Event-Info: 4. Dark Tower Party

DARK TOWER PARTY 4
01.10.2016 – WASSERTURM | HANNOVER

4. Dark Tower PartyAm 01. Oktober 2016 erwarten euch bei der 4. Dark Tower Party im historischen Wasserturm Hannover erneut namhafte Szenegrößen am DJ-Pult für eine unzüchtig durchtanzte Herbstnacht.

DJ ERK AICRAG (HOCICO / RABIA SORDA)
DJ SVEN FRIEDRICH (SOLAR FAKE / ZERAPHINE)
DJ DER SCHULZ (UNZUCHT)
und Local Hero DJ LO-RENZ werden für einen abwechslungsreichen Stilmix aus Electro, EBM, Gothic, Dark Rock, Industrial, Synthpop, Futurepop und 80er sorgen.

In der Turm-Lounge eröffnen wir zusätzlich einen zweiten Floor, der für noch mehr Abwechslung sorgt. Den Anfang macht im Oktober DJ HONEY (Welle: Erdball) mit einem speziellen „80er – New Wave & Classics Set“.

Tickets für DARK TOWER 4 sind im Vorverkauf unter www.protain-ticket.de und www.eventim.de erhältlich oder direkt in der Vorverkaufsstelle EVENT TICKET, Rote Reihe 2, 30827 Garbsen.
Der Preis im Vorverkauf beträgt 8,00 € + Gebühren bzw. 10,00 € an der Abendkasse vor Ort. Kasse, Einlass & Beginn: ab 22:00 Uhr

Das Kennenlernen und so…

Schuhe in Essen
Schuhe in Essen

Nachdem ich dieses Wochenende einen Besuch in Bochum gemacht habe und die Szene dort kennenlernen wollte… und nur in Essen glorreich im Bullet Shop sowie im EMP Store hängengeblieben bin… kommt heute der Blog ein wenig später.

 

Irgendwie hängt man im Frankfurter Raum ja immer ein bisschen neidisch guckend auf die Gothic-Szene im Pott und Umgebung. Hier hat es doch alle tollen Veranstaltungen nach dem WGT. Und viele meiner Freunde und Bekannten wohnen in dieser Ecke. Gut, hier in Frankfurt ist auch einiges los. Es gibt diverse Locations, in denen regelmäßig schwarze Veranstaltungen gemacht werden.

 

Und wenn es grade keine gibt, gibt es genug Leute, die dann einen schwarzen Stammtisch organisieren und dazu einladen. Bisher habe ich immer neue nette Gothics und Metaller kennengelernt und freue mich auch in Zukunft freundliche Schwarze kennenzulernen. Gebt gerne ein Feedback, und teilt mit, wann und wo auch „Neulinge“ gerne gesehen werden.

 

Nichts ist doch frustrierender, wenn man schon eine Party gefunden hat und dann den ganzen Abend alleine am Rande steht, weil man keinen Menschen dort kennt! Natürlich gibt es die Netzwerke, in denen man sich verabreden kann. Es ist aber ein Unterschied, ob man dort locker schreibt, dann vor Ort die Zähne nicht auseinander bekommt. Oder nicht weiß, ob man bei der Party auftaucht und dann später erst über das Netzwerk Kontakte knüpft.

 

Der Gothic per se soll ja eher ein schüchterner einsamer Zeitgenosse sein, der ja genau aus dem Grund in seinem Keller bei Rotwein und Kerzenschein sitzt. Mein Lieblingsklischee für die schwarze Szene und daher absoluter Bullshit.

 

Im Netz kann man natürlich in den verschiedenen Portalen leicht andere Gothics ansehen (das Anschreiben klappt da meistens noch, aber auf eine Antwort habe ich teilweise vergeblich gehofft. Und es waren nicht einmal Anfragen an Leute, mit denen ich mir eine Beziehung wünsche… Nein, ich wollte einfach jemanden kennenlernen und ggf. gemeinsam was unternehmen).

 

Es wäre natürlich wünschenswert, dass die Angeschriebenen wenigstens den Anstand besäßen und ein freundliches: „Nein, danke!“ oder „Kein Interesse“ zurückschreiben. Wer überhaupt nicht antworten möchte, kann das auch in seinem Profil darstellen und reinschreiben, dass man gucken aber net anfassen darf.

