern.

 

Anspieltips: „Walk Beside Me“ und „Prelude

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Dennis Schäfer – Bass
Andy Bauer – Guitars
Valentin Saitarly – Vocals
Kai Ruthardt – Drums

 

Pleasureagony Live:
Jul 21 Club Zentral Stuttgart, Germany

Debüt CD von Sharzall: „Black Sun“

Am 16.06.2017 erschien das Debütalbum der slowakischen Gothic-Schocker Sharzall Black Sun“ über das Label NRT-Records.

Auf 11 Tracks werden sämtliche Register in Sachen Vielfalt gezogen: Gothic Metal, Dark Rock, Post Punk – einen Mix, den die Band selbst als „The Sisters Of Mercy“ meets „Deathstars“ bezeichnen. (Vorab erschien am 17.05.2017 die EP „Serenades from Perdition“ deren Tracks „Way To Die“, „Crisis“ und „Love Is On The Ground“ auch auf dem Album enthalten sind)

Das Intro „Prologue“ fängt ruhig, und Instrumental an. Dieses Klangmotiv der sphärischen Töne ist auch in „Crisis“ – der vierten Nummer – wieder zu finden, bevor Geigen und schließlich Gitarren einsetzen. Hier kommt ein christlicher Bezug zu dem Chaos in der Welt auf, alles scheint ein Spiel zu sein. Einfach nur, weil die Würfel blöd fielen, betrog man Christus wegen Gold um sein Leben.

Way To Die“ erzählt von Rony Rage‘s Weg, wie er das Sterben lernt. Bisher war sein Weg von Kämpfen gesäumt und doch sicher. Wenn sich das ändert und er über Krieg und den Geschmack seines Blutes den Tod kennenlernt, dann werden auch alle anderen lernen, wie das Sterben ist.

Auch sind die anderen Songs sehr auf Krieg, Militär, Kämpfe und ansatzweise dem christlichen Glauben ausgelegt. „Love Is On The Ground“ ist scheinbar ein fröhlicher heller Song über die Liebe, doch der Schein trügt. Rony singt hier, dass unter dem Hass die Erde aufsprang und in der Tiefe dieses Risses doch tatsächlich die Liebe versteckt sei.

Gespannt war ich auf den Song „Black Sun“ – bei einer militärisch anmutenden Truppe Gothic Rocker könnte man gegebenenfalls auch einen falschen Schluss ziehen. Neben dem nationalsozialistischem Motiv der schwarzen Sonne gibt es nämlich auch weitere Bedeutungen, unter anderem wenn Stare mit ihrem Schwarm zur Zeit des Sonnenuntergangs diesen Verdunkeln (was bei Vogelkundlern und Fotografen gleichermaßen ein beliebtes Motiv ist) und: Eine Sonnenfinsternis. Ein Mysterium, das Ende und Neuanfang bedeutet und doch so bedrohlich wirkt. Hier spielt der Song mit dem zweiten Motiv, doch man soll sich vor den „Ratten mit den Schwertern“ hüten, damit sie nicht die Macht ergreifen.

Die Texte handeln generell vom Tod, aber auch vom Leben und Lebenserfahrung, Parallelen zu vergangenen und derzeitigen Ereignissen sind zu erkennen. Melodien sind ohrwurmverdächtig und selbst der blechern-verzerrte Klang der Gesangsstimme Rony Rage‘s bietet einen interessanten Hörgenuss. Das einzige klitzekleine Manko ist die Kürze des Albums: nur 36 Minuten und man hat es angehört. Dafür gibt es aber die Replayfunktion und Amazon.

 

Anspieltip: „Crisis“ und „Black Sun“

 

Eure Luna ^v^

 

Line Up:
NYGA – Bass
SHINY – Keyboards
LIVITICUS – Gitarre
RONY RAGE – Gesang
D. – Schlagzeug

Gewinnspiel „NORD“ – Die Bekanntgabe des Gewinners

So, ihr Lieben. Bei unserem letzten Gewinnspiel verlosten wir mit Hilfe von cmm und der Band NORD die neue CD „Play Restart“. Der glückliche Gewinner durfte sich nach der Beantwortung meiner Frage darauf freuen.

Es war nicht ganz so einfach, denn Mihael und Vedran hatten eine lange Liste an Bands genannt, die sie derzeit selber auf ihrer Playlist hatten.

Und so gab es für die Beantwortung der Frage: Welche Band hören Mihael und Vedran von NORD beide? auch zwei Lösungen: Faith No More und Tool. Deshalb sind alle Einsendungen mit diesen Lösungen in den Topf gehüpft.

Und der Zufallsgenerator hat dann einen Gewinner herausgezogen, der sich über diese tolle CD freuen darf. Bei allen anderen bedanken wir uns für die Teilnahme, nicht traurig sein… das nächste Gewinnspiel mit zwei neuen CDs einer anderen Band steht schon in den Pötten. Wir freuen uns, wenn dann wieder zahlreiche Leser daran teilnehmen wollen.

So, nun lange Rede, hier kommt der Gewinner zu NORD „Play Restart“:

 

Ganz herzlich gratulieren wir Franky T. aus Berlin!

Wir wünschen dir sehr viel Spaß mit der CD!

 

cmm werden dir dann direkt die Scheibe zusenden, auch dir habe ich gerade eine Mail geschickt.

 

gruftige Grüße

eure Luna ^v^