Surviving X-Mas

Uns Gothics steht ja die Melancholie und Traurigkeit quasi auf die Stirn gebrannt. Deswegen sind wir ja auch Gothics, denn die traurige Grundstimmung bestimmt ein wenig unser Leben, beziehungsweise versuchen wir immer hinter alles zu gucken. Und so klamüsern wir auch die „fröhlichen“ Feste auseinander, um einen Sinn zu begreifen.

Naja, christliche Feste sind vielleicht nicht in jedem Fall unser Amüsement, aber was soll man tun, wenn sie eben in Deutschland etabliert sind und die Verwandtschaft eben Ostern, Weihnachten und Co. feiert? Man selber würde sich die Tage dann lieber verkriechen, oder mit Essen und gammeln und schlafen verbringen.

Für Singles eine hervorragende Lösung, wenn kein Rattenschwanz an Verwandten vorhanden ist und man irgendwie die freien Tage überbrücken muss. Wobei das TV Programm ja auch nicht immer zur Nase steht und man sich dann berieseln lassen kann.

Es gibt aber zum Glück inzwischen auch Veranstaltungen, die gerade am 24.12. stattfinden und auch an den Tagen zwischen den Jahren ist in Clubs einiges geboten. Man kann den heimischen vier Wänden entfliehen und mit anderen Weihnachtsflüchtlingen einen netten Abend verbringen.

Vor ein paar Jahren – es ist noch nicht so lange her – bin ich nach meinem Job um 13 h nach Hause gefahren und dann… war nichts. Alle Bürgersteige hochgeklappt, nicht mal der amerikanische Fresstempel hatte abends um sechs einen Burger für mich. Und dann weihnachtliche Stimmung? Fehlanzeige, nach Dauerbedudelung im Hessencenter mit der Weihnachtsedition von Heintje, da hatte ich so gar keine Lust.

Doch auch mit der teilweise buckligen Verwandtschaft ist es auch nicht so einfach. Alles darauf getrimmt, möglichst harmonisch die Festtage zu verbringen und krampfhaft Liebe und Zuneigung zu zelebrieren, führt das des öfteren zu Streit, gerade, wenn man es sich nach der Geschenkeschlacht „ein wenig gemütlich“ machen will.

Der Opa meckert alla Loriot, dass früher mehr Lametta am Baum war, Vati „freut“ sich über die zehnte Krawatte in seinen Weihnachtspäckchen, das Kind hat das falsche Gedicht aufgesagt oder flötet schräg ein Weihnachtslied. Mutti kämpft noch mit der Gans, die halb trocken oder schwarz verkrustet im Ofen schmort, und die Oma weiß alles besser, von Kindererziehung bis hin, wie man den Braten richtig hinbekommen hätte.

Tröstet euch, es geht vielen so. Vorher auf 180 Grad im Stress, alles perfekt zu schaffen, platzt die Seifenblase früher oder später mit einem lauten Knall.

Ich hab mich auf die Suche gemacht und nach Survival Tipps geguckt. Keine Sorge, Sir Vival hat Tipps für euch!

Von der Kleidung (hässliche geschenkte Klamotten trägt man am Besten an diesem Tag, damit der Schenker vielleicht sieht, dass der Pulli nicht das Gelbe vom Ei ist), über „wie komme ich um die ekeligen Kekse von Oma herum“ (man backt selber oder kauft leckere, die dann angeboten werden), ein abgefackelter Weihnachtsbaum (kann mit einem Eimer Wasser oder einer nadelfreien Alternative vermieden werden), Kochtipps (trockenen Braten in viel Soße einweichen, vermatschte Kartoffeln zu Püree verarbeiten und Verbranntes kräftig würzen), bis hin zu ungeliebten grässlichen Geschenken (erst mal annehmen und ggf. weiterverschenken – Aufkleber drauf, von wem es kam, damit es nächstes Jahr nicht peinlich wird), findet man also so einiges im Netz.

Was aber, wenn man wirklich alleine an Weihnachten ist? Keinen Partner hat und die Familie nicht mehr existent oder hunderte Kilometer weg? Wenn dann alle ansässigen Freunde selber im Familienidyll feiern und man wirklich alleine daheim ist?

Genau dann spürt man doch um so mehr die sonst mit einem Glas Met oder Rotwein zelebrierte Einsamkeit und Melancholie. Gut, es gibt auch Menschen wie mich, die sich in einer Menschenmasse schrecklich einsam und alleine fühlen können, aber das ist ja jetzt real. Überall Fröhlichkeit und Heititei – das oben beschriebene Drama sieht man ja nicht immer – und das eigene Stimmungsbarometer ist gerade auf Null Grad.

Zum Wegfahren ist es heute vermutlich zu spät. Auswandern ist – um ehrlich zu sein – sicher auch keine reelle Option. Und als Grinch durch die Gegend ziehen? Macht sicher auch Spaß, aber ist in dem Fall auch keine Option, anderen die Stimmung zu vermiesen. Ich glaube, solche Tipps sorgen eher dafür, alle gegen sich aufzubringen und dann sollte man über den Dingen stehen. Sprich, Weihnachten sollte einem so wurscht sein, dass es egal ist.

Was aber, wenn man es tief im Herzen gerne anders hätte? Wenn man sich nach einem Partner sehnt, nach einer Familie, die aber nicht da sind? Wenn man gerade an diesen Tagen spürt, wie alleine man ist, wie beknackt alles im Job ist und das ganze soziale Gefüge wegzubrechen scheint. Denn genauso wie ein „zuviel“ kann ein „zuwenig“ ziemlich stressen.

Verkriecht euch in dem Fall nicht alleine daheim. Geht wirklich auf die diversen Parties an Weihnachten und zwischen den Jahren. Und schaut euch um, es gibt wirklich viele (Zwangs)Singles, denen es absolut genauso geht. (Wenn alle daheim bleiben, dann sieht man natürlich niemanden auf den Parties, dem es genauso geht!). Genießt den Abend, denkt nicht an Weihnachten, und feiert einfach.

In diesem Sinne, schönes Weihnachten, Yule, Hanukkah, Kwanzaa oder was auch immer ihr feiert!

Gruftige Grüße

eure Luna ^v^

 

PS: Nächste Woche – Sylvester – gibt es eventuell KEINEN Blogbeitrag am Sonntag!

Besinnliche Weihnachten

 

 

 

Noch gefühlte 137 Termine bis zur Bescherung. Und noch gut dreimal so viele bis zum Jahreswechsel. Der ist ja fix (auch wenn das Hexenjahr an Halloween / Samhain begann), immerhin zählen wir zu dem „aufgeklärten“ Jahrtausend und haben eine gemeinsame Zeitrechnung, die sich danach berechnet, wann der langhaarige Aufrührer damals in Bethlehem auf die Welt ploppte.

