2. Album von Omnimar: „Poison“

Die russische SynthoPop-Band Omnimar verstand es für gut 2 Jahren die Szene mit ihrem extravaganten Musikvideos und ihrem düsteren Melodien in Aufregung zu versetzen. Nach dem erfolgreichen Debüt „Start“ gibt es nun seit dem 04.06.2017 ein neues Album von Omnimar mit dem Titel „Poison“. Es verspricht wieder ein grandioses Werk zu werden und erinnert an die Legende von Schneewittchen, die einen vergifteten Apfel aß. Es erscheint wieder unter dem Label der Darktunes Music Group.

Der titelgebende erste Track „Poison“ hat fast schon tranceartige Züge an sich und der Sprechgesang von Maria Mar verspricht das Eintauchen in die toxische Musikwelt dieses Albums. Mit „I Go On On My Own“ kommt nun ein Track, der die Tanzfläche erobert und ist textlich darauf abgestimmt, in die Welt hinausgelassen zu werden.

Düstere Töne schlägt nun „Out Of My Life“ an, die eine einschneidende Tragödie beschreibt. Die Stimme von Maria variiert hier sehr wundervoll und der leichte Rockeinschlag passt sehr gut zu diesem Lied. Die Melancholie dieses Songs ist fast schon sphärisch. Gleiches gilt für den nächsten Track „I wanna know now“, der den exzessiven Wunsch nach der Wahrheit über Liebe ihres Gegenübers verlangt. Hier wird auch ein wenig mit dem Mischpult gespielt und die leichten Rappassagen von Maria lassen den Song wirklich erahnen, wie sehr sie unter der Unwissenheit leidet.

Der Song „Boom Boom“ wird nun viel härter und fordert zum Feiern des Lebens auf der Tanzfläche auf. Mit dem Lied „40 Steps“ erhält wieder die Melancholie Einzug und die Protagonistin sieht nun doch davon ab, das Gift zu nehmen. „Jimmy“ preist im leichten SynthPop die Liebe zum besungenen Jimmy an. Gute Laune ist hier vorprogrammiert.

Aufgrund der russischen Sprache ich leider im vorherigen Album leider nicht verstanden habe, kommt nun in einer englischen Version daher: „Sadizm“. Laszive Züge in einem FuturePop-Gewand. Großartig! „Happy Ending“ ist eine emotionale und ernste Ballade, die Ein Happy End auf dem Tiefpunkt des Lebens herbeisehnt. Aber die russische Sprache kommt aber wieder auf diesem Album vor. „Hungry“ hat zwar einen englischen Titel, jedoch wurde es komplett in Russisch eingesungen. 

Das letzte Lied auf dem Album „Poison“ besticht wieder mit düsterem SynthPop und der Wechsel zwischen den unterschiedlichen Gesangsarten zeugt von der Vielseitigkeit von Maria. „Release Me“ greift wieder das Thema des Loslassens auf.

Bekanntlich ist das zweite Album eines Künstlers das Schwerste, aber Omnimar konnten mich auch diesmal wieder voll überzeugen, auch wenn für mich nur „Boom Boom“ und „Sadizm“ meine Highlights darstellen. Ich empfehle es euch auf alle Fälle weiter und holt es euch u. a. bei Amazon.

Auf bald
Eure BlackRose

Neues Album von Alphamay: „The Simulation Hypothesis“

Das deutsche Duo Alphamay wurde im Jahre 2012 von zwei Mitgliedern der Gothic-Rock Band Rosencrantz gegründet. Die beiden Musiker, die nach einem gemeinsamen Unfall näher zueinander rückten, beschlossen nach diesem Erlebnis das gemeinsame Projekt Alphamay ins Leben zu rufen. Der Bandname Alphamay steht hier auch für das Datum, an dem sich das Unglück ereignete, dem 1. Mai.

Die Musiker setzen in ihrem Nebenprojekt nicht nur auf experimentelle Musik, sondern wollen Ihre Musik auch durch Licht, Videoprojektionen und Tanz visualisieren. Zum Abschluss der Dazzle Trilogie, die das kürzlich erschienene Album „The Simulation Hypothesis“ bildet, veröffentlichte die Band auch erstmals einen Videoclip zu einem ihrer Songs.

Da wo der gefeierte Vorgänger „Twisted Lines“, der sich sogar in den Top Ten der Alternative Charts platzieren konnte, aufhört, da fängt das neue Album der Osnabrücker an. Es ist bereits seit dem 19.05.2017 u. a. bei Amazon erhältlich.

