Debüt CD von Sharzall: „Black Sun“

Am 16.6.2017 erschien das Debütalbum der slowakischen Gothic-Schocker Sharzall Black Sun“ über das Label NRT-Records.

Auf 11 Tracks werden sämtliche Register in Sachen Vielfalt gezogen: Gothic Metal, Dark Rock, Post Punk – einen Mix, den die Band selbst als „The Sisters Of Mercy“ meets „Deathstars“ bezeichnen. (Vorab erschien am 17.5.17 die EP „Serenades from Perdition“ deren Tracks „Way To Die“, „Crisis“ und „Love Is On The Ground“ auch auf dem Album enthalten sind)

Das Intro „Prologue“ fängt ruhig, und Instrumental an. Dieses Klangmotiv der sphärischen Töne ist auch in „Crisis“ – der vierten Nummer – wieder zu finden, bevor Geigen und schließlich Gitarren einsetzen. Hier kommt ein christlicher Bezug zu dem Chaos in der Welt auf, alles scheint ein Spiel zu sein. Einfach nur, weil die Würfel blöd fielen, betrog man Christus wegen Gold um sein Leben.

Way To Die“ erzählt von Rony Rage‘s Weg, wie er das Sterben lernt. Bisher war sein Weg von Kämpfen gesäumt und doch sicher. Wenn sich das ändert und er über Krieg und den Geschmack seines Blutes den Tod kennenlernt, dann werden auch alle anderen lernen, wie das Sterben ist.

Auch sind die anderen Songs sehr auf Krieg, Militär, Kämpfe und ansatzweise dem christlichen Glauben ausgelegt. „Love Is On The Ground“ ist scheinbar ein fröhlicher heller Song über die Liebe, doch der Schein trügt. Rony singt hier, daß unter dem Haß die Erde aufsprang und in der Tiefe dieses Risses doch tatsächlich die Liebe versteckt sei.

Gespannt war ich auf den Song „Black Sun“ – bei einer militärisch anmutenden Truppe Gothic Rocker könnte man gegebenenfalls auch einen falschen Schluß ziehen. Neben dem nationalsozialistischem Motiv der schwarzen Sonne gibt es nämlich auch weitere Bedeutungen, unter anderem wenn Stare mit ihrem Schwarm zur Zeit des Sonnenuntergangs diesen Verdunkeln (was bei Vogelkundlern und Fotografen gleichermaßen ein beliebtes Motiv ist) und: Eine Sonnenfinsternis. Ein Mysterium, das Ende und Neuanfang bedeutet und doch so bedrohlich wirkt. Hier spielt der Song mit dem zweiten Motiv, doch man soll sich vor den „Ratten mit den Schwertern“ hüten, damit sie nicht die Macht ergreifen.

Die Texte handeln generell vom Tod, aber auch vom Leben und Lebenserfahrung, Parallelen zu vergangenen und derzeitigen Ereignissen sind zu erkennen. Melodien sind ohrwurmverdächtig und selbst der blechern-verzerrte Klang der Gesangsstimme Rony Rage‘s bietet einen interessanten Hörgenuß. Das einzige klitzekleine Manko ist die Kürze des Albums: nur 36 Minuten und man hat es angehört. Dafür gibt es aber die Replayfunktion.

 

Anspieltip: „Crisis“ und „Black Sun“

 

Eure Luna ^v^

 

Line Up:
NYGA – Bass
SHINY – Keyboards
LIVITICUS – Gitarre
RONY RAGE – Gesang
D. – Schlagzeug

Neue CD von Silver Dust: „The Age Of Decadence“

Am 23.6.17 erscheint die neue CD der schweizer Band Silver DustThe Age Of Decadence“ über das Label fastball music.

Besonders interessant ist, daß diese CD Songs in französischer und englischer Sprache enthält. Und das mit einem reizvollen Akzent. Ich persönlich kenne ja nur das Französische, das in Frankreich und Belgien gesprochen wird (und bei Letzterem mit einem Mix zum Holländischen bzw. Flämischen) und fand jetzt die „schweizer“ Einfärbung in die Sprache sehr charmant.

Die Band ist optisch im Steampunk zu Hause, macht aber durchaus ansprechenden, rockigen Metal, teilweise mit klassischen Instrumenten (Piano) oder elektronischen Elementen kombiniert. Im Song „The Age Of Decadence“ kommt sogar ein wenig das Urlaubsfeeling arabischer Länder dazu, eine Sängerin unterstützt alla Ofra Haza den Song.

