Tanzritual Festival 2016 vom 27. – 28.08.2016

Tanzritual Festival 2016Das Tanzritual ist den meisten Szenenfans im Südwesten bereits ein Begriff. Die Events in Neunkirchen, Trier und Karlsruhe locken Monat für Monat hunderte von Menschen in die Clubs.

Das gleichnamige Festival feiert 2016 sein 5Jähriges. Der Standort Landweiler Reden konnte 2015 bereits viele Gäste überzeugen und deshalb wird er auch 2016 das Festival beherbergen.

Das LineUp besteht dieses Jahr überwiegend aus elektronischen Klängen wie z. B. DIARY OF DREAMS mit Traumtänzer oder Giftraum, DAS ICH mit Destilat, Kain und Abel oder dem Mega Hit Gottes Tod. Die Elektroniker von KONTRAST mit Einheitsschritt und die Cyber / Techno Komo [X]-RX mit Stage 2, Kein Herz oder The Update sowie die Kult Dark Elektro Formation SITD mit Snuff Machinery oder aber SARA NOXX mit Ihrem wunderbaren Earth Song werden den Szenefans gut einheizen.

Das bisherige Line up 2016:

Diary of Dreams
Das Ich
Sara Noxx
Lord of the Lost
[:sitd:]
NamNamBulu
[x]-rx
Parade Ground
Kontrast
Pokemon Reaktor
Chemical Sweet Kid
Intent:Outtake
Dr.Geek and the Freakshow
G.O.D.T.

Neben dem Festival gibt es auch wieder ein tolles Rahmenprogramm mit Lesungen und der „schwarzen“ Händlerhalle sowie einer „Tanzritual“ Kaffee Lounge.

Bis bald
Eure BlackRose

9 Ansichten über das Gothic Leben – 3. Teil: Kunst und Kultur

Elysion 9.1.10Wir Gothics sind schon aufgrund unserer äußeren Erscheinung eine wahre Kunstform. Denn wenn ich mir manches Outfit so anschaue, bin ich immer sehr neidisch über das Einfallsreichtum und die Geduld, die so manch eine in ihr Äußeres aufbringt. Doch die Beschäftigung mit den Künsten ist ein bedeutungsvoller Aspekt in unserer Subkultur. Die Kunst ist der Ausdruck der inneren Gefühlswelt. Dabei sind die Kunstformen so variabel, wie die Untergruppen, die in der Gemeinsamkeit unserer Gothic Szene vorkommen.

Ein Teil unserer Kunst ist die Musik. Die Beschäftigung mit der Lyrik, die hinter der Musik der Schwarzen Szene steht, ist der Versuch, sich eine eigene Welt zu formen. In unserer Gothic-Szene geht es meiner Meinung u. a. darum, nach Inhalten zu suchen. Wir setzen uns mit romantischen, gesellschaftskritischen, verträumten oder morbiden Themen auseinander. Diese Auseinandersetzungen werden in einem Teil in der Musik umgesetzt.

20150328 Oberhausen E-Tropolis Vnv Nation 0014Es werden ganz bewusst Randbereiche betreten. Okkultismus, Religionen, Astronomie, Horror, Esoterik und sonstige Themen, die in der „normalen“ Welt tabu sind, werden in unserer Kultur aufgegriffen. Und es sind nicht nur die romantischen Musikkünstler, die diese Themen aufnehmen. Um ein Beispiel zu nennen, beschäftigt sich VNV Nation mit dem Lied „Illusion“ mit dem Thema Suizid. Zumindest empfinde ich es so. Um eine völlig andere Musikrichtung zu nennen, beschäftigt sich Black Metal u. a. mit dem Okkulten. Tyske Ludder wiederum beschäftigt sich z. B. in dem Lied „Panzer“ mit dem Krieg und nimmt einen russischen Politiker aufs Korn.