 

Das andere, Weihnachten oder Yule ist da ein bisserl flexibler, wenn man nicht den gesellschaftlichen Konventionen genügen möchte. Da ist also Bescherung ein wenig unterschiedlich. Ich feiere es traditionell am 21. nach der Yulefestfeier, aber mit Eltern und Geschwistern, die weniger „gothisch“ oder „hexisch“ sind, ist der 24. oder der amerikanische 25.12. üblich. Also: Wann auch immer ihr sie haben werdet, bis dahin hat es noch einige Verpflichtungen und Termine.

 

 

Streß ist ja das eine, wenn man noch Geschenke besorgen, Plätzchen backen und Einkaufen muß, auch Weihnachtsfeiern stehen noch an. Selbst die Planung, was kaufe ich für die Feiertage zu Essen (haben ja keine Läden auf und so kommt es immer zu Panikkäufen aller Menschen, als ob es nächstes Jahr KEINE Lebensmittel mehr gibt) und wo lagere ich das jetzt alles (Balkon bei den Temperaturen ist durchaus eine Option). Und alles aufgeräumt und geputzt sollte ja auch sein.

 

Besinnlichkeit ist das andere. Immerhin BRAUCHT man nach dem oben genannten Streß auch ein wenig Erholung, wenn man nicht aus den Latschen kippen möchte. Immer nur auf 180 Kilometer Speed hält niemand durch.

 

Da machen es uns TV und Internet relativ einfach. In Serien kommen dann die Weihnachtsspecials, in denen Dr. Who, die Gang der TBBT, Simpsons und Konsorten rührselige, schöne Christmas-Erlebnisse haben, die vielleicht nicht in den Roten Faden des Serienhandlungsbogens passen, aber durchaus sehenswert sind.

 

Von der musikalischen Beschallung alla Last Christmas will ich euch mal verschonen (ich glaube, ich mußte neulich in einem Drogeriemarkt die weinerliche Version einer WEIBLICHEN Sängerin ertragen – bei den weihnachtlichen Werbespotts – auch besonders herzergreifend vor dem Fest – ist mir eine Werbung zur CD von der Höllene F. aufgefallen, ich glaube, das war das furchtbare Machwerk), daß da Amnesty international noch nichts getan hat, wundert mich.

 

 

Aber ich möchte euch dazu nochmal die Tracks aus dem letzten Jahr ans Herzchen legen, wer es nicht mehr kennt, da ist der Link.

 

Ich konzentriere mich daher dieses Jahr mal auf anderes, Geschichten, die schon Klassiker sind. Aus eurer Kindheit erinnert ihr euch bestimmt an die Geschichten aus Andersens Märchen. Das Mädchen mit den Schwefelhölzern oder Der Tannenbaum oder Die Schneekönigin fallen da besonders ins Auge.

 

Auch ist meiner Meinung nach, Krabat eine Geschichte, die in die Zeit hineinpaßt. Immer an Weihnachten / Sylvester muß ja einer der Gesellen geopfert werden, um die Mühle am Koselbruch am Laufen zu halten.

 

Wer nicht selber lesen möchte, kann das alles auch als Verfilmungen ansehen. Märchenfilme hat es ja auch auf den bekannten Sendern zur Genüge. Ich freue mich aber auch schon sehr auf meine persönlichen Klassiker im TV oder auf DVD.

 

Dazu gehören auf jeden Fall für mich: Das Leben des Brian von Monty Python. Ich liebe diese religionskritische Sartire. Aber nicht jedem ist der englische Humor gefällig. Dem kann ich auch noch Familie Heinz Becker, Ekel Alfred und natürlich Loriot empfehlen. Hier wird auch sehr humorig der Weihnachtsstress durch den Kakao gezogen.

 

 

Und wer wirklich was rührseliges haben möchte, irgendwo läuft mit Sicherheit dann „Ist das Leben nicht schön?“ oder eine der zahlreichen Adaptionen mit Ebenezer Scrooge (von der Muppet-Version, über Bill Murray bis hin zu der Barbie Variante).

 

Also, nehmt euch nach dem Streß mit den Vorbereitungen auch ein bißchen Zeit für euch selbst, eine Feuchtigkeitsmaske ins Gesicht, dicke Socken an die Füße und mit Kuscheldecke und ein Glas heißen Punsch ab aufs Sofa, DVD rein und genießen.

 

Ich wünsche euch gruftige Weihnachten / Yule / Hanukkah / Kwanza / oder was auch immer,

eure Luna ^v^

Last Minute – Weihnachtsgeschenke?

Schmuck - das Frauenherz schlägt höher!
Schmuck – das Frauenherz schlägt höher!

Ich bin heute wieder rumgerannt, um Weihnachtsgeschenke einzukaufen. Größtenteils habe ich ja schon alles, weiß auch, was sich diejenigen wünschen. Das ist wohl kaum ein Problem.

 

Aber es gibt noch den einen oder anderen, den man beschenken möchte und es fällt einem auf Anhieb nichts ein. Zu groß, zu teuer, zu billig und zu einfach darf es ja auch nicht sein.

 

Und selber basteln oder heimwerken, Marmelade kochen und Plätzchen backen mag auch nicht jeder. Und der Beschenkte mag vielleicht das alles nicht. Obwohl für letzteres gibt es ja auch noch coole gothische Varianten. Dank Lebensmittelfarben und Ausstechern von dem Halloweensortiment sind Totenkopfplätzchen auch machbar.

 

Oder einen schönen Regenbogenkuchen für Schleckermäuler. Oder kennt ihr noch die Mix-Tapes? So was geht auch mit CDs. Einfach die Lieblingsplaylists zusammenstellen und auf den Silberling brennen. Ich habe mich informiert, so lange es privat ist und ihr den Empfänger kennt und es unentgeltlich macht, ist das auch legal.

 

Ihr könnt auch das eine oder andere Stück für die Mittelaltersammlung machen. Natürlich nur, wenn ihr handarbeiten könnt. Eine schöne Haube genäht, Armstulpen oder einen Umhang hat man schnell genadelt. Und wenn das nicht geht, weil keine Wolle da oder Nähmaschine, dann bleiben noch Mittelaltermärkte.

 

Alles aus Holz
Alles aus Holz

 

Praktischerweise jetzt auch im Winter, wie ich ja die letzten Wochen auch schon hier berichtet habe. Da kann man dann die Stände durchstöbern – und zur allergrößten Not bekommt man auch ein Fläschchen Met für den guten Freund. Von wegen Küßchen! Guten Freunden besorgt man Met. (PS: Wenn man die Süßigkeiten des Mittelaltermarktes verpaßt oder selbst gefuttert hat, guckt mal in türkischen Supermärkten, da hat es auch Obst- und Nußmischungen wie auf dem Markt)

 

Aber auch die normalen Supermärkte und Kaufhäuser haben abseits der Stino-Schiene das eine oder andere Schmankerl für uns Gothics. Zum Beispiel die Horrorfilme auf DVD, Bücher für den wahren gothischen Lesegenuß, selbst schwarze Kleidungsstücke mit Spitze und Nieten, außergewöhnlichen Kopfschmuck und ja, auch „schwarze“ Kosmetika.