Doch zu Beginn kommt mit „Welcome“ gleich ein französischer Song. Gleich einem Zirkusdirektor lädt Lord Campbell den Hörer in die Vorstellung der falschen Träume und Illusionen. Er singt, er habe den Glauben verloren und trägt nur noch den Haß in sich. Hier ist alles anders: Die Würde ist zerstört, weil die ganze Welt glaubt, jeder habe eine herausragende Rolle bei dem großen Ganzen. Es gibt hier Wesen, die Tiere, mit großem Herzen, die fast kindisch und faul versagen. Die Grand Dame Natur, die sanft, schön und fast nackt existiert. Und wir machen die Luft kaputt… und alles geht weiter. Doch er will kein Teil davon sein, will dem entfliehen…

My Heart Is My Savior“ ist ein Song gegen Religion, denn die eigene Rettung ist das eigene Herz. Wenn sie das Gift verspritzt und Blut verspritzt, bleibt das Herz das eigene Heil. (Im dazugehörigen Videoclip spielt die Band wunderbar mit dem Szenario, das auch im Dracula Film von F. F. Coppola herrscht – obwohl im Clip nicht ein einziger Vampir vorkommt…)

Der französische Song „Mort D‘Aimer“ berichtet von einem Tod aus Liebe. Im Walzertakt mit Piano wird die Geschichte erzählt: Mélissa und Georges haben sich ihre Liebe gestanden, ihre Gelübde ausgetauscht. Doch Melissa ist eine süße, geliebte Verdammte, die Engel weinen wegen ihrem surrealen Schicksal. Melissa stirbt, die Knochen ihres Fleisches beraubt; der verdammte Ring hat gewonnen… und Lord Campbell zeigt hier seine unglaubliche Variationsbreite seiner Stimme.

Im letzten Song „Forgive Me“ bittet er um Vergebung, weil sein Ende naht. Er wünscht sich, er hätte noch ein wenig mehr Zeit und ist traurig, aber nicht alleine. Eine wunderbare Acoustic-Nummer mit einer sensationellen Gesangsstimme. Das Lied sollte eigentlich getragen oder traurig sein (was man sich halt so kurz vorm Tod vorstellt), ist aber erstaunlich Lebensbejahend. Selbst die operesken Teile einer Sängerin haben etwas Leichtes und Schönes.

Ein ungewöhnliches Album mit verschiedenen Facetten, vereint aber durch die traumhafte Stimme Lord Campbell‘s.

 

Anspieltips: „My Heart Is My Savior“ und „The Age Of Decadence

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Lord Campbell – Vocal, Guitar, Keyboards, Programming
Tiny Pistol – Guitar, Backing Vocal
Kurghan – Bass
Mr. Killjoy – Drums

Carlyn Monnin – Classical Soprano Voice (Forgive Me)
David Grillon – Guitar Solo (Now We Request)

Neue EP von Blackwater Horizon: „Bad John“

Am 5.5.17 erschien die EP der drei Mainzer von Blackwater HorizonBad John“, produziert von Chris Kling im Klangkantine Studio.

Sie enthält 6 Tracks, die laut den BWH‘s schon auf ihren Konzerten gespielt wurden und somit den Fans bekannt seien. Dazu kann ich nichts sagen, da ich bisher noch nicht das Glück hatte, die Band live zu erleben (aber den Termin in der Reduit in Mainz am 19.8.17 habe ich mir schon vorgemerkt!).

Was für eine Mucke machen sie? Nun, es ist für mich ein dezent blueslastiger Südstaaten – Rock, der aber sehr straight und direkt ist. Mundharmonika & Hammondorgel sind auch gut herauszuhören, was die Musik gut unterstützt und auffrischt. Und diese Jungs sind nicht aus dem Szenario von True Blood oder einem Roadmovie entsprungen, sondern kommen aus Deutschland, vielmehr: Mainz? Erstaunlicherweise: ja. Aber sie bringen den Rock dermaßen authentisch herüber, daß ich gleich meine Laune anhebe.

Gut, ein wenig tut das Wetter heute seines dazu, jenseits der 30 Grad Marke kann jeder Song der EP die schwüle Hitze New Orleans heraufbeschwören, aber in dieser Kombination ist es perfekt. Man wippt mit dem Fuß, man nickt mit dem Kopf und beginnt seine Haare im Takt zu schütteln. Und im Kopf beginnt das Roadmovie, der ab in den Wilden Westen führt…

Die Songs haben einen Faktor, der sofort zum Mitsingen einlädt, wenngleich die Texte auch neu für mich sind und der EP nicht beiliegen. (Gibt es die irgendwo im Netz? Würde mich freuen, wenn ich auch mal nachlesen kann). Bei „Fly“ möchte man nur noch seine Fesseln lösen und abheben und mitfliegen.

Fazit: das ist eine EP die gute Laune macht und sehr gut die Stimmung von einem Live-Gig rüberbringt, Musik, die man bei einem kühlen Bier ebenso genießen kann, wie auf einem Konzert, wenn man sein Tanzbein schwingt.

 

Anspieltip: „Fly“ und „Pieces

 

Eure Luna ^v^

 

PS: Ich bin meistens jemand, der Artwork nicht so als Kriterium für die Qualität in Betracht zieht und meint, es müsse in eine Review. Aber als Fan der Serie „Hellsing“ fiel mir eine gewisse Ähnlichkeit des Herrn auf dem Cover zu Alucard auf… Absicht oder Zufall?

