Rockfield Open Air, Mainz 19.8.2017

Ein kleines, feines Open Air – abseits des Mainstreams der „großen“ Festivals – fand am Wochenende vom 18. bis 20. August in Mainz statt. Okay, zelten war nicht dabei, aber dafür, daß es für den Besucher absolut kostenlos war, konnte man sehr gut auch von weiter anreisen und vor Ort eine Unterkunft suchen. Alle anderen Besucher kamen ja aus dem Umkreis.

Natürlich konnte man auch Merchandise von der Veranstaltung erwerben: Trinkbecher waren mit einem Euro Pfand belegt und durften auch gerne mitgenommen werden, es gab T-Shirts und Bändchen, Aufkleber und und und… natürlich habe ich am Ende auch ein Bändchen erworben. Kleine Festivals gerade in der Umgebung UND dann auch noch mit Bands, die vielleicht nur lokal bekannt sind, sollte man unterstützen.

Ich schnappte mir also eine Freundin (ein Mötley Crüe – Fan), und wir liefen am Samstag gegen 16 Uhr in der Reduit auf. Wir waren so zeitig, daß wir sogar einen der wenigen freien Parkplätze ergatterten – eine andere Parkmöglichkeit sollte wohl am Bahnhof gewesen sein (allerdings mußte eine andere aus unserer Gruppe regelmäßig den Parkschein nachlösen). Wer sich also auskennt, oder die Öffis nutzte, war klar im Vorteil.

Zu den Bands, die am Freitag gespielt haben und vor 16 Uhr am Samstag auftraten, kann ich also nichts sagen. Interessant, laut einigen Besuchern soll aber Bobby Sixkillers and the Renegades gewesen sein, da sie bekannte Metal Covers zum Besten gaben. Aber, wie gesagt, aus eigener Erfahrung kann ich dazu nichts sagen.

Ijon war die erste Band, die mit ihrem Indie-Rock die noch auf dem Gelände verteilten Gäste begeisterten. Wow, was da eine Power in der Stimme des Sängers war! Mit einer Cola und einem Bier okkupierten meine Freundin und ich dann einen Tisch unter dem Pavillon – wahres Gold wert, als es später am Abend einen kurzen Regenguß gab, und genossen die Mucke.

Nach einer dreiviertel Stunde räumten sie die Bühne und für das „dunkle Publikum“ traten Love‘s Labour‘s Lost auf. Ein wenig zu früh für lichtscheue Gothics (Sonne macht ja bekanntlich albern), aber doch gut vertreten zu der Uhrzeit. Es gab also richtig tollen düsteren Gothic-Rock und zum ersten Mal mit ihrem neuen Bandmitglied. Eine Violinistin wird die Musik noch interessanter gestalten. Und ich muß sagen, nicht nur die anwesenden Goths waren von der Musik begeistert, sondern auch die „Stinos“ und die „Rockers“ applaudierten über die Darbietung von Frontmann Thomas und seinen Jungs.

Andy‘s Sister waren dann die nächsten und brachten mit ihrem Pop-Punk Stimmung. Inzwischen füllte sich die Reduit immer mehr, man merkte, daß die Besucher von ihrem üblichen Wochenend-Aktivitäten doch neugierig auf das Gelände strömten. Auch die Futterstände wurden stärker besucht, die Schlange an der Wurstbude wuchs. Ich entschied mich für ein frisch zubereitetes Thai-Curry. Sehr lecker.

Wieder nach einer Umbaupause waren plötzlich Schulmädchen an den Mikros. Äh… ja, es waren die Schulmädchen von der Band Alice D. Frauen-Satire-Punk nennt sich ihre Mucke und ich mußte herzhaft lachen, wie die Damen mittleren Alters herrlich alles durch den Kakao zogen. Meine Freundin war so begeistert, daß sie eine CD erwerben wollte… leider gab es von den Damen (mit Quotenmann an den Drums) nur vor laaaanger Zeit mal ein Demo-TAPE.

Die nächste Band war dann Dayout, die zünftigen Punkrock darboten. Punkrock ist seit den Hosen nicht mehr ganz so meines, aber diese Band fetzte ordentlich.

Schließlich kam die favorisierte Band meiner Freundin auf die Bühne: Saints Of Los Angeles. Sie sind die einzige und beste Mötley Crüe Tribute Band und rockt stilgetreu über die Bühne. Kostüme alleine sind hier schon ein Hingucker und die Extragadgets für die Fans einfach der Knaller. Mädels erhielten einen „Backstagepaß“ und tanzten auf der Bühne und Dollars wurden verteilt. Das macht Laune.

Ich war gespannt auf Blackwater Horizon, eine Southern Rock Band. Ich hatte ja schon eine CD zum Rezensieren erhalten und mich überzeugte der Live Auftritt. Selbst die Fotos waren eine Herausforderung, denn die Band hat soviel Energie, daß sie laufend in Bewegung waren. Keine Sekunde Langeweile auf und vor der Bühne.

Nun stärkten wir uns noch einmal, eine Bratwurst mit hausgemachten Kartoffelecken und ein Maffe wanderten schnell in unsere Mägen. Wirklich leckeres zu einem sehr günstigen Preis und qualitativ hochwertig. Schade nur, daß uns inzwischen so kalt war, daß wir nach einem kurzen Besuch am Merchandise Stand und einer Unterhaltung mit den noch dort sitzenden Bandmitgliedern, unser Weg nach Hause führte.

Über die beiden letzten Bands des Abends und der Veranstaltung am Sonntag kann ich also nichts berichten. Aber das Festival war super-professionell aufgezogen. Die Umbaupausen waren sehr kurz und alles lief pünktlich über die Bühne. So wünscht man es sich als Zuschauer (und vermutlich war der Veranstalter damit auch zufrieden). Die anwesenden Gäste waren glücklich und hatten sichtlich gute Laune. Die Auswahl der Bands war super, für jeden Geschmack war etwas dabei – und für mich absolut kein Fehlgriff, bei dem man dachte, „Och ja, die Band XY hätte jetzt nicht dabei sein müssen“. Nein, alle hatten ihren Charme und fanden das passende Publikum. Die Verpflegung war klasse – ich kann nicht meckern – und die Preise sehr familienfreundlich. Selbst an die Kleinsten wurde gedacht, MickeyMäuse für die Ohren und eine riesige Hüpfburg. Innen gab es auch einen Tischkicker, wenn die Teenies sich langweilten.

Als Fazit kann ich also nur wiederholen, daß man lokale Veranstaltungen mit lokalen Bands durchaus besuchen kann und so auch das eine oder andere „Neue“ entdecken kann. Ich freue mich, wenn es 2018 auch wieder ein Rockfield Open Air in der Reduit geben wird.