So gibt es in allen Musikrichtung der Szene provokative Texte. Und das liebe ich so sehr an unserer Szene.Wir möchten unsere Energie nicht damit verschwenden, dass wir uns mit den Problemen der Stino-Gesellschaft auseinandersetzen. Wir grenzen uns bewusst ab und füllen unsere Welt mit andersartigen Inhalten.

Viele Künstler, Fotografen, Schriftsteller und Maler haben sich von der Gothic-Szene beeinflussen lassen. Zentral sind Stilelemente aus früheren Epochen, wie der deutschen und englischen Romantik. Die Kunstformen sind dabei sehr unterschiedlich: Die Fotografie umfasst ein Spektrum von der Fetischdarstellung bis hin zur Abbildung von Göttern und Elfen. Horror, Fantasy und Poesie sind Genres, die in der Schriftstellerei dominieren. Alle Kunstformen haben jedoch auch gemeinsame Elemente: Es ist die Präferenz von dunklen Farbtönen und düsteren Stimmungen.

Steve Marvel ist ein deutscher Fotograf, der der Gothic-Szene nahe steht. Seine Bilder zeigen u. a. PinUps in erotischen Korsetts. Ober Annie Bertram, die innerhalb der Gothic Szene viele Cover-Fotos für Szenebands fotografiert. Diese handeln von Vampiren über Fantasy bis hin zu hochwertigen Gothic Fashion Bilder.

13-07-20 Amphi Christian von Aster 02Nur selten gibt es auch Autoren, die ausschließlich für diese Szene schreiben. Einer davon ist der Schriftsteller Christian von Aster. Er stößt mit seinen Satiren und Kurzgeschichten auf große Resonanz innerhalb unserer schwarzen Szene. Der Maler Brom ist bekannt für seine Werke, die eine düstere und dramatische Atmosphäre verbreiten.

Aber das ist nur ein kleiner Teil der Kunst innerhalb unserer Gothic Szene. Wenn ich hier alles aufzählen würde, so würde es den Blog sprengen. Aber ihr dürft gern die Liste in den Kommentaren ergänzen und/oder eure Meinung dort auch kundtun.

Auf bald
Eure BlackRose

Das tun Gothics doch nicht! Teil 1

Von Frans Hals (1582/1583–1666) - André Hatala [e.a.] (1997) De eeuw van Rembrandt, Bruxelles: Crédit communal de Belgique, ISBN 2-908388-32-4., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2774146
Frans Hals: Laute spielender Narr
April, ein kalter, warmer, nasser, trockener Monat. Hin und her, nix Halbes und nix Ganzes. Während das Wetter laufend wechselt (ich hoffe ja immer noch, dass es bald, sehr bald!, warm und sonnig wird), überlege ich, was ich so machen könnte. Okay, im Moment hab ich ja noch drei Gören zu beschäftigen.

 

Und Sonntage sind auch entspannte Gammeltage, an denen man mal die Seele baumeln lässt. So kann ich lesen oder TV gucken, was einen dann aufheitert. Aber, mal unter uns: Gothics lächeln doch nicht!

 

So denken viele Stinos, denn der Goth beschäftigt sich per se nur mit traurigen und ernsthaften Themen. Die meisten hassen ihre Existenz und tragen die Meinung dementsprechend auch in die Welt. Ooooookayyyyyy…

 

Wenn man mal das Phänomen „Lächeln“ betrachtet, so ist es simpel gesehen, eine Anspannung bestimmter Gesichtsmuskeln, die in der Nähe des Mundwinkels lokalisiert sind und bei einem „echten“ (=Duchenne-Lächeln) sind auch die Augen mit betroffen. Der Mensch lächelt, um Freude, Kontakt oder guten Willen zu demonstrieren, aber auch aus Nervosität oder Angst.

 

Der Franzose Guillaume-Benjamin Duchenne entdeckte, dass es einen Unterschied zwischen dem echten und dem gestellten Lächeln gibt. Letzteres sieht man sehr häufig auf Fotos, wenn der Fotograf vor dem Abdrücken laut „Cheeeeeeese“ oder „Spaghettiiiiiiiii“ verlangt.