 

BWH Live:
31.12.2017 – (tba), Berlin
30.12.2017 – (tba), Berlin
25.11.2017 – Summa Summarum, Frankfurt am Main
21.10.2017 – mit Cryptex im ATG Rockclub, Mainz
14.10.2017 – (tba), Berlin
13.10.2017 – Charlottchen, Berlin
26.08.2017 – (tba), Papenburg
25.08.2017 – Burgfestival, Surwold
19.08.2017 – Rockfield Open Air, Reduit Mainz-Kastel
05.08.2017 – 38. Umsonst & Draußen Festival, Stuttgart
04.08.2017 – mit Different Inside im Unperfekthaus, Essen
29.07.2017 – Zosch, Berlin
28.07.2017 – Blackland, Berlin

Line-up Blackwater Horizon:
Eric Haupt – Vocals / Guitar
Matthias Gebauer – Bass / Backing Vocals
Rainer Schütte – Drums / Backing Vocals

2. Album von Omnimar: „Poison“

Die russische SynthoPop-Band Omnimar verstand es für gut 2 Jahren die Szene mit ihrem extravaganten Musikvideos und ihrem düsteren Melodien in Aufregung zu versetzen. Nach dem erfolgreichen Debüt „Start“ gibt es nun seit dem 04.06.2017 ein neues Album von Omnimar mit dem Titel „Poison“. Es verspricht wieder ein grandioses Werk zu werden und erinnert an die Legende von Schneewittchen, die einen vergifteten Apfel aß. Es erscheint wieder unter dem Label der Darktunes Music Group.

Der titelgebende erste Track „Poison“ hat fast schon tranceartige Züge an sich und der Sprechgesang von Maria Mar verspricht das Eintauchen in die toxische Musikwelt dieses Albums. Mit „I Go On On My Own“ kommt nun ein Track, der die Tanzfläche erobert und ist textlich darauf abgestimmt, in die Welt hinausgelassen zu werden.

Düstere Töne schlägt nun „Out Of My Life“ an, die eine einschneidende Tragödie beschreibt. Die Stimme von Maria variiert hier sehr wundervoll und der leichte Rockeinschlag passt sehr gut zu diesem Lied. Die Melancholie dieses Songs ist fast schon sphärisch. Gleiches gilt für den nächsten Track „I wanna know now“, der den exzessiven Wunsch nach der Wahrheit über Liebe ihres Gegenübers verlangt. Hier wird auch ein wenig mit dem Mischpult gespielt und die leichten Rappassagen von Maria lassen den Song wirklich erahnen, wie sehr sie unter der Unwissenheit leidet.

Der Song „Boom Boom“ wird nun viel härter und fordert zum Feiern des Lebens auf der Tanzfläche auf. Mit dem Lied „40 Steps“ erhält wieder die Melancholie Einzug und die Protagonistin sieht nun doch davon ab, das Gift zu nehmen. „Jimmy“ preist im leichten SynthPop die Liebe zum besungenen Jimmy an. Gute Laune ist hier vorprogrammiert.

Aufgrund der russischen Sprache ich leider im vorherigen Album leider nicht verstanden habe, kommt nun in einer englischen Version daher: „Sadizm“. Laszive Züge in einem FuturePop-Gewand. Großartig! „Happy Ending“ ist eine emotionale und ernste Ballade, die Ein Happy End auf dem Tiefpunkt des Lebens herbeisehnt. Aber die russische Sprache kommt aber wieder auf diesem Album vor. „Hungry“ hat zwar einen englischen Titel, jedoch wurde es komplett in Russisch eingesungen. 

Das letzte Lied auf dem Album „Poison“ besticht wieder mit düsterem SynthPop und der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Gesangsarten zeugt von der Vielseitigkeit von Maria. „Release Me“ greift wieder das Thema des Loslassens auf.

 

Bekanntlich ist das zweite Album eines Künstlers das Schwerste, aber Omnimar konnten mich auch diesmal wieder voll überzeugen, auch wenn für mich nur „Boom Boom“ und „Sadizm“ meine Highlights darstellen. Ich empfehle es euch auf alle Fälle weiter und holt es euch u. a. bei Amazon.

Auf bald
Eure BlackRose

Neue CD von Pantaleon: „Virus“

Am 16.6.2017 kommt die Debüt – Scheibe der Progressive-Metaller Pantaleon Virus“ über das Label SAOL / H‘Art.

Die Band will den Metal bewegen und Komplexität, Weite und die Eleganz großer Epen mit der Eingängigkeit und der Härte geradlinig vereinen. Dabei werden die Songs auf der CD durch Patrick Sühl (von Gun Barrel) im Studio abgerundet, Live und alle weiteren Bandaktivitäten werden dann von Till Sauer als fester Sänger der Band übernommen. Nun können die düsteren apokalyptischen Songs auch atmosphärisch Live in Szene gesetzt werden.