„Missing Me“ ist Synthpop at it`s best. Heinz Christian Frickenschmidt und sein Kollege Henning Hammoor wissen wie man klassische Synthiemusik zu einem Erlebnis macht. Die flotte Nummer lässt kein Bein still stehen, wir alle werden wieder lächeln, so heißt es nicht nur im Text, denn dieser Song macht einfach gute Laune. „Decay of the dream“: So muss dunkler SynthPop klingen. Schwebende Melodien, ein eingängiger Beat, der sich schnell in den Gehörgang bohrt und dazu die perfekt positionierten Stimmen der Osnabrücker SynthiePopper.

Was ist Realität, was nicht? Dumpfe Bässe und ein Duett, dass sich besser nicht ergänzen können machen „Fractures of Reality“ zu einem musikalischen Hit. Die Realität verschwimmt wenn sich tiefe Growls mit einer glockenklaren Stimme abwechselt. Der psychedilisch angehauchte Kracher sorgt ebenfalls für Lust auf Bewegung. Und wieder regnet es: Dieser SynthPop Beat in „The Pilgrim Weep“ erinnert an gute alte Blutengel Zeiten. So trägt man die Ewigkeit musikalisch fort. Trotz des düsteren Gesangs wirkt The Pilgrim weeps melodisch und eingänglich.

Wer auf verzerrte Growls und stampfende Beats steht, kommt bei Flat Earth Flat Head voll auf seine Kosten. Mit einem Sample aus dem Film Blade Runner kommt der Song mit seiner futuristischen Weltanschauung nicht nur bei Filmfans gut an. Und in „Suspended Animation“ fragt man sich wieder, was echt ist und was nicht? Hier preschen schnelle Beats voran, während man gedanklich versucht, wahres vom falschen zu unterscheiden. Die Uptempo Nummer macht gute Laune und wird auf den Tanzflächen begeistern.

Fast schon eine Ballade kommt „Simulation Street“ daher. Sanfter Gesang lässt sich von einer leichten Melodie tragen. Am Ende erkennen wir doch die Realität haucht die einfühlsame Stimme. Dieser Track unterscheidet sich deutlich von den schnellen Nummern des Albums und lädt regelrecht zum träumen ein. Bei „Bound to Dance“ erlebe ich wieder SynthPop mit dunklem Gesang der Spitzenklasse. Tut wie euch geheißen und tanzt auf den Flammen durch die Nacht.

Fast schon könnte man sich Martin Gore, Mastermind von Depeche Mode vorstellen, wie er diesen Song „Counting Stars“ vor begeisterten Massen vorträgt. Doch ist dies keine romantische Depeche Mode Hymne, sondern einer der wenigen ruhigen Tracks auf „The Simulation Hypothesis“. In „Serenity“ hingegen darf wieder das Tanzbein geschwungen werden. Ein Endzeit Track, der mit eingängiger Melodie schnell zum Ohrwurm wird.

In „No Good Bye“ legen sich sanfte Stimmen über die dahin plätschernde Melodie. Nicht nur in der Virtualität können wir ewig bestehen. Mit einem stimmigen Song verabschieden sich die Musiker auf ihrem vielversprechenden Album. Doch es ist eigentlich kein Good Bye. 

Fazit:
Mit dem Album „Simulation Hypothesis“ haben die Osnabrücker Alphamay bewiesen, dass SynthPop nicht tot zu kriegen ist. Auch mit diesem Album haben Sie gezeigt, dass sie ihr Handwerk verstehen. Die Melodien sind direkt im Ohr und machen Lust auf mehr. Dabei klingt kein Song wie der andere, die Musiker setzen auf Vielseitigkeit und zeigen ihr Können. Nicht nur für Fans von Depeche Mode und VNV Nation ein absolutes Muss!

Auf bald
Eure Blackrose

Debüt-EP von Reduced Silence: „A new Wave to get Wise“

Vor einiger Zeit war in meinem Mail-Postfach auch die Debüt-EP von Reduced Silence. Diese ist seit dem 17.05.2017 in Eigenregie von Erik Riemer (Vocals) und Markus Allekotte (Keyboard, Synthies) veröffentlicht worden. Was ich in der heutigen Zeit wirklich als eine großartige Leistung bewundere. Das trauen sich nicht sehr viele Bands aus der Szene. Das Duo aus Mülheim an der Ruhr sind langjährige Freunde und haben sich dem elektronischen Sound der 80er verschrieben, die ich mit den frühen Werken von Depeche Mode verbinde.

Die EP besticht vor allem aus düsterem SynthPop mit eingängigen Texten und beinhaltet schon 8 Tracks. Für mich würde es sogar als ganzes Album durchgehen, bei der Anzahl der Songs. Reife Leistung. Sie beginnt mit dem Lied „Rise and Fall“, welches sich mit dem Verlust eines geliebten Menschen beschäftigt. Danach schließt sich der Song „Under the Sun“ an, dass sich etwas schneller bewegt. Es handelt von den unterschiedlichen Gefühlen, die einem in einem Leben so begegnen wie Liebe oder Hass. 