 

Dabei kann das echte Lächeln vermutlich noch viel mehr. Das Gehirn produziert Endorphine (nur damit ihr’s wisst, das ist körpereigenes Morphium!! Wenn ihr also auf echter Droge sein wollt, die absolut legal ist – von unschädlich spreche ich nicht, denn alles ist Gift nach Paracelsus, nur die Dosis macht den Unterschied – dann produziert euren eigenen Stoff), die machen glücklich und damit kann Lächeln auch anstecken und Fröhlichkeit und Wohlbefinden übertragen.

 

Im Gegensatz zu den Tieren, bei denen scheinbar das Lächeln eine Art ist, seine Waffen zu präsentieren (hüte dich vor lächelnden Vampiren *zwinker* ), ist das Lächeln beim Menschen keine erlernte, sondern eine angeborene Reaktion. Demzufolge können Gothics natürlich auch lächeln.

 

Es ist nur die Frage, ob sie es wollen. Denn im Gegensatz zum natürlichen Lächeln kann ein verordnetes Dauerlächeln durchaus unangenehm sein und stressen. Gut gemeint, damit sich Kunden in einem Laden wohl fühlen, aber dem Lächler auf Dauer zu Stress, Kreislaufveränderungen, ja bis hin zu Depressionen führen kann.

 

Auch „falsches“ oder „höhnisches“ Lächeln ist nicht das, was man ja gerne bei seinem Gegenüber sehen möchte. Dabei kann, laut Irenäus Eibl-Eibesfeldt ein Lächeln auch entwaffnen. Der erzählt in seinem Buch „Liebe und Hass“, dass Kypselos, der spätere Tyrann von Korinth, der Sage nach seinen Häschern als Baby entkam, weil er sie anlächelte.

 

Tja, und dann kommen wir mal zu dem Thema „Selfies“. Die meisten machen ein Duck-Face, Fish-Face, Supermodelblick… oder Lächeln. Man will als sympathisch, kontaktfreudig, freundlich und glücklich wirken. Sogar auf Bewerbungsfotos wird wild gelächelt. Da kommt es (mir zumindest) absolut ungelegen, dass man auf den Biometrischen Bildern unentspannt neutral geguckt werden MUSS. Man sieht einfach ungewohnt bescheuert aus.

ein bißchen irres Lächeln gefällig?
ein bisschen irres Lächeln gefällig?

 

Oder motzig und maulig. Dabei (ich fand das bei Wikipedia), war es nicht immer so, dass die Modelle auf Bildern gelächelt haben. Bei der Malerei und den Anfängen der Photographie konnte man nicht stundenlang den Gesichtsausdruck des Lächelns halten, um nicht das Ergebnis am Ende zu versemmeln.

 

Ich kann mir also vorstellen, dass viele Gothics unter uns einerseits genau dem Klischee des ewig Traurigen entsprechen wollen, andererseits einfach andere Sachen als Stinos witzig finden (soll es auch geben 😉 ) und der eine oder andere vielleicht die Bilder in dem alten Stil der Photographie mit langen Belichtungszeiten und Bewegungslosigkeit optisch interessant finden.

 

Denn wir wissen es doch, wir haben genauso Emotionen und leben sie auch aus. Wir lesen auch lustige Bücher, schauen witzige Filme und können uns über Kapriolen von Kindern und Tieren beömmeln. Nur weil wir schwarze Kleidung bevorzugen und auf Fotos ernst schauen, sollen wir uns also permanent der Traurigkeit hingeben? Und wenn wir dann mal lachend auf Bildern zu sehen sind, wirken wir wie Batman’s Joker?