 

Da habe ich in einem bekannten Drogeriemarkt auch einiges entdeckt. Diverse Marken haben gerade zu Weihnachten / Sylvester bevorzugt dunkle Eyeshadows und Lippenstifte und für die winterhelle Stinohaut das passende Make-up, das auch auf die Alljahreshaut von uns Gothics paßt.

 

Und wer Duschgele, Deos und Bodylotions erwerben möchte, braucht keine Einhörner, sondern kann die tollen Düfte „Midnight Moon“ und Konsorten kaufen. Ich bin kein Verpackungsopfer und kaufe nach meiner Nase und nicht nach dem Design, aber hier paßt es sehr gut in den gothischen Haushalt.

 

Es sieht also nicht nur hübsch aus, sondern duftet auch verführerisch. Also dann auch gleich noch was für den eigenen Vorrat einpacken, Limited Editions haben die Eigenschaft, im Sommer nicht mehr erhältlich zu sein und wer nicht wie ein Vanille-Marshmellow riechen will, der muß ausreichend haben.

 

So, und wem nun absolut nichts mehr einfällt, dann verschenkt doch Erlebnisse. Angeblich sollen die ja noch länger Freude machen, als materielle Geschenke (wobei ich persönlich das nicht nachvollziehen kann, denn das Erlebnis ist nach einem Tag vorbei und ein Buch kann man immer wieder mit Herzschmerz und Tränchen im Knopfloch lesen).

 

Seife - Zimt, Gewürz & Amber
Seife – Zimt, Gewürz & Amber

 

Da würde sich aber ein Abendessen (vielleicht ja selbstgekocht?) oder ein netter Clubabend oder ein Konzert anbieten. Das kurbelt dann auch wieder die Veranstalter an, die die Bands buchen und Konzerte organisieren. Und davor ein tolles Styling incl. Beratung? Und wenn man dann noch ein Fotoshooting dazupackt?

 

Ich denke, ich hab euch jetzt einige Ideen präsentiert… ich glaub, ich brauch da noch was für eine nette Freundin…

 

gruftige Grüße

eure Luna ^v^

 

PS: Wer noch was Gutes tun möchte, und sich mit den Grundlagen der Hexenkunst beschäftigen möchte, dem möchte ich noch dieses Buch ans Herz legen. Das war ein Projekt von Tanja Wilhelmus und vielen Hexen, die sich hier unentgeltlich bereit erklärt haben, ihr Wissen zu teilen. Ich habe auch daran teilgenommen. Alle Erlöse kommen benachteiligten Kindern zu Gute, deren Eltern – meist Alleinerziehende – auf Tafeln und soziale Projekte angewiesen sind. ISBN 978-3-944648-57-6 Masou-Verlag, 19,80 € Abrakadabra – Das kleine Hexeneinmaleins, Tanja Wilhelmus und Hexenschwestern

Mittelalter & Weihnachten

Bettler auf dem Markt
Bettler auf dem Markt

Mittelalter Märkte kennen wir alle. Schön im Grünen gelegen, mit einem ausgiebigen Lagerleben und vielen Gewandeten. Man kann Darbietungen bestaunen, das Sortiment der Händler checken und das eine oder andere natürlich erwerben. Es gibt feines zu Essen und das zu zivilen Preisen.

 

Natürlich muß man des öfteren „Wegzoll“ bezahlen, teilweise zu sehr teueren Preisen, da auch Ritterkämpfe und andere Schausteller entlohnt werden wollen. Gut, darüber kann man streiten, wie kommerziell das ist und wer am Meisten davon profitiert. Aber dieses Faß will ich jetzt nicht aufmachen, das muß jeder selber entscheiden, was und warum er dann besuchen will.

 

Inzwischen gibt es hier in unserer Gegend auch neben den etablierten Weihnachts-Mittelaltermärkten diverse kleinere Veranstaltungen, die sich durchaus lohnen. Und die Atmosphäre dort ist genauso „zauberhaft“ wie bei den sommerlichen Märkten.

 

Brrrrr... also mir ist jetzt kalt ;)
Brrrrr… also mir ist jetzt kalt 😉

 

Ich war jetzt in Oberursel auf dem mittelalterlichen Weihnachtsmarkt. Der fand in der Stadtmitte seinen Platz, im August ist er ja „ausgelagert“ auf ein grünes Wiesenstück. So drängte sich alles auf einen kleinen Marktplatz. Schön gelegen mit kleinen Gassen.

 

Was mich aber ein bißchen störte, war, daß dieser Markt als „Mittelalterweihnachtsmarkt“ angekündigt und überall plakatiert war. Und wenn man dort ankam, gab es eine „Mittelaltersektion“ und dann den üblichen Weihnachtsmarkt. Gut, die Feuerwehr mit ihrem Stand im MA-Bereich konnte ich noch ignorieren und auch die Teilung, bei denen dann die „normalen“ ihren Markt hatten.

 

Sehr unglücklich fand ich aber, daß die tolle Darbietung der „Galgenbrüder“ im MA-Teil gegen die Jazz-Kombo in dem direkt daneben gelegenen Innenhof anbrüllen mußte. Zeitlich getrennt wäre eine Möglichkeit gewesen, wenn denn eine räumliche Trennung nicht möglich ist. Hier sollten die Veranstalter doch noch ein bißchen nachbessern.

 

Vielleicht war ich auch zu verwöhnt, was das angeht, bisher hatte ich nur den Markt auf der Ronneburg besucht, auf der ausschließlich Mittelalter drin ist, wenn Mittelalter draufsteht. Vom Warenangebot waren aber beide ähnlich. Eben, das was auf Mittelaltermärkten zu haben ist (Waffen in dem Fall eher nicht – weiß nicht, ob es an dem mangelnden Platz lag, an der „weihnachtlichen“ Atmosphäre und es nicht paßte, oder ob man derzeit bei der politischen Lage darauf verzichtete), Schmuck, Seifen, Steine, Handwerkliches, Urkunden und Zertifikate und und und.

 

Jubel und Händegeklapper, ein wärmend Feuer!
Jubel und Händegeklapper, ein wärmend Feuer!