Thematisch befassen sich die englischsprachigen Songs mit einer dystopischen Welt, in der niemand niemanden traut und jeder mit sich selber beschäftigt ist und um das Überleben kämpft.

virus“ leitet das Thema ein, melodisch ruhig und fast hypnotisch wird die Musik als Kontrast zu den Schlagwörtern des Songs eingesetzt. Panik! Panik! Und dann die Auswirkung auf die Menschen. Dazwischen dann Ansagen, daß der Virus sich ausbreitet und nicht aufgehalten werden kann… Von der Zusammenstellung erinnert mich der Song sehr an „Keeper of the 7 Keys“ von Helloween – epische Parts gewechselt mit ruhigeren und aggressiveren. Auch mit über 10 Minuten Spieldauer kommt es annähernd hin. Ein Song, der eine ganze Geschichte erzählt und den Geist entführt.

wake up“ soll die Schlafschafe wecken. Gleich Neo sollen sie die Augen öffnen und die Wahrheit erkennen. Die Geschichte, die sie glauben zu kennen, ist erlogen und manipuliert. Wenn du nicht aufwachen willst, dann bleibst du in einem von ihnen bestimmten Leben. Blicke also durch ihre Verkleidung!

the condemned“ ist die Klage, eines Mannes, der unschuldig ist. Er ist ein Bauernopfer einer tat, die er gesehen, aber nicht begangen hat. Man hat ihn genommen, anstatt den wahren Schuldigen zu suchen und nun muß er damit zurechtkommen.

march of the titans“ fängt schon episch an. Nightwish meets Pantaleon. Und die Botschaft ist einfach: Entkommt man dem Gefängnis, in das man gezwungen wurde, so werden sie einen fürchten. Wie Titanen wandern die ehemals Gefangenen über das Land und starten die Revolution. Durch nichts aufzuhalten…

Thematisch der traurigste Song ist für mich „the only one“, in dem es um einen Verlassenen geht. Das ganze Leben scheint ruiniert, von Alkohol und Kippen bestimmt, während man über die Vergangenheit grübelt. Und die Zeit heilt nicht die Wunden, schreitet nur erbarmungslos weiter, während immer nur der einzige Satz „you were the only one“ im Kopf kreist. Aber auch Lächeln nutzt nichts. Am nächsten Morgen findet er die Worte, die er niederschrieb, in seinem Herzen und schreibt den Song, der nie gehört werden wird von der / dem einen…

Diese CD überrascht immer wieder mit scheinbar altbekanntem, das dann doch anders als erwartet umgesetzt wird. So kann man nicht eine einheitliche, langweilige Schiene erkennen, bzw. einen Stil, tausendfach kopiert, auf den man die Band festnageln könnte – und das ist phantastisch! So ist die Vielseitigkeit kein Mittel, möglichst viele Geschmäcker anzusprechen, sondern eine eigene Ausdrucksweise. Auch wechselt die Spielzeit der Songs, sture dreieinhalb Minuten sind nie der Fall. Wenn jetzt mit dem neuen Sänger diese Mucke auch live so umgesetzt wird, wird es ein tolles Event. Und Pantaleon breiten sich wie ein Virus über Deutschland aus…

 

Eure Luna ^v^

 

Line-up:
Patrick Sühl – Vocals
(Till Sauer – Vocals)
Sebastian Heuckmann – Bass
Xaver Schiffels – Guitar
Kevin Kott – Drums

Neues Album von Noisuf-X: „Banzai“

Nach nur 14 Monaten steht auch schon das neueste Werk von NOISUF-X in den Plattenläden. Man könnte meinen, dass Jan Loamfield keine Lust auf Freizeit hat und so unermüdlich an neuen Werken arbeitet. Nicht nur, dass der aus Essen stammende Künstler sich als Musiker, Produzent und DJ seine Zeit verbringt, nein er hat ja auch noch die Projekte X-Fusion und Stoppenberg. NOISUF-X begeistert seit 2005 die EBM-, Industrial- und Techno-Szene und gehört ganz klar zu den führenden Cybergoth-Acts weltweit. So stürmt er nicht nur die nationalen Tanzflächen, sondern auch die internationalen Szeneclubs.

Zum Auftritt beim diesjährigen Wave Gotik Treffen in Leipzig stellt er sein neues Album „BANZAI“ vor, die auch eine Neuauflage seines Clubhits „Jezebel“ beinhaltet. Diese limitierte Erstauflage im Digipack ist u. a. bei Amazon seit dem 26.05.2017 erhältlich. Erschienen ist es wieder unter dem Label von ProNoize / Dark Dimensions Label Group.

BANZAI – japanischer Ausruf für Freude und Glück, welches auch im Pazifikkrieg zum Einsatz kam, welche die fanatischen Sturmangriffe der Soldaten einleiteten. Für dieses einzigartige Album passt es für mich sehr gut, denn es ist Ausdruck von Freude und zugleich ein Aufruf zur musikalischen Schlacht. Es bietet hemmungslosen Electro Sound verbunden mit einprägsamen Industrial.

Der erste Track „Ich bin soweit“ bezeugt dies sehr stellt dies überwältigend. Minimalistisch verzerrter Gesang und ein ansteigender Beat macht klar, was Musik eigentlich ist. Beim titelgebenden Track „BANZAI“ war ich erst kurz verwundert, als ich fernöstlichen Klängen hörte, aber wurde schnell eines Besseren belehrt. Das bereits angesprochene Thema wird nun hier sehr gut in Szene gesetzt.

„Rageoholic“ versetzt mich wirklich in Rage, denn Klangqualität hält keine Verschnaufpause bereit. Das zieht sich auch durch das ganze Album, was wohl Jan auch genauso bezweckte. So meine Einschätzung. Daran schließt sich „Satisfaction“ an, welches Befriedigung auf der Tanzfläche verspricht. Überaus tanzbar und eines meiner Highlights! „Monster“ kommt noch härter daher und ich bin schon im 7. Tanzhimmel. Einfach genial!