 

Ich glaube aber, Gothics sind da etwas ehrlicher als manches Supermodel mit ihrem gestellten Grinsen. Sie lächeln auf Bildern und im Leben eben nur, wenn sie wirklich so empfinden und nicht, weil ein Fotograf es verlangt. Denn andersherum, wenn sie NICHT lächeln sollen, könnten sie es ja auch nicht unterdrücken… (tick tick tick… umme Ecke gedacht?).

 

Dann wünsche ich euch noch einen lächelnden Sonntag:

 

Am wertvollsten sind die Menschen, die es schaffen, anderen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Du bist einer davon.

Unbekannt

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Amphi Festival kommt nach Hause in den Tanzbrunnen!

Amphi Festival 2016Es ging in den letzten Wochen wie ein Lauffeuer durch unsere Szene, denn das Amphi-Festival wird wieder am Tanzbrunnen in Köln stattfinden. Mit dem Motto „AMPHI KOMMT NACH HAUSE!“ veröffentlichte das Orga-Team die Nachricht am 03.03. 2016.

 

Ich persönlich bin sehr froh über die Rückkehr zu den Wurzeln, denn ich konnte mich mit der Arena im letzten Jahr nicht wirklich anfreunden. Auch wenn es für den ersten Tag doch schon besser war wegen dem stürmischen Wetter, hat der Tanzbrunnen das bessere Flair für dieses einzigartige Event der Gothic Szene.

 

Wobei ich mal gespannt bin, wie sie das mit der Verpflegung und den Getränke-Preise regeln wollen. Denn diese waren ja in der Vergangenheit doch recht hoch im Tanzbrunnen.

 

Aber ich freue mich auf die Rückkehr und auch vielleicht wieder mit dem Webzine teilnehmen zu dürfen. So sehen wir uns dann am 23. 07.2016 in Köln.

Bis bald
Eure BlackRose

9 Ansichten über das Gothic Leben – 2. Teil: Geselligkeiten innerhalb der Szene

Bolkow castle partyAuf jedem Event sind es die Menschen, die dort ihre Lebenseinstellung ausdrücken. Es ist ein Grundgefühl des Menschen, nicht alleine sein zu müssen. Das trifft auch auf unsere Gothic Szene zu. Wir sehnen sich nach einem Zusammensein mit Gleichgesinnten. Und wo kann man besser, Menschen mit ähnlichen Einstellungen treffen als auf Veranstaltungen in der Szene?

 

Dabei steht aber nicht nur das Gemeinschaftsgefühl im Vordergrund. Es sind vielmehr die anregenden Unterhaltungen mit anderen Menschen, ohne dabei die eigene Individualität einbüßen zu müssen. Sie tauschen sich untereinander mit Gleichgesinnten aus, die einen ähnlichen Zugang zur Kultur und Musik haben. Es geht darum, die eigene Andersartigkeit mit Menschen zu teilen, die sich ebenfalls zu dieser Subkultur hingezogen fühlen.

 

DropdeadcrowdVon anderen Gothics anerkannt zu werden, ist ebenfalls von Bedeutung. Diese Andersartigkeit bekommt durch das äußere Erscheinungsbild ein Erkennungsmerkmal. Jeder Gothic zeigt dadurch, dass er das Gedankengut unserer Szene Kultur teilt. Wenn ich auch einem Event unserer Szene unterwegs bin und mich in der Menge umschaue, stellt sich bei mir sofort das Gefühl der Dazugehörigkeit und Glückseligkeit ein.

 

Es gibt zahlreiche Veranstaltungen, auf denen diesem Lebensgefühl Leben eingehaucht wird. In vielen Städten finden regelmäßig Gothic Event wie hier in Frankfurt die Nacht der Maschinen im Das Bett oder die Dead Kennys Party im Nachleben statt.

 

Burgfolk Festival 2015Wem das nicht ausreicht, dem bieten sich auf großen und kleinen Festivals Möglichkeiten, in eine andere Welt abzutauchen. Noch sehr jung ist das Gotham Sounds Festival in Hilden. Ebenfalls jung, aber nicht weniger interessant ist das In Darkness Festival in Duisburg. Es spielen kleinere Bands, die nicht auf jedem großen Event zu sehen sind.