Mit „Frightened“ sieht sich der Protagonist einer verlorenen Liebe gegenüber und hofft auf dessen Rückkehr. Sehr herzzerreißendes Lied! Dem Gegenüber steht dann „Frozen“, welches die Hoffnung für eine erneute Liebe leider zerschlägt. Es schließt sich „Black Heart“ genau daran an, welches sich mit Einsamkeit befasst. Die Melancholie ist hier nicht zu überhören. Fast das gleiche Thema hat auch „Lonely Soul“, jedoch mit dem Unterschied, dass hier die letzten Stunden des Lebens beschrieben werden. Eine wundervolle Ballade!

Das vorletze Lied wird dann wieder schneller und auch tanzbarer. „My Live (Wave Mix)“ handelt von dem inneren Kampf mit dem eigenen Gefühlen. Dann kommen wir auch schon zum letzten Song „Under the Sun Machines (Instrumental)“, welches eine instrumentale Version von „Under the Sun“ darstellt.

Als Fazit von der EP von Reduced Silence muss ist sagen, dass die Stimme von Erik sehr zu den Songs passt: klar, dunkel, ausgeprägt und melancholisch. Zusammen mit den Klängen von Markus haben sie einen hohen Wiedererkennungswert und ich habe den Songs sehr gerne gelauscht. Mein Highlight ist er Song „Under the Sun“, welcher mit zum Tanzen aufgefordert hat. Ich hoffe, dass noch mehr von den beiden Vollblutmusikern zu hören ist und empfehlen sie jedem, der auf Dark Wave bzw. SynthPop steht. Erhältlich u. a. bei Amazon.

Auf bald
Eure Blackrose

Debütalbum von Schwarzschild: „Radius“

Am 26.05.2017 kommt das Debüt des Synth-Pop Duos Schwarzschild Radius“ über das Label Echozone.

Auf 11 Tracks (plus einem Bonus Track) präsentieren die Beiden aktuelle und Tabuthemen in einem elektronischen Klanggewand mit Gothic- und Industrial-Einflüssen. Da es also elektronisch ist, habe ich heute BlackRose gebeten, sich mit mir die Tracks anzusehen.

Da ich (BlackRose) „Auferstehen“ bereits kenne und mir ein Bild machen konnte, stürze ich mich gleich auf das nächste Lied „Bis zum Ende der Zeit“. Diese Ballade handelt vom schmerzenden Liebeskummer, der wohl nie enden wird. Ein sehr einfühlsamer Track, der die Melancholie gut zur Geltung bringt.

Ich habe mir als ersten Track „Ruf der Nacht“ herausgepickt. Ich bin Vampirfetischistin und sammle alles, was mit diesen nichtglitzerigen Blutsaugern zu tun hat. Mit einer tollen tanzbaren Nummer verführt Dino Serci eine(n) Sterbliche(n), ihm in die wunderschöne dunkle Nacht zu folgen. Global gotisch gesehen, könnte es auch die Verführung zu „unserer“ Denkweise sein – eine Bitte, unsere Denkweise zu verstehen und zu akzeptieren. Wenn der Durst und die Sehnsucht erwacht, man ihnen folgt, kann man zu einem Teil der gothischen Welt werden.

In meinem Blut“ beschäftigt sich, nein, nicht wieder mit Vampiren. Es geht um die brutale Abhängigkeit zu Drogen. Warum ist der Mensch abhängig? Bestimmt nicht, weil er dann versifft in einer Ecke mit dem Tod ringen möchte. Nein, die Süchtigen sehen das Schlechte an Drogen nicht, sondern spüren die vermeintliche, trügerische Wärme. Die quälenden Sorgen verschwinden beim Trip und alleine der Wunsch, dass diese Substanzen immer durch das Blut fluten, bleibt erhalten, bis man keine Wahl mehr hat und immer wieder den nächsten Schuss braucht. 

Zu diesem Lied muss ich (BlackRose) sagen, dass ich dieses ja bereits rezensieren durfte und ich hab es eher als ein exzessiver Schrei nach Liebe empfunden. So interpretiert jeder anders ein und das selbe Lied, was ich aber als sehr gut empfinde.

Das Erwachen – Ruf der Nacht Part 2“ ist der Gegenpart zu „Ruf der Nacht“. Hier schildert das verführte Opfer seine Sichtweise zu der Verwandlung. Für mich einer der schönsten Songs des Albums, erwacht das scheinbar zu bemitleidende Wesen durch den „Kuss der Unsterblichkeit“ endlich zum Leben. Es lebt in neuen Grenzen, mit neuen Regeln, ist aber freier als je zuvor. Aus dem Opfer wird ein Sieger – und ist doch wie ein Süchtiger abhängig. Das Blut, das ihm das Leben schenkt, ist die Droge, die er nun für immer bekommen will.