„Primary Target“ sucht sich ein Hauptziel und das Lied „Robots, Destroy Him!“ fordert auf, es zu vernichten. Der geruhsamer Sound ist typisch für die Suche und die Vernichtung zeugt wieder von der Schnelligkeit. „Passion for War“ lebt nur für den Krieg und weist für mich leichte FuturePop-Einflüsse auf. „Robots, Destroy Him!“ und „Passion for War“ stellen ebenfalls meine Highlights dar.

„Nutcutter“ besitzt viele unterschiedliche Soundelemente und ich weiß nicht so reicht, wie ich in den Beat reinkommen soll. Trotzdem ist er ein eingängiger Track. „This is Genocide“ sorgt für abrupte Wechsel des Rhythmuses und interpretiert den Genozid auf seine eigene Weise.

„Psychological Attack“ und „PAN!C“ möchte ich nicht unerwähnt lassen, denn sie gehören ebenfalls in jeden Szeneclub. Der abschließende Song „Jezebel“ wurde von Jah neu interpretiert und stellt den einzigen Remix des Albums dar. Das fast vollständige Fehlen von Songtexten empfinde ich häufig als sehr berauschend, denn so konzentriere ich mich viel mehr auf den Beat und NOISUF-X setzt dies grandios um.

Als Fazit kann ich nur sagen: BANZAI ist überaus tanzbar und stellt eine einschlagende Kriegserklärung in Sachen EBM, Industrial und Electro dar. Ich kann es nur jedem empfehlen, der sich auch nur annähernd für die Electro Szene interessiert. Harte Sounds und beinahe ein perfektes Sampling überzeugen mich zu 100%. Aber das stellt ja nur meine Meinung dar und ich freue mich auf eure Auffassungen in den Kommentaren.

In diesem Sinne ein schönen Feiertag und auf bald
Eure BlackRose

Neues Album von Alphamay: „The Simulation Hypothesis“

Das deutsche Duo Alphamay wurde im Jahre 2012 von zwei Mitgliedern der Gothic-Rock Band Rosencrantz gegründet. Die beiden Musiker, die nach einem gemeinsamen Unfall näher zueinander rückten, beschlossen nach diesem Erlebnis das gemeinsame Projekt Alphamay ins Leben zu rufen. Der Bandname Alphamay steht hier auch für das Datum, an dem sich das Unglück ereignete, dem 1. Mai.

Die Musiker setzen in ihrem Nebenprojekt nicht nur auf experimentelle Musik, sondern wollen Ihre Musik auch durch Licht, Videoprojektionen und Tanz visualisieren. Zum Abschluss der Dazzle Trilogie, die das kürzlich erschienene Album „The Simulation Hypothesis“ bildet, veröffentlichte die Band auch erstmals einen Videoclip zu einem ihrer Songs.

Da wo der gefeierte Vorgänger „Twisted Lines“, der sich sogar in den Top Ten der Alternative Charts platzieren konnte, aufhört, da fängt das neue Album der Osnabrücker an. Es ist bereits seit dem 19.05.2017 u. a. bei Amazon erhältlich.

„Missing Me“ ist Synthpop at it`s best. Heinz Christian Frickenschmidt und sein Kollege Henning Hammoor wissen wie man klassische Synthiemusik zu einem Erlebnis macht. Die flotte Nummer lässt kein Bein still stehen, wir alle werden wieder lächeln, so heißt es nicht nur im Text, denn dieser Song macht einfach gute Laune. „Decay of the dream“: So muss dunkler SynthPop klingen. Schwebende Melodien, ein eingängiger Beat, der sich schnell in den Gehörgang bohrt und dazu die perfekt positionierten Stimmen der Osnabrücker SynthiePopper.

Was ist Realität, was nicht? Dumpfe Bässe und ein Duett, dass sich besser nicht ergänzen können machen „Fractures of Reality“ zu einem musikalischen Hit. Die Realität verschwimmt wenn sich tiefe Growls mit einer glockenklaren Stimme abwechselt. Der psychedilisch angehauchte Kracher sorgt ebenfalls für Lust auf Bewegung. Und wieder regnet es: Dieser SynthPop Beat in „The Pilgrim Weep“ erinnert an gute alte Blutengel Zeiten. So trägt man die Ewigkeit musikalisch fort. Trotz des düsteren Gesangs wirkt The Pilgrim weeps melodisch und eingänglich.

Wer auf verzerrte Growls und stampfende Beats steht, kommt bei Flat Earth Flat Head voll auf seine Kosten. Mit einem Sample aus dem Film Blade Runner kommt der Song mit seiner futuristischen Weltanschauung nicht nur bei Filmfans gut an. Und in „Suspended Animation“ fragt man sich wieder, was echt ist und was nicht? Hier preschen schnelle Beats voran, während man gedanklich versucht, wahres vom falschen zu unterscheiden. Die Uptempo Nummer macht gute Laune und wird auf den Tanzflächen begeistern.