 

Gewandete waren auch weniger auf dem Markt unterwegs (eine Dame begrüßte jeden Gewandeten mit der netten Bemerkung, daß sie so wenige getroffen habe, daß sie nun alle persönlich begrüßen müßte…), was auch daran liegen könnte, daß die meisten eben sommerliche Kleidung haben und nicht unbedingt auf kalte Temperaturen eingestellt sind (es gab auch einen Felle-Händler, bei dem man sich mit wärmender Ware ausstatten konnte).

 

Und Feuertöpfe / Feuerkörbe. Dort konnte man relativ rauchfrei (was für mich erstaunlich war, normalerweise komme ich danach immer wie ein Räucherschinken duftend nach Hause) sitzen und Fleischspieße futtern. Praktischerweise gleich in Sichtweite zu dem Stand mit heißem Kirschmetbier (echt lecker und süffig).

 

Also, schaut euch die Märkte an, nachmittags sind die noch etwas weniger besucht (nach achtzehn Uhr wurde es ziemlich voll) und geht ruhig gewandet. So haben die dortigen Standbetreiber nicht das Gefühl, ein Theaterstück aufzuführen und die anderen Besucher erleben doch etwas authentischer diese interessante Zeit. Sofern wir das heute noch authentisch darstellen können – ein wenig romantisiert ist es ja immer.

 

Die "Galgenbrüder" mit ihrer Darbietung
Die „Galgenbrüder“ mit ihrer Darbietung

 

Ach ja, da unsere Gruppe von einer sehr netten Frau gefragt wurde, wo man denn über andere Mittelalter-Weihnachtsmärkte etwas erfahren könnte, hab ich mich auf die Suche gemacht und folgende Links gefunden:

 

Mittelalterliche Wintermode
Mittelalterliche Wintermode

Weihnachtsmärkte in Hessen

Die schönsten Weihnachtsmärkte

Karfunkel – Terminliste für die nächsten 7 Tage

 

Checkt sie doch mal, ob es in eurer Region auch Märkte gibt!

 

Gruftige Grüße

eure Luna ^v^

Last Minute Geschenke

X-Mas Cat... Ho Ho Ho!
X-Mas Cat…
Ho Ho Ho!

So, ihr Lieben, in vier Tagen ist es soweit. Dann ist Weihnachten und das große Geschenke Tauschen beginnt. Natürlich möchte man seine Lieben mit etwas beschenken, das sie sich gewünscht haben und was gefällt.

 

Was ist aber, wenn einem einfällt, daß man die nette Nachbarin oder den Trainer vom Sportverein vergessen hat? In dem Fall habe ich hier eine kleine Zusammenstellung von Last Minute Geschenken. Die Sachen sind schnell besorgt, oder man hat sie im allgemeinen noch irgendwo in seinem Haushalt und die Zubereitung ist simpel.

 

Wenn ihr diese Geschenke dann noch nett verpackt, muß es nicht der Gutschein aus dem Onlineshop sein oder ihr habt dann den schon vorhandenen Gutschein noch ein wenig personalisiert. Und selbstgemachtes ist auch was Feines.

 

Natürlich könnt ihr eine Großproduktion von Mützen und Schals starten, mit dicker Wolle und 8er oder 9er Nadeln sind die auch an einem Nachmittag gestrickt. Eine Mütze könnt ihr auch ganz schnell mit der Maschine nähen. Nehmt dazu ein T-Shirt, es kann ruhig eines mit Aufdruck sein und legt es hin. Dann eine Mütze drauf legen, rundherum zuschneiden und dann mit der Maschine eine Naht nähen. Wenn ihr die untere Kante am Shirt verwendet, ist ein Säumen nicht nötig.

 

Fascinator
Ein Fascinator aus Yoghurtbecher und Pappkreis. Stoffrestchen und Dekoration einfach mit Heißklebepistole aufpappen und dann auf eine Haarspange kleben.

Genauso lassen sich Armstulpen fertigen. Aus Socken lassen sich kleine Schneemänner (natürlich in unserem Fall gothisch verziert…) zaubern.

 

Wer gerne mit Papier arbeitet, kann mit Hilfe eines Schaschlikspießes aus Zeitungspapier rollen und diese Rollen auf eine Pappe aufkleben und dann Körbchen flechten. Laßt die Körbe „in Natur“ oder bemalt sie mit Acrylfarben. In den Korb könnt ihr dann Kosmetika, Lebensmittel oder anderes hineinpacken und verschenken.

 

Habt ihr zwei Linke Hände und kocht lieber etwas? Dann wären vielleicht diese Ideen etwas für euch: Leckere Liköre. Den Irish Coffee kann man verschenken und sofort genießen (sollte auch nicht zu lange aufgehoben werden, da die Sahne ranzig werden kann), den Rosenlikör muß man ein paar Tage ziehen lassen.

 

selbst gemachtes Körbchen, erster Versuch aus dem Jahr 2013. Steht inzwischen in meinem Badezimmer...
selbst gemachtes Körbchen, erster Versuch aus dem Jahr 2013. Steht inzwischen in meinem Badezimmer…

 

Für den Irish Coffee braucht ihr: 3/8 l starker Kaffee, 3/8 l Sahne, 6 EL Zucker, eine Messerspitze Zimt und 1/8 l irischer Whiskey. Einfach zusammenmischen. Fertig.

 

Der Rosenlikör benötigt etwas mehr Zeit, schmeckt dafür aber auch superköstlich. Nehmt ¼ l Wasser und kocht es mit 350 g Zucker auf. Wenn es etwas abgekühlt ist, 90%igen Alkohol dazu geben. 250 g stark duftende Rosenblätter in ein verschließbares Gefäß geben und die Alkohol-Zucker-Mischung darübergießen. Nun das Ganze 24 Stunden ruhen lassen. Am nächsten Tag durch ein Tuch abseihen und mit ½ Teel Zimt und einer Prise Koriander würzen. Noch ¼ l Wasser zugeben und ¼ l Alkohol. Dann das Ganze verschlossen einen Monat ruhen lassen und vor dem Trinken durch einen Kaffeefilter abseihen.

 

Auch sehr schnell geht der Eierlikör (falls ihr keine Zeit für den Rosenlikör habt) und „Eggnogg“ ist ein typisches Weihnachtsgetränk in den USA. (Geht auch zu Ostern, da ja Eier drin sind 😉 ). Dazu braucht ihr nur: 6 Eigelb, die mit 150 g Puderzucker und Vanillezucker vermischt werden. 170 g Dosenmilch 10% oder süße Sahne dazu geben und mit dem Mixer gründlich cremig rühren. Jetzt wird es ein bißchen kniffelig, denn ihr müßt den 90%igen Alkohol sehr vorsichtig am Rand reinlaufen lassen und nur noch mit einem (Koch)Löffel rühren. Macht es nicht zu stürmisch, denn der Alkohol sorgt sonst dafür, daß die Eier verklumpen. 180 ml Alkohol sollten ausreichen, wenn er euch zu stark schmeckt, gerne etwas die Menge reduzieren.