Anspieltipp von Luna: „Der letzte Weg“ (gefühlvolle Bitte eines Sterbenden, ihn endlich gehen zu lassen – weil es würdelos ist, zum Leben gezwungen zu werden) und „Das Erwachen“. 

Die düstere Stimmung in „Der letzte Weg“ empfinde ich (BlackRose) eher als einen Wunsch, das Leben nicht mehr weiterführen zu wollen.

In „Mein Feind“ geht es um den inneren Krieg mit sich selbst, durch den der Protagonist sich alleine durchschlagen muss. Ein wunderbar tanzbarer Song. Die Ballade „Heute“ beschreibt die sehnsuchtsvolle Suche nach seinem Seelenverwandten, die der Protagonist leider heute nicht finden kann. Der Song hat mich wirklich zu Tränen gerührt, so sehr fühle ich bei dem Thema mit.

Was nun als nächstes kommt, ist wieder ein kompletter Kontrast: „Wir sind nicht alleine“ ist ein überaus tanzbarer Track. Die Suche nach der großen Liebe ist wohl von Erfolg gekrönt worden und der Protagonist hat seine Liebe gefunden.

„Zu viel Leben“ durfte ich (BlackRose) auch schon rezensieren und muss sagen, dass dieser Track bei mit im Auto fast rauf und runter läuft. Es gab auch eine Zeit, wo ich so fühlte als ob mich das Leben zerdrückt. Dieser Song ist und bleibt für mich GROßARTIG!

Mein Fazit: Es werden in den Lyrics „Mein Feind“ gesellschaftliche Tabuthemen aufgegriffen, aber nicht anklagend. Nicht einmal, wenn man aus den Texten heraushört, WAS Mobbing, Sucht oder gar der letzte Weg bis zum Tod mit der Psyche und den Gefühlen der Menschen machen. Jeder kann selber nachfühlen, dass seinem „Feind nur mal einen Spruch reindrücken“ nicht wirklich so gut bei dem Opfer ankommt. Gleichzeitig wird es aber auch nicht so abstrakt lyrisch verpackt, dass der Zuhörer es nicht nachvollziehen könnte und es einfach nur „für tolle Tanznummern“ halten könnte. Intelligente Texte, mit einer tollen Stimme und einem spannenden Soundteppich (ich bin ja ein Metalgirl und brauche normalerweise meine Gitarren und ordentliche Drums), die einen sehr tiefen Einblick in die menschliche Psyche geben. Und ja, das Album überzeugt mich.

Ich (BlackRose) muss Luna beipflichten, dass es ein sehr emotionales Album darstellt und die Texte wirklich aus dem Leben stammen. Ob sie natürlich auch so stattfanden, kann ich nicht sagen, aber Dino bringt sie mit seiner Stimme wirklich gut zur Geltung. Ich möchte auf alle Fälle mehr von euch hören!

Eure Luna und BlackRose

 

Line-Up Schwarzschild:

Dino Serci – Texte & Gesang
Peter Daams – Keyboards, Programming & Mixing

Neues Album von Second Version: „Memories (Of Our Heroes)“

Im Jahr 2003 wurde die Synthpop-Band Second Version von Christian und Mario gegründet. Inzwischen haben sie eine internationale Fanbase, die schon gespannt auf das aktuelle Album gewartet hat. Vier Jahre nach Bandgründung erschien das erste Album. Mit „Schwarzer Engel küss mich“ sorgten sie für Aufmerksamkeit bei Labels, Radiosendern und Magazinen. So konnten sie sich auf Samplern bei Orkus und Sonic Seducer platzieren. Durch diesen Erfolg angespornt erschien bereits 2009 „Mind Control“.

Der Erfolg hielt weiterhin an, 2011 war mit „Emotionfilled Electronics“ bereits das dritte Album am Start. 2012 gab es mit „Zeitreise“ und „eVidence“ ein Doppelrelease. Letzteres wurde mit dem Auftritt beim „Hellfire Of Darkness“ 2012“ gefeiert. 2013 gabs „Rotator“ auf die Ohren, der Rest des Jahres bestand aus Live-Auftritten. Neben vielen weiteren Live-Terminen wurde 2014 „Union“ veröffentlicht. Es wurde das bisher abwechslungsreichste Album der Bandgeschichte zwischen EBM, Electropop und neuer deutscher Härte. Am 24.03.2017 erschien das neue Album „Memories (Of Our Heroes)“.