 

Pic (Ausschnitt) made by Aeon Of Shades
Pic (Ausschnitt) made by Aeon Of Shades

Ok, ich bin auch auf einigen Portalen vertreten und kann angeschrieben werden, da ich aber selber nie angeschrieben werde und auf meine Kontaktversuche zu anderen niemanden erreiche, bin in inzwischen eher selten dort online. Und jeden Tag abchecken, neben meinen sonstigen Tätigkeiten, da habe ich leider keine Zeit dazu. (Ich hab’s aber auch in den Profilen so reingeschrieben 😉 ).

 

So stolpert man also von Mittelaltermarkt über Konzerte, Festivals oder schwarze Veranstaltungen und bleibt dann eventuell doch alleine. Manchen macht das nichts aus, die wollen gerne alleine sein. Oder sie sind an dem Tag schlecht drauf und wollen mit keinem reden. Aber mal ehrlich, mit anderen ein wenig lachen und Spaß haben, von anderen folgenden Aktivitäten im Laufe der Zeit, da kann doch keiner hundertprozentig dagegen sein. Oder sehe ich das falsch?

 

In unserer Szene habe ich es auch noch nicht erlebt, dass die betont sexy gekleideten Frauen blöd angequatscht wurden. Wenn ich mich irre, dann achtet auf euch, Mädels. Niemand hat euch blöde anzumachen, denn freizügig angezogen heißt niemals „frei verfügbar“ und zum Angrapschen freigegeben! Ich habe nur den Eindruck, dass „unsere Leute“ den Anblick als gegeben sehen und nicht als Einladung und damit besser zurechtkommen. Aber ich schweife ab.

 

Wie lernt ihr denn andere Leute kennen? Stellt ihr euch einfach dazu? Oder wartet ihr, dass andere euch ansprechen? Bei welchen Gelegenheiten kann man denn überhaupt jemanden kennenlernen? Ich meine, bei einem Konzert (laut, sehr laut) kann man zwar den Kopf zum Nebenmann hindrehen und brüllen: „Geile Mucke!“ und bekommt vielleicht ein „Jo, is geil!“ zurück, aber wirklich unterhalten und austauschen geht doch nicht.

 

Oder die „andere Seite“: steht ihr in Gruppen zusammen und sprecht einsame Einzeltäter an? Bezieht sie in Gespräche mit ein? Und vorallem: Schreckt das falsche Styling ab? Würde ein Cyber einen Steampunker ansprechen? Oder ein Oldschooler einen Babybat? Schließt man von der Optik auf die Sympathie und gleiche Wellenlänge? Und wie ist das, wenn man sich mit einem relativ „normalen“ Profilbild in dem Social Media kennenlernt?

 

Hmmm… vermutlich antwortet mir deswegen keiner in den bekannten Onlineportalen für die schwarze Szene *zwinker * .

 

Dann werde ich mal meine Profile aufbügeln und sitze wartend vor meinen eMail Postkasten.

 

Gruftige Grüße,

eure Luna ^v^

Das tun doch Gothics nicht! Teil 2

Gothisches Publikum bei einem Konzert - Hier Eisbrecher / Unzucht vom 08.04.2016 in der Jahrhunderthalle FFM
Gotisches Publikum bei einem Konzert – hier Eisbrecher / Unzucht vom 08.04.2016 in der Jahrhunderthalle FFM

Nachdem ich mich heute selbst zum Grillen eingeladen habe (grins), kam mir der Gedanke, dass das auch ein Klischee über uns Gothics ist.

 

Der handelsübliche Gothic ist IMMER alleine unterwegs. Er ist, in den Augen der Stinos, ein Misanthrop, der am liebsten alleine in seinem Keller bei Kerzenschein hockt, Rotwein trinkt und bei Kerzenschein tiefgründige Gedichte rezitiert. Natürlich OHNE Publikum, denn er ist ja alleine.

 

Deswegen sucht er auch andauernd in Kleinanzeigen andere Gleichgesinnte, um seinen Weltschmerz zu beklagen, was aber von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist. Denn einen eventuell anderen Gothic will er ja nicht kennen, sonst könnte er ja nicht mehr sein Gothicsein ausleben. Eine zweite Meinung – Gesellschaft – ist natürlich verpönt.