 

Wer lieber etwas Süßes knabbern möchte, kann entweder gebrannte Mandeln machen (einfach ein wenig Zucker in einer Pfanne schmelzen lassen, aber aufpassen, damit es nicht verbrennt, denn der Übergang von Karamell zu Kohle geht schnell) und dann Mandeln in die Pfanne geben. Wenn alles bedeckt ist mit dem Zucker/Karamell, dann mit einem Löffel (net anfassen, ist sehr sehr heiß!!!) aus der Pfanne auf ein Stück Backpapier schieben und auskühlen lassen. Wenn die Mandeln zusammenkleben, IMMER mit Löffeln trennen, sonst gibt es Brutzelfinger.

 

„Rumkugeln“ von Sebastian Zurkuhl - Eigenproduktion. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 de über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Rumkugeln.jpg#/media/File:Rumkugeln.jpg
Rumkugeln – gar nicht schwer, wenn man sie selbst machen will, und sooooo lecker!

Alternativ könnt ihr auch Rumkugeln machen. Ich hasse es, Plätzchen zu backen, aber das macht Spaß. Dazu 80 g Butter mit einem Eigelb schaumig rühren. 200 g Bitterschokolade aufschmelzen, bis sie rührfähig ist. Dann in die Ei-Butter-Mischung geben und ordentlich rühren. 2 EL hochprozentigen Rum dazu und dann auskühlen lassen. Ist das geschehen, kirschgroße Kugeln formen, diese dann in Schokostreuseln wälzen. In einem Glas kühl aufbewahren.

 

Für Kinder und Knuspermäulchen geht die simple Variante der Knusperpralinen: Überzählige Weihnachtsmänner aufschmelzen und dann mit Cornflakes oder Müsli mischen. Auf Backpapier diese Schokohäufchen fest werden lassen.

 

Zu allerletzt habe ich noch ein Rezept eines schönen Badesalzes gefunden. Das haben wir in meiner Ausbildung zur PTA mal hergestellt. Für Gothics genau richtig, denn es beißt. 😉

„Körniges Salz“ von Richard Huber - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:K%C3%B6rniges_Salz.JPG#/media/File:K%C3%B6rniges_Salz.JPG
Badesalz…

Dazu braucht ihr: 50 Tropfen Latschenkiefernöl und 57 Tropfen Terpentinöl. Wenn ihr eine Messerspitze Fluorescein Natrium zugebt, bekommt das Badesalz eine hübsche orange Farbe, die sich im Wasser zu einem Neongelb färbt (ja, unter Schwarzlicht bleibt ein leuchtender Effekt auf der Haut). Alles wird zu knapp 50 g Kochsalz gegeben und gut verschüttelt. Fertig. Wer nicht von seinem Badewasser gebissen werden will, kann natürlich auch andere Duftöle verwenden. Dieses ist speziell für Rheuma oder Erkältungen.

 

So, nun viel Spaß beim „Nachkochen“ der Rezepte, es geht wirklich fix und ihr habt mehr Zeit für die dunklen Sachen des Jahres. Ich werde nun eine Kleinigkeit für das Wintersonnwendfest morgen vorbereiten und dann meine nächsten Aktivitäten planen. Am 26. hat es hier ja schon wieder (in Frankfurt) tolle Parties mit dunkler Mucke und Gleichgesinnten.

 

Schöne Weihnachten, God Yul und so weiter,
eure Luna ^v^

Weihnachtliche Mucke für Gothics

 

„Jonathan G Meath portrays Santa Claus“ von Jonathan G Meath - Jonathan G Meath. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Jonathan_G_Meath_portrays_Santa_Claus.jpg#/media/File:Jonathan_G_Meath_portrays_Santa_Claus.jpg
Santa Claus oder auf deutsch: Weihnachtsmann

In dieser besinnlichen Zeit ist das schwer, für uns passende Mucke zu finden. Wir möchten ja nicht das H. F. anhören, wenn wir unsere Geschenke unter dem Tannenbaum auspacken. Und andererseits möchten wir unsere „Stino“-Verwandtschaft nicht vor den Kopf stoßen, wenn wir unsere „normale“ Mucke abspielen.

 

Und Christmas-Rock CDs… nun ja, ich finde sie etwas ausgelutscht und auch nicht speziell auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten. Klar, „Rudolf The Rednosed Reindeer“, das haben wir alle im Hinterkopf.

 

Ich hab mich also mal ein wenig für euch auf die Suche gemacht und verlinke euch ein paar Youtube Videos mit der Mucke, die ich an dem Abend abspielen werde. Naja, ich hab auch kein übliches „Familienfest“ und so betrachtet meine Auswahl bitte mit einem Augenzwinkern.

 

Als erstes hab ich die altbekannte Version von Jingle Bells mit der jodelnden Katze. Wer da nicht genervt ist, der lacht sich sicher hier kaputt. Viel Spaß beim Klick auf den Link.

 

 

Das nächste ist ein sehr witziges Lied über Großmutters Begegnung mit Santas Schlitten. Hätte sie mal nicht so viel Likör an dem Abend genossen, dann gäbe es sicher keine Zeugen für diesen Vorfall. Und auch keinen Beweis für Santas Existenz. *mit-glitzernden-Augen-geflüstert* Es gibt ihn wirklich! Link…

 

This is the Front cover for the 7" single Grandma Got Run Over by a Reindeer by the artist Elmo & Patsy. The cover art copyright is believed to belong to the label, Epic Records, or the graphic artist(s). Front cover of picture sleeve of 1984 7" single release by Epic Records (#34-04703)
(Produced and performed by Dr. Elmo, Written by Randy Brooks,re-mixed by Frank Martin)

 

Wenn Großmuttern das vielleicht doch besser als gedacht überstanden hat, dann esst ihr vielleicht ihren bösen Killerfruitcake. Das Lied ist von dem selben Macher… viel Spaß!

 

(Song written by Rita Abrams and Dr. Elmo. Video director Chris Miloslavich. Filmed in Larkspur, CA.)

 

Hier habe ich einen Klassiker von den Eurythmics gefunden, der euch vielleicht das Schneegestöber und den heimeligen Kamin vor die Augen führt… Enjoy mit heißem Kakao und Marshmellows (letzere ggf. mit einem Schaschlikspieß über einem Teelicht rösten 😉 ).

 

Stewart and Lennox performing on The Today show in 2005

 

Zwischendurch mal ein Gedicht (ich mag seine Stimme, wie ihr wisst, bin ich ein Stimmenfetischist), das für alle amüsant sein könnte. Wir wollen ja auch ein wenig besinnlich sein, oder? Also, in die Startlöcher, fertig… und los! Klick

 

„Gronkh IMG 7985“ von marie schmidt photography - OTRS-Ticket. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gronkh_IMG_7985.jpg#/media/File:Gronkh_IMG_7985.jpg
Gronkh liest auf Youtube an Weihnachten seine „Let’s read“ mit heitern und besinnlichen Texten, heute: («LIEBER GUTER WEIHNACHTSMANN» Ein weihnachtliches Gedicht eines unbekannten Autors.)

