Historisches Spektakel beim Schlossfest Binz auf Rügen

Jagdschloss GranitzIch konnte es einfach nicht lassen und auch in meinem wohlverdienten Urlaub mit der Familie doch noch einen Bericht zu einem wunderschönen Mittelaltermarkt auf Rügen zu schreiben. Auf dem Jagdschloss Granitz fand vom 28. – 30. Juli 2016 ein tolles Mittelalterspektakel statt, welches mich wie kein anderes so fasziniert hat.

Alles begann aber mit einer nostalgischen Fahrt in der Schmalspurbahn und Dampflok „Rasender Roland“, was zwar nicht zu der Epoche passt, aber uns doch sehr wichtig war. Der Aufstieg zum Schloss war vom Bahnsteig dann auch nicht mehr als 1 km entfernt.

Schlossfest BinzDer Eintritt von insgesamt 20 € (Erwachsene je 8 € und unser Kind 4 €) ein guter Preis, zumal darin auch die Besichtigung des Schlosses und der Aufstieg zum Turm enthalten war. Beim Rundgang um das Schloss sind wir dann gleich beim Böttcher hängen geblieben, der zusammen mit meiner Tochter einen tollen Wasser-Eimer aus Holz gefertigt hat. Die Erklärung waren sehr kindgerecht und richtig lustig, sodass es meiner Tochter nicht langweilig war.

Daneben bekam mein Mann und ich noch ein spaßiges Ritterturnier mit Kinder und Schlossfest BinzErwachsenen mit, dass allen Beteiligten ein Lachen auf das Gesicht gezaubert hat. Den Kindern wurden Stoffpferde umgehängt und kleine Schwerter in die Hand gegeben. Damit sollten sie kleine Holzklötze umstoßen und eine Glocke zum Läuten bringen. Auch ein Gaukler mit Schellenmütze sollte die Zuschauer belustigen. Auch eine Mutter wurde zur Prinzessin verdonnert, was ihr anfangs nicht so recht gefallen hat. So wurden alle Besucher in das Spiel mit eingebunden, was den Kindern wohl am besten gefallen hat.

Rund um das Schloss sind wir dann noch auf so einige Händler mit Holzwaren, Korbflächtern und Schmuckherstellern sowie einem Kinderriesenrad, was uns schon Tage zuvor auf dem Weg zum Schloss aufgefallen ist. Da brauchte er aber noch Hilfe, da er mit dem Gespann aus Wohnmobil und Anhänger nicht den Berg hinauf kam.

Schlossfest BinzUnser gemeinsames persönliches Highlight war an diesem Tage aber das Fertigen von insgesamt 3 Anhängern aus Zinn und Silber. Ragna hat sich ein kleinen Schlüssel ausgesucht und ich habe mir ein keltischen Knoten gefertigt. Zusammen haben wir dann noch die Axt für meinen Mann Kai gegossen. Da möchte ich noch ein großes Lob an den Händler „Allerley-Anhängliches“ für die genaue Erklärung und Anleitung beim Gießen. So wurden unsere handwerklichen Schmuckstücke richtig schön.

Danach bekam Ragna nun ihre langersehnte Schere, was jedoch mit der Bedingung geknüpft war, sich diesmal nicht schminken zu lassen. Darauf ließ sie sich auch gleich ein. Sodann zog es uns in das Jagdschloss, um die Geschichte dazu zu erfahren.

Auszug aus Wikipedia von der Geschichte zum Jagdschloss Granitz:

„Die Granitz gehörte seit 1472 den Herren zu Putbus. Graf Moritz Ulrich I. ließ 1726 einen Aussichtsturm und das Jagdhaus „Solitüde“ erbauen. Um 1800 wurde der Turm abgerissen, das Jagdhaus modernisiert. 1807 wurde Wilhelm Malte zu Putbus in den schwedischen Fürstenstand erhoben, zu repräsentativen Zwecken plante er das neue Jagdschloss auf der höchsten Erhebung Ostrügens, dem 107 m ü. NN hohen Tempelberg.“

Jagdschloss GranitzAls Abschluss sind dann Ragna und ich noch auf den Turm gestiegen, der beim Auf- und Abstieg max. 30 Personen auf einmal bewältigen kann. So kam es dann auch, dass wir beide erstmal die nächsten aufgestiegenen 30 Personen abwarten mussten, um wieder hinab steigen zu können. Aber die Aussicht da oben in über 48 Metern war sehr weitläufig und wunderschön.

Da uns jedoch die Abfahrtzeit des Rasenden Rolands ein wenig in Zeitnot brachte, gönnten wir uns noch schnell jeder eine Bratwurst und zogen dann in Richtung Haltestelle, die wir aber noch rechtzeitig erreichten. Kurz nach dem Ausgang fiel mir noch auf, dass wir unsere Regenschirme vergessen hatten und Ragna lief schnell hinein, um sie zu holen.

Da es jedoch noch früh am Tage war, haben wir unsere Planung für den nächsten Tag vorgezogen und sind noch auf den Wikingermarkt (11. Schlacht um Garz) nach Garz gefahren. Danach fing es jedoch zu regnen an, sodass wir uns nun wieder ins Hotel zurück zogen. Welche Erfahrungen hab ihr auf einem weit entfernten Mittelaltermarkt gemacht? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Auf bald
Eure BlackRose

Hexenritual für Sylvester

Kristallkugel... was wird die Zukunft bringen?
Kristallkugel… was wird die Zukunft bringen?

Das Jahr geht zu Ende. Damit wir dann alle gut im neuen Jahr ankommen, habe ich euch heute ein Ritual herausgesucht. Es ist der Zeitpunkt, wo das Jahr ein wenig zur Ruhe kommt und der Mensch über das Vergangene nachdenken soll und damit auch die Pläne für das neue Jahr fassen sollte.

 

Betrachte also dein Leben, um zu erkennen, wohin dich dein Weg führen kann. Es ist die Zeit, in der man orakelt (Bleigießen und Kartenlegen macht man also auch als Stino gerne in der Silvesternacht bzw. am Neujahrstag).

 

Übrigens, die Böller werden gerne gezündet, damit die unruhigen Geister vertrieben werden und das neue Jahr feierlich begrüßt werden kann. Man kann es übertreiben und stundenlang böllern, aber ich finde es wunderschön, die Sterne am Himmel zu betrachten, auch wenn ich so eine Rakete ungern selber zünde.

 

Ok, ich fahre nicht mal eine Flasche Sekt gerne durch die Gegend, denn ich denke immer im Hinterkopf, dass sie munter im Auto explodieren könnte. Aber auch andere Möglichkeiten gibt es, bestimmte Samen in ein Feuer geworfen erzeugen einen schönen Effekt.

 

Aber egal, welche spirituellen oder persönlichen Ziele du in dem Jahr versucht hast zu erreichen, es ist nicht wichtig, ob du sie tatsächlich erreicht hast. Es ist wichtig, ob du ihnen immer noch folgen möchtest und versuchst, sie zu erreichen. Gehst du immer noch in DEINE Richtung? Wisse, du kannst nicht ändern, was gewesen ist, aber du kannst den Weg zu deinem Ziel ändern.

 

Die Themen dieses Rituals sind also, dass du deine Spiritualität bestätigst und deine Ziele, deine Intensionen für das kommende Jahr manifestierst. Zu diesem Zweck brauchst du einen Zweig. Du kannst dieses Ritual alleine durchführen, oder in einer Gruppe, verteile dabei die Aufgaben und Rollen.

 

Gehe mit deinem Zweig einen Kreis ab und sage dabei:

Den Kreis am Ende des Jahres ich ziehen mag,
Vertrauen und Einheit werden nicht klein,
Geheiligt ist der Raum hier nun an diesem Tag,
Wie oben, so unten, so möge es sein.