 

Haha, Bullshit, oder? Gothics sind gesellig. Sie hängen nicht nur mit den angesagten Sängern, Musikern oder anderen Szenegrößen herum. Sie treffen sich auch mit Freunden zum Kaffee, Bier oder Met-Trinken. Ich habe jedenfalls noch keinen getroffen, der es vorzieht, in allen Situationen des Lebens alleine zu bleiben.

 

Oder es sind dann genau die oben beschriebenen Exemplare, die alleine bleiben, weil man sie nicht trifft. 😉

 

Meistens haben Gothics auch Beziehungen, eine Freundin, einen Freund. Man soll sogar schon (zumindest munkelt man es) ganze Familien erlebt haben, bei denen einer oder beide Eltern Gothics sind und Kinder vorhanden sind. Wie sollte das denn gehen?

 

Genau wie bei allen anderen. Man verliebt sich, heiratet und gründet eine Familie. Dabei tun sich dann nicht nur optisch passende Menschen zusammen, weil es halt grad passt. Das ist vielleicht auch der Fall, manchmal tun sich zwei zusammen, weil sie sich mögen und passen sich dann optisch einander an. Aber ich will nicht den Beziehungsratgeber auspacken.

 

Warum kommt es dann zu dem Eindruck, dass Goths kein Interesse an anderen Menschen haben (müssen) und lieber alleine für sich bleiben wollen?

 

Meiner Meinung nach kommt das daher, weil Gothics in der Menge der „Stinos“ einfach weniger vorhanden sind. Schwarzvolk ist seltener vertreten und daher kann es sein, dass ein anderer Schwarzkittel nicht gerade um die Ecke wohnt. Wenn man dann einen sieht, der in voller Montur im Alltag unterwegs ist, dann springt er oder sie natürlich ins Auge.

 

Die vielen anderen Schwarzen übersieht man dann einfach, sei es, dass sie aus beruflichen Gründen selten Schwarze Klamotten tragen, sei es, dass sie aus privaten Gründen nicht nur schwarze Klamotten auf ihren Leib schmeißen. Kleidung ist nun mal leichter auszutauschen als z.B. die Frisur (wobei einen Undercut, der zu einem Irokesen auftoupiert werden kann, um dann ausgehfein präsentiert zu werden auch nicht jeder auf Anhieb sieht) oder Tätowierungen.

 

Wobei nicht jeder mit Tattoos, die ein Goth-Model zur Ehre gereichen können, aufwarten kann oder dann gleich ein Gothic ist. Metaller und Stinos tragen auch Tattoos, ja selbst Büchernerds haben ihre Liebe zu ihrem Hobby auf der Haut verewigt.

Von Resonanteye aus der englischsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2336301
Stino oder Gothic? Na, wer kann das bei dem Bild schon sagen?

 

Die Frage ist aber, warum andere glauben, ein Goth sei immer alleine und lehne die Gesellschaft ab? In Musikvideos ist selten eine Partymeute zu sehen, die ihren Star feiert. Wobei es in den Videos dann doch etwas „ernster“ zu geht. Es werden rituelle Handlungen gezeigt (eine Band interpretiert ihren Song, Zwischenschnitte zeigen z.B. einen Vampir, der sich in einer Blutmesse sein Opfer darbringen lässt und dann ist das Opfer leergesaugt oder geht mit seinem Schöpfer als Vampir in die Nacht. Natürlich dann Hand in Hand)), oder es wird eine wichtige Botschaft an die Menschheit dargestellt.

 

 

Bilder von Musikern in einem einsamen Wald… ich glaube, ich brauche nicht weiter schreiben, ihr kennt diese Bilder, die man damit transportieren will.

 

Aber auch auf Konzerten der einschlägigen Bands stehen die Leute für sich und hören einfach gerne zu. Während die Metaller gerne gemeinsam eine Art Kampf tanzen (Mosh Pit oder Stage Diving), tanzen Gothics gerne für sich alleine. Das ist auch bei den Parties und Veranstaltungen (bei denen sich die Gothics dann ein bis zweimal im Monat zusammenrotten) der Fall, Goth tanzt alleine.

 

Ein Gesellschaftstanz im Walzertakt ist da sehr unüblich (gibt es das überhaupt bei den Stinos noch? Ich meine so eine Art Tanztee, bei denen die Damen per Verbeugung zu einem Tango oder Foxtrott aufgefordert werden?) und auch eine Art Line-Dance wie im Country- und Westernbereich habe ich noch nicht gesehen.