 

 

In einer Playlist auf Youtube habe ich auch dieses Video entdeckt, nicht ganz so weihnachtlich, wie die CD von den Jungs von Potentia Animi „Sind die Lichter angezündet“, welche ziemlich freche Weihnachtslieder beinhaltet. Sie sind allerdings nicht ganz jugendfrei, bzw. das Ergebnis eines kindlichen Zuhörers, welcher einen Titel nachsingt, ist auch auf der CD enthalten. Ganz so schlimm ist das nicht, denn der Kleine singt, das was er versteht und das ist für den Erwachsen sicher zum Schmunzeln. Hier der Link zu dem „Nichtweihnachtssong“.

 

 

So, genug besinnlich da gesessen? Dann hab ich hier für die Fans von Werner Wernensen noch einen Song von Torfrock. Einen Klassiker, neu interpretiert. Ich geh dann mal inzwischen in den Keller und guck, was mit den Kohlen ist und ob das not tut… bis gleich 🙂 …

„Torfrock – Appen musiziert 2015 01“ von Frank Schwichtenberg - Eigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Torfrock_%E2%80%93_Appen_musiziert_2015_01.jpg#/media/File:Torfrock_%E2%80%93_Appen_musiziert_2015_01.jpg
Torfrock live

 

 

Jetzt wird es metallisch. Als alter Alice Cooper Fan kann ich euch diese Perle nicht vorenthalten und lege euch diese Version von „Santa Claws is coming to town“ an eure puppernden Herzchen. Wer sich da noch vor der Rute oder Gevatter Krampus fürchtet, hat Santa noch nicht getroffen… Muahahaha…

 

 

Wer hat das Kind geboren? Ich meine jetzt nicht Brian, sondern den anderen 😉 ! Na klar, Iron Maiden! Ihre Version von „Another Rock And Roll Christmas“ ist hier zu finden.
Eine Interpretation von Jingle Bells hatte ich euch ganz zu Anfang schon gezeigt. Hier ist die für die bösen Buben und Mädchen… von Korn. Gefällt mir ganz gut und werde ich sicher in meiner Playlist haben.

 

 

So, Haare wieder nach hinten und flugs ein Zopfgummi drumgemacht, Headbangen ist vorbei. Wir läuten nun wieder ein wenig besinnliches Gefühl auf unseren Gabentisch. Hier kommt ein Gedicht und ich frage mich, ob das wirklich keiner kennt? Hmmmm… doch, ich glaube schon, dass ich euch nichts Neues hier vorstelle. Es ist der Klassiker, wie Opa Hoppenstedt, der mehr Lametta möchte, weil es früher so war. Oder der frisch abgezapfte und verkorkte Wein von Paul Huber und Söhne… Und nun lauscht dem fernen Hundebellen und Glockenschellen!

 

 

Und zum Finale gibt es Gothic Christmas für euch. Ich wünsche einen schönen 3. Advent (weil man das so macht) und einen schönen Sonntag. Und stresst euch nicht mit den letzten Vorbereitungen, eine kleine Playlist habt ihr ja heute schon bekommen.

 

 

Liebe Grüße,
eure Luna ^v^

Gruftige Weihnachtsgeschenke selbstgemacht

Handtasche selbstgenäht
Hier eine schlichte Tasche, selbstgenäht mit geraden Teilen

Noch etwas über zwei Wochen und dann ist Weihnachten und in drei Wochen sind wir schon im Jahr 2016. Inzwischen rast die Zeit. Habt ihr denn schon alle Geschenke für eure Lieben zusammen? Auch wenn man keiner Religion angehört / angehören möchte, entzieht sich doch auch keiner wirklich diesem Brauch.

 

Warum auch nicht? Immerhin ist das eine liebe Geste, wenn man seinen liebsten Menschen – Familie, Partner und Freunden – eine Aufmerksamkeit zukommen lässt. Und so werde auch ich meinen Kindern und Freunden etwas schenken.

 

Wenn ihr noch nicht in den diversen Shops (online oder offline) etwas passendes gefunden habt, wie wäre es dann mit etwas selbst gemachten? Das ist gar nicht so schwer und kann zudem etwas Ruhe in den hektischen Alltag bringen.

 

Auch wenn es beim ersten Versuch nicht gleich gelingen mag, so werdet ihr immer geschickter. Und, nein, ich meine nicht die fertigen Bastelsets aus zum Beispiel dem Homeshopping-Sender-Bereich, bei denen man nur noch fertig vorgestanzte Teile zusammenpappen muß und das dann als „Selbstgemacht“ verschenkt. Okay, wenn jemand absolut ungeschickt ist, dann ist das eine Lösung, wenn es auch etwas selbstgemachtes sein soll. Ich glaube aber nicht, daß es wirklich jemanden gibt, der NICHTS schaffen kann…

 

So kann man mit leeren Kalendern (zum Beispiel) und gruftig aufgemotzten Fotos wunderbar seinen Geschmack verwirklichen. Diverse Sticker dazu und schon hat man etwas persönliches für die Freunde oder Familie. Und von Halloween habt ihr sicher noch das eine oder andere gruftige Deko-Element übrig? Vielleicht ein wenig Girlande, die nicht mehr an die Wand reicht, aber auseinander geschnitten per Serviettentechnik klasse auf einem Blumenpott ausschaut? Ein wenig Fledermaus- Konfetti, das in einem Fotoalbum die Bilder schön gruftig in Szene setzt?

 

Da kommen wir zum nächsten Schritt der Bastelkunst: Dem Upcycling. Was ist das? Man nehme ein Teil, das man so nicht mehr haben oder verwenden möchte und gestalte es. Das kann von einfachem Aufmotzen (einen Stuhl zum Beispiel mit Goldlack anstreichen und dann mit rotem Samtkissen zu seinem persönlichen Thron verwandeln) bis hin zum kompletten Umgestalten des Teils (wenn ich aus einer Europalette und ein paar Ziegelsteinen, Farbe und Lack einen Tisch baue) gehen.

Beispiel für Upcycling einer schlichten Hose
Beispiel für Upcycling einer schlichten Hose

 

Nun, ich bin keine Handwerkerin, außer ein paar Regalen für meine ca. 2000 Bücher an die Wand dübeln, bin ich ungeschickt. Aber ich hab auch schon mit einfachen Duschvorhängen gearbeitet, die ich nach dem Besprühen und Besticken dann als Deko / Sichtschutz vor meinen Schrank gehängt habe. Und gruftig ist das immer, wenn man seinen schwarzen Geschmack umsetzt.