Sprich nun in jede Richtung und lade die Elemente und Gott und Göttin zu dem Ritual ein:

Geister des Nordens, der Erde, ich rufe euch an! Seid bei mir, wie die vom Schnee bedeckten Wiesen von einer Decke des Willkommens verhüllt sind. Ich heiße euch Willkommen in meinem Kreis.

Geister des Ostens, der Luft, ich rufe euch an! Seid bei mir, wie das flüsternde Wispern der kristallkalten Stille in den Wäldern. Ich heiße euch Willkommen in meinem Kreis.

Geister des Südens, des Feuers, ich rufe euch an! Seid bei mir, wie das fahle Sonnenlicht, das sanft erleuchtet, ohne die Schläfer zu wecken. Ich heiße euch Willkommen in meinem Kreis.

Geister des Westens, des Wassers, ich rufe euch an! Seid bei mir, wie das klare Eis, das der Natur Geheimnis bis zum Frühling bewahrt. Ich heiße euch Willkommen in meinem Kreis.

Mein Lord, ich rufe dich an! Sei bei mir, wie ein lebendiger Funken, der still in der Welt ruht, auch im Schoss der Mutter, der Welt. Ich heiße dich Willkommen in meinem Kreis.

Meine Lady, ich rufe dich an! Sei bei mir, wie die schlummernde Göttin, die die Welt erneuert durch einen langen friedlichen Schlaf. Ich heiße dich Willkommen in meinem Kreis.

kleines Licht in der Finsternis

Nimm nun ein Band aus einem Korb und binde ihn an deinen Zweig, während du über deine Ziele nachdenkst. Versiegele es mit deiner Liebe, um deinen Wunsch zu manifestieren. Verwende für jedes Ziel, für jeden Wunsch ein neues Band. Hast du alle deine Wünsche und Ziele angebunden, hebe den Zweig über deinen Kopf und gehe den Kreis erneut ab. Dabei sage:

 

Ich kam in diese Nacht mit einem großen Ziel. Ich habe meine Vorsätze und Verpflichtungen genannt.

Zünde nun den Zweig an und verbrenne ihn in deinem Kessel. Dabei sage:

 

Wie das heilige Feuer den Zweig verbrennt, werden meine Wünsche zu Energie gewandelt, die sich in der physischen Welt zeigen wird.

 

Jetzt kannst du chanten (singen):

 

Ich drehe mich hier, es dreht sich das Rad des Jahres,
singend und tanzend und jubelnd heute Nacht,
hab meine Wünsche laut und klar genannt, gebt acht!
So rühre ich magisch am Ende des Jahres.

Wenn du meinst, dass es sich richtig anfühlt, beende den Tanz und den Chant, Erde dich und beschließe dann das Ritual. Spreche dazu wieder in die entsprechende Richtung und verabschiede dich.

Lady, du kamst in dieser Nacht zu mir und bezeugst meinen Wunsch. Ich bitte dich um deinen Segen, wenn ich dieses Jahr beende und das nächste beginne. Ich danke dir für deine Anwesenheit. Bleib, wenn du magst, gehe, wenn du musst. Auf Wiedersehen!

Lord, du kamst in dieser Nacht zu mir und bezeugst meinen Wunsch. Ich bitte dich um deinen Segen, wenn ich dieses Jahr beende und das nächste beginne. Ich danke dir für deine Anwesenheit. Bleib, wenn du magst, gehe, wenn du musst. Auf Wiedersehen!

Geister des Westens, des Wassers, möge dein klares Eis nicht nur die Naturgeheimnisse halten, sondern auch meine Wünsche. Ich danke dir für deine Anwesenheit. Bleib, wenn du magst, gehe, wenn du musst. Auf Wiedersehen!

Geister des Südens, des Feuers, möge deine fahle Wintersonne meine Wünsche beleuchten. Ich danke dir für deine Anwesenheit. Bleib, wenn du magst, gehe, wenn du musst. Auf Wiedersehen!

Geister des Ostens, der Lüfte, möge der Wind meine Wünsche durch den Winter flüstern. Ich danke dir für deine Anwesenheit. Bleib, wenn du magst, gehe, wenn du musst. Auf Wiedersehen!

Geister des Nordens, der Erde, mögen die Wiesen meine Wünsche erhalten und sie dort bis in den Frühling wachsen. Ich danke dir für deine Anwesenheit. Bleib, wenn du magst, gehe, wenn du musst. Auf Wiedersehen!

 

Nun gehe ein letztes Mal deinen Kreis ab, dieses mal gegen den Uhrzeiger und spreche dabei:

Das Rad des Jahres, der Kreislauf ist vollkommen,
die Enden und Anfänge, alles trifft sich, muss weiter gehen,
Was vor mir liegt, kann ich nicht sehen,
meinem Vertrauen werde ich folgen, gesegnet sei es!

 

Haltet nun ein Festmahl… und komme gut in 2016 an!

 

Eure Luna ^v^

Weihnachtliche Mucke für Gothics

 

„Jonathan G Meath portrays Santa Claus“ von Jonathan G Meath - Jonathan G Meath. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jonathan_G_Meath_portrays_Santa_Claus.jpg#/media/File:Jonathan_G_Meath_portrays_Santa_Claus.jpg
Santa Claus oder auf deutsch: Weihnachtsmann

In dieser besinnlichen Zeit ist das schwer, für uns passende Mucke zu finden. Wir möchten ja nicht das H. F. anhören, wenn wir unsere Geschenke unter dem Tannenbaum auspacken. Und andererseits möchten wir unsere „Stino“-Verwandtschaft nicht vor den Kopf stoßen, wenn wir unsere „normale“ Mucke abspielen.

 

Und Christmas-Rock CDs… nun ja, ich finde sie etwas ausgelutscht und auch nicht speziell auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten. Klar, „Rudolf The Rednosed Reindeer“, das haben wir alle im Hinterkopf.

 

Ich hab mich also mal ein wenig für euch auf die Suche gemacht und verlinke euch ein paar Youtube Videos mit der Mucke, die ich an dem Abend abspielen werde. Naja, ich hab auch kein übliches „Familienfest“ und so betrachtet meine Auswahl bitte mit einem Augenzwinkern.

 

Als erstes hab ich die altbekannte Version von Jingle Bells mit der jodelnden Katze. Wer da nicht genervt ist, der lacht sich sicher hier kaputt. Viel Spaß beim Klick auf den Link.

 

 

Das nächste ist ein sehr witziges Lied über Großmutters Begegnung mit Santas Schlitten. Hätte sie mal nicht so viel Likör an dem Abend genossen, dann gäbe es sicher keine Zeugen für diesen Vorfall. Und auch keinen Beweis für Santas Existenz. *mit-glitzernden-Augen-geflüstert* Es gibt ihn wirklich! Link…

 

This is the Front cover for the 7" single Grandma Got Run Over by a Reindeer by the artist Elmo & Patsy. The cover art copyright is believed to belong to the label, Epic Records, or the graphic artist(s). Front cover of picture sleeve of 1984 7" single release by Epic Records (#34-04703)
(Produced and performed by Dr. Elmo, Written by Randy Brooks,re-mixed by Frank Martin)

 

Wenn Großmuttern das vielleicht doch besser als gedacht überstanden hat, dann esst ihr vielleicht ihren bösen Killerfruitcake. Das Lied ist von dem selben Macher… viel Spaß!

 

(Song written by Rita Abrams and Dr. Elmo. Video director Chris Miloslavich. Filmed in Larkspur, CA.)

 

Hier habe ich einen Klassiker von den Eurythmics gefunden, der euch vielleicht das Schneegestöber und den heimeligen Kamin vor die Augen führt… Enjoy mit heißem Kakao und Marshmellows (letzere ggf. mit einem Schaschlikspieß über einem Teelicht rösten 😉 ).