 

Hier finden wir Goths etwas, dass sie viel zu oft in der „normalen“ Gesellschaft vermissen: Zusammenhalt, Akzeptanz und Verständnis. Die Andersartigkeit eines Menschen ist hier kein Anstoß für Missachtung. Sie sehen das Positive in einer anderen Art und Weise und u. a. die Farbe Schwarz ist eines der Erkennungsmerkmale unserer Szene.

Bis bald
Eure BlackRose

Wir sind alle Engel mit nur einem Flügel

Bleigießen... Was es mir wohl sagen soll?
Bleigießen… Was es mir wohl sagen soll?

So, wir haben den Jahreswechsel überstanden. Ohne Weltuntergang oder anderen Katastrophen. Wäre auch übel gewesen, wenn solche prophetischen Sekten, die seit Jahren das Ende der Welt predigen, Recht gehabt hätten. So können wir ein weiteres Jahr angehen.

 

Hmmm… so ganz frisch fühlt es sich aber auch nicht an. Oder? Einfach nur ein neuer Tag, nur weil sich die Zahl des Jahres ändert. Oder liegt es daran, dass eben vieles „beim Alten“ geblieben ist?

 

So bin ich auf „Engel mit nur einem Flügel“ (=EMNEF) gestoßen. Ich hatte davon schon im vorletzten Jahr mal in einem Forum gelesen, damals gab es aber keine Folgen online. So hab ich das wieder in meinem Hinterkopf verstaut bzw. vergessen. Das also zu dem alten, das geblieben ist. Gucken wir mal auf das Neue?

 

Nun meldet sich das Projekt aktuell zurück, seit dem ersten Januar sind die neuen Folgen online. Dabei wird aber wieder immer nur eine Folge zu finden sein, diese dafür aber einen ganzen Monat, bevor es die nächste gibt. Die aktuelle Staffel mit 12 Folgen sollte eigentlich letztes Jahr schon „gesendet“ werden, musste aber aufgrund von Krankheit auf dieses Jahr verschoben werden. Qualität braucht eben auch Zeit und es sollte (laut den Machern) ja nicht nur ihnen sondern auch uns Spaß machen.

 

Worum geht es in dem Projekt? Es ist eine Gothic-Trash-Seifenoper, die nicht wie die gewissen „Reality-Dokusoaps“ von anscheinend zugekifften Redakteuren der Privaten TV Sender erschaffen wurden, sondern von Szene Leuten, die mit den Klischees herrlich herumspielen. Unterstützt werden sie von Berkwerk, die steuern die Musik bei. Schaut mal hier auf ihre Website: BERKWERK

 

Bild 01 EMNF
Szene aus „Engel mit nur einem Flügel“

Also, in einer WG von Grufties leben 6 Stereotypen der Szene ( „Die Charaktere sind im Übrigen frei erfunden. Ursprünglich entsprachen sie zwar ganz grob echten Menschen aus der schwarzen Szene, aber um den Vorurteilen auch nur halbwegs gerecht zu werden, mussten sie (ebenso wie die Geschichten) dermaßen verfälscht werden, dass keinerlei Wiedererkennungswert mehr gegeben ist und die Figuren sich von ihren Vorbildern vollkommen getrennt haben und ein eigenes Leben führen.” – Zitat EMNEF) plus dem Hausgeist Eduard. Es sind: Mara, häuslich und harmoniebedürftig, Micha, schwer depressiv und Kantanhänger, Sebi, harter Blackmetaller, Ulli, Szene-Gängerin mit Vorlieben für Sex & Drugs, Tillo, das schwule Lästermaul und Nina, die depressive Ritzerin.