 

Ihr könnt auch Klamotten aufpeppen. Wenn etwas gefällt, aber es nicht gruftig genug ist, dann fangt doch an und bastelt. Als Basis dienen mir einfache schwarze Klamotten, die ich dann verwende. Oder mir gefällt ein Teil im Schnitt, das aber leider so unschwarz ist. 😉

 

Für das erstere gibt es die Lösung, daß ihr die Kleidung aufpeppt mit Nieten, Schnallen, Knöpfen… ja, sogar mit dem Sortiment aus dem Baumarkt. Jupp, ich kaufe meinen Gruft-Aufmotz-Bedarf gerne in einem Baumarkt und nicht unbedingt in einem Nähstübchen. Die Blicke der Mitarbeiter dort sind unbezahlbar, wenn man fragt, ob man diese Unterlegscheiben auch in der Maschine waschen kann… *kicher*

 

Aber Spaß beiseite… dort könnt ihr kostengünstig Ketten, D-Ringe, Nieten, Spanngurte und Ösen bekommen, und euren Basisteilen das nötige Industrial – Gruft – Gothic – Aussehen geben. Reißverschlüsse an Hosenbeine genäht (das geht auch von Hand, wenn man keine Maschine besitzt – es ist nur Deko!!).

Halloweendeko: Vampir aus Pappe, den man auf ein Fotoalbum kleben kann
Halloweendeko: Vampir aus Pappe, den man auf ein Fotoalbum kleben kann

 

Ihr könnt dann auch fertige Klamotten aus den Shops (guckt einfach mal bei Onkel Ebay – auch gebrauchtes, leicht reparaturbedürftiges läßt sich noch super umarbeiten!) entsprechend aufmotzen. Damit kommen wir dann zum zweiten Fall: Was tun, wenn zum Beispiel die Farbe nicht paßt, aber Schnitt und Deko gefallen? Nun, einfach gucken, wie die Zusammensetzung des Stoffes ist und dann einfärben mit der passenden Farbe. Traut euch ruhig, das ist nicht schwer. Und dann individualisieren mit den Teilen aus dem Baumarkt…

 

Seid einfach kreativ, nehmt ungewöhnliche Ausgangsmaterialien, bevor ihr euch an die Disziplin wagt, etwas absolut eigenes zu schaffen. Aber auch dieses wird gelingen, wenn ihr euch traut. Schaut euch Videos an, es gibt viele online und die sind auch von geschickten Laien erstellt, die es ohne großes Fachchinesisch erklären.

 

Damit ihr noch ein wenig basteln könnt, habe ich ein einfaches „Schnittmuster“ für meine Tasche erstellt, wobei es nur eine grobe Zeichnung ist. Maße und Dekoration könnt ihr absolut variieren.

einfaches Schnittmuster, 1,2,3 – Vorder und Rückseite, 4 + 7 Seitenteile, 5 Boden, 6 Verschluß, 9 + 10 Taschen außen, 11 + 12 Innentaschen, 8 Gurtband

 

Tja, und so könnt ihr jetzt noch bis Weihnachten etwas wunderbar persönliches für eure Lieben gestalten (und wie gesagt, wenn ihr in einem Shop – Ebay ist wirklich eine Fundgrube! – etwas ersteht und das personalisiert, ist das natürlich der Hammer!) und verschenken…

 

So, nun werde ich weiterbasteln, Weihnachten naht und ich hab da noch ein Geschenk für jemanden anzufertigen 🙂

 

eure Luna ^v^

Es brennt ein Licht in Deinem Fenster…

hexe

Heute beginnt die „heiße“ Phase, die gefühlt schon ein halbes Jahr dauert. In den diversen Gruppen im Internet dekorieren die Damen wie die Bekloppten seit dem Oktober schon ihre Wohnungen weihnachtlich. Dieses Jahr zeichnet sich ein großer Trend zu Wattepad-Kränzen (ich nehm die Dinger nur zum Reinigen meines Gesichtes) und Kaminen (keine Ahnung, wo die aufgebaut werden in den Mini-Wohnungen und Häuschen, die man heutzutage hat – 90 qm auf drei Etagen… aber ein Eigenheim – naja, die Flatscreens von TV, die Tablets und Smartphones nehmen ja kaum Platz in einer Wohnung weg) und Papierröllchenbäume ab.
Das wird dann gepostet und kommentiert und man fragt um Rat und Dekotips von den Mitstreiterinnen. Merkwürdig, keiner hat bisher an diesem Dekokamin neben dem Papierweihnachtsbaum einen Wattepadkranz getackert… Aber, Kreativität finde ich toll und da sehe ich so vieles, Schneemänner aus Plastikbechern, Weinkelche, die zu Adventskränzen weihnachtlich umfunktioniert werden und und und….

Die anderen Gruppen stellen seit dem Sommer ihre Weihnachtswunschlisten für Familien zusammen, jeder wird mit Büchern bedacht, man plant und organisiert. Wieder andere Gruppen posten dann sarkastische und witzige Sprüche, um gegen oder für Weihnachten zu wettern. Finde ich alles großartig. Erstaunlich halt nur, dass es gefühlt jedes Jahr früher losgeht. Kann mich aber auch irren. Warum muss ich Wochen vorher dekorieren, damit es am 1. Advent perfekt ist? Warum muss ein Buchcover besonders hübsch zu Weihnachten sein, damit man es kauft (mir kommt es auf den Text an, nicht auf die Verpackung…)?

Alles so Fragen, die die Welt nicht wissen will, die ihren Sinn machen und sich mir nicht erschließen… Da halte ich mich an meinen eigenen Kalender und meinen Rhythmus. Und für mich zählt der Jahreskreiskalender.

Jahreskreis. Hmmm… was meine ich damit? Ich hatte schon einmal zu der Sommersonnwende ein Ritual beschrieben. Sommersonnwende und Wintersonnwende sind zwei der 8 Jahreskreisfeste, die ich feiere. Dazu kommen dann auch noch 13 Vollmondfeste, wer mag, natürlich auch noch 13 Neumond/Schwarzmondfeste. So gesehen, feiert Hex‘ das ganze Jahr immer irgendein Fest, denn es kommen ja auch noch Übergangsriten – zum Beispiel von der Jungfrau „Tochter“ bei ihrer ersten Menarche (schlagt es nach, Leute!) zur Frau… oder von der Frau zur Mutter usw. (entsprechend auch für Männer), Namensgebungsfesten, Segnungen, Handfastings und so weiter.