 

Stewart and Lennox performing on The Today show in 2005

 

Zwischendurch mal ein Gedicht (ich mag seine Stimme, wie ihr wisst, bin ich ein Stimmenfetischist), das für alle amüsant sein könnte. Wir wollen ja auch ein wenig besinnlich sein, oder? Also, in die Startlöcher, fertig… und los! Klick

 

„Gronkh IMG 7985“ von marie schmidt photography - OTRS-Ticket. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gronkh_IMG_7985.jpg#/media/File:Gronkh_IMG_7985.jpg
Gronkh liest auf Youtube an Weihnachten seine „Let’s read“ mit heitern und besinnlichen Texten, heute: («LIEBER GUTER WEIHNACHTSMANN» Ein weihnachtliches Gedicht eines unbekannten Autors.)

 

 

In einer Playlist auf Youtube habe ich auch dieses Video entdeckt, nicht ganz so weihnachtlich, wie die CD von den Jungs von Potentia Animi „Sind die Lichter angezündet“, welche ziemlich freche Weihnachtslieder beinhaltet. Sie sind allerdings nicht ganz jugendfrei, bzw. das Ergebnis eines kindlichen Zuhörers, welcher einen Titel nachsingt, ist auch auf der CD enthalten. Ganz so schlimm ist das nicht, denn der Kleine singt, das was er versteht und das ist für den Erwachsen sicher zum Schmunzeln. Hier der Link zu dem „Nichtweihnachtssong“.

 

 

So, genug besinnlich da gesessen? Dann hab ich hier für die Fans von Werner Wernensen noch einen Song von Torfrock. Einen Klassiker, neu interpretiert. Ich geh dann mal inzwischen in den Keller und guck, was mit den Kohlen ist und ob das not tut… bis gleich 🙂 …

„Torfrock – Appen musiziert 2015 01“ von Frank Schwichtenberg - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Torfrock_%E2%80%93_Appen_musiziert_2015_01.jpg#/media/File:Torfrock_%E2%80%93_Appen_musiziert_2015_01.jpg
Torfrock live

 

 

Jetzt wird es metallisch. Als alter Alice Cooper Fan kann ich euch diese Perle nicht vorenthalten und lege euch diese Version von „Santa Claws is coming to town“ an eure puppernden Herzchen. Wer sich da noch vor der Rute oder Gevatter Krampus fürchtet, hat Santa noch nicht getroffen… Muahahaha…

 

 

Wer hat das Kind geboren? Ich meine jetzt nicht Brian, sondern den anderen 😉 ! Na klar, Iron Maiden! Ihre Version von „Another Rock And Roll Christmas“ ist hier zu finden.
Eine Interpretation von Jingle Bells hatte ich euch ganz zu Anfang schon gezeigt. Hier ist die für die bösen Buben und Mädchen… von Korn. Gefällt mir ganz gut und werde ich sicher in meiner Playlist haben.

 

 

So, Haare wieder nach hinten und flugs ein Zopfgummi drumgemacht, Headbangen ist vorbei. Wir läuten nun wieder ein wenig besinnliches Gefühl auf unseren Gabentisch. Hier kommt ein Gedicht und ich frage mich, ob das wirklich keiner kennt? Hmmmm… doch, ich glaube schon, dass ich euch nichts Neues hier vorstelle. Es ist der Klassiker, wie Opa Hoppenstedt, der mehr Lametta möchte, weil es früher so war. Oder der frisch abgezapfte und verkorkte Wein von Paul Huber und Söhne… Und nun lauscht dem fernen Hundebellen und Glockenschellen!

 

 

Und zum Finale gibt es Gothic Christmas für euch. Ich wünsche einen schönen 3. Advent (weil man das so macht) und einen schönen Sonntag. Und stresst euch nicht mit den letzten Vorbereitungen, eine kleine Playlist habt ihr ja heute schon bekommen.

 

 

Liebe Grüße,
eure Luna ^v^

Australische Götterwelt – Teil 13

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maorigodsymbols.jpg#/media/File:Maorigodsymbols.jpg
Die sechs wichtigsten Māori-Götter, symbolisiert durch Holzstifte: Tūmatauenga, Tāwhirimātea, Tāne, Tangaroa, Rongo, and Haumia (von links nach rechts)

Hier ist es mir zu kalt. Gestern gab es schon Schneebilder und ich war irgendwo froh, daß es bei uns im Taunus nur geregnet hat. Nein, ich bin ein Sommerpflänzchen und hätte es gerne kuschelig. Naja, im Moment scheint wenigstens die Sonne und Grillpostings auf dem Fratzebuch heitern mich ein bisserl auf. Aber wir müssen noch ziemlich exakt einen Monat durchhalten, bevor die Wintersonnwende kommt und dann die Tage wieder länger werden.

 

Da paßt es doch ganz gut, daß ich heute mit euch nach Australien hüpfe. Immerhin haben die im Moment Sommer. In Australien gibt es viele Göttermythen, alleine aus dem Grund, daß es ein sehr großes Land ist. Es gibt die australischen Ureinwohner, die Aboriginis und die Maoris, die auf Neuseeland angesiedelt sind, in Polynesien die Samoaner. Melanesier, Papua und Mikronesier und Tasmanier sind auch in den pazifischen australisch-ozeanischen Regionen zu Hause (von denen ich aber hier in der Kürze nicht schreiben werde).
So glauben die Aborigines an eine „Traumzeit“. Das ist ein Zeitraum, der weit vorher gewesen ist und die Geister der Ahnen auf der Erde wandelten und die Geschöpfe entstanden. Irgendwann kehrten sie aber in ihre Wohnungen unter der Erde zurück. Die „Dreamtime“ ist die Quelle allen Lebens auf der Erde.

 

Eine der Traumzeitgeschichten reicht sehr weit zurück. Sie erzählt von den Weisen, die in ihre besonderen Kristalle hineingehen konnten und so Bilder der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sehen. Einige der Bilder erfüllten die Alten mit Furcht, denn sie sahen eine Zeit, in der die schwarzen Menschen immer blasser und blasser wurden, bis sie wie die Gesichter von Toten waren. Die Aborigines verbinden die weiße Haut mit dem Tod, da wir alle zu weißen Skeletten werden.

 

Verständlich also, daß sie bei Ankunft der Europäer diese als Geister der toten Menschen sahen und sie willkommen hießen. Das „Traumzeit-Gesetz“ verlangte, daß die Lebenden Zeremonien abhielten, und den Geistern helfen müssen, den Weg in den Himmel zu finden, in dem diese lebten.
Der Tod spielt in den Überlieferungen eine große Rolle. Er ist unabdinglich, da ohne ihn das Leben unkontrolliert wuchern würde. Dabei wird die Frau als Lebensspenderin gesehen und der Mann als das Leben nehmend. Die Männer sind daher bei den Totenriten wichtig, sie verbinden ihre Energien mit der Welt der Toten und des Ungeborenen. Erst wenn die Frau mit dem männlichen in Kontakt tritt, wird das ungeborene substantiell und lebendig. Bei einer Geburt darf der Mann nicht anwesend sein und das Kind wird erst bei der „Mannwerdung“ der Geborgenheit der Mutter entrissen.
Die Schöpfung selber, so erzählen die Mythen, war so, daß aus der Erde das Wasser austrat. Aus diesem nahmen die Geister dann das Feuer und aus dem aufsteigenden Rauch entstand die Luft. So werden auch hier die vier Elemente verwendet und dabei dem Mann (Feuer und Luft) und der Frau (Erde und Wasser) zugeordnet.

„Bathurst Island men“ von National Archives of Australia. Copied from en.wikipedia; description page is/was here.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Bathurst_Island_men.jpg#/media/File:Bathurst_Island_men.jpg
Aborigines von der Bathurst-Insel

 

Über Gnowee, die Göttin der Sonne, erzählt man sich, daß sie zu der Zeit lebte, als es auf der Erde noch finster war. Als sie Yamswurzeln sammeln ging, verschwand ihr Sohn. Um ihn zu suchen, stieg sie mit einer gigantischen Fackel, fand ihn aber nicht. Dafür geht sie noch heute über den Himmel und sucht nach ihm.