Hier ist der Name dank diverser Coversongs Programm. Die Band selbst nennt es eine „Hommage an die Künstler ihrer Zeit“. Diese Songs begleiten die Bandmitglieder schon ihr Leben lang und prägten den Stil von Second Version.

Alles beginnt mit „Heroes“. Die 2016 veröffentlichte Singel als Einstimmung in das Album. Kein Song könnte perfekter sein. Eingängig beschreibt man mit viel Gefühl das Konzept der Platte. Dann folgt „Just Leave Us Alone“. Der recht neue Mesh-Song eröffnet sphärisch das Coverthema. Völlig gefangen schließt man die Augen und gibt sich der Musik hin.

„Boulevard Of Broken Dreams“ – Das Green Day Cover „Boulevard Of Broken Dreams“ beweist wie gut Industrial, Synthisounds und Popsongs zusammen passen. Bereits der Einstieg in den Song ist mitreißend hart. Man muss sich bewegen, diese Depeche Mode Interpretation von „I Just Can`t Get Enough“ ist unglaublich tanzbar und macht einfach nur Spaß.

Kim Wilde hat diesen Song „Cambodia“ berühmt gemacht, Second Version bringen ihn in die Szene. Der perfekte Sound für jede Darknessparty. Langsam und andächtig lädt der VNV Nation Song „Nova“ zum Nachdenken ein, gebt euch dem Rhythmus hin. Einer der größten R.E.M. Hits „Losing My Religion“ als EBM-Song, tanzbar und elektronisch.

Dieser bedächtige Song „Chasing Cars“ von Snow Patrol wird durch Synthieinsätze von Second Version zum transzendenten Traum, in dem ihr euch atmospärisch schwingt. Mit „Love Is A Shield“ ist der unverkennbare 80er Jahre Camouflagestil unüberhörbar. Wüsste man nicht, dass es sich um ein Cover handelt… Andy hätte direkt Marcus Meyn als Zweitbesetzung vertreten können.

Das Duran Duran Cover von „Ordinary World“ entführt euch in andere Sphären. Was hart und dekonstruiert beginnt, zeigt im Verlauf durch Andys einfühlsamen Gesang immer mehr ruhige Töne. „74-75“ – Der Ohrwurm der The Connells minimalistisch mit Synthiklängen hinterlegt. Lasst euch treiben.

Harter Beat und irre Klänge, ein schnelles Madness Cover von „Baggy Trousers“, das garantiert auf allen Tanzflächen Einzug hält. Steigt ein ins Karussell des verrücktesten Jahrmarkts der Welt. Zum Abschied ein Tribut an die Bloodhound Gang: „Dimes“. Roboterstimme und Discosound haben Second Version beibehalten. Klatscht in die Hände, stampft mit den Füßen.

Second Version haben es hier einmal mehr geschafft, ein kreatives Album sauber produziert auf den Markt zu bringen. Die fleißigen Magdeburger sorgen mit „Memories (Of Our Heroes)“ für Nostalgie bei allen Fans innerhalb und außerhalb der Szene. Ein kreativer Mix aus harten Beats, irren Klängen und sphärischen Melodien macht das neue Album zu einem Sammelsurium der Gefühle. Ihr werdet jeden Song sofort wieder erkennen und doch neu entdecken. Losing My Religion zieht dich hoch, Nova bringt dich runter und Baggy Trousers lässt dich völlig verrückt werden. Das Album hat es in sich! Auf Amazon ist dieses Album erhältlich.

Auf bald
Eure BlackRose

Neues Album von Superikone: „Paläste aus Katzengold“

Die Ein-Mann-Band Superikone besteht aus der multiplen Künstlerpersönlichkeit Malte und dies in verschiedener Hinsicht. Zum einen fungiert er genauso als Sänger, Musiker, Texter, Songschreiber, Studio- und Verlagsbetreiber, wie er auch unter verschiedenen Namen auftritt und reüssiert. Sein voller Name lautet Malte El Niño, aber er trat auch schon als Lunastoy oder Phobotaxis in Erscheinung.

Der Kölner Künstler hat sich mit dem Projekt Superikone deutschsprachigem Elektro-Pop verschrieben und bewegt sich irgendwo zwischen leichten Kraftwerk-Anklängen, DAF-Einflüssen und tanzbarem Neunziger-Jahre-Elektro.

Seine philosophischen und politischen Texte lassen erkennen, dass sich Malte als ein Künstler versteht, der sich intensiv mit gesellschaftlichen Verhältnissen auseinandersetzt. Um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: Er möchte mit seiner Musik den Traum der Achtziger Jahre im Sound der Neunziger Jahre auf die Fragen es 21. Jahrhunderts treffen lassen. Ein interessanter Anspruch, der einmal unkommentiert für sich stehen bleiben sollte.