Zählt man dann die hier üblichen Feste dazu, die in deutschen Landen gefeiert werden: Ostern, Karneval, Weihnachten… bis hin zu den inzwischen eingebürgerten Festen unserer zugewanderten Mitbürgern (Zuckerfest, Farbenfest…) könnte man täglich feiern.
Da jetzt die Rauhnächte und das Wintersonnwendfest anstehen, werde ich heute als erstes darüber schreiben. Die Wintersonnwende ist das Fest, mit der längsten Nacht, die Nacht, an der das Licht wiedergeboren wird. Seit dem Sommersonnwendfest, dem längsten Tag, zeigte sich die Sonne immer kürzer am Tag, bis sie eben am 21. Dezember am allerkürzesten da ist. Um den Polarkreis taucht sie in dieser Nacht gar nicht auf. Die Menschen hatten Angst, dass sie nicht wiederkehrt und als sie dann am 22. Dezember auftauchte, feierte man sie. Traditionell wurden dann die Herde von den Frauen (den Hüterinnen des Feuers) erst gelöscht und dann in der Nacht, in der die Sonne wiederkam, neu entzündet.

Dieses Ritual habe ich selbst auch schon einmal in einer Scheune des Malers Hermann Haindl mitgemacht und bin bis heute davon berührt. Wir machten ein Ritual, schweigend in einen Garten gehen, dort das Ritual machen, schweigend zur Scheune zurück und dann dort mit Karottencremesuppe, den Ofen neu angezündet und eine Geschichte erzählt bekommen, wie die kleine Spinne die Sonne stahl und zur Welt zurückbrachte. In der heimeligen Wärme, mit warmer sonnenfarbiger Suppe im Bauch und lieben Menschen, die einfach nur gemeinsam ein wenig Gutes in die Welt bringen wollen und vielen, vielen Kerzen…

So wünsche ich euch heute auch ein wenig Licht in diese Welt, denkt daran, jeden Tag kommt sie noch etwas weniger, deswegen müssen wir ein wenig mehr anmachen… lasst euch nicht stressen, denn genau das soll die Adventszeit eben nicht. Der Mensch soll zur Ruhe kommen und sie finden.

Ganz warme Grüße heute
Eure Luna ^v^

Das Bild in dem Beitrag stammt von Axel Schmidt aus Essen. Ich finde es wunderschön 🙂 .

ChristmasGothics sind die, die…

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So, das Jahr geht zu Ende. Seit Wochen werden wir mit Weihnachtskram, Deko und Co in den Geschäften…. Hmmmm, ja… terrorisiert. Anfang November kam dann die Weihnachtsbeleuchtung in den Städten dazu, vorgestern hab ich gesehen, dass die Feuerwehren den großen Baum auf dem Marktplatz aufgestellt haben. Alles ist bereit und nächste Woche kann also der erste Advent kommen. Was freuen wir uns. Für die Kinder sicher eine spannende Zeit, aber für uns mehr oder weniger Stress und Hetze. Okay, ich feiere kein Weihnachten, hab da auch das Glück, dass unsere Großeltern lieber in wärmere Gefilde zu der Zeit ziehen und ich dann keinen Weihnachtsmarathon abklappern muss (alleinerziehend… ja, das hat da dann auch einen Vorteil) und ich in Ruhe mein Leben weiter leben kann. Wie ich das mit dem Feiern aber für mich und meine Lieben mache, das verrate ich euch das nächste Mal. Versprochen.

Heute nehmen wir uns die letzten beiden Gruppen der GothicTypen vor… die ChristmasGothics und die JahresendzeitGothics. Nein, das war ein Scherz. Im Ernst: Die Deathrockers und die ÜberGothics.

Deathrockers sind die Darkpunks unserer Szene. Sie stammen aus der Postpunkszene und sind nicht nur „Gothic“ oder nur „Punk“, sondern stehen in der Mitte beider Szenen. Ihre Musik und ihr Look, der frisch aus dem Sarg zu kommen scheint, sind intensiv, freudig und extravagant. Deathrockers charakterisieren sich durch schichtweise Kleidung, zerrissene Fischnetzstoffe, Metallnieten, Ketten, Haken…, Patches und sehr viel selbstgemachtem, unter der Rubrik DIY-Kleidung. Sie nähen gerne und kreieren ihre einzigartige Kleidung und Accessoires mit allem spookygem, was sie finden. In der Regel ist ihr MakeUp sehr blass, die Augen, Lippen und Wangen geschwärzt. Ein wenig als Hommage an die Leichen der alten B-Movies und Zombies. Sie verstehen die Gothic-Kultur und ihren dunklen Stil, auch wenn es für sie bedeutet, auszusehen wie ein Ghul, übertrieben und sogar humorvoll „böse“.SAMSUNG

Sehr oft sieht man bei ihnen den „Deathhawk“ Haarstil, das heißt, sie tragen einen Iroquesen- bzw. Mohawk als Frisur, dabei aber ein wenig wilder und ungeordneter, als man einen Iro tragen würde. Die ausrasierten Seiten sind dabei aber weniger wie bei dem „ModeUndercut“ nur eine Mode Erscheinung.

Musikalisch hört der Deathrocker gerne: Christian Death, Sex Gang Children, Alien Sex Fiend, Cinema Strange, All Gone Dead und andere…

Dem Gegenüber… nun ja, eigentlich der gesamten Szene, steht der ÜberGothic. Das sind die Gothics, die so Hardcore, so True sind. Die allgemeine Szene bezeichnet sie mit diesem Titel aber mehr auf eine humorvolle Art, es ist nicht beleidigend gemeint. Es ist der Fall, wenn jemand auf melodramatische Art und Weise „Gothic“ ist oder eben „gothischer als Du“ ist. (Was sind wir doch humorvoll und können über uns auch selbst lachen 😉 )

Natürlich gibt es auch in unserer Szene Gerüchte, Beleidigungen, Manipulationen oder das Niedermachen von anderen. Der „ÜberGothic“ redet hinter den Rücken von anderen schlecht über sie (gewöhnlich zieht man dann über die Kleidung desjenigen her), rezitiert obskure Bandnamen, um dem Aussagekraft zu geben, oder schenken dem wenig Aufmerksamkeit, was er als seiner Zeit unwürdig erachtet. Paradoxerweise ist die „ÜberGothic“ness, das, was er dann gerne als „wahrer Gothic“ bezeichnet. Ihm ist da das „Produkt“ wichtiger, als das Sein, das Image wichtiger als das Wesen.

Daher ist es traurig, dass diese „ÜberGothics“ in der Szene so viele Jahre drin sind und nicht als Positivbeispiel gelten, sondern ihren originalen Grund „Gothic-zu-sein“ verdrehen und verloren haben.

Musikalische Vorlieben dieser Wesen ist, was immer gerade in der Szene aktuell ist und mehr für die „Eingeweihten“ sein sollte.

Ich wünsche euch noch eine schöne Woche,
dunkle Grüße
eure Luna ^v^