 

Eure Luna ^v^

 

Interview mit Anchors & Hearts

„Anchors & Hearts“ – eine Band, die flasht. Die Musik von „Anchors & Hearts“ ist eine äußerst gelungene Mischung aus Melodic Hardcore, Metal, Punk und Screamo. Mein Tipp: reinhören und abgehen!!!

Am 09.03.2017 durfte ich „Anchors & Hearts“ im STROM München live erleben. So charismatisch und voll von positiver Energie und Power habe ich selten eine solch doch noch relativ junge Band erlebt.

Eine Band, die mich so begeistert… da kann ich gar nicht anders, als sie um ein Interview zu bitten. Was die coolen Jungs aus dem Norden zu erzählen hatten, lest ihr hier.

Anchors & Hearts
Anchors & Hearts am 09.03.2017 im STROM München – Photo: Andreas „Elwood“ Brauner

Hi ihr Fünf. Fangen wir mal einfach an: Wie geht es euch? 😉

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Moin, uns allen geht es sehr gut! Die kleine Tour (8 Shows) mit Pyogenesis hat uns dermaßen angefixt für den bevorstehenden Festivalsommer und den Rest des Jahres. Wir können es also kaum erwarten wieder auf die Bühne zu gehen.

„Anchors & Hearts“ gibt es seit 2012. Zuvor habt ihr in verschiedenen Bands gespielt. Wie kam es dann zu „Anchors & Hearts“? Eine spontane Idee oder war es doch eher ein längerer Prozess, der zu „Anchors & Hearts“ führte?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Wir kommen alle aus einem kleinen Gebiet ziemlich genau zwischen Hamburg und Bremen, wo jeder jeden kennt. Auch wenn bei uns alles ländlich ist, haben wir immer über Jahre einen ziemlich tollen Pool aus großartigen underground Bands. “Anchors” ist aus drei Bands entstanden. Irgendwie war zeitgleich bei unseren damaligen Bands durch Besetzungswechsel und Zeitmangel die Luft raus, sodass etwas neues in neuer Konstellation versucht wurde. Anfangs als Projekt gedacht, heutzutage nicht mehr wegzudenken für uns. Timo, Torben und Tim haben es gegründet und Sebastian und ich sind nach 3 Monaten dazugestoßen. 

Kommen wir zu eurem Bandnamen. Was diesen betrifft, habe ich verschiedenes gelesen. Einmal hieß es, „Anchor“ kommt von eurer Heimatverbundenheit und „Hearts“ davon, dass die Musik für euch eine Herzensangelegenheit ist. In einem anderen Interview hieß es hingegen, euer Bandname ist auf das Astra-Bier zurückzuführen, dessen Zeichen ein Anker und ein Herz sind. Welche Aussage ist nun richtig? Wie kam es wirklich zu eurem Bandnamen?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Wer weiß das schon? Heimatverbundenheit und Musikleidenschaft sind definitiv zu sehr großem Teil vorhanden bei uns. Bierdurst hingegen auch. Also stimmt beides. 

Anchors & Hearts
Anchors & Hearts – Photo: Andreas „Elwood“ Brauner

Mit eurem Debüt-Album „Based on true Stories“ aus dem Jahr 2013 wolltet ihr zum Nachdenken anregen und dazu, sich selbst zu fragen, ob man zu sich selber ehrlich ist, oder doch einfach nur in irgendein Bild/Schema passen möchte. Eine doch sehr tiefgründige Angelegenheit. Wieso ist euch das so wichtig? 

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Im Prinzip ist es schon immer so und es wird immer so bleiben: Es gibt zu viele Leute die mit dem Strom schwimmen OHNE zu hinterfragen ob es die eigene Meinung ist. Leider kannst du das auf alle Lebenslagen übertragen. Ob Beruf, Politik oder Musik: Frag dich immer ob das wirklich du bist, und mach nicht einfach was alle machen. 2013 ist nun 4 Jahre her und es liegt uns immer noch am Herzen nachzudenken. Tatsächlich ist DER Song zur Thematik “Scene.Style.Fuck” auf dem Album. Er handelt von der sogenannten “Musikpolizei” die immer wieder entscheidet was gerade angesagt ist. Heute stehen sie hinter dir als Band und Kumpel, morgen ist ein ganz anderer Trend angesagt und somit andere Bands und du bist out. Gerade in der Hardcore Szene die Toleranz predigt trifft man oft auf solche musikalische Intoleranz. 

Was hat sich für euch seit eurem Debüt-Album verändert? Und habt ihr euch selbst in der Zeit seitdem verändert?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Es hat sich natürlich (und das ist gut so!) sehr viel verändert. Wenn du es zulässt, dann wächst du als Band indem du von Show zu Show an dir feilst, immer wieder überlegst was du besser machen kannst. Du willst das was dir wichtig ist bestmöglich präsentieren und die Leute am Ende der Show dahin gebracht haben, wo du dich selbst zufrieden vom Publikum verabschieden kannst. Wir keine Band mehr, sondern eine feste Crew die Hand in Hand zusammenarbeitet. Wir 5 performen nur am Ende auf der Bühne. Persönliche Veränderungen gibt natürlich auch. Man lernt aus schlechten Erfahrungen und wird hier und da vorsichtiger. Wichtig ist dass man nie den Spaß daran verliert!

Anchors & Hearts
Tim Söhl – Anchors & Hearts – Photo: Andreas „Elwood“ Brauner

Euer Album „Sharkbites“ erschien 2015. Ein Song davon ist mir – unter anderem auch durch sein Video – besonders aufgefallen: „From the Heart“. Das Videomaterial stammt von der Umweltorganisation „Sea Shepherd“ und zeigt ungefiltert, die Härte und Grausamkeit des Wal- und Fischfangs. Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit „Sea Shepherd“ und zu diesem Song allgemein?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Ja richtig, wir sind offizielle “Sea Shepherd Artists” und sehr stolz darauf, im Namen dieser Organisation unser Sprachrohr als Band nutzen zu können. Die Zusammenarbeit entstand aus reinem Interesse: Wir haben auf einigen Festivals gespielt und immer mal bei den Info Ständen vorbeigeschaut und uns informiert. Dann hat sich das mit dem offiziellen Teil schnell entwickelt und wir machen bis heute immer wieder support Aktionen wie unsere Spendendose auf Konzerten, Benefizshows, wir laden Ortsgruppen zu unseren Konzerten ein oder haben sogar ein sehr beliebtes Shirt Design von uns abgewandelt und als “Sea Shepherd” Special verkauft und den Erlös gespendet. Das ist also eine Sache die uns sehr am Herzen liegt. “From the heart” eben.

Wo wir gerade bei euren Songs sind: Wer schreibt bei euch die Texte und woher nehmt ihr die Ideen?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Die Texte schreibe ich und die Ideen sind auch von mir. Ich suche sie jedoch nicht speziell aus. Am besten schreibe ich drauf los. Es ist viel aktuelles aus der Welt, häufig sozialkritisch und manchmal auch sehr persönlich. 