Aber da können mir vielleicht die Cybers (die ja gerne in Formation tanzen und optisch klasse dabei aussehen) oder die Steampunker helfen. (Ich weiß noch, wie gerne ich damals in der Tanzschule (sic!) die Française zu „Die Fledermaus“- Quadrille getanzt habe. Passend wäre es auf jeden Fall auch zu Gothics).

 

Also, nur weil wir Goths nicht rudelweise alla Ballermann auflaufen um zu saufen und dann wahllos irgendwelche grottigen Schlager mitgröhlen, deren Texte erst ab drei Promille einen Sinn ergeben, heißt das nicht, dass wir per se die Einsamkeit vorziehen oder eben mangels Gleichgesinnter immer alleine bleiben wollen.

 

Wir suchen halt nur (Tödö-Tödömmmmm) einfach nur genauer aus, mit wem und welchen Aktionen wir unsere Freizeit verbringen. Wobei das jetzt auch ein Klischee ist, von wegen, wir sind was besseres als Stinos *smile* – ich kenne auch den „Arch Enemyyyyyyy“ Schrei, wenn zwei mit Fan-Shirt auf einander treffen und so ihre gemeinsame Vorliebe für diese Band bekunden und dann über das letzte Konzert einen Abend lang diskutieren und in Anekdoten schwelgen.

 

So, und nun wünsche ich euch einen geselligen Sonntag, morgen hat uns der Alltag wieder!

Gruftige Grüße,

eure Luna ^v^

Weekend-Tipp: 5. eigengrau-Party mit Band

eigengrau party mit BeinhausAm kommenden Wochenende steht wieder eine eigengrau-Party in Wiesbaden an und diesmal haben sie sogar eine Live-Band mit dabei.

Hier ist die offizielle Mitteilung des Veranstalters:

„Zur fünften eigengrau-Party gibt es doppelten Grund zum Feiern für alle Freunde des Industrials. Der Abend beginnt mit einem Heimspiel für BEINHAUS: Neuer deutscher Industrial aus Wiesbaden mit Broken Beats, Metaldrums und vollem Körpereinsatz. Wer Beinhaus einmal live erlebt hat weiß, dass kein gewöhnliches Konzert bevorsteht. Funken werden fliegen und Metall wird zu Bruch gehen. Wer Beinhaus noch nicht gesehen hat, sollte diese Gelegenheit dringend nutzen.

Direkt im Anschluss steigt wieder die EIGENGRAU-Party mit allerlei tanzbarem Krach: Industrial, Breakcore, Rhythmic Noise und EBM, von den 80ern bis heute. Auch die Sehnerven bleiben nicht verschont und werden mit gewohnt phantastischen Visuals befeuert. Es tanzt das ZNS!“

Das ganze findet wieder in der Kreativfabrik Wiesbaden e.V. statt. Einlass ist um 21:00 Uhr und den Live-Auftritt könnt ihr dann ab 22:00 Uhr bewundern. Der Eintritt beträgt 7,00 € und für die, die nur auf die nachfolgende Party wollen, nur 5,00 €.

BEINHAUS
www.beinhaus.de
www.facebook.com/beinhaus.de

EIGENGRAU
www.zentrale-eigengrau.org
www.facebook.com/party.eigengrau

Klischee? Klischee! Teil 1

Chez Goth
Chez Goth… eine kleine Schachtel mit einer Menge Spaß

Letzte Woche hab ich über die Klischees in EMNEF geschrieben. Da ist mir doch so ein Gedanke gekommen… Ich hab hier so einige Spiele in meinem Regal liegen, die von Nerds entwickelt wurden und auch mit den Gothic Klischees spielen.

 

Also, ihr wisst schon, immer deprimiert sein, zum Lachen im Keller verschwinden, Schäferstündchen per se nur mit traurigen Vampiren in einem gemütlichen Sarg abhalten und das ewige Rotweinglas sinnierend in der Hand, während bei Kerzenschein Edgar Allen Poe rezitiert wird.

 

Fühlt sich der Obergoth hier jetzt auf den Schlips getreten? Hebt er mahnend seinen Finger und will mich schimpfen? Warum sollten wir etwas spielen, was UNS und UNSEREN Lebensstil dermaßen auf die Schippe nimmt? Klare Ansage: Weil es lustig ist!