 

Und die Karraur (ein Aborigines-Stamm) erzählt die Geschichte von Yhi, die den Mond gebar, damit die Menschen sich im Dunklen sich nicht fürchten müssen und den Mann erschuf. Damit dieser dann nicht alleine blieb, schuf sie aus einem Blumenstiel die Frau als Gefährtin. (Vielleicht ein Hinweis, daß man seiner Frau ab und an mal Blumen schenken sollte? 😉 )

 

Interessant ist, daß über den Berg Uluru (= schattiger Platz oder freiliegender Felsen), der Ayers Rock, eine Sage existiert. Wenn man einen Stein oder Sand von dort entwendet, so bekommt man einen Fluch angehängt. Die Ranger des Nationalparkes bekommen heute noch Päckchen mit Steinen zugesandt, mit der Bitte, die Steine zurückzulegen, damit das Unglück der Personen aufhört. Eine mögliche Erklärung dazu gibt es auch: Die Schlangenmänner (ein Volk am Fuße des Ayers Rock) trennte sich, um verschiedene Jagdgründe zu besuchen. Die in den Bergen jagenden wurden dann von giftigen Schlangenmännern angegriffen und getötet. Und diese Überreste sind die Steine, die nichtsahnende Touristen dann mitnehmen…

„Uluru Australia(1)“ von Thomas Schoch - own work at http://www.retas.de/thomas/travel/australia2005/index.html. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Uluru_Australia(1).jpg#/media/File:Uluru_Australia(1).jpg
Beim Sonnenuntergang zeigt sich der Uluṟu („Ayers Rock“) hellrot

 

Bei den Maori sind da nicht so die Gottheiten, die angebetet werden. Ihre Ideen über die Entstehung des Universums und die Herkunft der Götter und Menschen erklären sich über die Naturphänomene. Sie vergleichen die Evolution des Universums mit einem Baum, dessen Wurzelwerk, Stamm, Astwerk und Zweigen oder mit der Entwicklung eines Babies im Mutterleib.

 

Rangi und Papa (Vater Himmel und Mutter Erde) sind Gottheiten, deren Vereinigung alle Götter und Lebewesen hervorbrachte. Himmel und Erde selbst waren es also, die alles andere erschufen. So erzählen die Ahnenlieder der Maori die Geschichten und schaffen die Verbindungen von ihnen bis zu ihren Göttern.

 

So, eben fängt es hier an zu schneien und das bei schönem Sonnenschein. Genießt es noch ein wenig, die Tage wird es weiterhin später hell und früher dunkel…

 

Eure Luna ^v^

Hawaiianische Götterwelt – Teil 8

„Kuka'ilimoku“ von Lebrac - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
Kukaʻilimoku oder Kū, Federskulptur des hawaiischen Kriegsgottes, 18. Jahrhundert

Heute will ich euch mal die Götterwelt der Hawaiianer vorstellen. Die Geschichten dieser Inselbewohner beruhen auf mündliche Erzählungen und Überlieferungen, da die Hawaiianer keine eigene Schrift entwickelt haben. Sie stimmen aber in vielen Punkten denen der polynesischen Völker über ein.

Zentrale Götter waren die „vier großen Götter“, Lono, Kū, Kāne und Kanaloa, und die galten als vor der Welt erschaffen und sind ewig. Lono war der Fruchtbarkeitsgott und auch für die Musik zuständig. Zugeordnet wird er dem Osten und er stieg auf einem Regenbogen zur Erde hinab. Er heiratete Laka, die Göttin der Schönheit und des Tanzes, und ihm zu Ehren wurde jedes Jahr das Makahiki Fest gefeiert.

Ku, der Kriegsgott, war der Ehemann der Göttin Hina, dem Prototypen der Göttin. Sie entspricht in allen Eigenschaften einer Frau. Sie beide vereinigen Gegensätze und ihm zu Ehren wurden Menschenopfer dargebracht. Ihm gehörte der Westen.

Kane, der Schöpfer von Himmel und Erde, galt als guter Gott und wird dem Norden zugeordnet. Aus seiner kleinen Muschelschale wurde ein großes Schiff, wenn es auf das Wasser gesetzt wurde. Und er wurde mit der Sonne identifiziert, was ja sehr wichtig für den Pflanzenanbau war.

Als letzter Gott bleibt hier noch Kanaloa, der der Gott des Meeres war und dem Süden zugeordnet wurde.

Es gab noch zwei interessante Göttinnen, Pele, die Tochter von Haumea, war die Göttin des Feuers und der Vulkane und Kapo, ihre Schwester, war eine gefürchtete Hexe, deren mörderische Vagina Männer fing.

Hawaii ist überhaupt voll von mythischen Geschichten und Legenden. Wie in anderen Kulturen erzählen sie von Leidenschaft, Betrug, Liebe, Geburt und Tod und Loyalität. In ihnen spielen nicht nur Götter eine Rolle, sondern auch Geister und Kobolde. Alleine die Götter sind eine Menge, es sollen an die 4000 (andere Quellen berichten, es wären sogar 400.000 Götter) sein. Die Bevölkerung Hawaiis erzählte die gesamte Schöpfung ihrer Welt durch die Geschichten ihrer Götter.

„Hula0081110“ von © CC BY-SA Thomas Tunsch / Hula0081110.jpg (Wikimedia Commons). Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons
Tänzer mit ʻuliʻuli beim Hula kahiko, Merrie Monarch Festival 2003

Jeder Tag im Leben war einem anderen Gott geweiht und das Leben der Menschen wurde durch sogenannte „Kapus“ geregelt. Das waren die Ge- und Verbote, an die sich jeder zu halten hatte. Das Auftreten von Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oder Flutwellen kam durch Verletzung der Kapus und wurde zur Vermeidung solcher mit dem Tod bestraft.

Erschaffen wurde die Welt nach diesen Mythen, sie wurde von der weiblichen Nacht Po geboren. Ihr Sohn Kumulipo vereinigte sich mit seiner Schwester Poele und aus dieser Vereinigung entstanden alle Lebewesen. Aus dem Schleim wurden Fische, Landtiere und Vögel geschaffen.

Die Hawaiianer selber entstanden aus einer Liebesbeziehung der Erdenmutter Papahanaumokumu und dem Himmelvater und ihrem Bruder Wakea. Zudem haben beide die hawaiianischen Inseln, die Taro-Pflanze und eben Haloa, den ersten Menschen, hervorgebracht.

Daher stehen drei Begriffe für die damalige Spiritualität der Hawaiianer. Mit Ohana bezeichnen sie den Glauben an eine große Familie, Aloha ist die Zuneigung zu ihren Mitmenschen und Kokua ist die Hilfsbereitschaft, die jederzeit in Anspruch genommen werden kann.

Vermutlich werdet ihr in dem Zusammenhang auch über den Begriff „Mana“ stolpern. Mana ist ganz einfach Macht, egal ob spirituell oder weltlich. Aber in der Kultur dort kann ein Mensch mit großen Fähigkeiten, Kraft und Selbstvertrauen viel Mana und damit große sprituelle Energie besitzen.

Jeder Mensch, Pflanze, Tier oder sogar Steine besitzen ihr eigenes Mana, also ein spirituell-energetisches Kraftpotential, daß von weltlichen und göttlichen Komponenten gespeist wird. Da spielen dann auch wieder die Kapus mit hinein, denn Mana ist die verselbständigende Kraft, und Kapu sie die entsprechende Vorkehrungsmaßnahme.