Anchors & Hearts
Manuel Wintjen – Anchors & Hearts – Photo: Andreas „Elwood“ Brauner

Ich habe euch am  09.03.2017 im STROM München als sehr Fan-nah und kontaktfreudig erlebt. War das schon immer so? Oder kostete euch das am Anfang eurer Karriere doch etwas Überwindung?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Das ist uns extrem wichtig! Weiter oben hast du gefragt ob wir uns selber verändert haben im Laufe der Jahre: Wir haben von Anfang an Fannähe genossen und das wird auch immer so bleiben. Bei Festivals lieben wir es über den Zeltplatz zu gehen und beim einen oder anderen Trinkspiel stehen zu bleiben. Genauso ist es für uns ein “No Go” sich bei Clubshows nicht beim eigenen T Shirt Stand blicken zu lassen. Wir sind immer froh über jedes Gespräch und Foto was abseits der Bühne von uns verlangt wird. Zum Teil entstanden so schon dicke Freundschaften zwischen uns und Fans.. also: Definitiv hallo sagen! =)

Habt ihr vor euren Auftritten noch Lampenfieber?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Nein. Wir haben dermaßen Bock. 

Wie war denn euer Weg bisher? Immer einfach oder hattet ihr auch mit Schwierigkeiten zu kämpfen?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Klar gibt es “Ups and downs” und einfach war es nie. Wir sind im fünften Bandjahr und haben viel miteinander erlebt. Du musst als Band viele Entscheidungen treffen, Verträge checken und unterzeichnen. Vieles musst du als Band erleben, um daraus zu lernen. Im großen und ganzen haben wir zum Glück bisher immer die richtigen Wege gewählt und uns nie eigene Steine in den Weg gelegt. Ich hoffe so geht es weiter. 

Gibt es etwas in eurem bisherigen Werdegang, an das ihr besonders gern zurückdenkt? Oder auch etwas, das ihr am liebsten vergessen würdet?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Für uns alle war die “Vans Warped Tour” 2013 in Berlin definitiv ein Highlight. Diese Tour ist DAS Event, seitdem wir uns für Punkrock und Hardcore interessieren und wir wurden als Band dazu gebucht. Das war ein krasser Moment! Darüber hinaus war die fast komplett ausverkaufte Tour mit ZSK und SCHMUTZKI im Frühjahr 2016 ebenfalls ein Highlight – geile Venues, in geilen Städten, mit 2 geilen Bands, vor geilem Publikum! Anders kann man das nicht beschreiben. 

Vergessen wollen wir nichts, da alles diese Band zu dem gemacht hat was sie heute ist.

Und nun die wohl typische Frage zum Schluss: Was sind eure nächsten Ziele?

Anchors & Hearts – Manuel Wintjen: Wir haben ein neues Album im Gepäck und können es kaum erwarten endlich die ersten Infos davon preiszugeben! Sobald wir etwas verraten dürfen, erfahrt ihr es auf unserer Facebookseite. Zudem haben wir einen geilen Festivalsommer vor uns und planen eine weitere Tour für den Herbst. 

Vielen Dank für euer Interesse. 

Vielen Dank „Anchors & Hearts“ für das Interview und eure Zeit. Ich freue mich schon sehr darauf, euch bald wieder live zu sehen.

Wer „Anchors & Hearts“ live erleben möchte – und das kann ich wirklich nur empfehlen – hat an diesen Terminen dazu die Möglichkeit:

  • 01.04.2017 – Gnarrenburg -Rockstadl
  • 16.04.2017 – Vechta – Gulfhaus
  • 06.05.2017 – Aurich – First Season Festival
  • 20.05.2017 – Scheeßel – Heimatfestival
  • 08.07.2017 – Stapelmoor – Free for all Festival
  • 21.07.2017 – Dieburg – Traffic Jam Open Air
  • 22.07.2017 – Nürnberg – Fight Back Festival
  • 23.07.2017 – Cuxhaven – Deichbrand Festival
  • 03.08.2017 – München – Free & Easy Festival
  • 05.08.2017 – Butjadingen – Andy ist auf einem Tennisturnier Festival
  • 12.08.2017 – Großefehn – Großefehn Open Air

Konzert Pyogenesis mit Support Anchors & Hearts im STROM München

Zugegeben, vor diesem Abend kannte ich Pyogenesis nur von CDs bzw. von Youtube. Doch was ich dort schon hören durfte, hat mich überzeugt. Das Pyogenesis-Konzert am 09.03.2017 im STROM München war somit ein absolutes Must See für mich. 

Der erste Eindruck

Von außen erscheint das STROM relativ unscheinbar. Mein Außen-Highlight:  die Beschriftung über der Eingangstür. Wie man es von alten Kinos kennt, prangten dort die auftretenden Acts in schwarzen Lettern auf weiß beleuchtetem Grund. Stylisch, passend und mit dem genau richtigen Hauch an Extravaganz, wie ich finde.

Also nichts wie rein und sehen, was der Abend so bringt. Mit einem freundlichen Lächeln bekam man im Eingangsbereich den obligatorischen Stempel auf die Pfote und schon konnte es losgehen.

Jacke, Rucksack bzw. Tasche wurden einfach an der Garderobe abgegeben. Für 2,- € pro Stück fand dort alles einen sicheren Platz.

Der Konzertraum… Mein erster Gedanke: „Yeah!“ Muss ich noch mehr sagen? Definitiv Daumen hoch für diese gleichermaßen angenehme wie absolut rockige Atmosphäre. Dazu die Bar mit top Personal und guter Auswahl sowie ein kleiner Merch-Bereich. Die Tanz-/Publikumsfläche hatte eine ausreichende Größe und war von gleichermaßen dekorativen wie robusten Säulen eingefasst.

Alles in allem kann man sagen, das STROM ist ein besonderer und in sich stimmiger Club, der dem Abend den genau richtigen Rahmen geboten hat. Wohlfühlfaktor: hoch.

Der Support: Anchors & Hearts

Anchors & Hearts
Anchors & Hearts – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Gegen 20:45 Uhr ging es los. Die Support-Band Anchors & Hearts – ihreszeichens Vertreter von Melodic Hardcore und Punk – betrat die Bühne. Und sie legten auch sogleich voll los. Wow, was für eine Power!

Die Musik von Anchors & Hearts kann man wohl am besten als eine sehr gelungene Mischung aus Melodic Hardcore, Metal, Screamo und Punk beschreiben. Mitreißend und im Ohr bleibend.