 

Erstens gehen wir eben NICHT zum Lachen in den Keller und können auch herzhaft über uns selber lachen und zweitens, diese Spiele sind von Nerds entwickelt worden, die selber einen Hau weg haben. Mit anderen Worten: Sie lachen auch über sich selber und wollen das mit den Stinos und eben auch mit uns Gothics teilen.

 

Das Spiel, das ich gleich als erstes in meinen Fingern hielt, war „Chez Goth“ von Pegasus. Entwickelt von Steve Jackson, basierend auf dem „Chez Geek“-Spieldesign von Jon Darbo und mit Bildern von John Kovalic. Es ist für 2 bis 5 Mitspieler, wenn ihr noch andere Spiele aus der Reihe besitzt, können noch mehr daran teilnehmen und dann gibt es sogar lustige Misch-WGs.

 

Innerhalb von einer Stunde spielen, „wohnt“ man in einer WG mit seinen Mitspielern und hat einen Beruf – der gibt das Ziel vor – mit entsprechender Entlohnung und Freizeit. Um das Ziel zu erreichen (schnöde gesagt: um zu gewinnen) muss man Punkte sammeln durch Aktivitäten aller Art.

Mal eine kleine Auswahl der Spielkarten von Chez Goth...
Mal eine kleine Auswahl der Spielkarten von Chez Goth…

 

Der Spieler trifft sich mit Freunden, kauft Klamotten, hängt auf Konzerten und Gothic-Parties herum, sieht TV, liest oder schläft und wenn ihm seine „Freunde“ das Leben versauen, dann kann er noch jede Menge Herzblut sammeln. Also, das klingt doch genau nach dem, was wir den ganzen Tag so treiben, oder? 😉

 

Die Regeln sind einfach, man benötigt nur einen Würfel (und würfelt ab und an mal – was aber nicht so ausartet wie die Erstellung eines Charakterbogens bei einem Pen&Paper Rollenspiel, also vergesst mal Dungeons&Dragons oder „Das Schwarze Auge“ oder Vampire:Maskerade) und man braucht auch keinen Rollenspielleiter. Dafür aber ein paar Erdnüßchen oder Spielchips, um dann seine „Slacks“ zu markieren.

 

Zieht eine Jobkarte (in der nächsten Runde darf dann der Gewinner eine Karte auswählen, bevor die anderen dann eine Karte ziehen müssen) und legt los. Natürlich dürft ihr auch diese Karte theatralisch ausleben, indem ihr so sprecht und euch bewegt, wie der aufgedruckte Charakter. Aber Vorsicht! Bei Flachwitzen sollte man besser nicht gerade den Mund voll haben…

 

So, wem das noch nicht reicht, der kann ja auch in die anderen Varianten reinschnuppern. Es gibt auch Chez Cthulhu, Chez Guevara (oh Mann!!), Chez Geek und Chez Genius. Natürlich mischbar für Kunterbunte WGs.

 

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Spielesituation – vergeigtes Schäferstündchen…. 😉

 

Okay, wenn es nicht Nerds entwickelt hätten, sondern Stinos, dann wären hier sicher einige mächtig sauer, so durch den Klischee-Kakao gezogen zu werden, oder? Aber so finde ich das spaßig. Fragt doch mal, ob ihr nicht im Freundeskreis mal eine Runde spielen wollt, es muss ja nicht immer Konsole oder Handy sein.

 

Jetzt werde ich mal telefonieren und ein paar Freunde einladen. Und dann wollen wir mal ein Spielchen spielen…

 

Einen ruhigen Sonntag wünsche ich euch,
eure Luna ^v^

Wo finde ich denn mein Make-Up?

GothicAuge

Ich gebe zu, ich stöbere auch regelmäßig in Printmagazinen und auf Youtube nach Stylingtips. Besonders, wenn in einer „Stino“-Zeitung Looks angekündigt werden, die auch einer Goth gefallen können. Dann blättere ich besonders gerne durch die Seiten und bin dann jedes Mal ein wenig enttäuscht. Es sind dann Looks, von denen die Stinos glauben, dass es echt Gothic ist und jeder Goth sich so schminkt.