Fast schon eine Ballade kommt „Simulation Street“ daher. Sanfter Gesang lässt sich von einer leichten Melodie tragen. Am Ende erkennen wir doch die Realität haucht die einfühlsame Stimme. Dieser Track unterscheidet sich deutlich von den schnellen Nummern des Albums und lädt regelrecht zum träumen ein. Bei „Bound to Dance“ erlebe ich wieder SynthPop mit dunklem Gesang der Spitzenklasse. Tut wie euch geheißen und tanzt auf den Flammen durch die Nacht.

Fast schon könnte man sich Martin Gore, Mastermind von Depeche Mode vorstellen, wie er diesen Song „Counting Stars“ vor begeisterten Massen vorträgt. Doch ist dies keine romantische Depeche Mode Hymne, sondern einer der wenigen ruhigen Tracks auf „The Simulation Hypothesis“. In „Serenity“ hingegen darf wieder das Tanzbein geschwungen werden. Ein Endzeit Track, der mit eingängiger Melodie schnell zum Ohrwurm wird.

In „No Good Bye“ legen sich sanfte Stimmen über die dahin plätschernde Melodie. Nicht nur in der Virtualität können wir ewig bestehen. Mit einem stimmigen Song verabschieden sich die Musiker auf ihrem vielversprechenden Album. Doch es ist eigentlich kein Good Bye. 

Fazit:
Mit dem Album „Simulation Hypothesis“ haben die Osnabrücker Alphamay bewiesen, dass SynthPop nicht tot zu kriegen ist. Auch mit diesem Album haben Sie gezeigt, dass sie ihr Handwerk verstehen. Die Melodien sind direkt im Ohr und machen Lust auf mehr. Dabei klingt kein Song wie der andere, die Musiker setzen auf Vielseitigkeit und zeigen ihr Können. Nicht nur für Fans von Depeche Mode und VNV Nation ein absolutes Muss!

Auf bald
Eure Blackrose

Neue CD von An Erotic End Of Times: „Chapter One“

Am 2.6.2017 erschien die CD der französischen Band An Erotic End Of Times betitelt als „Chapter One“ über das Label Echozone / Les Disques Rubicon.

Die 8 Tracks bewegen sich musikalisch im Stile der Fields Of The Nephilim, Katatonia und Type-O Negative und lyrisch beschreiben sie das Leben und den Tod und den geraden Weg dahin.

Schon gleich der erste Song „I Am Become Death“ ist eindrücklich und zwingend. Durch diesen Song zieht eine Hilflosigkeit, daß nichts zu ändern ist und nur noch Elend herrscht.

Love Is The End“ ist schneller, rhythmischer und stellt die Frage: Wenn man jemanden lieben möchte, haßt man dann auch? Verbrennt man an seiner Sehnsucht, ein Heim zu finden? Ist die Liebe dann das Ende oder ist man am Ende mit der Liebe?

Mit einem ruhigen Keyboardpart beginnt der dritte Track „No Rights“, eine melancholische Ballade über alles, was wir im Leben machen können. Und doch haben wir nur ein Recht, nämlich am Ende der Zeit zu sterben. Bedrückend, verzweifelt und tieftraurig schleicht sich Philippe über die Ohren bis ins Herz und drückt es langsam und kräftig zusammen.

A Freaky World“ zaubert anscheinend eine Lösung in diese desaströse Welt. Ein Gott erhebt sich, der König unter den Freaks. Wunderschön anzusehen und er frißt die Lügen, wenn man ihn anbetet. Er weiß, was man möchte…

Insgesamt ist es ein Album, das sehr gut die Endzeitstimmung in diese Welt transportiert. Mag es sein, weil wir ohnehin derzeit das Gefühl haben, daß nichts von dem Weltgeschehen wirklich in unserer Hand liegt oder weil diese Musik melancholisch und bedrückend, schleppend und zerstörend ist und so nur unser Empfinden steuert, es sei alles hoffnungslos.

Der Weg zum Weltuntergang ist seit langem gepflastert und wir schreiten nur noch auf das Ziel zu. Ein sehr komplexes Thema, was sicher auch daran liegt, daß Philippe nicht nur Sänger ist, sondern auch Vorträge über politische Philosophie an einer Universität hält. Ich bin gespannt, ob die Band noch ein „Chapter Two“ nachlegt, das eventuell den Fokus mehr auf das Leben an sich und die – sagen wir mal – schöneren Aspekte des Seins legt. Sozusagen, die mögliche Abbiegespur weg vom Ende.

Chapter One“ ist sicher nicht ein Album, daß man bei Sonnenschein und großem Eisbecher anhört. Wer auf eine düstere Mucke steht, wird dieses Album lieben. Herzschmerz und Einsamkeit at its best.

Anspieltip: „One Second After“ und „Writings On The Wall

eure Luna ^v^

Line Up:
Erwan Frugier
Philippe Deschemin
Jeremy Grillet : Live bass
Didier Quincey : Live drums

Neue CD von Daveysuicide: „Made From Fire“

Schon am 24.3.2017 erschien das dritte Album der kalifornischen Band Daveysuicide Made From Fire“ über das Label Trisol Music Group.