Manuel Wintjen Anchors & Hearts
Anchors & Hearts – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Vom ersten Moment an rockten Anchors & Hearts die Stage und hatten einiges zu bieten. Harter Sound, kreischende Gitarren, ein präsenter Bass und hämmernde Drums. Sänger Manuel Wintjen überzeugte mit kräftigem Shouting, gepaart mit astreinem Clean-Gesang. Und auch die Stimme von Bassist Tim Söhl, überzeugte.

Manuel suchte von Anfang an den Kontakt zum Publikum und gab wie auch der Rest der Band alles, die Besucher mitzureißen. Musik aus vollem Herzen mit Hingabe, Spaß und Leidenschaft war das, was ich an diesem Abend mit Anchors & Hearts erleben durfte.

Tim Söhl Anchors & Hearts
Anchors & Hearts – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Gesanglich wie auch instrumental beherrschen die fünf Jungs ihr Handwerk und fetzten mit Power über die Bühne. Es dauerte ein wenig, bis das leider doch recht überschaubare Publikum bereit war, mitzugehen. Anchors & Hearts gaben ihren gesamten Auftritt über alles und schafften es mit Charme und Können, das Publikum einzubeziehen und mitzureißen.

Kein Wunder, den schnellen Rhythmen, melodischen Leads und guten Grooves von Anchors & Hearts konnte man einfach nicht widerstehen. Mit scharfen Riffs und klaren Shouts bereiteten Anchors & Hearts den Weg für das, was danach kam: Pyogenesis, der Hauptact des Abends.

Anchors & Hearts, das sind: Manuel Wintjen am Mikrophon, Timo Buck an der Gitarre, Sebastian Gohl, ebenfalls an der Gitarre, Tim Söhl an Bass und Mikrophon sowie Torben Tost an den Drums.

Du hast Anchors & Hearts am 09.03.2017 verpasst? Kein Problem. Im August kannst Du sie beim Free & Easy Festival live erleben. Mein Tipp: definitiv anschauen!

Der Hauptact: Pyogenesis

Pyogenesis
Pyogenesis – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Anchors & Hearts wechselten nach ihrem Auftritt von der Bühne in den Merch-Bereich. Doch die musikalische Pause im STROM war nur kurz. Es dauerte nicht lange und Pyogenesis eroberten die Stage. 

Langsam beginnen? Nicht mit Pyogenesis. Mit den vier Jungs brannte sogleich die Hütte! Der Saal rockte, die Haare flogen, die Heads bangten und die Stimmung war herrlich ausgelassen. Und gleich zu Beginn ein Gitarrensolo, das sich gewaschen hat.

Gizz Butt Pyogenesis
Pyogenesis – Photo_ © Andreas „Elwood“ Brauner

Die Connection zum Publikum war sofort da und Sänger Flo V. Schwarz plauderte und scherzte mit demselbigen. Dabei zählte er – mit einem kessen Augenzwinkern – auch noch schnell die anwesenden Damen im Saal.

Mit dem zweiten Song des Abends präsentierten Pyogenesis ihr neues Album. Erschienen nach „nur“ 13 Jahren Pause, wie Flo V. Schwarz betonte. Und? Wie wars?  Hart treibende Drums, großartiges Growling des Vocalist und dazu eine Melodie, die nicht nur ins Ohr, sondern auch in Metal-Herz und Beine geht. Kurzum: der Sound überzeugte und das auf der ganzen Linie.

Im Anschluss feuerten Pyogenesis ihren Song „Through the Flames“ ins Publikum. Growling wie es sein soll und dennoch der Text einwandfrei zu verstehen. Eine Kunst, die Flo V. Schwarz definitiv beherrscht.

Pyogenesis
Pyogenesis – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

An der Gitarre fand sich mit Gizz Butt ein Meister seines Fachs. Er spielte sein Instrument nicht nur, er zauberte darauf. Anders sind die Töne, die er seiner Gitarre während des Solos entlockte nicht zu erklären. Der Refrain des Songs war angenehm melodisch, nur um dann sofort wieder in kraftvolle Riffs überzugehen.

Das Publikum ging mit und vor allem die vorderen Reihen rockten, was das Zeug hält.

Es folgte der Song „Blaze, my Northern Flame“. Ein Ohrwurm-Garant, welcher sofort in den Bann zieht und zweifellos als kraftvoll-polterndes Melodic Death Metal-Glanzstück beschrieben werden kann.

Pyogenesis
Pyogenesis – Photo: © Andreas „Elwood“ Brauner

Nach ein paar weiteren, nicht minder mitreißenden Songs wendete sich Flo V. Schwarz wieder an das Publikum. Wie lange man Pyogenesis schon kennt, wollte er wissen. Nach ein paar charmant-witzigen Anläufen erhielt er als Antwort begeistertes Johlen und Klatschen. Eine Reaktion, die prompt belohnt wird: mit einem ganz besonderen Song:

Fade away – der Opener des 1994 erschienenen Albums „Sweet X-Rated Nothings“. Hier zeigten sich nun die wahren Fans, die diesen Song von der ersten bis zur letzten Zeile mitsangen, rockten und feierten.

Gizz Butt Pyogenesis
Pyogenesis – Photo_ © Andreas „Elwood“ Brauner

Nach einer kurzen Jägermeister-Stärkung – der Band spendiert durch einen Fan, wenn ich das richtig gesehen habe – ging es auch gleich weiter. 

Neben vielen anderen Songs präsentierten Pyogenesis an diesem feurigen Abend im STROM auch das Titelstück ihres neuen Albums „A Kingdom to disappear“, welches in typischer Pyogenesis-Manier voll überzeugen konnte.

Pyogenesis lieben, was sie tun und haben eine Menge Spaß dabei. Das merkte man den ganzen Abend über. Und dieser besondere Funke sprang auch auf das Publikum über. 

Alles in allem…

… war es ein großartiger Abend mit hervorragenden Bands in einer tollen Location. Ob ich Pyogenesis wieder live erleben werde? Definitiv! Und auch Anchors & Hearts haben mich wohl nicht das letzte Mal in ihrem Publikum gesehen.

Eure BlackRose

Hier nun die kompletten Bilder:

Konzert-Info: „Pyogenesis“ am 09.03.2017 im STROM München

Harte Riffs, geiler Sound und eine Stimme, die ins Mark geht. Das ist Pyogenesis. Eine Band mit Ohrwurm-Garantie und live so mitreißend wie kaum ein anderer. 

Ihr neues Album „A Kingdom to disappear“ erschien am 24.02.2017. Und nun ist es endlich soweit: Pyogenesis gehen wieder auf Tour!

Pyogenesis Tour 2017 mit Stop in München!

Die vier Jungs machen mit ihrer „Pyogenesis Tour 2017“ auch in München halt. Am 09.03.2017 gastieren sie im STROM und sorgen für gewohnt rockige Stunden voller Metal, Alternative und Punk. 

Mit dabei als Support: Die sympathische Melodic-Hardcore-Band „Anchors & Hearts“. 