 

Sie müssen sich durch den Alltag kämpfen und treffen auch auf skurrile Charaktere. Die EMNEF-Macher sagen dazu: „Die Geschichten sind eher weniger als mehr aus dem Leben gegriffen. Einigen liegen zwar reale Gegebenheiten zu Grunde, wurden aber vollständig verfälscht. Die meisten sind eher von so genannten Dokumentationen diverser Fernsehsender über die schwarze Szene inspiriert, da ja nicht die Wirklichkeit, sondern die Vorurteile das Hauptthema der Serie sind.”

 

Also ist diese Serie eine verzerrte “Realität” der “Möchtegernrealität” diverser Fernsehformate, in denen die schwarze Szene schon recht schräg dargestellt wird. Natürlich sind wir dort alle teufelsanbetende Satanisten, die ritzend mit Drogen in einer Ecke hocken und bedauern, dass wir ab und an mal an die Sonne müssen. Wenn wir nicht gerade auf einem Friedhof mit einem Glas Rotwein herumeiern und nach Gleichgesinnten suchen. Also, meiner Meinung nach, ein guter Grund, diese Serie anzugucken, da sie mit den schrägsten Vorurteilen über die schwarze Szene spielt.

 

Szene aus Engel mit nur einem Flügel
Szene aus Engel mit nur einem Flügel

Neben den Sprechern besteht das Team aus Addi Keil, dem Chef der Truppe, und Kasha. Beide haben nach einer bierseligen Nacht Anno 2009 die Idee gehabt. Addi trug auch mit Kasha die Verantwortung für die Musik der ersten Staffel. Kim Elashi ist die Verantwortliche für Geräusche, Musik, Bewegungskonzept der Figuren, die Technik und diverser Ideen und das Drehbuch. Marketing und Promotion hat sie auch in der Hand. Sandra James untertitelte alles der zweiten Staffel auf Englisch. Musikalisch sind Instabiles Anders-Ich und Berkwerk zu nennen. Ihre Silberlinge sind übrigens auch noch über die Website der EMNEF zu bekommen. Dort (bei EMNEF) findet ihr auch einen netten Merchandise Shop mit gagigen Artikeln und die DVD der ersten Staffel.

 

So, nun wünsche ich euch viel Spaß, schaut mal in die Folgen rein und auf die Website und gebt der Truppe ein Feedback (darüber freuen sie sich sicher!) und ich gucke mal, wo ich jetzt meine Lateinvokabeln hin getan hab, ich muss da jemanden anrufen… Der Satan muss ja wohl von hier um die Ecke kommen, bei dem Dialekt! 😉

 

Eure Luna ^v^

 

In Extremo Bandporträt

Dieses Jahr feiern In Extremo ihr 20-jähriges Bestehen. Grund genug, die Mittelalter-Rocker einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Ganz sicher bin ich mir zwar nicht, aber ich glaube, ich habe die Band das erste Mal 1999 live gesehen. Seitdem immer mal wieder, oft auf Festivals und zuletzt im vergangenen Jahr. Die Konzerte sind über die Jahre immer größer geworden.

Es ist schon beachtlich, welche riesigen Erfolge die Herren feiern. Ein Ende scheint nicht in Sicht und auch des Tourens werden sie scheinbar nicht überdrüssig. So sind sie ständig auf Festivals zu sehen und spielen sich auf ihren Dudelsäcken und altertümlichen Instrumenten, wie Schalmei oder Drehleier, durch die Klubs. Ihre Zuhörerschaft rekrutiert sich dabei aus ganz unterschiedlichen Ecken: Rock- und Metalfans sind dort ebenso zugegen wie Punks und Anhänger der Schwarzen Szene.

Dass die Band auch kommerziell überaus erfolgreich ist, kommt natürlich nicht bei jedem gut an. In der Tat sind In Extremo mit der Zeit im Mainstream angelangt, wie Videoclips und Auftritte im TV oder die Teilnahme an Stefan Raabs Bundesvision Song Contest bewiesen haben. An der Musik ändert das nicht wirklich etwas – die Berliner sind ihrem Stil und ihrem Konzept nach wie vor treu.