Das Album „Paläste aus Katzengold“ ist das mittlerweile fünfte Album von Superikone, wobei es Überschneidungen zwischen der aktuellen Produktion und der vorhergehenden CD Zuckervater gibt. So finden sich die beiden Titelsongs „Paläste aus Katzengold“ und „Zuckervater“ auf beiden Veröffentlichungen. Da es sich aber um unterschiedliche Abmischungen handelt, sollte dies nicht unverzeihlich sein.

Der erste Titel „Das Kollektiv“ ist eine musikalisch leicht kalte Nummer. Der Name weckt irgendwie Assoziationen an die DDR, denn dort wurde das Kollektiv ja groß geschrieben und kurze Soundfetzen erinnern an Secret Service mit A Flash in the Night.

Es geht dann mit dem eindeutig eingängigen und tanzbaren „Lass uns die Sterne von oben seh´n“ weiter, auf das Kein Anfang, Kein Ende folgt. Ein rhythmischer Titel mit technischer Zeitgeistkritik.

Der vierte Titel auf der Set-Liste ist der Titelsong „Paläste aus Katzengold“. Dieser Titel ist es auch, der bei dem eigentlich spannenden Musikprojekt Superikone die Mängel freilegt. Bei aller Begeisterung für die SynthPop-Elemente schwingt doch immer ein störendes Element mit, das die Freude etwas ausbremst. Es ist die mangelnde stimmliche Qualität von Malte El Niño. Leider ergeben der tolle instrumentale Sound und sein Gesang keine hundertprozentige Einheit.

Mitunter wirkt seine Stimme wie ein Fremdkörper und vielleicht würde Superikone wirklich zu einer Ikone des aktuellen SynthPop werden, wenn ein wirklich guter Sänger zum Projekt stoßen würde. Es würde den Produktionen wirklich gut tun, denn die CD „Paläste aus Katzengold“ könnte wesentlich breitere Kreise erreichen, wenn die Qualität der Songs eben bei hundert und nicht bei achtzig Prozent liegen würde. Große Bands wussten immer um das Geheimnis, auf allen Ebenen top zu sein.

Die anderen Titel der CD sind eingängige und meist tanzbare Nummern, denen aber leider der letzte Tick fehlt, um Hits sein zu können. Dies ist schade, denn ansonsten ist Malte mit „Paläste aus Katzengold“ ein spannendes und frisches Werk gelungen.

Auf bald
Eure BlackRose

Debütalbum von Alienare: „Beyond Love“

Die Band Alienare durchstreift die Szene seit 2013 und blickt dabei auf eine überraschend hohe Anzahl an Livegigs zurück. In diesem Zusammenhang stechen einige größere Namen ins Auge, für die Alienare bereits als Support die Mengen einheizen durften. Das Zweiergespann aus T. Green und T. Imo vermarktet sich über das Label R.A.U. Entertainment.

Nach der Single „Mission Abort“ bringt nun Alienare ihr Debütalbum „Beyond Love“ auf den Markt. Erhältlich ist diese Scheibe seit dem 28.04.2017 und ist u. a. über Amazon erhältlich.
 
„Interference“ ist das erste Lied daraus, welches sich mit den traditionellen Gefühlen der sozialen Entrückung befasst. Der Folge- und Titeltrack „Beyond“ knüpft nahtlos daran an, um aus dem innerlichen Labyrinth zu entfliehen.  

„Move“ hingegen fordert zum Schwingen der Tanzbeine auf und „Area 51“ erfreut sich neben den minimalistischen Synthieklängen nun zusätzlich an künstlich generierten Saiteninstrumenten, die klanglich kristallklar sind. Der Text behandelt die zwischenmenschliche Entfremdung. „The Whole World“ prognostiziert das Ende der Welt und „Love Control“ stellt eine Ode an die dunklen Seiten der Liebe dar. Daran anschließend ist das Lied „Pain“ wunderbar gewählt, der die schmerzhafte Seite der Liebe beschreibt. Welches auch in „All That’s Left“ behandelt wird.

Über das nächste Lied „Mission Abort“ habe ich ja bereits berichtet. Es ist auch auf dem Debüt zu finden. „Providence“ entführt die Liebste in eine verheißungsvolle Zukunft und in „The One“ wird ihr gleich klar gemacht, dass nur der Protagonist zählt. Wobei in „Tremor“ er seine Liebste so bezirzt, dass es nur zu ihrem Schutz dient.

„Day into Night“ stellt den Widerspruch zwischen Gut und Böse dar sowie den Zwiespalt über den eigenen Glauben. „Forever“ und „Ion“ sind die letzten beiden Lieder.