Pyogenesis & Support: Wann und Wo?

Wer Pyogenesis & ihren Support live erleben möchte, findet hier noch Tickets für Ihr Konzert im STROM. 

  • Hauptact: Pyogenesis
  • Support: Anchors & Hearts
  • Wann: 09.03.2017
  • Einlass: ab 20:00 Uhr
  • Beginn: 21:00 Uhr
  • Wo: STROM München, Lindwurmstr. 88

Kommt hin und feiert mit mir eine geile Band, einen super Support und einen unvergesslichen Abend.

Eure BlackRose

Love’s Labour’s Lost – In the night… In the dark…

KODAK Digital Still Camera

Im Mai erschien von Love’s Labour’s Lost die Mini CD „In the night… In the dark…“, die ich jetzt aus meinem Briefkasten fischte. Vielen Dank dafür. Die Artworks sind sehr ansprechend in schwarzweiß gehalten und auch die CD ist eine Überraschung: Rabenschwarz in Vinyloptik. Von einem „Silberling“ ist hier absolut nicht zu sprechen. Das stellte mich vor die nächste Herausforderung, denn ich konnte die CD nicht in meinem Laptop abspielen. Sie wurde nicht erkannt.

Mit dem Blue-Ray-Player ging es aber und auch meine alte Stereoanlage schafft die CD problemlos. Ich weiß nicht, ob es am Kopierschutz liegt, aber auf einen Stick für unterwegs ziehen, funktioniert so leider nicht. Wer auch das Problem hat und die CD auslesen möchte, darf sich aber gerne vertrauensvoll an die Band wenden (z.B. über Bandcamp).

Gespannt hörte ich mir die CD an und war begeistert. Die Musik ist düster, geheimnisvoll, mystisch. Was wie ein entspanntes Klangexperiment bei tickender Uhr beginnt, wird nach den Glockenschlägen der Uhr zu einer fetzigen Düsterrocknummer. Und doch klingt bei dem traurigen Text an die ungerechte Mitternacht die Hoffnung auf den Sonnenaufgang durch und macht es zu einem ungewöhnlichen Mix. Thomas‘ eindrückliche Stimme (ja, ich bin ein Stimmenfetischist, und er könnte mir gerne jeden Abend das Telefonbuch vorlesen oder vorsingen) zaubert ein Kribbeln auf den Rücken und ein Lächeln ins Gesicht.

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Nahtlos nur durch einen akustischen Wolkenbruch geht der Song dann in den nächsten Musik-Track über. Auf dass die Flamme nie erlöschen möge und jeder Seele ihren Weg durch die Finsternis erleuchte. Rhythmisch, schnell und doch sehr tanzbar zeigt sich dieser Song.

Nun bläst der Wind mit zarten Pianoklängen und der Stimme von Thomas‘, die ein Gedicht rezitiert. Bei den derzeit herrschenden 30 Grad funktioniert es trotzdem, die kalte windige Nacht vor meine geistigen Augen zu rufen. Auch die weiblichen Parts in allen Stücken werden von einer Sprecherin wunderbar düsterromantisch präsentiert.

Wie soll man etwas Einzigartiges beschreiben? Wem könnte die CD gefallen? Jedem, der ein wenig der „guten alten Gothic“- Ära der Achtziger im Stile von „The Cure“ nachtrauert und denkt, dass die „Szene“ sich heute gehörig verändert hat. Düsterpunk meets Rock alla „The 69 Eyes“ und Dark-Wave. Schwarzromantisch versus Gothicpunk – getrennt und doch verschmolzen. Das ist eine Mischung, die trotz ihrer Melancholie nicht nur die Wurzeln der Gothic-Bewegung mit dem Heute, Hier und Jetzt verknüpft, sondern einfach „passt“.

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Am Besten gefiel mir „The Candle“ und das ist hiermit mein Anspieltip der Mini CD.

Konzerttermine stehen für 2017 schon ein paar fest (weitere können folgen):

20.01.2017 in der „Goldenen Krone“ in Darmstadt

12.03.2017 im „Caveau“ in Mainz

 

Rezension by Luna^v^

Love’s Labour’s Lost sind:

THOMAS THENDRI – Gesang, Keyboards

O.M.A. – Bass, Gesang

TORCH – Gitarre

ROBERT KUHN – Schlagzeug

9 Ansichten über das Gothic Leben – 1. Teil: Gewaltlose Gesellschaft

Gothics sind für Normalos eine absurde Erscheinung. Für Außenstehende ist es oft unverständlich, warum wir uns zu dieser Subkultur hingezogen fühlen. Es sind ganz bestimmte Werte, die die Szene vereinen. Hier kann jeder so sein, wie er sich im Inneren fühlt. Es gibt unter einander keine Anfeindungen.

 

Wave Gotik Treffen 2007Die Szene ist keine einheitliche Subkultur, da sie sich aus diversen Splittergruppen zusammensetzt. Es gibt keine allgemein gültigen Anschauungen, die auf die gesamte Szene zutreffen. Dennoch existieren einige verbindende Elemente, darunter Toleranz und Gewaltlosigkeit. Denn ich habe es bisher auf keinem Festival oder Konzert erlebt, dass es Prügeleien oder ähnliches gibt.

 

Wir Gothics sind eine friedliche Subkultur, was ich so wahrnehme. Auf der Tanzfläche gibt es kein Gedränge und Geschubse. Es herrscht eine distanzierte Harmonie: Jeder ergründet sein Inneres und respektiert das Dasein des anderen. Rebellieren geht auch auf andere Weise. In unserer Gothic-Szene geschieht das durch Kleidung.

 

Auf den Festivals und Konzerten können wir unsere Individualität und Einzigartigkeit ausleben und anders sein, als die breite Masse. Ich denke, wir üben eine friedliche Kritik an der Gesellschaft und jeder wird in seiner Art und Weise akzeptiert. Das Alter, die Herkunft oder die Bildung spielt keine Rolle. Deshalb lehnen wir auch Rechtsextreme und Fremdenfeindlichkeit ab. Ausnahmen gibt es kaum und wenn es doch mal dazu kommt, schlichten wir es meist schnell wieder. Wir gehen uns dann einfach aus dem Weg.

 

Ich als Gothic stufe mich selbst als strikt gewaltlos ein. Die Gewalt ist in meinen Augen die Unfähigkeit zum Reden. Sie steht für einen primitiven Geist. Sie ist die Waffe von schwachen Seelen. Starke Gemüter identifizieren sich mit der Gewaltlosigkeit. Ich versuche meine Probleme mit Reden zu beseitigen. Wir Gothics reden auch über die Musik, über Freunde und über alltägliche Dinge.