In Extremo war eine der ersten Bands, die mittelalterliche Klänge konsequent mit verzerrten Gitarren und anderen Rockelementen paarten. Sicher, die Einzigen sind sie da bei Weitem nicht, da gibt es zum Beispiel Subway to Sally, Schandmaul und Saltatio Mortis. Aber In Extremo waren recht früh dabei und vereinten beinahe von Beginn an mittelalterliche Musik mit Rockklängen in gleichgewichtigen Anteilen.

In Extremo band

Wie könnte es anders sein – die Band trat in den Neunzigern zunächst auf Mittelaltermärkten auf. In den ganz frühen Anfängen handelte es sich noch um eine reine Akustik-Combo. Damals schon dabei war Sänger Michael R. Rhein, der sich Das letzte Einhorn nennt und mit seiner unverwechselbaren Stimme den In-Extremo-Sound maßgeblich prägt. Diese charismatischen rauen Gesang mag ich sehr – ich finde, er passt perfekt zur Musik.

Weitere Mitglieder, die seit der Bandgründung dazugehören, sind Flex der Biegsame und Dr. Pymonte. Bis 1998 waren In Extremo musikalisch in zwei Teile gespalten – mittelalterliche und harte Klänge fanden erst auf dem dritten Album “Weckt die Toten” endgültig zusammen. Zu der Zeit bedienten sich die Jungs noch größtenteils an historischem Liedgut und hatten wenig eigene Texte und Kompositionen im Programm. Seit Ende der Neunziger ging es stetig nach oben. Das Folgealbum “Verehrt und angespien” stieg sogar in die deutschen Charts ein, wie auch sämtliche folgenden Werke. Diese beiden ersten “richtigen” In-Extremo-Alben mag ich persönlich bis heute am meisten.

Was ist es denn nun eigentlich, das den Spielmännern so viel Anerkennung, sowohl in Deutschland als auch international, verschafft? Vielleicht die Tatsache, dass In Extremo mehr sind als sieben Kerle, die gemeinsam musizieren. Sie können als Gesamtkunstwerk bezeichnet werden. Ihre Bühnenoutfits und die, teilweise eigenhändig gebauten, mittelalterlichen Instrumente sind ebenso Teil des Ganzen wie spektakuläre pyrotechnische Showelemente. Ohne derartige Effekte kommt kein In-Extremo-Auftritt aus. Beim Feuerspucken gehen die Bandmitglieder selbst zu Werke und Flex der Biegsame macht seinem Namen mit Akrobatikeinlagen alle Ehre. Es ist die besondere, kraftvolle Atmosphäre, die In Extremo kreieren und die live am besten rüber kommt. Mich fasziniert das jedenfalls nach wie vor.

Wenn Das letzte Einhorn die Merseburger Zaubersprüche in Althochdeutsch oder das mittelhochdeutsche Palästinalied von Walther von der Vogelweide zum Besten gibt, bekomme bestimmt nicht nur ich eine Gänsehaut. Auch Hits wie “Ai Vis Lo Lop” “Vollmond”, “Küss mich” oder “Erdbeermund” erzeugen eine großartige Live-Stimmung. In Extremo sind authentisch und begeistern ihre Fans immer wieder aufs Neue. Zuletzt mit ihrem aktuellen Album “Kunstraub”, das 2013 erschien.

Unter dem Motto “20 wahre Jahre” wird am 4. und 5. September 2015 ein großes Jubiläumsfestival auf der Freilichtbühne Loreley stattfinden. Mit dabei sind unter anderem die Mittelalter-Kollegen von Schandmaul sowie Orphaned Land aus Israel (sehr ungewöhnliche, interessante Band!), Eisbrecher und Eluveitie. Bei dem Line-up und der Kulisse wird das sicher ein Erlebnis der besonderen Art.