Kualoa Tal auf Oʻahu: Drehort zahlreicher Fernsehproduktionen, wie beispielsweise Godzilla und Lost

In einem Mythos „Maui fängt die Sonne ein“ (neu erzählt von Manfred Chobot) geht es um den Halbgott Maui, der die faule Sonne einfangen wollte, weil die immer nur ein paar Stunden am Himmel erschien. Denn diese Zeit war für Mauis Mutter Hina zu kurz, um ihre frischgewaschenen Tücher zu trocknen. Also ging er zu dem Krater des Vulkans Haleakala und versteckte sich dort. Als die Sonne dann über dem Krater erschien und ihre Strahlen spinnenbeinengleich über den Krater streckte, fing Maui jeden einzelnen Strahl mit einem Seil und band ihn an einem Baum fest. Gefangen mußte die Sonne ihm dann versprechen, länger am Himmel zu stehen, damit genug Zeit für die Mutter zum Trocknen der nassen Tücher blieb.

So, und nun denke ich, gehe ich auch mal zu einem Krater und fange die Sonne, es ist echt kalt geworden 😉 .

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch,
eure Luna ^v^

Japanische Götterwelt – Teil 7

 

„Shinmei-sha Tokorozawa (imo no kami)“ von tokorokoko - Eigenes Werk. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Shinmei-sha_Tokorozawa_(imo_no_kami).jpg#/media/File:Shinmei-sha_Tokorozawa_(imo_no_kami).jpg
Shintō-Schrein in Tokorozawa, Japan, wo die Süßkartoffel als Kami verehrt wird.

Ich liebe die Serie „Inu-Yasha“. Nicht nur, weil es ein süßes Anime ist, mit einer tollpatschigen Heldin alla „Sailor Moon“ und einem geheimnisvollen Helden (in dem Fall der Halbdämon Inuyasha), sondern auch, weil die Serie die japanischen Mythen ihrer Götterwelten dort erzählt.

 

Gut, Sailor Moon ist auch mit den Mythen verflochten, die Japaner erzählen anscheinend sehr gerne geschichtliches in ihren Mangas und Animes. In „Hellsing“ wird der zweite Weltkrieg aufgearbeitet und mit mystischen Gestalten verwoben. Also, immer eine „Was-wäre-wenn“ Sache.

 

Vermutlich könnte ein Mangaka oder ein Cos-Player hierzu aber auch noch ein wenig mehr erzählen, denn die beschäftigen sich auch unter anderen Gesichtspunkten mit dieser Thematik.

 

Aber ich will zu den Göttern und Sagen der japanischen Mythologie kommen. In den ältesten Schriften und Chroniken Japans wurden die Geschichten und Legenden festgehalten. Sie berichten von der Entstehung der Welt bis zu den frühen Herrschern. In ihnen wurde besonders viel Wert gelegt, die Abstammungen zwischen den japanischen Göttern (Kami) und den Herrschern (Tenno) zu zeigen. Diese Texte gehören zu den Shinto, der einheimischen Religion Japans.

 

Der Übergang von diesen klassischen Mythen zu den späteren Geschichten ist allerdings fließend. Dort werden die Welten des Übernatürlichen oft von dem japanischen Buddhismus beeinflußt.

 

Es gibt zwei bekannte Chroniken, das Kojiki und das Nihon Shoki, die beide mit der Erschaffung der Welt beginnen. Die Urmaterie teilte sich in Himmel und Erde und dazwischen die drei Himmelsgötter und sieben Göttergenerationen, die jeweils in Paaren auftraten. Die letzte Generation mit ihrem Paar war als Urgötterpaar für die eigentliche Welterschaffung verantwortlich.

 

Izanagi und Izanami sind Geschwister als auch Ehepaar und stehen auf einer schwebenden Himmelsbrücke, von wo sie das Chaos unter sich beobachten. Izanagi rührte dann mit einem Speer im Wasser umher und als er den Speer herauszieht, fallen von ihm salzige Tropfen in das Wasser und schaffen so die Insel Onogoroshima. Das Götterpaar stieg nun auf die Insel herab und errichtete einen „Himmelspfeiler“ und vollzog eine Art Hochzeitsritus.

„Kobayashi Izanami and izanagi“. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Kobayashi_Izanami_and_izanagi.jpg#/media/File:Kobayashi_Izanami_and_izanagi.jpg
Kobayashi Eitaku, „Izanami und Izanagi“, farbige Tusche auf Seide, ca. 1885

 

Die acht großen Inseln Japans entstehen und eine große Anzahl von Göttern. Die Urmutter Izanami verbrannte sich bei der Geburt des Feuergottes so schwer, daß sie starb und in die Unterwelt kam. In seiner Trauer schlug der Vater Izanagi den Feuergott mit seinem Schwert in Stücke (daraus entstanden neue Götter) und suchte in der Unterwelt Izanami.

 

Er fand sie, verstieß aber gegen ihre Bitte, sie nicht anzusehen und wurde von ihr mit ihren Kreaturen der Unterwelt verjagt. Er verschloß das Tor der Unterwelt mit einem Felsen und trennte so die Welt der Lebenden von den Toten. Das wiederum führte dazu, daß Izanami aus Rache schwor, täglich 1000 Leben zu vernichten und wurde so die Herrscherin der Unterwelt. Izanagi dagegen schwor, täglich 1000 Leben zu schaffen und setzte so den Kreislauf aus Leben und Sterben in Gang.

 

Nach einer rituellen Waschung danach entstehen immer neue Götter, die sich dann auf verschiedene Herrschaftsgebiete verteilen. Manche benehmen sich wie kleine Kinder, sabotieren die Welt und schließlich treibt es eine Gottheit soweit, daß sich die Sonnengöttin in einer Felsenhöhle einschließt und die Sonne dadurch erlischt. Herausgelockt werden kann sie nur durch eine List, denn eine Gottheit tanzt und bringt die anderen zum Lachen, was die eingesperrte Sonnengöttin neugierig macht.

An image of the Japanese Sun goddess Amaterasu emerging from a cave. Moved from en.wikipedia.org.

 

Und so gibt es viele faszinierende Geschichten über die „himmlischen“ und die „irdischen“ Götter. Dabei sind die himmlischen Götter die Aristokratie, die über die irdischen Götter herrscht. Das ist interessant, da ja die Herrscher (Tenno) als manifestierte Gottheiten galten.

 

Schließlich flossen aber auch andere Legenden in die japanische Mythologie ein, so etwa die Buddhistische, die Chinesische und auch viele Märchenmotive.

 

Und damit wären wir dann wieder bei Inuyasha… hier verwob man in die Abenteuer von Kagome und Inuyasha immer mal wieder die Legenden und Gottheiten der japanischen und chinesischen Mythologie, setzt sie in eine Mix aus dem modernen Japan und dem japanischen Mittelalter.

 

Ich wünsche euch einen schönen sonnigen Sonntag, ich werde mich nun um meine ägyptischen Katzengottheiten kümmern müssen, eine pelzt mir hier gerade über meine Tastatur 😉 .

 

Eure Luna ^v^
Fußnote:

 

Heute füge ich mal noch Erklärungen an: Mangas sind die japanischen Comicstrips. In der Regel werden die eingedeutschten Mangas auch von hinten nach vorne und von rechts nach links gelesen. Ungewohnt, aber sehr spannend. Mangakas sind die Zeichner, die sie erstellen. In Japan sind sie hochangesehen und viele möchten den Beruf des Mangaka ergreifen. Dafür, daß man in Deutschland das eher verpönt hat, Comics zu lesen (ist ja keine „große Literatur“), ist das für uns eher ungewohnt. Cos-Player sind die Menschen, die ich ebenfalls als sehr kreative Menschen kennengelernt habe. Diese stellen in kleinen Theaterstücken Szenen aus den Mangas und Animes (= Cartoons) nach. Da es hier kaum Originalkostüme zu erwerben gibt, basteln und schneidern sie in stundenlanger Mühe alles Detailgetreu nach. Und damit sind sie wirklich sehr kreativ, wenn es auch von vielen als „Kinderkram“ belächelt wird.