Musikalisch sind die vier dem Alternative Metal zuzuordnen, wie man ihn ähnlich von Static-X, Marilyn Manson und Ministry kennt. Also richtig krachige Metalsongs gepaart mit elektronischen Teilen alla Rammstein (allerdings ohne das NDH), die aber auch die verschiedenen Stimmungen transportieren können. Dabei klingt Daveys Stimme sogar der von Marilyn ähnlich, trägt aber einen Zacken mehr Aggressivität in sich. Ein bißchen schärfer im Tonfall.

Er singt, screamt und RAPPT sich durch und ja, es klingt gut. Bei Rap-Parts bin ich ja immer kritisch, da das für mich keine richtige Musik ist – Rap transportiert seine Emotionen nicht durch die Stimmlage, sondern über die Texte, und da kommen bei mir Stimmfetischistin keine Feelings zu auf. Hier wird aber die Melodie der Gitarren passend unterlegt und man vermißt den Gesang nicht wirklich.

Im ersten Song „Rise Above“ nach dem Intro beschäftigen sie sich mit einem Kampf gegen das System. Gegen eine Liebschaft oder was auch immer ihr daraus herauslesen mögt. Auf jeden Fall will Davey einen Gegner bezwingen, der ihm wie ein Teufel entgegentritt. Es ist ein Preis zu zahlen und er rät, man soll besser nicht in ein Feuer springen, wenn man hofft, daß man nicht zu brennen anfängt. Ein Kampf wird immer Spuren hinterlassen.

Der Song „Too Many Freaks“ ist jener welcher, in dem ordentlich gerappt wird. Fängt er an wie der Anchor-Mann an der Freakshow, der seine Attraktion mit „kommen Sie näher, ja jetzt noch eine Runde, treten Sie näher“ anpreist und die Gäste einlädt, entpuppt sich die Zirkusshow eigentlich als die harmlose Variante. Die wahren Freaks sind draußen unterwegs, es sind die Leute, die wir im echten Leben treffen.

Torture Me“ scheint oberflächlich ein Song über Folter zu sein. Doch wenn man genau hinhört, ist es eher eine Befreiung. Wer Davey wie Alice gleich durch das Kaninchenloch folgt, wird diese Folter enthüllen, was das Dunkle auslöst. Wir sind zu stumpf, um zu fühlen, das Unrecht zu bekämpfen. Wir sind mehr wert, als wir selbst über uns denken.

Paralyzed“ ist eine Ballade über eine Lügnerin. Man möchte ihr glauben, ist aber paralysiert und starrt auf die Situation, die wie ein Schwarzweiß-Film immer und immer wieder abläuft. Wegrennen und Verstecken nützt nichts, deswegen hat sie das letzte Mal gelogen. Sie hat das letzte Mal die Gelegenheit bekommen zu lügen, denn er fühlt nichts mehr.

Devil‘s Night“ holt die Teufel an die Oberfläche. Wir rechnen mit Dämonen, die über die Straßen tanzen, alle Körper so durch die Luft fliegen, daß man nicht weiß, ob man im Himmel oder der Hölle festsitzt. Doch die Monster sind alle menschlich und sie wohnen nicht unter den Betten…

Insgesamt beschäftigen sich die 14 Tracks der CD mit den inneren und äußeren Dämonen eines Menschen und den Auswirkungen auf das Weltgeschehen. Doch sie sind in den seltensten Fällen übernatürlichen Ursprungs, sondern sitzen in den kleinen Ritzen und Hebeln, die Welt bewegen. Es gibt auch eine gute Nachricht: Bleiben wir stark und ziehen die Kraft aus dem Feuer, dem wir entstammen, werden andere brennen… (Übrigens, eine nette Anspielung auf die Bloodhound Gang Nummer „Fire Water Burn“).

Anspieltip: „Paralyzed“ und „Made Of Fire

eure Luna ^v^

Line-Up Daveysuicide:

Gesang Davey Suicide
Keyboard, Backgroundgesang, Programming Needlz
E-Bass Derek Obscura
Schlagzeug Drayven Davidson
Gitarre Niko Gemini

Debütalbum von Schwarzschild: „Radius“

Am 26.05.2017 kommt das Debüt des Synth-Pop Duos Schwarzschild Radius“ über das Label Echozone.

Auf 11 Tracks (plus einem Bonus Track) präsentieren die Beiden aktuelle und Tabuthemen in einem elektronischen Klanggewand mit Gothic- und Industrial-Einflüssen. Da es also elektronisch ist, habe ich heute BlackRose gebeten, sich mit mir die Tracks anzusehen.

Da ich (BlackRose) „Auferstehen“ bereits kenne und mir ein Bild machen konnte, stürze ich mich gleich auf das nächste Lied „Bis zum Ende der Zeit“. Diese Ballade handelt vom schmerzenden Liebeskummer, der wohl nie enden wird. Ein sehr einfühlsamer Track, der die Melancholie gut zur Geltung bringt.