Zusammengefasst muss ich sagen, dass mich das ganze Album nicht ganz überzeugen konnte. Vielleicht liegt es an dem minimalistischen SynthPop oder an die doch zu dominante Stimme. Nach „Mission Abort“ hatte ich eigentlich mehr erwartet. Aber dies ist ja nur meine Meinung und ich hoffe, ihr lasst euch davon nicht abschrecken. Außerdem hoffe ich dass die Band noch an sich arbeitet. Denn Potential haben sie. Bei Amazon könnt ihr die Scheibe erwerben.

Auf bald
Eure BlackRose

 

Alienare auf After The Break Up Tour:

28.04.2017 Hannover, Subkultur
29.04.2017 Leipzig, Four Rooms
01.05.2017 Berlin, Hangar 49
02.05.2017 Bremen, Meisenfrei
04.05.2017 Hamburg, Kaiserkeller
05.05.2017 Frankfurt, Elfer Club
06.05.2017 München, Kyeso
07.05.2017 Essen, Don’t Panic
Special Guest: Essence Of Mind

Debütalbum von 5TimesZero: „ØK“

Diesmal habe ich eine recht ungewöhnliche Band vor mir, die seit Juli 2015 ihre Arbeit aufnahm. Die aus Attila Schuster, Carsten Rehmann, Hendrik Stefenhag, Jürgen Merkel und Mick Hanses bestehende Band 5TimesZero hat bereit eine EP Namens „Zero Gravity“ veröffentlicht, die ich leider nicht kenne. Wobei ich mir jedoch das am 10.03.2017 erschienene Debüt „ØK“ grad anhöre und da fällt mir genau das Ungewöhnliche auf.

Denn ich habe das Gefühl, das jedes Lied von einem anderen der 5 Musiker gesungen wird. Zeugt das von der Vielseitigkeit der Stimme des Sängers oder haben alle Bandmitglieder eine Singstimme von der Schöpfung erhalten? Ich kann es nicht sagen. Aber jeder Track hat die hervorragend passende Stimme für die jeweilige Stimmung. Mal in Elektro Pop mal in Elektro Rock gehüllt erzählt jedes dieser Stücke seine eigene Geschichte.

Wobei ich auch schon beim ersten Track „Unimportant“ angekommen bin. Hierzu kann ich nur sagen, wer die Wahl hat, hat die Qual, eine Entscheidung treffen zu müssen. Jedoch für mich viel zu poppig. Da reiht sich leider auch „Don’t Push Me“ ein, welches von der Qual der Berührung handelt. Bei „Art of Living“ bin ich wirklich mal sprachlos. Es fällt mir sehr schwer, dieses Lies wirklich richtig einzuordnen.

Aber die Band lässt auch nicht das weibliche Geschlecht außer Acht, die in „Naked“ und „Instrument“ ihren Auftritt haben. Ersteres empfinde ich als sehr ironisch und in letztes dienen wir Frauen lediglich als Instrumente. Im nächsten Track „Pyromanic“ kommt das oben erwähnte Elektro Rock zum Einsatz und als Gegensatz dazu kommt danach „Frozen“, welches auch die gleichen Einflüsse aufweist.

Auf die nächsten 7 Lieder kann ich leider nicht weiter eingehen, denn bei mir will sich einfach kein Zucken in den Gliedern einstellen und es fällt mir schwer, weiter zuzuhören. Alle Lieder sind sehr unterschiedlich und für mich nicht richtig einzuordnen. Woran das liegt, kann ich nicht sagen. Jedoch soll meine Meinung euch nicht davon anhalten, es selbst mal auszuprobieren (Amazon) und vielleicht überzeugt euch ja 5TimesZero. Bei mir hat es leider nicht geklappt. 

Auf bald
Eure BlackRose

Gesamte Tracklist:

Audio Tracklisting
1 Unimportant 04:07
2 Don’t Push Me 04:29
3 Art Of Living 04:03
4 Naked 03:47
5 Instrument 03:54
6 Pyromanic 03:47
7 Frozen 04:58
8 Augen der Großstadt 03:43
9 Empty Floor 02:51
10 State Of Being 04:31
11 Higher Smile 04:20
12 My Side 05:23
13 Can I Balize You? 04:07
14 Paths 05:19

Label: Echozone

Neues Album von Loewenhertz: „Echtzeit“

Das deutsche Duo Andreas Scherer und Alexander Pfahler hatte sich fast drei Jahren Zeit gelassen, ein neues Album nach „Irgendwo in Deutschland“ auf den Markt zu bringen. Nun aber legen die Band Loewenhertz mit der neuen die Scheibe „Echtzeit“, die es seit dem 17.03.2017 gibt, nach.