Asiatische Götterwelt – Teil 6

Dieser Drache ist seit 17 Jahren mein Begleiter
Dieser Drache ist seit 17 Jahren mein Begleiter

Als Kind hatten wir ein Buch gehabt, in dem Chinesische Märchen erzählt wurden. Ich habe die Geschichten geliebt, denn die Götter waren keine allmächtigen Wesen, sondern waren nur ein bißchen so, wie „unsere“ Superhelden.

Sie waren unsterblich, konnten sich in bestimmte Tiere verwandeln oder waren Geister. Das fand ich faszinierend.

Nach dem Schöpfungsmythos der Chinesen gibt es auch keinen allmächtigen Gott, der alles geschaffen hatte oder berufen sich auf einen göttlichen Willen. Es „entstand“ einfach und aus der Dreiheit Himmel, Erde und Mensch entsprangen die drei Herrscher.

Es gibt aber auch andere Mythen, wie den formlosen Dampf oder das Weltenei. Die drei Erhabenen Fu Xi, Nü Gua und Shennong gelten als Gründer der chinesischen Kultur. Nach ihnen kamen die Urkaiser, der wichtigste war Huangdi, der Gelbe Kaiser und zugleich einer der höchsten Gottheiten im Daoismus.

In vielen Texten wird von Yi, dem Bogenschützen berichtet, der mit Pfeilen 9 der 10 Sonnen zerschoß. Seine Frau, die Mutter der 10 Monde, stahl im das Elixier der Unsterblichkeit und floh auf den Mond. Xiwangmu ist die Göttin der Unsterblichkeit und hatte Yi das Elixier anvertraut. Ich sollte das Buch noch einmal suchen, und nachsehen, an diese Geschichte erinnere ich mich nämlich. 😉

Göttinnen spielen in der chinesischen Mythologie leider nicht mehr eine so große Rolle. Das liegt unter anderem auch daran, daß im Mittelalter die klassischen Texte neu bearbeitet wurden, damit die Rolle der Frau untergeordnet und einige Göttinnen komplett aus den Aufzeichnungen verschwanden. Man hat kurzerhand zum Beispiel die Kalender- und Himmelsgottheit namens Xi He zu zwei männlichen Beamten umgedeutet und ihnen den Jahresablauf als Verantwortlichkeit übergeben. Dabei war Xi He eine Göttin, die 10 Sonnen gebar (für jeden Tag der Woche eine) und sie dann nach der Heimkehr vom Himmel wusch und am östlichen Weltenbaum trocknete.

In älteren Texten hatten also die Frauen als Göttinnen, Flußgöttinnen und Berggöttinnen mythisch eine wichtigere Rolle als die männlichen Götter. Klar, daß das dann vielen Herren der Schöpfung nicht paßt und das geändert werden mußte.

Spirit of the well, from Myths and Legends of China, 1922 by E. T. C. Werner – Wikipedia –

In der chinesischen Kunst wurden auch häufig mythische Themen dargestellt. In Gräbern findet man zum Beispiel den Baum des Lebens und das Paradies der Königinmutter des Westens oder gar den Sintflutmythos. Sie sind aber wissenschaftlich kaum oder unzureichend gedeutet worden.

Die chinesischen Minderheitenvölker erzählen heute noch ihre eigenen Mythen.
Eine wichtige Gestalt in der chinesischen Mythologie sind die neunschwänzigen Wesen. Der Fuchs (auch in der japanischen Mythologie als Kitsune zu finden), ist meist eine junge und schöne Frau. Da die Chinesen glaubten, daß alles menschliche Form annehmen kann, sobald genug nötige Energie aufgenommen wurde (zum Beispiel durch den menschlichen Atem, oder Essenz des Mondes oder der Sonne), besitzt es auch magische Energie.

Neunschwänziger Fuchs der chinesischen Mythologie – Wikipedia-

Der bekannteste Fuchsgeist ist Daji, die bezaubernde Tochter eines Generals. Sie sollte einen grausamen Tyrannen heiraten und ein neunschwänziger Fuchsgeist bemächtigte sich ihrer Seele, um dann mit diesem Tyrannen eine lange Dynastie voller Brutalität und totalitärer Macht ins Leben zu rufen. Der Fuchsgeist wurde ihr jedoch am Ende wieder ausgetrieben.

In vielen Erzählungen findet man die Liebesabenteuer zwischen einer Fuchsfee und einem jungen Mann, sie haben Emotionen und heiraten. Sie setzen Kinder in die Welt. Einige Sinologen deuten die Geschichten als Kompensation des erotisch frustrierenden Alltags der Gelehrten. Eine Frau, die einen Ehemann von seiner Gattin weglockte, wurde als Fuchsfee bezeichnet, was aber eher abwertend gemeint war. Der Name war daher eher mit „Vamp“ vergleichbar.

Chinesische Drachen haben eine positivere Bedeutung als unsere westlichen Gegenstücke. Sie stehen für Frühling, Wasser und Regen und haben die Zahl „9“ als Zuordnung. Er vereint auch die Merkmale von neun verschiedenen Tieren und gehört zu dem „Yang-Prinzip“, ist im Tierkreis das 5. von 12 Tieren. Neben dem Phönix, der Schildkröte und dem Einhorn half der Drache als eines der „vier Wundertiere“ dem chinesischen Welt-Schöpfer Pangu.

Der Drache hat magische Fähigkeiten und es kann Jahrtausende dauern, bis er ausgewachsen ist. Er kann aber auch böse Eigenschaften haben und ist nicht per se eine „gute Gestalt“. Durch seine großen Kräfte wird er nicht nur in der Kunst, bei Tänzen und in der Literatur laufend erwähnt, sondern auch in der TCM werden viele Medikamente angefertigt, die Drachenknochen, Drachenspeichel oder Drachenblut in den Rezepten enthalten.

Ja, selbst Herrscher berufen sich auf ihre Ahnenreihe, die bei den Drachen beginnt.

So, ihr Lieben, ich werde jetzt mal auch die Drachen im Feng Shui in meiner Wohnung berücksichtigen (ja auch hier spielen sie eine Rolle) und aufräumen. Einen schönen Sonntag wünsche ich euch,

eure Luna ^v^

Indische Götterwelt – Teil 5

„Shesh shaiya Vishnu“ von Anonym – Collection of the Kalabhavan Banares Hindu University.. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons

Letzte Woche war ich auf einer schönen Messe, die allerlei esoterischen Schnickschnack verkauft hat und auch Vorträge bot. Nun gut, woran man glauben mag, überlasse ich jedem selbst, sei es eine Gottheit, Aliens oder imaginäre Freunde. Ein paar Sachen sind selbst mir zu abgedreht, wenn ich ein Kästchen mit irgendwelchem Sand und scheinbaren Dreckkrümeln für teuer Geld kaufen soll, um schädliche Strahlungen abzuwehren oder schillernde Aufkleber auf mein Handy pappen soll, um den Elektrosmog einzudämmen, dann frage ich mich, ob die Hersteller dieser Artikel das selber glauben oder nur einfach Kohle machen wollen.

 

Nachweislich funktionieren, also mit messbaren Ergebnissen aufwarten, kann keiner. Wie auch, wenn man nicht mal wissen kann WAS gemessen werden muss und auf welche Weise man die Ergebnisse erzielen kann. Aber mein alter Ausbilder (ein gestandener Apotheker, und hey, die sind nicht ohne, was Messmethoden und Ausprobieren diverser Mittelchen so angeht 😉 ) sagte: Wer heilt hat recht.

 

Wenn das jemanden hilft, dann soll es mir egal sein, ob es Homöopathie oder ein Schamane war, der am Ende für eine Verbesserung sorgen konnte. Doch vieles wiederum beruht auch auf alten Heilmethoden, hilft und keiner kann erklären, warum und wieso das so ist. Gerade die Asiaten praktizieren das seit Jahrtausenden und so springen wir heute mal in die Indische Mythenwelt.