 

Viona ielegemsWir gelten teilweise als Romantiker, denn einige von uns schreiben Gedichte, lesen Nietzsche und Novalis. Deutlich werden die Parallelen zu den Begründern der Romantik durch den Hang zur Vergänglichkeit. Wir wollen keine gesellschaftliche Außenseiterrolle einnehmen. Denn in unserer Gothic-Szene ist keiner ein Außenseiter.

 

Aber was sind eure Erfahrungen und Meinungen? Schreibt mir doch einfach ein Kommentar. Ich freue mich auf eure Erfahrungen.

 

Auf bald zum nächsten Teil meiner Serie
Eure BlackRose

Gothic – mehr als nur Musik

Als langjähriger Gothic Musik Fan habe ich mich schon immer gefragt, was das Faszinierende an dieser Musik ist. Warum gibt es so viele begeisterte Fans in der ganzen Welt, die diese Musik mit Leib und Seele leben? Mit Leib und Seele deshalb, weil auch ich mehr tue, als einfach nur Musik zu hören. Regelmäßig findet man mich mit meiner Familie auf einigen Gothic Festivals, um Gleichgesinnte und Freunde aus dem ganzen Land zu treffen. Als Gothik Fan liebe ich außerdem die Kleidung aus dem Mittelalter, das Essen, das Leben und die Musik. Gothik ist eine eigene Kultur, ohne die die Szene ein ganzes Stück ärmer wäre.

Gothic als harmonische Verbindung verschiedener Musikströmungen

The Frozen AutumnWie bei einer Kultur üblich wird Gothik durch verschiedene Musikrichtungen verkörpert. Gothik ist eine Verbindung von Rockmusik, der Post-Punk-Bewegung und der Dark-Wave- Bewegung. Während es seit den 1960iger Jahren Rockmusik gibt, hat sich die Post-Punk-Bewegung gegen Ende der 1970er Jahre etabliert. Die Dark-Wave-Bewegung entstand in den 1980er und den frühen 1990er Jahren.

Eine Mischung von Klassik und Moderne

Bei der Stilrichtung Dark Wave handelt es sich um eine düstere Kunstmusik, die mit rockigen Elementen einhergeht. Zu den bekanntesten Vertretern vom Dark Wave gehört die britische Band The Cure. Auch Neoklassik ist ein wichtiger Bestandteil der Gothik Musik, der besonders durch die weiblichen, opernhaften Gesänge beeindruckt. Die Neoklassiker bedienen sich an der Romantik, sowie der Alten und der Neuen Musik.

Passend zur düsteren Gothik Szene setzt sich die Neue Deutsche Todeskunst (NDT) als Musikrichtung mit den Themen der Vergänglichkeit auseinander. Der ganze Weltschmerz liegt in dieser Musik, die unter anderem von Goethes Erben verkörpert wird. Viel lebensfroher ist dagegen die Neue Deutsche Welle (NDW).

Rotersand-blackfieldfestival-2013Zu den neusten Musikstilen der Gothik gehört der Future Pop, den ich als düstere Variante des Technos interpretiere. Darunter fallen z. B. VNV Nation, Rotersand und Apoptygma Berzerk, die zu meinen Lieblingsbands gehören.

Gothic Fans treffen sich auf Festivals

Als Gothic Fan habe ich keine Schwierigkeiten, meine Kultur zu leben, denn in jedem Monat werden an verschiedenen Orten Festivals oder Treffen organisiert.

Anne clarkEin außergewöhnliches Gothik Festival fand im Oktober 2015 in Leipzig statt: Gothic meets Klassik. Dort traten unter anderem die schwedische Band Covenant und die legendäre Anne Clark auf, welche Generationen von Gothic Musik Fans begeistert und das 30 Jahre nach ihrem Durchbruch mit dem Song: Our Darkness. Ihre tiefgründigen Texte haben mich immer wieder inspiriert.

Auch die Gruppe Mesh war in Leizig dabei. Mesh vermischt Gothic Music mit den Synthie Pop Klängen der 1980er Jahre. Deshalb eignet sich die Musik hervorragend zum tanzen. Den ersten Tag des Festivals gestaltete Eisfabrik im legendären Haus Auensee mit einer Mischung aus Synthie-, Future- und Elektropop.

Ebenfalls in Leipzig findet vom 13. bis 16. Mai 2016 das 6. Wave-Gothic-Treffen statt. Hier treffen Gothik Fans von der ganzen Welt zusammen.

Das Feuertal Festival: Ein Muss für Mittelalter-Fans

Als eingefleischter Fan vom Mittelalter und seiner Gothic Musik steht das Feuertal Festival jedes Jahr auf meinem Gothic-Plan. Auf der Waldbühne Hardt gibt es Mittelalter-Musik vom Feinsten. Stars der Szene, wie Subway To Sally, in Extremo, Schandmaul oder die Letzte Instanz geben sich hier die Klinke in die Hand.

Der Termin ist immer das letzte Wochenende im August. Während des Festivals können Besucher über den Mittelaltermarkt schlendern und die neusten Trends bestaunen. Artisten, Feuerschlucker und Jongleure bespaßen die Gäste. Seit kurzem besitzt das Festival einen sogar einen eigenen Pool, der für die nötige Erfrischung sorgt.

Nun hoffe ich, den ein oder anderen auf eines der besagten Festivals mal zu treffen und verabschiede mich in den Sonntag.

Auf bald
Eure BlackRose

Wie war das denn damals so…. ???

Rob Smith

Ich habe heute einmal ein wenig recherchiert. Jaja, ich hab erst den ganzen Tag meine Butze renoviert und neu gemalert… nachdem ich ja letzte Woche meine Deko-Artikel gezeigt habe… Nun ist alles frisch gestrichen, neu dekoriert und gesäubert und ich habe noch das eine oder andere CD Schätzchen in meiner Sammlung gefunden… Nun sitze ich in meinem auberginefarbenen Wohnzimmer, mit neuer weißer Decke und noch Farbe in meinem Haar und tippsel euch mal was über die Anfänge der Gothicbewegung.

Wie ich angefangen habe, weiß ich noch: ich war schwer beeindruckt von dem Sisters Video „This Corrosion“ und verliebte mich auch gleichzeitig in die Mucke und Optik von Alice Cooper. Yeah, der Style war toll… ich hatte einen weißen Zylinder mit roten Blutsprengseln und bevorzugte schwarze Kleidung.

Da ich schon immer etwas moppeliger war, als die superschlanken Elfen (haha, Modepüppchen trifft es eher, wenn ich an die Hühner zurückdenke… eine sah wie die andere aus, einfach LAAAAANGWEILIG!!!), gefiel mir das praktische „Schwarz“ sehr gut. Aber ich hab damals auch noch Farbe getragen, so isses nicht.