Beheimatet im Electro- und SynthPop-Bereich bringen die beiden Texte mal in deutsch und mal in englisch auf CD. Jedoch bin ich mir einfach nicht sicher, ob es auch in die in die schwarze Elektro-Szene gehört. Dazu sind die Melodien einfach zu hell, obwohl es auch melancholisch zugeht. Aber das ist ja auch nur meine persönliche Meinung. Die Band selbst sagt von sich, dass sie in die Richtung von Wolfsheim, De/Vision, Melotron tendieren. Nichtsdestotrotz sind die Tracks sehr professionell produziert und die Stimme von Alexander ist sehr einfühlsam und kann die teils traurige Stimmung gut zu mir bringen.

Eigentlich gehe ich nun auf jedes Lied eines Albums ein, was mir hier leider etwas schwer fällt. Doch der rote Faden schlängelt sich auch durch dieses Album, welches sich thematisch rund um eine Liebesgeschichte dreht. Ob es sich nun um Wut, ein Beziehungsende, Geduld, Hilfsbereitschaft, Selbstbewusstsein und Freiheit handelt. Alle Lieder haben Ihre Geschichte.

Einzig die Lieder „It’s too late“ und „Thunder“ können mich wirklich richtig überzeugen. Das erste, weil es für mich die dunkelste Stimmung beinhaltet und das zweite, weil es doch recht gut tanzbar ist. Aber das soll euch nicht davon abhalten, euch selbst ein Bild der Band zu machen. Schaut doch einfach mal bei Amazon vorbei und holt euch die Scheibe.

Auf bald
Eure BlackRose

Die komplette Tracklist des Albums:

1 Irgendwann
2 Unsichtbar
3 Gib mir noch Zeit
4 It’s Too Late
5 Halt mich
6 Wer sind Wir
7 Frei sein
8 Thunder
9 Winter Falls
10 Lights Of The Night
11 Spiritual Healing (Bonus Track)
12 Close Your Eyes (Bonus Track)

Interpret: Loewenhertz
Titel: Echtzeit
Format: CD / Album
Veröffentlichung: 17.03.2017
Genre: Electropop
Label: Echozone

Neues Album von Suppressor: „Under Government Control“

Seit dem 17.03.2017 ist auch das neue Album der Band Suppressor auf dem Markt. Gegründet wurde die Band am 05. August 2012 und möchte nicht nur die chilenische Welt mit ihrer Musik revolutionieren. Die aus Chile & Argentinien stammende Band rund um die Jungs Bergen Schlitzie und Davis Laredo befasst sich in erster Linie mit dem Industrial und Hard-Electro. Und genau das bekomme ich nun auch auf der neue Scheibe „Under Government Control“ zu hören.

Hart, provokativ und überaus tanzbar präsentieren sich die einzelnen Tracks, die sich in erster Linie um politische Themen und den Krieg auseinandersetzen.

Das „Intro“ ist noch sehr ruhig und zeugt wohl von der Ruhe vor dem Sturm. Der dann auch gleich in schwachen Zügen in „Confession“ loslegt. Der Sprechgesang in diesem Song stammt von Gerald Butler. Dies ist auch eine Gemeinsamkeit aller Songs: der Sprechgesang! In „Under Government Control“ wird der Sturm lauter und härter. Thematisch steht hier die politische Situation in der Türkei im Vordergrund und wie die USA damit umgeht. Das waren zumindest meine ersten Gedanken.

In „I want an answer“ holt sich Suppressor die Sprecher Ben Kingsley und Ray Winstone ins Boot, die unbedingt eine Antwort auf deren politischen Forderungen verlangen. Der Krieg ist in „In the Name of Democracy“ sehr präsent, der nur im Namen der Demokratie stattfindet. Aber was ist an Krieg schon demokratisch?

Ein wenig aus dem Rahmen fällt jedoch „Dark Society“, denn hier geht es um die dunklen Abgründe in unserer Gesellschaft. Hier ist auch mal deutscher Sprechgesang zu hören. Die nächsten 2 Lieder stammen u. a. dann noch von anderen Künstlern, die beim gleichen Label DarkTunes unter Vertrag stehen. Binary Division und Antibody steuern jeweils ein Remix bei und Suppressor selbst macht dann auch noch eine SynthPop-Version von „Under Government Control“. Das Letzte Lied auf dem Album wurde dann noch mit der Untersützung von Midian Dite komponiert.

Als Fazit kann ich nur eines sagen: Die Tanzflächen der Szene-Clubs schreit sehr laut nach diesen Stücken und ich konnte kaum auf menem Stuhl ruhig sitzen bleiben. Ich bin sehr froh, diese Band entdeckt zu haben und freue mich schon riesig, sie auch mal in Deutschland live zu erleben. Ich finde die Band einfach großartig. Holt sie euch ins Regal und tanzt, was das Zeug hält. Auf Amazon werdet ihr sicherlich fündig.

In diesem Sinne und auf bald
Eure BlackRose