 

Die indische Mythologie beruht auf dem Hinduismus, aber auch auf den indischen Religionen dem Jainismus oder der indischen Volksreligion. Ab 1200 v. Chr. lassen sich die Epen des Rigveda, des Mahabharata, des Ramayana und des Puranas zurückführen. Man glaubt im Hinduismus an die ewige Wiedergeburt, einem andauernden Kreislauf von Werden und Vergehen. In jeder Wiedergeburt lernt man einen neuen Teil, bis man schließlich in das Nirwana eingeht.

 

In diesen Schriften wird über den Götterhimmel der Inder berichtet. Die alten vedischen Götter Indra, Agni und Varuna wurden durch Shiva, Vishnu und Krishna verdrängt. Sie manifestieren sich durch Avatare in ihren Inkarnationen, um das sogenannte Dharma (= kosmisches Gesetz) zu schützen. Vishnu, einer der beliebtesten Götter, wird sogar in zehn Inkarnationen verehrt, zum Beispiel als die göttlichen Helden Rama und Krishna.

 

In der indischen Mythologie gibt es auch Haupt- und Nebengötter. Die höchsten Götter bilden eine Dreieinigkeit und sind der Schöpfer Brahma, der Erhalter Vishnu und der Zerstörer Shiva. (Wem kommt das hier irgendwie auch bekannt vor? Nur so als Nebenfrage…). Diese Götter waren verheiratet mit der Göttin der Weisheit: Sarasvati, der Göttin des Glücks Lakshmi und der „Schwarzen“ Göttin mit mehreren Namen Kali, Durga oder Parvati.

Vishnu - Kali - Brahma (hinduistische Götter)
Vishnu – Kali – Brahma
(hinduistische Götter)

 

Ganesha, der beliebte elefantenköpfige Gott, ist übrigens der Sohn von Shiva und Parvati.
Alles in der indischen Welt hat seine eigenen Mythologien. Es gibt Wesen, die zentrale Bedeutungen haben, die Reittiere haben ihre eigenen Geschichten und selbst für den Kosmos gibt es eine Mythologie. So spielen der Berg Meru und der Fluss Ganges eine Rolle. Gegenspieler in den Mythen sind die Dämonen (hier Asuras genannt), zum Beispiel Mahishasura.

 

In der Volksreligion werden lokale Traditionen um Götter, Helden und anderen Wesen (die Yakshas und Nagas) und sogar Pferde erwähnt, die rituell und mythologisch eine große Rolle spielen. So können auch unzählige Göttinnen alleine zu einem Dorf gehören und überall vorhanden sein. Vordergründig erzählen die Märchen von Kampf und Abenteuern der Vorzeit, von Göttern, Helden und Dämonen – von unzähligen menschlichen Schicksalen, für Gläubige dagegen vermitteln die verschiedenen Bedeutungsebenen religiöse Weisheit.

 

In den scheinbar der Phantasie entsprungenen Geschichten ist im Kern immer ein historisches Ereignis genannt, das die Geschichte des Landes oder der Vorfahren erzählt und verherrlicht. Früher durch die Eltern und Großeltern weiter getragen, heute durch die Medien Film, TV und sogar Comics. Auch die zeitgenössische Kunst setzt sich immer wieder mit diesen Geschichten auseinander.

 

Dabei werden auch neben der Haartracht, Kleidung, Begleitern, die besonderen Haltungen des Körpers und der Hände dargestellt, die für die Gläubigen eine besondere Bedeutung haben. Genau festgelegt sind diese bis ins Detail in den Puranas.

 

Die Entstehung der Welt war zu Anfang eine ruhende, undifferenzierte Finsternis, aus der eine sich selbst erschaffende Urkraft hervortrat. Diese erzeugte dann das Wasser und aus einem Samen, der ins Wasser fiel, entstand ein goldenes Ei. Aus dem Ei gebar diese Kraft sich selbst als Schöpfergott Brahma. Er wohnte ein Jahr lang nichts tuend in diesem Ei, dann teilte er es durch seine Willenskraft in zwei Hälften, schuf daraus Himmel, Erde und in der Mitte Luft, die acht Weltgegenden, den Ozean und die Menschen. Sie waren zu Anbeginn bereits in die vier Kasten eingeteilt.

 

Der Urmensch hatte 1000 Köpfe und 1000 Beine und hielt die Erde umschlossen. Doch er wurde geopfert, und aus dem Opfer des Urmenschen entstand die Menschenwelt: die Tiere, der Mond, die Sonne aus seinen Augen, die Luft aus seinem Nabel, aus seinem Kopf der Himmel, aus den Füßen die Erde. Durch dieses Opfer konnten die Götter in den Himmel gelangen.

 

So, nun werde ich noch ein wenig mit Mantras und Ayurveda entspannen, damit ich morgen wieder munter und fit in die Woche gehen kann (das gab es nämlich auch auf der Messe, jede Menge Cremes, Tränke und Musik, damit man richtig schön „wellnessen“ kann…), ich wünsche euch einen schönen Sonntag!

 

Eure Luna ^v^

Römische Götterwelt – Teil 4

Speyer-2009-historisches-museum-147

Letzte Woche haben wir einen Ausflug in die griechische Mythologie gemacht. Jetzt zu sagen, die römische Mythologie wäre ein billiger Abklatsch, ist zu einfach. Sicher, die Römer haben sehr viel importiert und von den Griechen übernommen, aber das ist bei der Geschichte der Römer sicher normal.

 

Die Römer haben ihr Imperium ausgedehnt und erweitert und somit von vielen angestammten Kulturen die Gottheiten kennengelernt und auch übernommen. So gibt es trotzdem auch naturgemäß viele Parallelen in den einzelnen Religionen. Und nein, ich behaupte nicht, dass alles ein und der selbe „Gott“ am Ende ist, der hinter allem steht.

 

Jeder schafft sich seinen eigenen Pantheon, jeder muss selber wissen, woran er / sie glaubt und was wichtig und richtig ist. Deswegen heißt es ja auch „Glauben“ und nicht „Wissen“.

 

Menschen in jeder Zeit mögen Geschichten, das ist heute so und war damals sicher nicht anders. Versetzten „Theaterstücke“ die Menschen damals in eine andere Welt, so wie heute unzählige Soaps und „Doku Soaps“. Deren Wahrheitsgehalt ist mit Sicherheit genauso groß, wie eben damals die Erzählungen und „Überlieferungen“ wie und wann etwas entstanden ist.

 

Nun begann die römische Mythologie als einfache Bauernreligion, die Natur wurde personifiziert und verlangte, dass man sich an genaue Riten hielt. Jede Gottheit hatte ihre eigene Aufgabe und Funktion und wenn man eben diese Riten – zum Beispiel bei einer Opferung – genauestens einhielt, dann mussten sie wohlwollend auf die Menschen wirken.

Machte man einen Fehler (was bei der Fülle der Regeln mit Sicherheit öfters vorkam), dann zog man sich den Zorn der Götter auf sich.

 

Schließlich übernahmen die Römer aber griechische Mythologie, doch ist die griechisch-römische Mythologie nicht nur von Heroen und Göttern bevölkert. Sie kannten auch Geister, Dämonen und Personifikationen. Es waren so viele, dass sie Angst hatten, eine Gottheit zu vergessen oder zu übersehen. Der Einfachheit halber wurden sie dann als „Novensilis“ zusammengefasst, um einfach sicher zu gehen.

