Debüt CD von XtortYa: „XtortYa“

Am 31.3.2017 erschien das erste Album der Australier XtortYa XtortYa“ über das Label Bleeding Nose Records / Soulfood.

Eine für mich vollkommen schräge Mischung präsentiert sich hier auf dem Album: Metal-Rap. Rap – eine Musikrichtung die sich mir eher weniger erschließt, da wenig Emotionen in den Lyrics über die Stimme transportiert werden, man arbeitet bei Rap eher mit den Texten, statt Melodien – ist hier kombiniert mit harten Gitarren. Wer also typischen Lulli-Rap über ach so böse Gangstas und ihre getunten Proll Autos und dabei wackelnde (twerkende) Hintern knapp bekleideter Frauen in einem Videoclip erwartet… der wird glücklicher Weise enttäuscht werden.

Nein, hier klingen die Sounds wie Korn, Limp Bizkit und Bullet For My Valentine. Hart. Zungenfertig sind Ian und Darren ebenfalls wie Eminem (und da kam ich auch kaum hinterher, damals, als ich noch jung war… aber ich mochte ihn).

Insgesamt also eine Mischung, die durchaus interessant ist. „Can‘t Take This“ ist ein eher ruhiger Song, der sich aber rasch steigert. Hier rückt die Melodie eher in den Hintergrund, bietet aber doch genug Kraft, um den Zuhörer im Takt hüpfen und die Haare schütteln zu lassen. Man sieht das Publikum förmlich vor dem geistigen Auge als Einheit springen. Doch auch interessante Elemente (Klargesang neben dem Rap, Ansagen wie durch ein Megaphon plus der Kinderchor) würzen den Song.

My Say“ startet sphärisch alla Jean Michel Jarre. Ernsthaft. Doch Drums und Gitarren setzen bald ein und führen die Klänge metallisch fort. Hier kommt dann auch noch eine kräftige Portion Dubstep zu dem Gesang/Rap.

Crazy“ ist fast eine klassische Nummer – hier höre ich eine Geige/Violine neben den Gitarren – und daher etwas ruhiger. Könnte man schon fast „Ballade“ nennen, trotz der härteren Parts. Obwohl es komplett anders ist, hatte ich das Video von Guns‘N‘Roses zu November Rain vor Augen.

Daß sie sehr sanft werden können, beweisen sie mit dem – ja, schon fast Akustik – Song „For You“. Hier schmilzt die Stimme des Sängers sanft in den Ohren… und wer könnte da widerstehen?

Mein Fazit: Ich war skeptisch: Metal und Rap? Verträgt sich das? Und nach dem Anhören kann ich sagen: Ja. Hier wird nicht stumpf in einer Tonlage der Text (bei den „Stino“ Rappern ja vorzugsweise über Nutten, Koks und „geile getunte Karren“) heruntergerattert, sondern mit kleinen Parts des Klargesangs verknüpft bilden sich dynamische Duette, die von einer ebenso interessanten Melodie untermalt werden. Gerade die unterschiedlichen Einflüsse machen die 13 Tracks lebendig und lassen den Zuhörer nach mehr hungern. Für ein Live-Konzert verspreche ich mir da sehr viele Möglichkeiten, diese Songs lassen sich auf Scheibe zu Hause ebenso genießen, wie in einem schwitzenden Mosh Pit bei einem Gig. Und die Lyrics drehen sich vollkommen um andere Themen, als oben genannte Rap-Song-Thematiken.

 

Anspieltips: „For You“ und „Bullet Holes And Broken Bones

 

eure Luna ^v^

 

Line-Up:
Ian – Vocals
Darren – Guitar, Vocals
Simon – Drums
Aaron – Bass
DJ B-Rad – Samples/Scream

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