Was „Gothic“ so richtig mit Style angeht… nun, das kam erst später, nach meinem „Hexen-Outing“. Da wollte ich mich dann auch nicht mehr in dem Einheitsbrei der „Stinos“ einfinden, ich musste beruflich nicht mehr „bunt“ tragen (ja, in der Apotheke trägt man selten schwarze Kittel) und ich konnte anfangen und anziehen, was ich wollte und meine Haare färben, wie es mir gefiel. Und es gefiel… Blau war mein Pony und dann später hatte ich immer rote Strähnen… Feuerwehrrot oder neudeutsch: „Porsche-Orange“.

So, nun aber mal zu den Anfängen der Gothic-Szene…
Die dunklen Anfangsjahre (1981 – 1989)
In den frühen 80er Jahren entstand die Gothic-Kultur europaweit als musik-kulturelle Jugendszene. Bis heute ist jedoch nicht klar, ob die Szene von England aus entstand oder ob sich in anderen europäischen Ländern gleichzeitig Parallelszenen bildeten. Gruppen, wie The Cure oder Siouxsie and the Banshees tourten 1980/81 durch Deutschland und konnten so viele Fans gewinnen. Auch Joy Division gaben und Köln und Berlin Konzerte und waren hier schnell bekannt. Allerdings war England als Reiseziel bezüglich Musik und Mode ein Orientierungspunkt.
In Deutschland entwickelten sich kleinere, regionale Gruppierungen, die im Punk- und New Wave– Bereich verwurzelt waren, aber kaum Kontakt hielten. In den Großstädten standen sich viele Jugendcliquen eher feindlich gesinnt gegenüber.SAMSUNG

1982, so sagt man, entwickelte sich einer der frühesten Ansätze der Gothic-Szene und pflegte einen intensiven Austausch mit London. Gothics der gesamten BDR trafen sich am Bahnhof Zoo oder auf dem Breitscheidplatz, in der Zeit die angesagteste Disco der Szene war das „Trash“ in Kreuzberg oder das „Linientreu“. In Österreich wurde das U4 in Wien ein zentraler Szenetreffpunkt.

Und dann fingen die Jugendlichen an, sich in schwarze Kleidung zu hüllen, die Haare schwarz zu färben und nach oben zu stylen. Sie blickten finster und „schlichen“ durch die Großstädte. (Auf den Dörfern taten sie das auch… doch nahm es nicht so wahr, oder?). Das war die Geburtsstunde der „Gruftis“, später oder woanders nannten sie sich „Gothics“.

Es war modisch, Gothic zu sein. Bands wie: Bauhaus, The Cure, UK Decay, Specimen, The Southern Death Cult oder The Danse Society wandelten ihren Stil oder trennten sich bald wieder. In England flaute es dann wieder ab, die „Modegothics“ wandten sich anderem zu. Dagegen konnte in Deutschland, Frankreich und in den Niederlanden der Gothic Fuß fassen. Spanien und Italien hatten auch nur eine sehr kurzlebige Bewegung, die erst wieder in den 90er Jahren einen Aufschwung erfuhr.

In den USA splittete sich die Szene auf, in den Küstenstädten wie LA, NY oder Philadelphia gab es „gothicspezifische Infrastrukturen“, in Regionen wie Boston, Detroit und Chicago verlagerte es sich zu Post-Industrial, Electro-Industrial, Disco, House und Techno. LA avancierte zum Zentrum des Death-Rock. Kanada bildete sich mit Gebieten um Toronto, Montreal und Québec zu kulturellen Kernregionen.

Die Frisuren und Kleidungsstile waren damals stark an das Erscheinungsbild der Punk- und New-Wave-Bewegung angelehnt oder wurden von den musikalischen Leitfiguren (Robert Smith, Rozz Williams, Siouxsie Sioux, Peter Murphy) übernommen. Sie sind bis heute Idole der Gothic-Kultur und dienten hierbei als Vorbild.

Aber auch damals drückte man sein Lebensgefühl über den Kleidungsstil aus. Gebiete, die überwiegend durch Industrie geprägt war, war die Optik punklastiger, in Gegenden, die historisch bedeutsam waren, pflegte Goth einen eher davon inspirierten Stil. Im Süddeutschen Raum entstanden Kleidungsstile, die sich an der Romantik oder dem Barock orientierten. Sie deutet man heute als Einfluß zu dem englischen New-Romantic-Style.

Aber auch Horror und B-Movies (The Munsters, The Hunger, Nosferatu…) inspirierten die Gothics. „Bravo“ begann Mitte der 80er sich für das Phänomen zu interessieren. 1986 veröffentlichten sie einen Bericht: „Die Gothics lieben Grüfte“ (ich erinnere mich an die Berichte… vorne immer wie böse Gothics sind und hinten dann im „Mädchen“ oder „BravoGirl“ dann die Anleitung für Kartenlegen oder Oujia-Brett benutzen… jaja 🙂 ).bravo cover 1986

Ab 1987 wirkten Gruppen wie The Sisters of Mercy, The Cure oder Fields of the Nephilim dem Verfall entgegen.
Zu jener Zeit entwickelten sich Discos wie das „Zwischenfall“ in Bochum-Langendreer, das „Abby“ in Meßkirch, das „Ohm“ in Mannheim, das „Cräsh“ in Freiburg oder das „Madhouse“ in Berlin zu wichtigen Szenetreffpunkten in Deutschland.

Ich wünsche euch eine schöne Woche, am Sonntag geht es dann weiter mit nächsten Etappe.

Liebe Grüße, eure Luna ^v^

 

In Extremo Bandporträt

Dieses Jahr feiern In Extremo ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug, die Mittelalter-Rocker einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ganz sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich glaube, ich habe die Band das erste Mal 1999 live gesehen. Seitdem immer mal wieder, oft auf Festivals und zuletzt im vergangenen Jahr. Die Konzerte sind über die Jahre immer größer geworden.

Es ist schon beachtlich, welche riesigen Erfolge die Herren feiern. Ein Ende scheint nicht in Sicht und auch des Tourens werden sie scheinbar nicht überdrüssig. So sind sie ständig auf Festivals zu sehen und spielen sich auf ihren Dudelsäcken und altertümlichen Instrumenten, wie Schalmei oder Drehleier, durch die Klubs. Ihre Zuhörerschaft rekrutiert sich dabei aus ganz unterschiedlichen Ecken: Rock- und Metalfans sind dort ebenso zugegen wie Punks und Anhänger der Schwarzen Szene.

Dass die Band auch kommerziell überaus erfolgreich ist, kommt natürlich nicht bei jedem gut an. In der Tat sind In Extremo mit der Zeit im Mainstream angelangt, wie Videoclips und Auftritte im TV oder die Teilnahme an Stefan Raabs Bundesvision Song Contest bewiesen haben. An der Musik ändert das nicht wirklich etwas – die Berliner sind ihrem Stil und ihrem Konzept nach wie vor treu.