So habe ich gestern erst online auf Seiten von der Gala gelesen, dass der Gothic Look sich durch Unperfektion und verwischtem Pandalook, so als sei man in der Nacht unabgeschminkt ins Bett gefallen und dann am nächsten Morgen so aus dem Bett gekrabbelt, auszeichnet.

Ja. Hmmmm. Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Wenn ich daran denke, wie hübsch sich die Damen und auch Herren herrichten, um dann am WGT oder M’Era Luna über den Platz zu flanieren, dann hat das so rein gar nichts mit „verwischtem Pandalook“ zu tun. Weil vielleicht vor 20 Jahren Rammstein mit Penatencreme die Haare zurückgeglitscht haben und dann mit schwarzem Kajal die Augen verdunkelt haben, um bööööse und mysteriös zu wirken, macht das doch nicht jeder Gothic!

Im Gegenteil. Die meisten ziehen so akkurate Lidstriche, dass ich nicht hinterherkomme. Entweder zittert meine Hand, die Augen sind mit über 40 vielleicht auch zu schrumpelig, oder ich habe einfach nicht die Übung eines Make-Up-Artisten. Die Damen (und Herren) sehen sowas von toll aus, dass ich schon kein blasses Make-Up auflegen muß, denn die Farbe fällt von alleine aus meinem Gesicht.

Und dann kommen kleine YoutuberInnen. Leider gibt es wenig deutsche Gothic-Mädels, die ihren Style mal als Tutorial zum Nachschminken einstellen (ich glaube, ich hatte da schon mal darüber geschrieben…) und man dann Schritt für Schritt nachvollziehen kann, wie sie sich so hübsch machen.

Wenn man dann Bilder findet, dann werden sie von den „normalen“ Magazinen als Vorlage zu einem Halloween-Make-Up gezeigt, sich darüber lustig gemacht oder es wird „nachgeschminkt“ mit eben dem „verwischten Pandalook“. Und dann komm ich wieder zu den YoutuberInnen zurück. Diese Mädels Anfang 20 zeigen dann, was sie für „Gothic“ halten und führen dann vor, wie man es nachschminkt. Dunkle Augen, violett oder dunkelblau als Basis und dann schwarze Lippen.

Allenfalls mit Dita-von-Teese-Anleihen, dann mit blutroten Lippen und Schönheitsfleck unter dem Auge.

Sie sind aber keine Goths und zeigen dann auch gerne ihre Hauls von diversen Billigmodeketten, Drogeriemärkten und besonders gerne auch ihre „Aufgebraucht-Videos“. Da halten sie ihre leeren Packungen in die Kamera und erzählen, ob die den Artikel gemocht haben und ob sie ihn wiederkaufen würden. (Mache ich demnächst vielleicht auch mal, leere Butterpakete und Gemüsereste habe ich auch *kicher*)

Worauf wollte ich denn jetzt hinaus? Ach ja… vor Sylvester hab ich natürlich ein wenig herumgestöbert, um mich dann für die Party aufzubrezeln. Und wurde mehr oder weniger fündig. In den normalen Magazinen halt nicht so, weil das was da „Gothic“ sein soll eben kein Goth ist, in den Musikmagazinen auch nicht so sehr, denn dort geht es primär um Musik und dann mit Fotos und Videos vom M’Era Luna um den Gothic als Gesamtkunstwerk und auf Youtube *seufz*….

Was macht „Frau“ oder „Mann“ dann? Improvisieren… aber ich gebe zu, das Ergebnis kann sich sehen lassen (zumindest bei anderen Gothics). Und wenn dann auch noch die richtige Klamotte dazukommt, also das Make-Up zu dem Kleidungsstück passt, dann ist da Gesamtkunstwerk fertig. Fehlt nur noch die richtige Musik und man kann die ganze Nacht gut durchtanzen.

Und wenn man dann heimkommt… müde ins Bett fällt… morgens aufwacht… und dann im Spiegel das Monster nach der Partynacht anguckt… Ja, dann ist man da auch noch „Gothic“ geschminkt. Auf jeden Fall für Millionen von Stinos, die dann den Look kopieren…

Bis dahin, liebe Grüße,
eure Luna

Das Verhalten einiger Konzertbesucher und die GutterGothics

SAMSUNG

Ich werde wieder auf ein Konzert gehen. Nette Jungs (hmmmm-mmmmh *hust* okay… es sind Männer in schätzungsweise meinem Alter), die ich in Oberhausen schon kennengelernt habe. Gut gekleidet, stets mit Anzug und Krawatte stehen sie auf der Bühne und machen elektronische Musik. Und nun machen sie eine Clubtour durch Deutschland und kommen zu meiner Freude auch nach Frankfurt.