Ich habe mir als ersten Track „Ruf der Nacht“ herausgepickt. Ich bin Vampirfetischistin und sammle alles, was mit diesen nichtglitzerigen Blutsaugern zu tun hat. Mit einer tollen tanzbaren Nummer verführt Dino Serci eine(n) Sterbliche(n), ihm in die wunderschöne dunkle Nacht zu folgen. Global gotisch gesehen, könnte es auch die Verführung zu „unserer“ Denkweise sein – eine Bitte, unsere Denkweise zu verstehen und zu akzeptieren. Wenn der Durst und die Sehnsucht erwacht, man ihnen folgt, kann man zu einem Teil der gothischen Welt werden.

In meinem Blut“ beschäftigt sich, nein, nicht wieder mit Vampiren. Es geht um die brutale Abhängigkeit zu Drogen. Warum ist der Mensch abhängig? Bestimmt nicht, weil er dann versifft in einer Ecke mit dem Tod ringen möchte. Nein, die Süchtigen sehen das Schlechte an Drogen nicht, sondern spüren die vermeintliche, trügerische Wärme. Die quälenden Sorgen verschwinden beim Trip und alleine der Wunsch, dass diese Substanzen immer durch das Blut fluten, bleibt erhalten, bis man keine Wahl mehr hat und immer wieder den nächsten Schuss braucht. 

Zu diesem Lied muss ich (BlackRose) sagen, dass ich dieses ja bereits rezensieren durfte und ich hab es eher als ein exzessiver Schrei nach Liebe empfunden. So interpretiert jeder anders ein und das selbe Lied, was ich aber als sehr gut empfinde.

Das Erwachen – Ruf der Nacht Part 2“ ist der Gegenpart zu „Ruf der Nacht“. Hier schildert das verführte Opfer seine Sichtweise zu der Verwandlung. Für mich einer der schönsten Songs des Albums, erwacht das scheinbar zu bemitleidende Wesen durch den „Kuss der Unsterblichkeit“ endlich zum Leben. Es lebt in neuen Grenzen, mit neuen Regeln, ist aber freier als je zuvor. Aus dem Opfer wird ein Sieger – und ist doch wie ein Süchtiger abhängig. Das Blut, das ihm das Leben schenkt, ist die Droge, die er nun für immer bekommen will.

Anspieltipp von Luna: „Der letzte Weg“ (gefühlvolle Bitte eines Sterbenden, ihn endlich gehen zu lassen – weil es würdelos ist, zum Leben gezwungen zu werden) und „Das Erwachen“. 

Die düstere Stimmung in „Der letzte Weg“ empfinde ich (BlackRose) eher als einen Wunsch, das Leben nicht mehr weiterführen zu wollen.

In „Mein Feind“ geht es um den inneren Krieg mit sich selbst, durch den der Protagonist sich alleine durchschlagen muss. Ein wunderbar tanzbarer Song. Die Ballade „Heute“ beschreibt die sehnsuchtsvolle Suche nach seinem Seelenverwandten, die der Protagonist leider heute nicht finden kann. Der Song hat mich wirklich zu Tränen gerührt, so sehr fühle ich bei dem Thema mit.

Was nun als nächstes kommt, ist wieder ein kompletter Kontrast: „Wir sind nicht alleine“ ist ein überaus tanzbarer Track. Die Suche nach der großen Liebe ist wohl von Erfolg gekrönt worden und der Protagonist hat seine Liebe gefunden.

„Zu viel Leben“ durfte ich (BlackRose) auch schon rezensieren und muss sagen, dass dieser Track bei mit im Auto fast rauf und runter läuft. Es gab auch eine Zeit, wo ich so fühlte als ob mich das Leben zerdrückt. Dieser Song ist und bleibt für mich GROßARTIG!

Mein Fazit: Es werden in den Lyrics „Mein Feind“ gesellschaftliche Tabuthemen aufgegriffen, aber nicht anklagend. Nicht einmal, wenn man aus den Texten heraushört, WAS Mobbing, Sucht oder gar der letzte Weg bis zum Tod mit der Psyche und den Gefühlen der Menschen machen. Jeder kann selber nachfühlen, dass seinem „Feind nur mal einen Spruch reindrücken“ nicht wirklich so gut bei dem Opfer ankommt. Gleichzeitig wird es aber auch nicht so abstrakt lyrisch verpackt, dass der Zuhörer es nicht nachvollziehen könnte und es einfach nur „für tolle Tanznummern“ halten könnte. Intelligente Texte, mit einer tollen Stimme und einem spannenden Soundteppich (ich bin ja ein Metalgirl und brauche normalerweise meine Gitarren und ordentliche Drums), die einen sehr tiefen Einblick in die menschliche Psyche geben. Und ja, das Album überzeugt mich.

Ich (BlackRose) muss Luna beipflichten, dass es ein sehr emotionales Album darstellt und die Texte wirklich aus dem Leben stammen. Ob sie natürlich auch so stattfanden, kann ich nicht sagen, aber Dino bringt sie mit seiner Stimme wirklich gut zur Geltung. Ich möchte auf alle Fälle mehr von euch hören!

Eure Luna und BlackRose

 

Line-Up Schwarzschild:

Dino Serci – Texte & Gesang
Peter Daams – Keyboards, Programming & Mixing