 

Vindobona Hoher Markt-142Im römischen gab es keine feste Rangfolge der Gottheiten, allerdings galten Jupiter und Juno als höchste Gottheiten. Sie bildeten Paare: Jupiter und Juno, Neptun und Minerva, Mars und Venus, Apollo und Diana, Vulcanus und Vesta, Mercurius und Ceres. Interessant, dass auch hier die Zahl 12 eine wichtige Rolle spielt…

 

Ein Mythos, ähnlich der griechischen Mythologie, schufen die Dichter Ovid und Vergil, letzterer hielt die römische Gründungssage ihrer Stadt durch die Brüder Remulus und Romus fest. Die „Aeneis“ ist somit der Nationalepos der Römer.

 

Ihre Kulte übten die Römer teilweise öffentlich aus, mit Priestern und Gesetzen nach Kalendern, bei denen sogar andere Götter „abgeworben“ wurden, um die Gegner politisch wohlgesonnen zu stimmen. Und auch die Herrscher ließen sich teilweise auch gerne als Götter verehren.

 

Der private Kult hinterlässt weniger Einblick und Informationen, da sie kaum an Kalender und offiziellen Teilnahmeverpflichtungen gebunden waren. Doch es gab private Kultschreine und Altäre, an denen die Handlungen durchgeführt wurden. Meist von einem Hausherrn des Familienvorstandes oder einem Priester der öffentlichen Behörde. Letzterer wachte darüber, dass zum Beispiel der Totenkult auch juristisch einwandfrei von Statten ging.

 

Bekannt war auch die Gespensterfurcht der Menschen damals. Man hatte für die Geister der Verstorbenen auch verschiedene Bezeichnungen. So waren lares gute Totengeister, larvae (aufgrund von Vernachlässigung des Kults) böse und manes die neutralen Totengeister. Das ist aber eine nachträgliche Konstruktion, die Bezeichnungen wechseln von Autor zu Autor. Auf römischen Grabsteinen findet sich die geläufige Formel D.M., das heißt: dis manibus ( also: den Seelen der Toten).

 

Zauberei war eine fast alltägliche Praktik in dem Leben der Menschen und nahm teilweise groteske Formen an. Der Übergang von Glauben, Zauberei und Medizin war fließend, auch war die Grenze zwischen öffentlichem und privatem Glauben durchlässig.

 

House altar, Herculaneum 2005Dabei war dann alles, was durch die „einfachen Leute“ an religiösen Praktiken durchgeführt wurde und im Widerspruch zu den Gelehrten stand, als „Superstitio“ (Aberglaube…) bezeichnet. Unter anderem auch die Christliche Religion war superstitio. Als superstitio galt ein nach altrömischem Denken und Handeln verfehlter Kult.

 

Doch wurde das dann anders, als man um das Jahr 380 n. Chr. das Christentum als Staatsreligion erklärte. Von staatlicher Seite setzte man es aber nicht flächendeckend um, die heidnischen Religionen zu vernichten, da diese 392 verboten wurden. Aber man wandelte heidnische Tempel in christliche um, oder zerstörte sie, durchsuchte Privathaushalte nach heidnischen Büchern, verfolgte einflussreiche Persönlichkeiten als heimliche Heiden und funktionierte heidnische Feste und Bräuche um.

 

So, nun entlasse ich euch in den Sonntag, wünsche euch eine schöne Woche (ja, genießt nach Möglichkeit die letzten Sommertage, Mabon und der Herbst nahen…),

eure Luna ^v^

 

Stilrichtungen des Metal, Teil 7: Power Metal

Der Name ist Programm! Power Metal steckt voller Kraft und Energie. Und zwar so sehr, dass es teilweise geradezu bombastisch klingt. Das Genre besteht seit den Achtzigerjahren, als es aus dem klassischen Heavy Metal und dem sehr schnellen Speed Metal entstand. Interessanterweise gibt es besonders viele europäische und vor allem deutsche Bands, die diesen Stil sehr erfolgreich vertreten. Mir fallen da sofort Blind Guardian aus Nordrhein-Westfalen ein (Foto). Die Jungs spielen schon seit gut 30 Jahren zusammen und füllen große Hallen, nicht nur in Deutschland, sondern zum Beispiel auch in Japan.

 

Blind Guardian Group

Das wichtigste Merkmal des Power Metal sind große Melodien. Dabei spielt der (meist männliche) Gesang eindeutig die Hauptrolle. Die Sänger singen zumeist klar, manchmal ein wenig rau, und gerne besonders hoch. Zwar geht es nicht ganz so temporeich wie beim Speed Metal zu, aber die Musik ist dennoch schnell. Allerdings sind auch Balladen keine Seltenheit. Im Gitarrenspiel wird ebenfalls viel Wert auf Melodien und Harmonien gelegt. Zahlreiche europäische Bands setzen zudem auf Keyboard-Klänge. Daraus entstehen dann oft orchestrale, bombastische Klänge. In diesen Fällen spricht man von Symphonic oder Epic Power Metal. Neben dem europäischen Stil gibt es den US-amerikanischen, der insgesamt rauer und aggressiver klingt. Zwar sind die Songs auch hier melodienlastig, aber es gibt kein Keyboard und die Gitarrenriffs nehmen einen höheren Stellenwert ein als die Vocals. Außerdem ist der Gesang etwas härter.

 

Eine bestimmte Ideologie existiert im Power Metal nicht, wohl aber ein deutlicher Hang zu Fantasy-Themen und Mythologie. Beliebt sind ausgeklügelte Konzeptalben zu einem bestimmten Thema oder einer Geschichte. Ein Beispiel für ein solches Album ist Blind Guardians “Nightfall in Middle-Earth”, das sich mit J.R.R. Tolkiens Mittelerde befasst. Auch die US-Band Savatage hat mehrere Konzeptalben hervorgebracht, etwa “Dead Winter Dead”, auf dem es um den Bosnien Krieg geht. Die Themen des Power Metal können also sehr unterschiedlich sein, fiktiv oder real.

 

Wie bereits erwähnt, gibt es besonders viele deutsche Power-Metal-Bands, von denen einige das Genre mitbegründet und geprägt haben. Zu den deutschen Vertretern gehören Helloween, Gamma Ray, Running Wild, Rage, Brainstorm, Freedom Call, Edguy, Avantasia, Masterplan und Power Wolf. Ihr seht, die Liste ist lang. Nicht weniger erfolgreich sind europäische Bands wie Hammerfall, Sabaton (beide aus Schweden), Sonata Arctica, Stratovarius (beide Finnland), Dragonforce (England) und Rhapsody of Fire (Italien). Zu den wichtigsten Power-Metal-Bands aus den Staaten gehören Iced Earth (Foto unten), Virgin Steele, Vicious Rumors, Jag Panzer.

 

Iced Earth December 2012

Obwohl Power Metal nicht zu meinen bevorzugten Stilrichtungen gehört und ich manche Bands sogar ganz fürchterlich finde, gibt es Ausnahmen. Blind Guardian und Rage habe ich früher sehr viel gehört und ab und an tönen Savatage oder Iced Earth aus meinen heimischen Boxen. Da hört es dann aber auch schon auf. Mir ist die Musik der meisten Bands zu theatralisch und episch und einfach too much.

 

Bemerkenswert finde ich an dieser Stelle noch, dass Power Metal eine recht “freundliche” Metal-Richtung darstellt. Im Gegensatz zu Stilrichtungen, in denen es böse, brutal oder düster zugeht, wie im Black oder Death Metal, ist Power Metal eher positiv. Dabei werden durchaus auch ernste Themen behandelt und natürlich handeln die Texte nicht von Blümchenwiesen. Aber es stehen eben oft fantastische Geschichten im Mittelpunkt und mitunter kann es dabei ziemlich kitschig werden. Oder auch regelrecht spaßig, wie beispielsweise bei Edguy. Da spricht ja auch eigentlich nix gegen, aber es stößt nicht bei jedem Metaller auf Gegenliebe. Wenn Ihr Power Metal bislang nicht kanntet, macht Euch am besten selbst ein Bild und hört doch einfach mal in eine der oben genannten Bands rein!