Ich freue mich schon sehr darauf, sie wieder zu treffen und anzuhören. Konzerte hatte ich ohnehin in letzter Zeit öfters – in Mannheim war ich letztens zweimal. Danach war ich sogar mit meiner Freundin auf einer Schwulen- und Lesbenparty – der Pride of Frankfurt. Was musiktechnisch ein kleines Problem darstellte, denn die dort angesagte Partymucke war mir weder bekannt, noch mochte ich sie besonders. Naja, abgesehen von dem Titelsong „Sailormoon“ und das vielleicht auch euch noch bekannte „Backstreet’s Back“ von BSB. (Juhu, ich kannte zwei Songs).

Was mir aber auffiel war, dass einerseits die Homos zu den Heten sehr nett waren, aber auch ziemlich… naja… wie sage ich es diplomatisch? Unhöflich? Trampelig? Frech? Also, ich kenne das von unserer Szene, dass niemand angerempelt oder beiseite geschubst wird. Das ist mir an dem Abend laufend passiert. Man tanzt irgendwo und eine Horde kommt vorbei, rempelt an… und entschuldigt sich nicht. Wir standen vor der Bühne, an dem der Gogo-Tänzer eine Show lieferte, und ein Pulk kam und drängte sich erst dazwischen, dann machte er sich an der Stelle breit, an der man eben noch selber stand. Ich bin nach und nach immer wieder einen Schritt beiseite gegangen, weil man sich einfach dort hinstellte, wo ich stand.

Ich kenne das nicht von unserer Szene. So nett man sich mit den Homos unterhalten kann, so rücksichtslos bewegen sie sich in der Gemeinschaft. Das Tanzen artet in eine Art Pogo oder Ringelpiez mit Anfassen aus. Einfach enttäuschend… und dann darf man fast 15 Euro Eintritt bezahlen? Diese Szene werde ich nicht verstehen, aber ich bin froh, dass ich mal über den Gothic-Tellerrand geguckt habe.

Selbst bei den GutterGothics kann ich mir so ein Verhalten nicht vorstellen. Das ist meines Wissens in der Szene auch überhaupt nicht üblich (oder habt ihr generell schon von Schlägereien auf dem M’Era oder WGT gehört?). Die GutterGothics kommen mit ihrem Stil aus der Grunge- und Punkrock-Szene der 80er und 90er Jahre. Im englischen werden sie auch gerne TrashyGothics oder GrungeGothics genannt. Sie haben das Talent, ihre Kleidung aus allem zusammenzubasteln, was andere wegwerfen würden.

Sie sind Künstler und erfahren im Nähen und zusammenhalten mit Sicherheitsnadeln und kreieren so einen Look mit einer breiten Auswahl von Materialien. Ihr Stil beinhaltet zerrissene Fischnetzhemden, Schnallenschuhe, Shirts mit endlosen Rissen, Löchern und mit Sicherheitsnadeln und Flicken versehen. Die GutterGothic Mode ist vergleichbar mit einer dunkleren Version des GutterPunkStils, der oft weltweit in Bars oder an Straßenecken gesehen wird.

Aber wer sagt, dass alle aus der Schwarzen Szene elegant sein müssen? Zahlreiche Looks können aus einem einzigen Ausflug in einen Secondhandladen geschaffen werden. Die Teile werden auch „gepimpt“ und nach Gefallen umgestaltet. GutterGothics lieben wie alle andere auch MakeUp, wo der schlampigst aussehende Eyeshadow auch 20 Minuten bis zur Perfektion brauchen kann.

Im Gegensatz also zu den eleganten Jungs, die ich die kommende Woche besuchen werde, bevorzugen die GutterGothics im Allgemeinen den Oldschool Dark Punk, Deathrock und Grunge.

Ich wünsche Euch eine zauberhafte Woche, packt euch warm ein, es wird Winter… oder geht noch ein wenig shoppen 😉
Bis nächste Woche,
Luna ^v^