In Extremo war eine der ersten Bands, die mittelalterliche Klänge konsequent mit verzerrten Gitarren und anderen Rockelementen paarten. Sicher, die Einzigen sind sie da bei Weitem nicht, da gibt es zum Beispiel Subway to Sally, Schandmaul und Saltatio Mortis. Aber In Extremo waren recht früh dabei und vereinten beinahe von Beginn an mittelalterliche Musik mit Rockklängen in gleichgewichtigen Anteilen.

In Extremo band

Wie könnte es anders sein – die Band trat in den Neunzigern zunächst auf Mittelaltermärkten auf. In den ganz frühen Anfängen handelte es sich noch um eine reine Akustik-Combo. Damals schon dabei war Sänger Michael R. Rhein, der sich Das letzte Einhorn nennt und mit seiner unverwechselbaren Stimme den In-Extremo-Sound maßgeblich prägt. Diese charismatischen rauen Gesang mag ich sehr – ich finde, er passt perfekt zur Musik.

Weitere Mitglieder, die seit der Bandgründung dazugehören, sind Flex der Biegsame und Dr. Pymonte. Bis 1998 waren In Extremo musikalisch in zwei Teile gespalten – mittelalterliche und harte Klänge fanden erst auf dem dritten Album “Weckt die Toten” endgültig zusammen. Zu der Zeit bedienten sich die Jungs noch größtenteils an historischem Liedgut und hatten wenig eigene Texte und Kompositionen im Programm. Seit Ende der Neunziger ging es stetig nach oben. Das Folgealbum “Verehrt und angespien” stieg sogar in die deutschen Charts ein, wie auch sämtliche folgenden Werke. Diese beiden ersten “richtigen” In-Extremo-Alben mag ich persönlich bis heute am meisten.

Was ist es denn nun eigentlich, das den Spielmännern so viel Anerkennung, sowohl in Deutschland als auch international, verschafft? Vielleicht die Tatsache, dass In Extremo mehr sind als sieben Kerle, die gemeinsam musizieren. Sie können als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden. Ihre Bühnenoutfits und die, teilweise eigenhändig gebauten, mittelalterlichen Instrumente sind ebenso Teil des Ganzen wie spektakuläre pyrotechnische Showelemente. Ohne derartige Effekte kommt kein In-Extremo-Auftritt aus. Beim Feuerspucken gehen die Bandmitglieder selbst zu Werke und Flex der Biegsame macht seinem Namen mit Akrobatikeinlagen alle Ehre. Es ist die besondere, kraftvolle Atmosphäre, die In Extremo kreieren und die live am besten rüber kommt. Mich fasziniert das jedenfalls nach wie vor.

Wenn Das letzte Einhorn die Merseburger Zaubersprüche in Althochdeutsch oder das mittelhochdeutsche Palästinalied von Walther von der Vogelweide zum Besten gibt, bekomme bestimmt nicht nur ich eine Gänsehaut. Auch Hits wie “Ai Vis Lo Lop” “Vollmond”, “Küss mich” oder “Erdbeermund” erzeugen eine großartige Live-Stimmung. In Extremo sind authentisch und begeistern ihre Fans immer wieder aufs Neue. Zuletzt mit ihrem aktuellen Album “Kunstraub”, das 2013 erschien.

Unter dem Motto “20 wahre Jahre” wird am 4. und 5. September 2015 ein großes Jubiläumsfestival auf der Freilichtbühne Loreley stattfinden. Mit dabei sind unter anderem die Mittelalter-Kollegen von Schandmaul sowie Orphaned Land aus Israel (sehr ungewöhnliche, interessante Band!), Eisbrecher und Eluveitie. Bei dem Line-up und der Kulisse wird das sicher ein Erlebnis der besonderen Art.

Geschichte und Entwicklung der Gothic – Szene

Eine Szene – Ein Name 

Die Gothic – Szene wird im Allgemeinen als eine ästhetisch orientierte Subkultur bezeichnet, deren Mitglieder als friedliebend, aber auch als unnahbar und andersartig in der Gesellschaft stehen. Sie ist eine retrospektive Kultur mit einer enorm großen und weit gefächerten Bandbreite an modischen Formen.
Im Zentrum der schwarzen Szene stehen neben der Farbe Schwarz das Ästhetik-Bewusstsein und die vermeintliche Individualität.
„Stilistische Einheit aus Musik, Körperinszenierung (Kleiderstil) und Lebensart“,
wodurch zentrale Überzeugungen, Einstellungen und Werte der Szene in ästhetischer Weise zum Ausdruck gebracht werden.
Es gibt 7 wiederkehrende Themen die den Stiel der Szene prägen und die unterschiedlichen Strömungen miteinander verbinden:

• Mystik
• Tod
• Religion
• Romantik
• Philosophie
• Kunst
• Körpergefühl.

Die so genannte Gothic – Szene entstand Mitte / Ende der 1980’er Jahre aus der Post Punk / New Wave Bewegung. Der Drang dazu anders zu sein, aufzufallen, sich von der Gesellschaft abzuheben, beflügelte viele jungen Menschen schon immer. Angefangen in den 1970’er Jahren mit der Punk Bewegung bis hin zur heutigen Gothic –Szene und ein Ende der Entwicklung ist noch lange nicht abzusehen.

Einen großen Einfluss auf die Entstehung nahmen hierbei die Literatur und Film (Gothic Fiction), deren Thematik das Erscheinungsbild deutlich prägte. Aber auch die Musik, Faszination am Tod und der Vergänglichkeit hatten und haben immer noch einen großen Einfluss an der Entwicklung der Szene.
Die Bezeichnung Gothic (in diesem Sinne düster und schaurig) hat nichts, wie man eigentlich vermuten kann, mit den Goten und erst recht nichts mit der Gotik-Epoche zu tun, sondern stammt grundsätzlich von einem in England Anfang der 1980’er Jahre entstandenen Musikstiel, der aufgrund seines dunklen und dumpfen Klanges und seiner verwendeten Themen als „schaurig“ empfunden wurde.
Im deutschen Sprachraum wurden Bezeichnungen wie Gruftie, Schwarze und Waver benutzt, da sich Gothic in den 1980’er Jahren als Genrebegriff nicht durch setzte. Erst mit dem Beginn des neuen Jahrtausends bekam der Begriff Gothic großen Zuspruch und gewann immer mehr an Beliebtheit und übernahm schließlich die führende Bezeichnung der Bewegung.
Mitte der 1980’er Jahre findet sich eine Erwähnung in deutschen Musikzeitschriften in Form eines Stammbaumes, der die Entwicklung aus dem Punk und Post – Punk Umfeld auf ironische Weise in dieser Form darstellt: hager, bleich geschminkt, schwarz gekleidet, mit einer Vorliebe für okkulte Dinge“.